Horn (Hunsrück)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Horn
Horn (Hunsrück)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Horn hervorgehoben
Koordinaten: 50° 3′ N, 7° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Simmern/Hunsrück
Höhe: 440 m ü. NHN
Fläche: 6,86 km2
Einwohner: 332 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55469
Vorwahl: 06766
Kfz-Kennzeichen: SIM, GOA
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 058
Adresse der Verbandsverwaltung: Brühlstraße 2
55469 Simmern/Hunsrück
Webpräsenz: www.horn-hunsrueck.de
Ortsbürgermeister: Volker Härter
Lage der Ortsgemeinde Horn im Rhein-Hunsrück-Kreis
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Über dieses Bild
Horn aus westlicher Richtung

Horn ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Simmern/Hunsrück an.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Horn liegt abseits größerer Straßen mitten im Hunsrück nördlich von Simmern, das über die Kreisstraße 39 und die Landesstraße 218 erreicht wird. In die Gegenrichtung führt die L 218 nach Kastellaun und zur Hunsrückhöhenstraße, der Bundesstraße 327.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Horn wird im 12. Jahrhundert im Zusammenhang mit einem gleichnamigen Adelsgeschlecht in einer Schenkung an das Augustinerchorherrenstift Ravengiersburg durch Gertrud von Honrein genannt. Die Urkunde von 1135[2] und deren Bestätigung durch Kaiser Friedrich Barbarossa im Jahre 1166[3] werden in der Literatur als Fälschungen des Archivars Georg Friedrich Schott angesehen,[4] jedoch findet sich im Lagerbuch des Klosters aus dem Jahre 1600 ein Regest dieser Urkunde,[5] sodass davon ausgegangen werden kann, dass sie tatsächlich existierte.

In der Nähe von Horn befinden sich Reste einer mittelalterlichen Turmhügelburg (Motte), der sogenannten Horner Burg. Dabei könnte es sich um den Sitz dieses Geschlechtes handeln. 1567 verkauft Johann von Koppenstein die Reste der Burg an Meinhard von Schönberg, der auch um Riegenroth Besitz hatte.[6] Im 17. Jahrhundert wird die Koppensteinische alte verfallene Burg genannt.[7] Der Distrikt hieß noch im 19. Jahrhundert Horner Burgfrieden.[8]

Horn gehörte im 12. Jahrhundert zusammen mit Laubach und Bubach zum unmittelbaren Reichsgut. Im 13. Jahrhundert war der Ort mit Wällen und Gräben umgeben und wurde daher auch als Veste bezeichnet.[9] Horn (Hohenrein) wird 1302 an die Grafen von Sponheim verpfändet und gelangt danach an die Pfalzgrafen.[10] 1367 erhält Horn eingeschränkte Stadtrechte verliehen. 1410 kommt der Ort zum neu entstandenen Fürstentum Simmern und ab 1673 wieder zu Kurpfalz.

Mit der Besetzung des Linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wird der Ort französisch, 1815 wird er auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet.

Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

W. O. von Horn-Museum

Für den großen Sohn des Ortes gibt es seit Mai 2013 in der Hauptstraße 11 ein von privater Seite betriebenes W. O. von Horn-Museum, das zudem über historische örtliche Kulturgüter und die frühere Glanrind-Zucht im Hunsrück informieren will.[11] Die Straße mit dem unter Denkmalschutz stehenden Geburts-Pfarrhaus und Kirche wurde nach Wilhelm Örtel benannt.

W.O.von Horn-Museum
Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Horn, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[12]

Jahr Einwohner
1815 300
1835 430
1871 393
1905 329
1939 318
Jahr Einwohner
1950 340
1961 318
1970 286
1987 277
2005 360

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Horn besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[13]

Mundart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hunsrückisch heißt der Ort Hoore. Und die Kinder in der Umgebung wurden gefoppt mit der Frage: „Soll eich der die Hoorener Kii (Kühe) weise (zeigen)?“, um dann das Kind mit beiden Händen über die Ohren am Kopf zu fassen und so in die Höhe zu heben.[14] Meist haben die Kinder dann schnell die Kühe gesehen. Die Horner Kühe weideten auf den Hängen rund um den Ort. Man konnte sie also gut sehen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Achim R. Baumgarten: Horner Chronik. Ein Dorf im Wandel der Zeiten. Horn 1997.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Horn (Hunsrück) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. H. Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden Mittelrheinischen Territorien. Band 1: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1169. Koblenz 1874, S. 535 f. Reg. 480 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  3. H. Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden Mittelrheinischen Territorien. Band 1: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1169. Koblenz 1874, S. 703 f. Reg. 646 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  4. Monumenta Germaniae Historica. Friedrich I.: 1181-1190, Anhang II, S. 511 No. 20) (Link).
  5. Best 4, Nr. 2417, fol. 42 im Landeshauptarchiv Koblenz
  6. W. A. Günther: Codex diplomaticus Rheno-Mosellanus. Band 5: Urkunden des XVI. XVII. und XVIII. Jahrhunderts. Koblenz 1826, S. 69 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  7. W. Wagner: Das Zisterzienserinnenkloster Kumbd. Aloys Henn Verlag, Ratingen 1977, ISBN 3-450-34034-X (formal falsch), S. 117 f.
  8. Best. 261 Sachakte 114 im Landeshauptarchiv Koblenz (Link)
  9. J. G. Widder: Versuch einer vollständigen geographisch-historischen Beschreibung der kurfürstl. Pfalz am Rheine. Band III. Frankfurt/ Leipzig 1787, S. 486 f. (Volltext in der Google-Buchsuche).
  10. Best. BayHStA, Grafschaft Sponheim Urkunden 105 im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München
  11. Ortswebseite (Archiv) über das Museum (Eingesehen Dezember 2013)
  12. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  13. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  14. Georg Walter Diener: Hunsrücker Wörterbuch. M. Sändig, Niederwalluf 1971, S. 115.