Lars Castellucci

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Lars Castellucci (2014)

Lars Castellucci (* 24. Februar 1974 in Heidelberg) ist ein deutscher Politiker (SPD) und Hochschulprofessor und seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis Rhein-Neckar.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur 1993 in Walldorf absolvierte Castellucci seinen Zivildienst im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden.

Anschließend studierte Castellucci von 1995 bis 2000 Politik, Mittlere und Neuere Geschichte und Öffentliches Recht in Heidelberg, Mannheim und San Francisco. Nebenberuflich erstellte Castellucci zum Thema sozialer Ausgrenzung in Deutschland und neuer Handlungsmöglichkeiten der Arbeitsmarktpolitik seine Dissertation, mit der er 2008 an der Technischen Universität Darmstadt promoviert wurde.

Von 2000 bis Januar 2013 arbeitete er bei der hessischen Kommunikations- und Strategieberatung IFOK im Geschäftsfeld Kommunen. Zum Sommersemester 2013 wurde Lars Castellucci auf die Professur für Nachhaltiges Management, insbesondere Integrations- und Diversity Management an der Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) in Mannheim berufen.

Castellucci lebt offen homosexuell in einer Lebensgemeinschaft mit seinem Partner.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lars Castellucci ist seit 1991 Mitglied der SPD.[2] Von 1995 bis 2001 war er Ortsvereinsvorsitzender der SPD Wiesloch. Mit der Amtsübernahme initiierte er einen Runden Tisch für Arbeit, aus dem 1997 die Beschäftigungsinitiative Wiesloch und Umgebung BIWU e. V. hervorging. Während seiner Amtszeit konnte Castellucci die Zahl der Mitglieder im Ortsverein um fast 40 Prozent steigern. Vom Dezember 1999 bis zum Oktober 2013 gehörte er dem Gemeinderat Wiesloch an, 2001–2013 war er dort Vorsitzender der SPD-Fraktion. In dieser Zeit initiierte er unter anderem die Bürgerstiftung Wiesloch und die Wieslocher Weihnachtswunschaktion. Von 2001 bis 2009 war Lars Castellucci Kreisvorsitzender der SPD Rhein-Neckar, des mitgliederstärksten Kreisverbands in Baden-Württemberg. Von 2005 bis 2018 war Lars Castellucci stellvertretender Vorsitzender der SPD Baden-Württemberg.

Im Jahr 2009 trat er erstmals als Bundestagskandidat der SPD im Wahlkreis Rhein-Neckar an, verpasste jedoch den Einzug in den Bundestag. Im Dezember 2012 wurde er von der SPD Rhein-Neckar erneut zum Bundestagskandidaten der SPD im Wahlkreis 277 Rhein-Neckar gewählt und zog bei der Bundestagswahl 2013 über die baden-württembergische Landesliste in den Deutschen Bundestag ein. In seiner ersten Wahlperiode war er Mitglied des Innen- und des Europaausschusses. Außerdem war er stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Beirats für Nachhaltige Entwicklung und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Demokratie der SPD-Bundestagsfraktion. Castellucci war außerdem Vorsitzender der deutsch-italienischen Parlamentariergruppe.[3]

Im Herbst 2016 wurde er mit knapp 96 % erneut zum SPD-Kandidaten im Bundestagswahlkreis Rhein-Neckar und im März 2017 auf Platz 12 der baden-württembergischen SPD-Landesliste zur Bundestagswahl 2017 gewählt.[4][5] Am 24. September 2017 wurde Castellucci erneut über die Landesliste in den Bundestag gewählt. Aktuell ist er Mitglied im Innenausschuss sowie stellvertretender Innenpolitischer Sprecher, Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften und Sprecher für Migration und Integration der SPD-Bundestagsfraktion. Als stellvertretendes Mitglied gehört Castellucci dem Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, sowie dem Ausschuss für Arbeit und Soziales an.[6]

Im Oktober 2018 kündigte Castellucci an, auf dem Landesparteitag im November gegen die Amtsinhaberin Leni Breymaier für den Parteivorsitz der SPD Baden-Württemberg zu kandidieren.[7] Bei einer Mitgliederbefragung unterlag er Breymaier mit nur 39 Stimmen und hielt im Gegensatz zu ihr an seiner Kandidatur fest. Auf dem Parteitag in Sindelfingen trat nun der Landtags-Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch gegen ihn an[8] und setzte sich mit einem Vorsprung von acht Stimmen durch.[9]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Politik engagiert sich Lars Castellucci in der evangelischen Kirche, bei Mehr Demokratie und bei Ehemalige e. V. der Friedrich-Ebert-Stiftung. Er ist Gründungsmitglied der Wieslocher Tafel e. V.

Lars Castellucci ist Mitglied der Europa-Union Deutschland[10], der Gesellschaft Freunde der Universität Heidelberg, der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik e. V., der Arbeiterwohlfahrt, der GEW, bei den Naturfreunden, bei Ökostadt Rhein-Neckar e. V., im Deutschen Alpenverein, im Stadtteilverein Altwiesloch und im Tierschutzverein Wiesloch-Walldorf.[11]

Seit 2016 ist Castellucci Mitglied der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lars Castellucci – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angriff aus der Wurstsalat-Runde. in: sueddeutsche.de, 26. Oktober 2018.
  2. Porträt beim Deutschen Bundestag, abgerufen am 23. November 2018.
  3. Deutsch-Italienische Parlamentariergruppe besucht Sizilien und... In: Deutscher Bundestag. (online [abgerufen am 24. Oktober 2016]). Deutsch-Italienische Parlamentariergruppe besucht Sizilien und... (Memento des Originals vom 24. Oktober 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundestag.de
  4. Lars Castellucci ist SPD-Bundestagskandidat im Wahlkreis Rhein-Neckar. SPD Rhein-Neckar, 30. Oktober 2016, abgerufen am 25. April 2017.
  5. Listenparteitag 2017. SPD Baden-Württemberg, abgerufen am 25. April 2017.
  6. Deutscher Bundestag - Abgeordnete. Abgerufen am 19. April 2020.
  7. Gegenkandidat will Breymaier ablösen. In: swr.de, 6. Oktober 2018.
  8. Stoch wagt das Duell mit Castellucci. In: stuttgarter-Zeitung.de, 22. November 2018.
  9. Matthias Schiermeyer: Stoch will die SPD aus der Misere führen. Stuttgarter Nachrichten, 24. November 2018, abgerufen am selben Tage.
  10. Lars Castellucci. In: Webseite der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 19. August 2020.
  11. Über mich. In: lars-castellucci.de. Abgerufen am 24. Oktober 2016.
  12. Berufung in die Kammer für Migration und Integration der EKD. In: lars-castellucci.de. Abgerufen am 28. September 2016.