Lübberstedt

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Lübberstedt nördlich von Bremen. Lübberstedt ist ebenfalls der Name eines Ortsteils von Gödenstorf in der Lüneburger Heide.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lübberstedt
Lübberstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lübberstedt hervorgehoben
Koordinaten: 53° 20′ N, 8° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osterholz
Samtgemeinde: Hambergen
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 12,32 km2
Einwohner: 738 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27729
Vorwahl: 04793
Kfz-Kennzeichen: OHZ
Gemeindeschlüssel: 03 3 56 006
Adresse der Verbandsverwaltung: Bremer Str. 2
27729 Hambergen
Bürgermeister: Dieter Langmaack (CDU)
Lage der Gemeinde Lübberstedt im Landkreis Osterholz
Bremen Bremen Landkreis Cuxhaven Landkreis Oldenburg Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Verden Landkreis Wesermarsch Axstedt Grasberg Hambergen Holste Lilienthal Lübberstedt Osterholz-Scharmbeck Ritterhude Schwanewede Worpswede VollersodeKarte
Über dieses Bild

Lübberstedt (niederdeutsch Lübbs) ist eine Gemeinde der Samtgemeinde Hambergen und liegt am Nordrand des Landkreises Osterholz in Niedersachsen. Die Gemeinde liegt in der norddeutschen Tiefebene nördlich von Bremen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde die Gemeinde 1105 urkundlich erwähnt, als Erzbischof Friedrich von Hamburg bestätigte der Kirche von Bramstedt u.a. die Zugehörigkeit des Dorfes "Lubberstedi".[2]

Von 1936 bis 1945 bestand im Bremer Wald eine Munitionsanstalt der Luftwaffe zur Fertigstellung von Munition, die Lufthauptmunitionsanstalt Lübberstedt, zu der ab 1944 ein Außenlager des KZ Neuengamme gehörte. Im September 2010 führte die Theatergruppe "Das letzte Kleinod" die Dokumentarische Inszenierung "MUNA Lübberstedt" auf. Ab 2012 gibt es Führungen des Arbeitskreises MUNA Lübberstedt über das Gelände der MUNA.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lübberstedt bildet seit der Gebietsreform 1974 mit den Gemeinden Hambergen, Axstedt, Holste und Vollersode die Samtgemeinde Hambergen. Der Ort gehörte davor zum Landkreis Wesermünde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Lübberstedt besteht aus 9 Ratsfrauen und Ratsherren.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Lübberstedter Wappens[3] stammt von dem in Belgien geborenen und später in Otterndorf lebenden Heraldiker und Wappenmaler Professor Albert de Badrihaye,[4][5] der auch schon die Wappen von Hetthorn, Wanhöden, Holte-Spangen und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.

Wappen von Lübberstedt
Wappenbeschreibung: „In Rot eine silberne Windmühle.“
Wappenbegründung: Die Windmühle erinnert an das alte Wahrzeichen der Gemeinde, eine Holländermühle.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsmäßiger Anschluss besteht mit eigenem Bahnhof an die Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven (–Cuxhaven). Die Autobahn 27 (Walsrode–Cuxhaven) ist 15 km entfernt und über eine Kreisstraße erreichbar. Die Hauptverkehrsanbindung an die Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck und das Oberzentrum Bremen bildet die 4 km entfernte Bundesstraße 74 BremenStade.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Grenzbereich der Gemeinde Lübberstedt Richtung Hambergen wurden 2016 7 Windkraftanlagen errichtet, die jeweils 186 Meter hoch sind. Sie erzeugen 57 Mio. Kilowattstunden pro Jahr Strom, das entspricht einem Bedarfsvolumen von 18.000 Haushalten. Die baulichen Investitionen beliefen sich auf knapp 35 Mio. EURO. [6] Um die Akzeptanz der Windkraftanlagenzu erhöhen, überweist die Eigentümergemeinschaft der Anlagen aus ihren Gewinnen und Pachteinnahmen einen jährlichen Zuschuss in Höhe von € 7.200 für gemeinnützige Zwecke des Dorfes.[7] Große Teile der Lübberstedter Bevölkerung leiden mit Stand vom 8. Februar 2017 unter den Auswirkungen der Windkraftanlagen wie "nervendes rotes Blinklicht, lärmende Rotoren, Schattenwurf...und Schlaflosigkeit"[8] und machen sich zudem Sorgen um den Wertverlust ihrer Immobilien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Höllanderwindmühle in Lübberstedt

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lübberstedt hat eine intakte Windmühle. In den Jahren 1868 bis 1872 wurde eine Wallholländerwindmühle mit Durchfahrt gebaut, die auf einem Erd- und Steinwall stand, von dem aus der Mühlenkopf mittels eines „Steerts“ (nds. für „Schwanz“) gedreht werden konnte. Nachdem diese ursprünglich Mühle 1909 abgebrannt war, wurde noch im selben Jahr die neue Holländerwindmühle mit Jalousieflügeln und Windrose errichtet, so dass das aufwändige Drehen der Mühle entfiel. Die Durchfahrt im Mühlenwall diente zum An- und Abtransport von Getreide und Mehl direkt unterhalb des Mehlbodens. Das originale Mahlwerk dieser Mühle von 1909 ist noch heute funktionsfähig.[9]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort hat einen Sportverein.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erntefest mit großem Erntefestumzug (ca. 50 Festwagen) durch den Ort: jeweils am zweiten Wochenende im September mit großem Festball am Samstag in der Sporthalle.

Maibaumpflanzen: Immer Pfingstsamstag durch die örtlichen Jungburschen mit dem Aufstellen des Pfingstbaumes (ca. 20-23 Meter hoch) am Dorfgemeinschaftshaus

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lübberstedt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Staatsarchiv Hannover Kopiar II 41 Blatt
  3. Landkreis Wesermünde: Wappen des Landkreises Wesermünde. Verlag: Grassé Offset, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-980031-80-2
  4. Wappenbuch gegen Kirchturmspende/ Albert de Badrihaye, in: Wilstersche-Zeitung, vom 7. März 2012, abgerufen am 9. März 2017
  5. Albert de Badrihaye 90 Jahre, in: Niederdeutsches Heimatblatt, Nr. 247 vom Juli 1970, Seite 4, abgerufen am 9. März 2017
  6. https://www.landkreis-osterholz.de/portal/meldungen/windenergie-ausbau-schreitet-weiter-voran-901002748-21000.html
  7. http://www.weser-kurier.de/region/osterholzer-kreisblatt_artikel,-Windraeder-pusten-Geld-in-Vereinskassen-_arid,1340438.html
  8. http://www.weser-kurier.de/region/osterholzer-kreisblatt_artikel,-Sturm-ueber-Luebberstedt-_arid,1546221.html
  9. Klaus von Düring: Chronik einer Landschaft, Osterholz-Scharmbeck 1980, S. 137