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Lehnin

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Lehnin
Koordinaten: 52° 19′ N, 12° 45′ OKoordinaten: 52° 19′ 9″ N, 12° 44′ 42″ O
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 45,99 km²
Einwohner: 3219 (Feb. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 2002
Postleitzahl: 14797
Vorwahl: 03382
Lehniner Klosterkirche St. Marien
Lehniner Klosterkirche St. Marien

Lehnin [leˈniːn] ist ein Ortsteil[2] der Gemeinde Kloster Lehnin im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Land Brandenburg. Bis zur Eingemeindung am 1. April 2002 war Lehnin eine eigenständige Gemeinde, die vom Amt Lehnin verwaltet wurde.

Lehnin liegt etwa fünfzehn Kilometer südöstlich der Stadt Brandenburg an der Havel, 20 Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt Potsdam und 20 Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Bad Belzig in der Landschaft Zauche. Nachbarorte sind die ebenfalls zur Gemeinde gehörenden Dörfer Michelsdorf im Westen, Nahmitz im Nordwesten, Damsdorf im Norden, Emstal im Südosten und Rädel im Süden. Lehnin liegt am kanalartig ausgebauten Fluss Emster, der nach Norden der Havel zufließt. Weiterhin liegt das Dorf am Klostersee, der von der Emster durchflossen wird. Im Dorf kreuzen sich die Landesstraßen 88, die von der Bundesstraße 102 bei Brandenburg im Nordwesten zur Bundesstraße 246 in Beelitz im Südosten, und die Landesstraße 86, die von der Bundesstraße 1 in Groß Kreutz im Norden zur Bundesstraße 102 in Golzow im Südwesten führt.

Der Ort ist auf historischen Karten wie der Karte der Zauche von Erhardt (1777) sowie dem Urmesstischblatt Lehnin (1839) als kleiner Flecken mit mehreren Straßen und dem zum Kloster gehörenden Hof verzeichnet. Die Dorfstätte Lehnin lieferte im Jahr 1602 insgesamt 82 Fuder Heu und wurde 1662 im Rahmen administrativer Neuordnungen zur Heidereiterei verlegt. Rund 2 km südsüdöstlich des Klosters befindet sich auf der Nordspitze einer Halbinsel im Klostersee ein 3–4 m hoher, rundlicher Hügel von 40–50 m Durchmesser, auf dem Scherbenfunde auf frühere Besiedlung hindeuten. Etwa 1 km nördlich des Ortes liegen die sogenannten Schwedenschanzen, ein heute noch rund 1,5 m hoher Wall mit beidseitigen Gräben und einer Gesamtbreite von 12–15 m, der als Befestigungsanlage gedeutet wird. Die historischen Strukturen gingen später im Forst Lehnin im Bereich der Waldforstmeisterei Kolpin auf.[3]

Geschichte und Etymologie

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Das Dorf Lehnin wurde erstmals im Jahr 1193 als cenobium Lenin urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von dem slawischen Personennamen Len ab, welcher Faulpelz bedeutet. Einer Sage nach beruht der Name auf der slawischen Bezeichnung für Hirschkuh, diese ist durch eine volksetymologische Namenserklärung entstanden.[4] Weitere Nennungen waren von dem Closter vnd Gothuse ze Leny im Jahr 1352 und Lenyn, Leynyn im Landbuch Karls IV.

12. bis 16. Jahrhundert

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Bereits 1180, einige Jahre vor der ersten Erwähnung Lehnins, wurde auf Weisung des Markgrafen Otto I. von Brandenburg das Kloster Lehnin gegründet. Dieses gehörte zum Orden der Zisterzienser. Bis etwa zum Jahr 1260 wurde der Klosterbau fertiggestellt. Die Gründung Lehnins in seiner heutigen Form vollzog sich im Jahr 1415 aus einem durch die Mönche des Klosters Lehnin gegründeten Markt. 1542 wurde unter Kurfürst Joachim II. das Kloster mit all seinem Besitz in der näheren und weiteren Umgebung im Zuge der Reformation säkularisiert und eingezogen. In Lehnin gab es im Jahr 1546 einen Krug „vor dem Kloster bei der Mühle samt 1 Worte“, sowie einen Kohlgarten, drei Stücken Land und der Wische bei der Mittelmühle.[5]

17. Jahrhundert

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Für das Jahr 1602 sind ein Krug vor dem Amt sowie eine Wassermühle nachgewiesen. Im Zuge der wirtschaftlichen Erweiterung entstand 1662 zusätzlich eine Schneidemühle, die zwischen dem Mühlen- und dem Herrenteich erbaut wurde. Nach einem Bericht von 1687 hatten die Beamten „vor dem Amte“ bereits seit etwa 20 Jahren die sogenannten Neuhäusler angesiedelt. Ihnen wurden schrittweise kleine Stellen zugewiesen; Ackerflächen besaßen sie nicht, verfügten jedoch über kleinere Küchengärten an ihren Häusereihen. Die Siedlung umfasste 13 Einwohner, darunter ein ehemaliger Amtsgärtner, ein Bäcker, ein Böttcher, ein Branntweinbrenner, ein Leineweber (zum Reiherwärter bestellt), ein Rademacher, ein Schneider, ein Schuster, drei Tagelöhner, ein Teichgräber und ein Weinmeister.[5] Im 17. Jahrhundert ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm das bereits verfallene Konversengebäude zu einem Jagdschloss ausbauen.[6]

18. Jahrhundert

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Für das Jahr 1729 sind insgesamt 23 bzw. 10 Einwohner bezeugt; der Krüger wird dabei einschließlich Kaltenhausen geführt. Im Ort fanden 15 Brauvorgänge statt, bei denen 390 Tonnen Bier hergestellt wurden. Dafür wurden 26 Wispel und 16 Scheffel Gerstenmalz verbraucht. Zwischen 1733 und 1736 wurden im Amtsbereich Ziegeleien errichtet, die zur Versorgung der umliegenden Bauprojekte dienten. Im Jahr 1745 wird der Ort als Flecken und königliches Amt beschrieben. Erwähnt werden eine Wassermühle mit drei Gängen, eine Schäferei sowie ein Unterförster, der nach Rädel gehörte. Die Einwohner waren zu dieser Zeit in Alt‑ und Neuhäusler eingeteilt. Eine detaillierte Einwohnerliste aus 1746 nennt 40 Personen einschließlich Kaltenhausen, darunter vier Ackerleute, zwei Bäcker, zwei Böttcher, ein Dragoner, ein Heideläufer, ein Heidereiter, ein Krüger, ein reformierter Küster, vier Leineweber, ein Schmied, vier Schneider, ein Stellmacher, fünf Tagelöhner, zwei Tischler, ein Töpfer, zwei Witwen, ein Zimmermann sowie sechs Personen ohne Berufsangabe. In der Amtsbrauerei wurden jährlich 26 Brauen mit jeweils 1½ Wispel Gerstenmalz durchgeführt (zusammen 39 Wispel), was einer Produktion von 624 Tonnen Bier entsprach. Die Branntweinbrennerei verbrauchte 8 Wispel, 15 Scheffel und 8 Metzen Getreide und erzielte eine Jahresmenge von 2697½ Quart Branntwein.[5] Für das Jahr 1750 waren 104 Feuerstellen verzeichnet, etwa 1800 waren es 152 Feuerstellen. 1733 verlor Lehnin das Marktrecht an die Stadt Werder (Havel) und erlangte es 1805 wieder zurück. Im Jahr 1753 wurden im Ort neun Kolonisten im Rahmen der damaligen staatlichen Siedlungs‑ und Wirtschaftsprogramme angesetzt. Für 1772 sind ein Prediger, sieben Bauern, 23 Kossäten, ein Müller und ein Schmied verzeichnet, was auf eine konsolidierte agrarisch‑handwerkliche Struktur hinweist.[5] Im Jahr 1786 umfasste der Forst Lehnin mehrere Forstreviere: Klosterheide (4239 Morgen 48 Quadratruten), Reiherheide (820 Morgen 86 Quadratruten), Mittelheide (994 Morgen 79 Quadratruten), Grüneheide (11 350 Morgen) sowie der Damelangsche Elsbusch (999 Morgen 81 Quadratruten). Zusammen ergab dies eine Gesamtfläche von 18 403 Morgen 114 Quadratruten. Die Forstflächen wurden in diesem Jahr von 1201 Stück Rindvieh, 347 Pferden und 5413 Schafen beweidet. Zudem bestanden drei Teeröfen, jeweils einer bei Damelang, Lehnin und Rädel, die der Pech und Teergewinnung dienten.[7] Der Ort erscheint 1775 als Flecken ohne Stadtrechte mit einer Wasser- und einer Schneidemühle.[3]

19. Jahrhundert

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Im Jahr 1801 wurden für den Ort 152 Feuerstellen einschließlich Kaltenhausen genannt. Vorhanden waren das amtliche Vorwerk, zwei Ziegeleien und ein Teerofen. Unter Nahrung und Gewerbe wurden aufgeführt: sechs Altansitzer, zwei Bäcker, vier Böttcher, 25 Büdner und Kossäten, acht Büdnerwitwen, ein Drechsler, 67 Einlieger, ein Feldscher, ein Fischer, ein Gärtner, ein Kreisgärtner, ein Hirte, zwei Witwen mit Kossätenhöfen, neun Halbkossäten, ein Leineweber, ein Maurer, ein Müller, zwei Rademacher, ein Schäfer, 38 Schiffer, ein Schlosser, zwei Schmiede, sechs Schneider, ein Teerbrenner, drei Tischler, zwei Töpfer, ein Ziegelstreicher und zwei Zimmerleute. Unter den Beamten und Offizianten wurden genannt: drei königliche Bediente, ein Domänenbeamter, zwei Küster bzw. Schullehrer, ein königlicher Unterförster für das Rädeler Revier, ein Prediger sowie fünf Verwalter und Unterpächter. Insgesamt gehörten 36¾ Hufen – abgesehen von einigen Beiländereien, Wiesen und Gärten – zum Amtsvorwerk. Im Jahr 1837 bestand der Ort als Flecken und königliches Amt mit dem Dorf Kaltenhausen und der Lehniner Ziegelei; es wurden 156 Wohnhäuser gezählt.[7] 1838 erhielt der Flecken Lehnin ein Gemeindestatut.[3] Für 1858 wird eine differenzierte Gliederung angegeben: der Flecken mit drei Abbauten (Petris, Schulze, Behrens Ziegelei); sechs öffentliche Gebäude, 174 Wohn- sowie 188 Wirtschaftsgebäude, darunter Brauerei, Wasser‑, Getreide‑ und Sägemühle, Ölmühle, zwei weitere Getreidemühlen sowie mehrere Ziegeleien. Das Rittergut/Kloster bestand mit vier Abbauten (Alte Amtsziegelei, Neue Amtsziegelei, Wohnhaus Mühlenberg und Ziegelei am Klostersee); zehn Wohn- und 15 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Brennerei und zwei Ziegeleien. Daneben gab es die Oberförsterei mit einem Wohn- und fünf Wirtschaftsgebäuden, darunter einer Kiensamendarre sowie der Schutzbezirk und Forsthaus mit einem Wohn- und drei Wirtschaftsgebäuden.[7] 1885 wurde Lehnin mit dem Wohnplatz Kaltenhausen geführt. 1891 wurde Lehnin als Marktflecken bezeichnet, mit Rittergut, Fabrik, Försterei, Oberförsterei, Ziegelei, Wassermühle und Schiffbauereien; hinzu kam 1891 der Wohnplatz Villa Heese. 1895 gehörten die Wohnplätze Kaltenhausen und die Ziegelei(en) dazu, 1905 außerdem der Wohnplatz Am Klostersee.[3]

Von 1542 bis 1872 bestand um Lehnin das brandenburgische Amt Lehnin, zunächst lange als fiskalische Domäne, und in Nachfolge des Klosterbesitzes. Ab 1828 entwickelte sich daraus ein zunächst zweigeteiltes Gutsareal, in Besitz der Familie von Loebell und des Weiteren des Legationssekretärs Uebel.[8] Robert Karl Hermann von Loebell (1815–1905) besaß sein Gut nur einige Jahre. Ende des 19. Jahrhunderts gehörten zum nun vereinheitlichten Gut Lehnin 438 ha, mit Nebenbesitz in Dahmsdorf und Tornow. Neuer Eigentümer war der Kommerzienrat Cohn. Zum Gut Lehnin gehörte eine Ziegelei mit Ringofen. M. J. Cohn hatte aber alles verpachtet, Lehnin direkt an Ober-Amtmann Köber.[9] Später wurde das Rittergut samt Ziegelei versteigert.[10]

Die Gemeinde Lehnin lag seit jeher im Königreich Preußen und gehörte dort ab spätestens 1817 zum Landkreis Zauch-Belzig im Regierungsbezirk Potsdam. 1899 bekam Lehnin mit der Stichstrecke Groß Kreutz–Lehnin einen Anschluss an das Eisenbahnnetz.

20. Jahrhundert

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Im Jahr 1900 wurden für den Ort folgende Gebäudebestände verzeichnet: im Flecken 371 Häuser, im Kloster 40 Häuser und in der Oberförsterei 8 Häuser.[7] 1912 wurde der Gutsbezirk Lehnin in die Gemeinde eingegliedert. 1925 wurde Lehnin weiterhin als Marktflecken bezeichnet; 1929 Teile des Gutsbezirks Lehnin Forst eingemeindet. Im Jahr 1931 bestand die Landgemeinde mit den Wohnplätzen Am Klostersee, Amtsziegelei, Kaltenhausen, Kleinbahnhof Lehnin, Oberförstereigehöft Lehnin, Ziegelei(en), Forsthaus Lehnin und Forsthaus Mittelheide.[3] Lehnin bestand insgesamt aus 536 Wohnhäusern mit 762 Haushaltungen.[7] Vor 1930 gehörte das kleinere Restgut Lehnin mit 102 ha der Dampfziegelei GmbH, Inhaber waren M. Albrecht und Th. Borchmann. Kleine landwirtschaftliche Besitzungen betrieben die Familien Jacob, Thiele sowie Tietz. Die Oberförsterei Lehnin mit 6177 ha, im Eigentum des Fiskus, wurde durch die Oberförsterei Kunersdorf bei Michendorf verwaltet.[11] Die Land‑ und forstwirtschaftlichen Betriebe 1939 gliederten sich wie folgt: zwei Betriebe mit über 100 ha, drei Betriebe mit 20–100 ha, neun Betriebe mit 10–20 ha, 13 Betriebe mit 5–10 ha sowie 125 Kleinbetriebe mit 0,5–5 ha.[7]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Lehnin im Zuge der Konferenz von Jalta Teil der Sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 der DDR. Bei der Kreisreform am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde dem Kreis Brandenburg-Land im Bezirk Potsdam zugeordnet. Im Zuge der Bodenreform 1946 wurden 127 ha enteignet und neu verteilt: 1,6 ha an drei Landarbeiter, 9 ha an einen Neusiedler, 47,6 ha an 13 Bauern, 39,18 ha an 51 nichtlandwirtschaftliche Arbeiter, Angestellte und Handwerker, 7,1 ha an die Gemeinde Lehnin, 16,3 ha an die Gemeinde Emstal sowie 10 ha an die Gemeinde Trechwitz. Die erste LPG wurde 1953 gegründet, jedoch noch im selben Jahr wieder aufgelöst; zudem entstand eine GPG. 1958 folgte die Gründung einer zweiten LPG (Typ I). 1960 bestand eine LPG Typ I mit 33 Mitgliedern und 145 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche; sie wurde nach 1964 der LPG Typ III Rädel angeschlossen. Die bestehende GPG wurde 1961 aufgelöst. Für 1973 wurden folgende Betriebe und Einrichtungen genannt: der VEB Käserei, ein Betriebsteil des VEB Brandenburger Kinderbekleidungswerks, das VEB Holzindustrie Potsdam‑Mitte, Werk Lehnin, die PGH Elektroinstallation, die PGH Keramik und Ofensetzer, die PGH Malerhandwerk, die VdgB (BHG), eine GPG sowie der Staatliche Forstwirtschaftsbetrieb mit den Revierförstereien Großheide, Klosterheide und Tornow.

Nach der Wende lag die Gemeinde Lehnin im Landkreis Brandenburg in Brandenburg und wurde am 3. Juli 1992 Teil des Amtes Lehnin. Bei der Kreisreform im Dezember 1993 wurde Lehnin dem neu gebildeten Landkreis Potsdam-Mittelmark zugeordnet. Am 1. April 2002 wurde das Amt Lehnin aufgelöst und die Gemeinde Lehnin zusammen mit 13 weiteren Gemeinden in die neu gebildete Gemeinde Kloster Lehnin eingegliedert.[12]

Sehenswürdigkeiten

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Bedeutendstes Baudenkmal ist die alte Klosteranlage. Weiterhin steht beispielsweise die alte Poststation, das Hotel zur Post, die Klostermühle und die Diesterwegschule unter Denkmalschutz. Die umfassende Liste der Baudenkmale findet sich unter der Liste der Baudenkmale in Kloster Lehnin.[13]

Rund um das Dorf Lehnin wurden verschiedene Schutzgebiete ausgewiesen. So liegt südlich das Naturschutzgebiet Lehniner Mittelheide und Quellgebiet der Emster. Dieses ist ebenfalls als FFH-Gebiet unter Schutz gestellt. Ein weiteres FFH-Gebiet ist das Gebiet Kolpinsee und Mückenfenn nördlich Lehnins. Die Flächen im Norden, Osten und Süden des Ortes befinden sich im Landschaftsschutzgebiet Lehniner Wald- und Seengebiet. Nördlich wurden zwei Geschützte Landschaftsbestandteile ausgewiesen. Dies sind die Klosterwiesen Lehnin und die Knüppeldämme Lehnin. Weiterhin gibt eine Vielzahl an geschützter Biotope und mehrere Naturdenkmale.[14]

Wirtschaft und Infrastruktur

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Nach der Stilllegung der Bahnstrecke Groß Kreutz–Lehnin ist heute der Bahnhof in Groß Kreutz an der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg der nächstgelegene. Lehnin wird mindestens stündlich mit Bussen von und nach Brandenburg und Potsdam angefahren.

Das Radwegenetz nach und um Lehnin ist noch stark lückenhaft und nicht durchgängig ausgebaut. Die ausgeschilderte Route von Lehnin nach Bliesendorf und weiter nach Potsdam über den alten Postkutschenweg führt sechs Kilometer über einen sandigen Waldweg. Auch bei den Routen nach Brandenburg, Beelitz und Groß Kreutz müssen Radfahrer immer wieder auf von Kraftfahrzeugen stark befahrenen Straßen fahren.

Die Autobahnausfahrt Lehnin ist etwa zwei Kilometer vom Ort entfernt.

Der aus dem 19. Jahrhundert stammende Emster Kanal verbindet Lehnin mit dem Lehniner Klostersee.

Persönlichkeiten

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  • Heilgard Asmus (* 1958) ist eine Theologin und Generalsuperintendentin für den Sprengel Potsdam der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Sie wurde in Lehnin geboren.
  • Christoph Demke (1935–2021) war ein evangelischer Theologe, 1983 bis 1997 Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen. Er starb in Lehnin.
  • Henriette Paula Häberlin (1882–1968) war eine deutsch-schweizerische Malerin, die als Henriette Paula Baruch in Lehnin geboren worden ist.
  • Waltraud Kretzschmar (1948–2018) war eine Handballspielerin und wurde in Lehnin geboren.
  • Friedrich Wilhelm Kritzinger (1816–1890) war evangelischer Theologe und Pädagoge und schrieb das Weihnachtslied Süßer die Glocken nie klingen. Er wurde in Lehnin geboren.
  • Vollrad Kuhn (* 1956) ist ein Berliner Stadtrat und Ingenieur und wurde in Lehnin geboren.
  • Siegfried Lietzmann (* 1951) ist ein ehemaliger Landtagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender und Unternehmer. Er wurde in Lehnin geboren.
  • Friedrich Wilhelm von Loebell (1855–1931) war Reichstagsabgeordneter, Oberpräsident der Provinz Brandenburg und Rittergutbesitzer. Er wurde in Lehnin geboren.
  • Thilo Götze Regenbogen (1949–2015) war ein Künstler, Kunsthistoriker, Kulturwissenschaftler und Autor.
  • Beate Schmidt (Wolfgang Schmidt; * 1966) ist eine in Lehnin geborene und als „Rosa Riese“ bekanntgewordene Serienmörderin.
  • Maria Seidemann (1944–2010) war eine Schriftstellerin, lebte und starb in Lehnin.
  • Dagmar Seume (* 1964) ist eine Filmregisseurin und wurde in Lehnin geboren.
  • Hermann von Stein (1854–1927) war preußischer General und Kriegsminister und starb in Lehnin.
  • Karl Weber (1885–1945) war für die NSDAP Mitglied des Preußischen Landtages und Landrat in Verden. Er wurde in Lehnin geboren.
Commons: Lehnin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Gemeinde Kloster Lehnin: Kloster Lehnin – Lehnin. Abgerufen am 6. Januar 2026.
  2. Erwähnung als Ortsteil der Gemeinde Kloster Lehnin im Kommunalverzeichnis Brandenburg, abgerufen am 19. April 2026
  3. 1 2 3 4 5 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 219)
  4. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Alter – Herkunft – Bedeutung. be.bra Wissenschaft, Berlin 2005, S. 102. ISBN 3-937233-17-2.
  5. 1 2 3 4 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 220)
  6. Kloster Lehnin. Stand 18. Juni 2014.
  7. 1 2 3 4 5 6 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 221)
  8. Handmatrikel der in sämmtlichen Kreisen des Preussischen Staates auf Kreis-und Landtagen vertretenen Rittergüter 1857, Hrsg. Karl Friedrich Rauer, Selbstverlag, Berlin 1857, S. 81.
  9. P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 230–231, doi:10.18452/377 (hu-berlin.de).
  10. Der Bär. Illustrierte Berliner Wochenschrift. Eine Chronik fuers Haus, VI. Jahrgang, Nr. 16, Hrsg. Ernst Friedel, Emil Dominik (auch Redaktion), Druck Moeser Hofbuchdruckerei, Verlag Gebrüder Paetel, Berlin, 17. April 1880, S. 199.
  11. Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. 1929. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts, Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. in: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, Band VII, 4. Auflage, Band Regierungsbezirk Potsdam. Kreis Zauch-Belzig, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Verlag von Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 175.
  12. Lehnin im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 29. Oktober 2025.
  13. Denkmalliste des Landes Brandenburg: Landkreis Potsdam-Mittelmark (PDF). Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum
  14. Karte Schutzgebiete Kreis Potsdam-Mittelmark, Teilbereich Nordwest. (Memento vom 7. August 2011 im Internet Archive) (PDF) abgerufen am 16. Oktober 2013.