Lübberstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lübberstedt
Lübberstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lübberstedt hervorgehoben

Koordinaten: 53° 20′ N, 8° 48′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osterholz
Samtgemeinde: Hambergen
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 12,37 km2
Einwohner: 740 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27729
Vorwahl: 04793
Kfz-Kennzeichen: OHZ
Gemeindeschlüssel: 03 3 56 006
Adresse der Verbandsverwaltung: Bremer Str. 2
27729 Hambergen
Bürgermeister: Dieter Langmaack (CDU)
Lage der Gemeinde Lübberstedt im Landkreis Osterholz
BremenBremenLandkreis CuxhavenLandkreis OldenburgLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis VerdenLandkreis WesermarschAxstedtGrasbergHambergenHolsteLilienthalLübberstedtOsterholz-ScharmbeckRitterhudeSchwanewedeWorpswedeVollersodeKarte
Über dieses Bild

Lübberstedt (niederdeutsch Lübbs) ist eine Gemeinde der Samtgemeinde Hambergen und liegt am Nordrand des niedersächsischen Landkreises Osterholz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der norddeutschen Tiefebene nördlich von Bremen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus folgenden Ortsteilen:

  • Lübberstedt (Kernort)
  • Lübberstedt-Bahnhof

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axstedt Holste
Bramstedt – Ortsteil Harrendorf (Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen) Nachbargemeinden
Stadt Osterholz-Scharmbeck Hambergen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde die Gemeinde 1105 urkundlich erwähnt, als Erzbischof Friedrich von Hamburg bestätigte der Kirche von Bramstedt u. a. die Zugehörigkeit des Dorfes „Lubberstedi“.[2]

Von 1936 bis 1945 bestand im Bremer Wald eine Munitionsanstalt der Luftwaffe zur Fertigstellung von Munition, die Lufthauptmunitionsanstalt Lübberstedt, zu der ab 1944 ein Außenlager des KZ Neuengamme gehörte. Im September 2010 führte die Theatergruppe „Das letzte Kleinod“ die dokumentarische Inszenierung „MUNA Lübberstedt“ auf. Ab 2012 gibt es Führungen des Arbeitskreises MUNA Lübberstedt über das Gelände der MUNA.

Samtgemeindebildung und vorherige Zugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lübberstedt bildet seit der Gebietsreform in Niedersachsen am 1. März 1974 mit den Gemeinden Hambergen, Axstedt, Holste und Vollersode die Samtgemeinde Hambergen. Der Ort gehörte davor zum Landkreis Wesermünde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 263 [3]
1925 338 [4]
1933 351
1939 327
1950 662 [5]
1956 512
1973 617 [6]
1975 0593 ¹ [7]
1980 0619 ¹
Jahr Einwohner Quelle
1985 601 ¹ [7]
1990 599 ¹
1995 682 ¹
2000 770 ¹
2005 726 ¹
2010 737 ¹
2015 738 ¹
2019 737 ¹
0 0 0

¹ jeweils zum 31. Dezember

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl Lübberstedt 2016[8]
in Prozent
 %
60
50
40
30
20
10
0
59,4 %
40,6 %

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde aus Lübberstedt setzt sich aus sechs Ratsherren zusammen. Die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 1000 beträgt jedoch normalerweise acht Ratsmitglieder.[9] Diese beiden Sitze im Gemeinderat blieben unbesetzt, da für die SPD nicht ausreichend Bewerber vorhanden waren.[8] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimm- und sitzberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der Bürgermeister.

Sitzverteilung:

  • CDU: 5 Sitze
  • SPD: 4 Sitze (davon 2 Sitze mangels Kandidat/inn/en unbesetzt)

(Quelle:[10])

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister von Lübberstedt ist Dieter Langmaack (CDU). Seine Stellvertreter sind Matthias Schulz (CDU) und Jürgen Mehrtens (SPD).[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Lübberstedt stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.[11]

Wappen von Lübberstedt
Blasonierung: „In Rot eine silberne Windmühle.“[11]
Wappenbegründung: Die Windmühle erinnert an das alte Wahrzeichen der Gemeinde, eine Holländermühle.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Höllanderwindmühle in Lübberstedt

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lübberstedt hat eine intakte Windmühle. In den Jahren 1868 bis 1872 wurde eine Wallholländerwindmühle mit Durchfahrt gebaut, die auf einem Erd- und Steinwall stand, von dem aus der Mühlenkopf mittels eines „Steerts“ (niederdeutsch Schwanz) gedreht werden konnte. Nachdem diese ursprünglich Mühle 1909 abgebrannt war, wurde noch im selben Jahr die neue Holländerwindmühle mit Jalousieflügeln und Windrose errichtet, so dass das aufwändige Drehen der Mühle entfiel. Die Durchfahrt im Mühlenwall diente zum An- und Abtransport von Getreide und Mehl direkt unterhalb des Mehlbodens. Das originale Mahlwerk dieser Mühle von 1909 ist noch heute funktionsfähig.[12]
  • Das Waldhaus Lübberstedt, direkt gegenüber dem Bahnhof Lübberstedt, wurde im Jahr 1897 von Friedrich Bischoff erbaut und war seinerzeit ein beliebtes Ausflugslokal für Bremer. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Pflegeheim.[13]
  • Am Ort liegen die Großsteingräber bei Lübberstedt mit den Sprockhoff: Nrn. 676 und 677.

Vereine und Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • MTV Lübberstedt mit den Sparten: Faustball, Tischtennis, Damengymnastik, Kinderturnen, Mutter-Kindturnen, Walking/Nordic-Walking, Seniorengymnastik, Herrenturnen, Bogenschießen
  • Mühlenverein
  • Ortsfeuerwehr
  • Erntedankfestkomitee
  • AWO
  • Landfrauen
  • NABU
  • Maibaumpflanzer
  • Jagdgenossenschaft Lübberstedt
  • Arbeitskreis MUNA
  • Die Kümmerer – Alt werden in der Samtgemeinde Hambergen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erntefest mit großem Erntefestumzug (ca. 50 Festwagen) durch den Ort: jeweils am zweiten Wochenende im September mit großem Festball am Samstag in der Sporthalle
  • Maibaumpflanzen: Immer Pfingstsamstag durch die örtlichen Jungburschen mit dem Aufstellen des Pfingstbaumes (ca. 20–23 m hoch) am Dorfgemeinschaftshaus

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blumengeschäft
  • Fahrradhändler
  • Tankstelle mit Raiffeisenmarkt am Bahnhof Lübberstedt
  • 2 Zimmerei-Betriebe

Windkraftanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Grenzbereich der Gemeinde Lübberstedt Richtung Hambergen wurden 2016 sieben Windkraftanlagen errichtet, die jeweils 186 m hoch sind. Sie erzeugen 57 Mio. KW/h Strom pro Jahr, das entspricht einem Bedarfsvolumen von 18.000 Haushalten. Die baulichen Investitionen beliefen sich auf knapp 35 Mio. €.[14] Um die Akzeptanz der Windkraftanlagen zu erhöhen, überweist die Eigentümergemeinschaft der Anlagen aus ihren Gewinnen und Pachteinnahmen einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 7200 € für gemeinnützige Zwecke des Dorfes.[15] Einige Lübberstedter Einwohner leiden, wie 2017 berichtet wurde, unter den Auswirkungen der Windkraftanlagen wie „nervendes rotes Blinklicht, lärmende Rotoren, Schattenwurf…und Schlaflosigkeit“[16] und machen sich zudem Sorgen um den Wertverlust ihrer Immobilien.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Grundschule befindet sich in der benachbarten Gemeinde Axstedt; ebenso eine Kindertagesstätte.

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lübberstedt gibt es eine Allgemeinarzt-Praxis und ein Pflegeheim[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsmäßiger Anschluss besteht mit eigenem Bahnhof an die Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven (–Cuxhaven). Die Bundesautobahn 27 (Walsrode–Cuxhaven) ist 15 km entfernt und über eine Kreisstraße erreichbar. Die Hauptverkehrsanbindung an die Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck und das Oberzentrum Bremen bildet die 4 km entfernte Bundesstraße 74 BremenStade.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Christoph Eduard Dubbers (1836–1909), Bremer Kaufmann und ab 1865 erster dänischer Honorarkonsul, Erbauer und Namensgeber des örtlichen Dubbers Park, er hatte in dem Park sein Jagdrevier und war ein berühmter Gast im Waldhaus
  • Harald Garcke (* 1963), Mathematiker, Professor an der Universität Regensburg, wuchs in Lübberstedt auf

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 14 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).
  • Barbara Hillmann, Volrad Kluge, Erdwig Kramer: Lw. 2/XI – Muna Lübberstedt – Zwangsarbeit für den Krieg. Unter Mitarbeit von Thorsten Gajewi und Rüdiger Kahrs. Edition Temmen Verlag, Bremen 1996, ISBN 3-86108-254-3 (222 S., Digitalisat [PDF; 52,8 MB; abgerufen am 6. Oktober 2020] und eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lübberstedt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2020 (Hilfe dazu).
  2. Staatsarchiv Hannover Kopiar II 41 Blatt.
  3. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 3. Juni 2020.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde. (Siehe unter: Nr. 58; Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 192 (Digitalisat).
  6. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 48, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 3. Juni 2020]).
  7. a b Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 3. Juni 2020.
  8. a b Ergebnisse der Kommunalwahl 2016 in Lübberstedt. In: Webseite Samtgemeinde Hambergen. Abgerufen am 5. Juni 2020.
  9. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. In: Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 5. Juni 2020.
  10. a b Der Gemeinderat von Lübberstedt. In: Webseite Samtgemeinde Hambergen. Abgerufen am 10. April 2019.
  11. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, OCLC 469321470 (201 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 23. Oktober 2021]).
  12. Klaus von Düring: Chronik einer Landschaft. Druck und Medien H. Saade GmbH, Osterholz-Scharmbeck 1980, S. 137.
  13. a b Historie – Waldhaus Lüberstedt. In: waldhaus-lübberstedt.de. Abgerufen am 15. Juli 2020.
  14. Windenergie: Ausbau schreitet weiter voran. In: Webseite Landkreis Osterholz. 4. Dezember 2015, abgerufen am 10. April 2019.
  15. Peter von Döllen: Windräder pusten Geld in Vereinskassen. In: Webseite Weser KurierOsterholzer Kreisblatt. 23. März 2016, abgerufen am 10. April 2019.
  16. Michael Thurm: Sturm über Lübberstedt. In: Webseite Weser Kurier – Osterholzer Kreisblatt. 8. Februar 2017, abgerufen am 10. April 2019.