Lübberstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lübberstedt
Lübberstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lübberstedt hervorgehoben

Koordinaten: 53° 20′ N, 8° 49′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osterholz
Samtgemeinde: Hambergen
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 12,32 km2
Einwohner: 742 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27729
Vorwahl: 04793
Kfz-Kennzeichen: OHZ
Gemeindeschlüssel: 03 3 56 006
Adresse der Verbandsverwaltung: Bremer Str. 2
27729 Hambergen
Bürgermeister: Dieter Langmaack (CDU)
Lage der Gemeinde Lübberstedt im Landkreis Osterholz
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Über dieses Bild

Lübberstedt (niederdeutsch Lübbs) ist eine Gemeinde der Samtgemeinde Hambergen und liegt am Nordrand des Landkreises Osterholz in Niedersachsen. Die Gemeinde liegt in der norddeutschen Tiefebene nördlich von Bremen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde die Gemeinde 1105 urkundlich erwähnt, als Erzbischof Friedrich von Hamburg bestätigte der Kirche von Bramstedt u. a. die Zugehörigkeit des Dorfes „Lubberstedi“.[2]

Von 1936 bis 1945 bestand im Bremer Wald eine Munitionsanstalt der Luftwaffe zur Fertigstellung von Munition, die Lufthauptmunitionsanstalt Lübberstedt, zu der ab 1944 ein Außenlager des KZ Neuengamme gehörte. Im September 2010 führte die Theatergruppe „Das letzte Kleinod“ die dokumentarische Inszenierung „MUNA Lübberstedt“ auf. Ab 2012 gibt es Führungen des Arbeitskreises MUNA Lübberstedt über das Gelände der MUNA.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lübberstedt bildet seit der Gebietsreform 1974 mit den Gemeinden Hambergen, Axstedt, Holste und Vollersode die Samtgemeinde Hambergen. Der Ort gehörte davor zum Landkreis Wesermünde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1910 1925 1933 1939 1950 2003 2006 2007 2017
Einwohner 263 338 351 327 662 762 737 751 739

(Quellen: 1910,[3] 1925–1939,[4] 1950,[5] 2003–2007 laut Versionsgeschichte, 2017 laut Infobox)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Lübberstedt setzt sich aus sechs Ratsherren zusammen.[6]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister von Lübberstedt ist Dieter Langmaack (CDU). Seine Vertreter sind Matthias Schulz (CDU) und Jürgen Mehrtens (SPD).[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Lübberstedter Kommunalwappens stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der sämtliche Wappen im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[7]

Wappen von Lübberstedt
Blasonierung: „In Rot eine silberne Windmühle.“[7]
Wappenbegründung: Die Windmühle erinnert an das alte Wahrzeichen der Gemeinde, eine Holländermühle.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsmäßiger Anschluss besteht mit eigenem Bahnhof an die Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven (–Cuxhaven). Die Autobahn 27 (Walsrode–Cuxhaven) ist 15 km entfernt und über eine Kreisstraße erreichbar. Die Hauptverkehrsanbindung an die Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck und das Oberzentrum Bremen bildet die 4 km entfernte Bundesstraße 74 BremenStade.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Grenzbereich der Gemeinde Lübberstedt Richtung Hambergen wurden 2016 sieben Windkraftanlagen errichtet, die jeweils 186 m hoch sind. Sie erzeugen 57 Mio. KW/h Strom pro Jahr, das entspricht einem Bedarfsvolumen von 18.000 Haushalten. Die baulichen Investitionen beliefen sich auf knapp 35 Mio. €.[8] Um die Akzeptanz der Windkraftanlagen zu erhöhen, überweist die Eigentümergemeinschaft der Anlagen aus ihren Gewinnen und Pachteinnahmen einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 7.200 € für gemeinnützige Zwecke des Dorfes.[9] Einige Lübberstedter Einwohner leiden, wie 2017 berichtet wurde, unter den Auswirkungen der Windkraftanlagen wie „nervendes rotes Blinklicht, lärmende Rotoren, Schattenwurf...und Schlaflosigkeit“[10] und machen sich zudem Sorgen um den Wertverlust ihrer Immobilien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Höllanderwindmühle in Lübberstedt

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lübberstedt hat eine intakte Windmühle. In den Jahren 1868 bis 1872 wurde eine Wallholländerwindmühle mit Durchfahrt gebaut, die auf einem Erd- und Steinwall stand, von dem aus der Mühlenkopf mittels eines „Steerts“ (niederdeutsch Schwanz) gedreht werden konnte. Nachdem diese ursprünglich Mühle 1909 abgebrannt war, wurde noch im selben Jahr die neue Holländerwindmühle mit Jalousieflügeln und Windrose errichtet, so dass das aufwändige Drehen der Mühle entfiel. Die Durchfahrt im Mühlenwall diente zum An- und Abtransport von Getreide und Mehl direkt unterhalb des Mehlbodens. Das originale Mahlwerk dieser Mühle von 1909 ist noch heute funktionsfähig.[11]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort hat einen Sportverein.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erntefest mit großem Erntefestumzug (ca. 50 Festwagen) durch den Ort: jeweils am zweiten Wochenende im September mit großem Festball am Samstag in der Sporthalle.
  • Maibaumpflanzen: Immer Pfingstsamstag durch die örtlichen Jungburschen mit dem Aufstellen des Pfingstbaumes (ca. 20–23 Meter hoch) am Dorfgemeinschaftshaus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Gerold Otten (* 1955), ehemaliger Berufssoldat, pensionierter Vertriebsleiter, Politiker (AfD) und Mitglied im 19. Deutschen Bundestag

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann u. a.: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X (Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) [PDF; 431 kB; abgerufen am 14. März 2019] S. 14).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lübberstedt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Staatsarchiv Hannover Kopiar II 41 Blatt.
  3. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: www.gemeindeverzeichnis.de. 3. Februar 2019, abgerufen am 10. April 2019.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde (→ Siehe unter: Nr. 58). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln August 1952, S. 52, Sp. 2 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 25. April 2019] Landkreis Wesermünde, S. 61).
  6. a b Der Gemeinderat von Lübberstedt. In: Internetseite der Samtgemeinde Hambergen. Abgerufen am 10. April 2019.
  7. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  8. Windenergie: Ausbau schreitet weiter voran. In: Internetseite des Landkreises Osterholz. 4. Dezember 2015, abgerufen am 10. April 2019.
  9. Peter von Döllen: Windräder pusten Geld in Vereinskassen. In: Internetseite Weser Kurier – Osterholzer Kreisblatt. 23. März 2016, abgerufen am 10. April 2019.
  10. Michael Thurm: Sturm über Lübberstedt. In: Internetseite Weser Kurier – Osterholzer Kreisblatt. 8. Februar 2017, abgerufen am 10. April 2019.
  11. Klaus von Düring: Chronik einer Landschaft. Druck und Medien H. Saade GmbH, Osterholz-Scharmbeck 1980, S. 137.