Leinatal

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Wappen Deutschlandkarte
Leinatal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Leinatal hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 54′ N, 10° 38′ O keine Zahl: Ungültiger Metadaten-Schlüssel 16067083Koordinaten: 50° 54′ N, 10° 38′ O
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Gotha
Höhe: 360 m ü. NHN
Fläche: 36,01 km2
Einwohner: Ungültiger Metadaten−Schlüssel 16067083 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: Fehler im Ausdruck: Unerkanntes Wort „span“ Einwohner je km2
Postleitzahl: 99894
Vorwahlen: 03622; 036253; 03623
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschlüssel: 16 0 67 083
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ortsstr. 10
99894 Leinatal
Website: www.gemeinde-leinatal.de
Bürgermeister: Uwe Oßwald
Lage der Gemeinde Leinatal im Landkreis Gotha
KarteBienstädtDachwigDöllstädtDrei GleichenEmlebenWaltershausenEschenbergenFriedrichrodaFriemarGeorgenthalGierstädtGothaGroßfahnerHörsel (Gemeinde)LuisenthalMolschlebenNesse-ApfelstädtNessetalNottlebenOhrdrufPferdingslebenSchwabhausenSonnebornBad TabarzTambach-DietharzTonnaTröchtelbornTüttlebenWaltershausenZimmernsupraThüringenErfurtIlm-KreisLandkreis Schmalkalden-MeiningenWartburgkreisEisenachUnstrut-Hainich-KreisLandkreis Sömmerda
Karte

Leinatal ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Gotha, gelegen am Nordrand des Thüringer Waldes. Sie hat 3886 Einwohner (Stand 2006) auf einer Fläche von 35,95 km².

Geschichte und einzelne Orte

Gegründet wurde die Gemeinde am 1. Januar 1996 durch Zusammenlegung der Orte Altenbergen, Catterfeld, Engelsbach, Gospiteroda, Leina, Schönau vor dem Walde und Wipperoda, die bis dahin eigenständige Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft Leinatal darstellten. Am 1. Januar 2006 wurde eine umfassende Reform der Postleitzahlen und Straßennamen durchgeführt, so dass nun die gesamte Gemeinde eine einheitliche Postleitzahl hat und jeder Straßenname nur noch einmal im Gemeindegebiet auftaucht.

Catterfeld mit Altenbergen

Kirche in Altenbergen

Catterfeld wurde 1195 als Chatervelt erstmals urkundlich erwähnt und war eine frühe Rodungssiedlung der Landgrafen von Thüringen. Die Kirche im historisch Catterfeld zugehörigen Altenbergen wird in bis ins 8. Jahrhundert zurückreichenden Überlieferungen erwähnt und gilt als eine der ältesten in Thüringen. Der Türsturz eines Seiteneingangs trägt die Jahreszahl 1710. 1812 wurde dort ein Denkmal für den Missionar und Bischof Bonifatius errichtet.

Auf dem Georgsberg soll die Stammburg der Grafen von Käfernburg-Schwarzburg gestanden haben. Vorfahr war wohl der Adlige Asulf, der 722 vom Papst wegen seines christlichen Glaubens gelobt wurde. Die Stelle wird Asolveroth genannt. Um 1140 verlegten die Adligen den Sitz auf die Käfernburg bei Arnstadt und nannten sich nach dem neuen Sitz. Die Anlage auf dem Georgsberg wurde ein Kloster, das später nach Georgenthal umsiedelte. [2]

Ab der Rodungszeit war Forstarbeit die wichtigste Erwerbsquelle der Bevölkerung, später auch Heimarbeit in der Spielzeugherstellung und ab der Industrialisierung die Arbeit in den Fabriken der umliegenden Orte.

Ein bekannter Einwohner Altenbergens war Nicolaus Brückner (1756–1808). Brückner war Holzfäller der herzoglichen Forstverwaltung und ab 1780 mit Martha Catharina Ortlepp aus dem gleichen Ort verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos. In Anbetracht des zunehmenden Verfalls der Johanniskirche auf dem Georgsberg, deren Bau auf Bonifatius zurückgeht, vermachte er in seinem Testament der Gemeinde 20 Gulden mit dem Wunsch, man möge einen Gedenkstein zur Erinnerung an die Johanniskirche an ihrem ehemaligen Standort aufstellen. Er gilt somit als Begründer des „Candelaber“-Baus, eines touristischen Ziels zwischen Catterfeld und dem Campingplatz Paulfeld an der Stelle der früheren Johanniskirche.[3]

Campingplatz Paulfeld

Blick über einen der beiden Campingplatz-eigenen Badeseen

Unweit von Altenbergen, zu erreichen nach 3 km ab der Kreuzung der B88 mit Hauptstraße - hier ist die Wasserscheide Weser-Elbe - findet man den Campingplatz Paulfeld. Dier ersten Camper zelteten hier 1967 auf dem „Feld von Paul“. Der Platz verfügt heute auf 70.000 m² über 280 Stellplätze für Zelte, Wohnmobile oder Wohnwagengespanne mit jeweils ca. 60-100 m². Der Platz wird von einer kommunalen GmbH betrieben. Dem Besucher werden neben den notwendigen Einrichtungen eine gemütliche Gaststätte sowie zwei Badeseen angeboten.[4] (Lage→Koordinaten: 50° 49′ 30″ N, 10° 36′ 28″ O

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Engelsbach

Engelsbach geht auf das 1306 erwähnte Klostergut Egenholdesbach zurück. Bei der Mündung des gleichnamigen Baches in die Leina zweigte man 1366 den Leinakanal zur Wasserversorgung für Gotha ab, weswegen der Gothaer Rat einst zur Reinhaltung von einer der beiden Quellen bei Engelsbach verpflichtet war. Der Ort war überwiegend von Forstarbeitern bewohnt, ein Teil der Einwohnerschaft fand auch durch den Abbau von Sandstein sein Auskommen. 1769 gab es 33 Häuser, von denen in jenem Jahr 25 durch einen Brand vernichtet wurden. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1950er Jahre war Engelsbach ein Zentrum der Lohnwäscherei in Thüringen.

Gospiteroda

Siehe Hauptartikel → Gospiteroda

Leina

Zu Beginn des 9. Jahrhundert wird Leina in einem Verzeichnis der Güter des vom Erzbischof Lullus († 786) von Mainz erbauten Klosters Hersfeld als Linaha erwähnt. Die Siedlungsentwicklung wurde durch den Verlauf der Leina und des Altenwassers geprägt.

Der Ort liegt am Zusammenfluss dieser Gewässer, an deren Ufer er sich entlang erstreckt. Im Norden grenzt das 308 m ü. NN liegende Leina an Sundhausen/Gotha, im Osten an Boilstädt, im Südosten an Gospiteroda, im Südwesten an Cumbach, im Westen an Wahlwinkel und im Norden an Hörselgau. Der Ort ist von sanften Geländeerhebungen umschlossen.

Im Pfarrhaus von Leina wurde 1789 der Fabeldichter Wilhelm Hey geboren.

Anfang April 1945 führte der Vorstoß der US-amerikanischen Kampfverbände in Richtung Ohrdruf zu heftigen Kämpfen im Raum Leina. Die dortige Autobahnbrücke wurde gesprengt, es kam zu starkem Artilleriebeschuss und Panzergefechten.

Über die Thüringer Waldbahn, die Straße Gotha–Waltershausen und die Anbindung an die Autobahn A4 ist der Ort verkehrstechnisch gut erschlossen.

Nach 1990 wurde das Wohnbaugebiet „Hinter den kurzen Höfen“ neu errichtet.

Siehe auch: → Leina (eigener Artikel)

Schönau vor dem Walde

Schönau vor dem Walde wurde 1143 als Sconowe erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort kam 1331/35 in den Besitz des Klosters Georgenthal. Der historische bedeutendste Erwerbszweig war die Korbmacherei, später auch die Spielzeugherstellung.

Wipperoda

Dorfkirche St. Wigbert in Wipperoda

Lage

Die nächstliegenden Ortschaften sind Gospiteroda im Norden, Wanningsroda im Nordosten, Petriroda im Osten, Leinatal im Süden und Cumcah im Westen. Die durch den Ort führende Landesstraße L 2147 verbindet Wipperoda mit Leinatal und der L 1026 zwischen Gospiteroda und Wanningsroda.

Geschichte

Es ist bislang unbekannt, wann Wipperoda gegründet wurde. Wahrscheinlich ist Wipperoda wie die umliegenden Rodungsdörfer etwa im 7. bis 9. Jahrhundert entstanden. Der Name könnte von einem der ersten Bewohner namens Wigbert oder Wippertus kommen, der ein Stück Wald gerodet hat, um hier zu siedeln. Vor dem Bauernkrieg war Wipperoda nach Altenbergen eingepfarrt, danach wurde es Filiale von Schönau vor dem Walde. Weil zwar 1699 ein Brauhaus gebaut wurde, aber keine Schänke, musste immer ein Nachbar nach dem anderen brauen. Ein neues Schulhaus erhielt die Ortschaft 1748. 1779 gab es 40 Wohngebäude und 162 Einwohner, darunter 26 Schulkinder. Die Einwohner betrieben ausschließlich Ackerbau und Viehzucht.

Es gab zwei Gasthäuser und seit 1883 einen Männergesangsverein. Am 1. April 1974 wurde Wipperoda durch Eingemeindung Ortsteil von Schönau v.d.W. Seitdem wurde eine gemeindeeigene Gaststätte gebaut, Parkplätze angelegt, Grünanlagen geschaffen, Straßen instandgesetzt und die Wohn- und Lebensbedingungen stetig verbessert. 1990 erhielt der Ort erstmalig eine Trinkwasserleitung und wurde an das zentrale Versorgungsnetz der Talsperre angeschlossen. Straßen wurden ausgebaut. Seit dem 1. Januar 1996 ist Wipperoda Ortsteil der Gemeinde Leinatal und mit 144 Einwohnern der kleinste Ortsteil in der Einheitsgemeinde.

Kirche

Über den Bau der Kirche liegen keine Unterlagen vor. Die erste Kirche in Wipperoda soll bereits im 12. Jahrhundert erbaut worden sein, Teile dieses Baus blieben in dem heutigen Gemäuer erhalten (Portal in der Langhausseite). Die heutige Kirche wurde im 16. Jahrhundert neu errichtet und hat eine Grundfläche von etwa 9 x 6 Meter. Das Innere wurde zunächst im barocken Baustil in den 1780er Jahren erneuert, es folgten mehrfach kleinere Modernisierungen, um dem wechselnden Zeitgeschmack zu genügen. Der Turm wurde 1779 auf den alten Grundmauern des Vorgängerbaus errichtet. Er erhielt eine kleine Schweifkuppel mit aufgesetzter Laterne, Turmknopf und Wetterfahne. An der Westseite wurde ein überdachter Treppenaufgang zur offenen Empore angebaut. Die hufeisenförmige, dreiseitige Empore hat an den Längsseiten je eine, an der Giebelseite mehrere Sitzreihen. Anfang der 1990er Jahre wurden Kirchen- und Turmdach saniert und der neu bestückte Turmknopf wieder aufgesetzt. Weitere Sanierungsarbeiten an der Kirche währten bis 2003.[5]

Sehenswürdigkeiten

Lageplan des Anwesens am St.-Georgsberg[6] (Lage→Koordinaten: 50° 49′ 46,8″ N, 10° 37′ 28,6″ O {{#coordinates:}}: Es kann nicht mehr als eine primäre Auszeichnung angegeben werden.)
Die 1779 errichtete Dorfschule und Kirche von Engelsbach (Lage→)
  • Eine Infotafel an der Ausgrabungsstätte am St.-Georgsberg berichtet unter der grafischen Darstellung der Grundmauern eines Gebäudes folgendes:
Auf diesem 70 a großen Wiesenplateau entdeckten am 21.11.1962 der Lehrer Roland Scharff und der Georgenthaler Bürger Paul Lesser Mauerzüge dieses oben dargestellten Gebäudekomplexes (vgl. "Alt.-Thür.", Bd. 7, 1965).
In den Sommermonaten der Jahre 1963 und 1964 legten Schüler der AG „Junge Historiker“ mit Unterstützung der Fachleute des Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens und des Instituts für Denkmalpflege Erfurt einen 31 m langen und 150 m breiten Suchschnitt an, der teilweise 1,50 m Tiefe erreichte.
Umfangreiche Forschungen ergaben, daß auf diesem St. Georgsberg der Vorläufer des späteren Zisterzienserklosters Georgenthal stand. Nach der Originalurkunde vom 20. März des Jahres 114 hieß diese Erstgründung Asolveroth. Diese Bezeichnung verweist auf jenen Erstgenannten Asolf, der am 1. Dezember des Jahres 722 in einem Bonifatiusbrief als Erster genannt wurde und hier wohl seine Burg hatte.

  • In Engelsbach befinden sich zwei historische Steintafeln, so genannte Paradiessteine, aus dem 16. Jahrhundert. Im Ort kann das selten gewordene Handwerk der Farb- und Schmuckglasherstellung in der Schauwerkstatt Thüringer Glasperle des Meisters Wolfgang Eccarius besichtigt werden, er gestaltet auch Fachvorträge.
  • In Leina befindet sich das Aquädukt des Leinakanals über die Eisenbahnstrecke, außerdem die Kirche Sankt Nicolaus mit dem Abbild des Ritters von Boilstädt am Kirchturm und der Gedenktafel für den Pfarrer und Fabeldichter Wilhelm Hey (* 1789) am benachbarten Pfarrhaus, das das Geburtshaus des Dichters war. Weiter gibt es in Leina noch das Gemeinschaftshaus „Wilhelm Hey“.
  • Die sich auch im östlichen Teil der Gemarkung Leina befindliche Pferderennbahn Boxberg ist ein Zentrum des Pferderennsports in Thüringen und wurde bereits 1878 eröffnet.
  • In Schönau vor dem Walde sind auf dem Schlossberg die Überreste der Tannenburg erhalten, über die aber wenig bekannt ist. Ein Ritter Hermann Stranz von Döllstedt soll sie zu Beginn des Erbfolgekrieges 1247 gebaut haben. Heute sind noch Wall- und Grabenreste des großem Terrains zu sehen[7].
  • Das Wehr des Leinakanals in Schönau stammt von 1369.
  • Die Schönauer Kirche weist barocke Malereien auf.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, 2000, ISBN 3-86134-631-1, S.79.
  3. Infotafel in Altenbergen
  4. Prospekt der Betreibergesellschaft
  5. Website der Gemeinde Leinatal
  6. Ausschnitt aus der Infotafel am Ausgrabungsgelände
  7. Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, 2000, ISBN 3-86134-631-1, S.80.

Weblinks

Commons: Leinatal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien