Leuchtturm Bastorf

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Leuchtfeuer Buk
Leuchtturm Bastorf
Leuchtturm Bastorf
Ort: Bastorf
Lage: an der Mecklenburger Bucht
Geographische Lage: 54° 7′ 55″ N, 11° 41′ 37″ OKoordinaten: 54° 7′ 55″ N, 11° 41′ 37″ O
Höhe Turmbasis: 78,8 m ü. NHN
Feuerträgerhöhe: 20.8
Feuerhöhe: 95.3
Leuchtfeuer Buk (Mecklenburg-Vorpommern)
Leuchtfeuer Buk
Kennung: LFl (4) WR. 45 s
2,1+(6,9)+2,1+(6,9)+2,1+(6,9)+2,1+(15,9) s
Optik: Zwanzigseitiger Drehlinsenapparat mit 16 Scheinwerferlinsen
Betriebsart: elektrisch, 400-W-Metalldampflampe
Funktion: Orientierungs- und Warnfeuer
Bauzeit: 1876 bis 1878
Betriebszeit: Dezember 1878 bis heute
Internationale Ordnungsnummer: C 1400

Der Leuchtturm von Bastorf steht auf dem Gemeindegebiet Bastorf an der Mecklenburger Bucht der Ostsee oberhalb von Kap Bukspitze, deshalb (nautisch korrekt) auch Buk genannt. Er ist mit nur 20,8 m Höhe einer der kleinsten deutschen Leuchttürme und trägt die internationale Ordnungsnummer C 1400. Neben seiner Funktion als Orientierungsfeuer auf der westlichen Ostsee ist seine Hauptaufgabe die Warnung vor „Hannibal“, einer Sandbank in der Einfahrt zur Wismarer Bucht (Warnfeuer).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Turm steht auf dem 78,8 m ü. NHN hohen Bastorfer Signalberg, dem westlichen Markierungspunkt der Endmoräne der Kühlung. Damit trägt der 1878 erbaute Turm mit 95,3 m Feuerhöhe das höchste Leuchtfeuer eines deutschen Leuchtturms, noch vor dem Leuchtturm Dornbusch auf der Insel Hiddensee (95 m). An deutschen Küsten ist lediglich das Feuer der Anlage auf dem Maritim-Hotel Travemünde mit 114,7 Metern noch höher.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick aus Richtung Süden auf den Leuchtturm

Von den ersten Überlegungen zur Errichtung eines Leuchtturms auf der Bukspitze vergingen 50 Jahre, bevor die Reichsregierung 1876 die Notwendigkeit prüfen ließ. Bereits im selben Jahr erfolgte der Baubeginn. In nur 18 Monaten errichtete Baumeister Hansen aus Kröpelin nach Plänen von Landbaumeister Carl Luckow mit Arbeitern aus Brunshaupten das Leuchtfeuergehöft Buk. Der rote, runde, weiß gefugte Turm trug ursprünglich eine dunkle Kappe. Zur Anlage gehörten auch zwei Wohnungen für die Leuchtturmwärter. 1924/25 wurde die Petroleumdocht-Befeuerung durch elektrisches Licht ersetzt, das vom 2. Januar 1925 an leuchtete. Eine Reserve-Gasbeleuchtung sorgte bei Stromausfall automatisch für Ersatz.[1]

Bis zum Anfang der 1960er Jahre war der Turm ein beliebtes Ausflugsziel. Danach wurde er als militärisches Objekt eingestuft und konnte mehrere Jahre nicht mehr betreten werden. 1979 beendete der letzte Leuchtturmwärter seinen Dienst. Die Leuchtfeuertechnik arbeitete nun automatisch und unterstand bis zur politischen Wende dem Seehydrographischen Dienst der DDR.

Der zweigeschossige Turmbau wurde zwischen 1991 und 1999 in mehreren Bauabschnitten saniert. Dabei fanden auch Einrichtungen der Bundesmarine (Richtfunkstation) und des Sozialwerks der Bundesverkehrsverwaltung (vier Wohnungen zur Familienerholung) ihren Platz. Wie beim angeschlossenen Wärterhaus wurden überwiegend Backsteine verwendet. Die schon bei Inbetriebnahme des Feuers im Dezember 1878 vorhandene Optik ist immer noch in vollem Umfang einsatzbereit. Durch MG-Treffer eines alliierten Flugzeuges gegen Ende des Zweiten Weltkrieges erlitten sechs der 20 Glasfelder der Fresnel-Optik Beschädigungen. Von ihnen konnten zwei durch Wiederzusammensetzen der Glas-Bruchstücke repariert werden. Dadurch hatte der Turm nach dem Krieg einige Jahre die ungewöhnliche Kennung von 16 Blitzen (Blz.(16)). Dann wurden die Linsenfelder neu gruppiert und bis heute zeigt das Feuer alle 45 Sekunden vier Blinke (Blk.(4)).

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der rotierenden Optik mit 16 Scheinwerferlinsen sieht man die Lampenwechselvorrichtung für zwei Metalldampflampen.

Das Drehlinsensystem besteht aus 20 Sektoren, davon 16 Linsen mit einer Brennweite von 700 mm. Die übrigen vier Felder sind abgedeckt. Die Rotationszeit beträgt 180 Sekunden. Eine Halogenmetalldampflampe von 400 Watt mit einer Lichtstärke von rund 1,2 Mio Candela sorgt für eine 45-sekündige Blinkgruppe (2,1 Sekunden Scheinen, 6,9 Sekunden Pause, zweimal wiederholt, dann 2,1 Sekunde Scheinen und 15,9 Sekunden Pause).

Philatelistische Würdigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In philatelistischer Würdigung des Turms gab die Deutsche Post AG mit Ausgabetag 3. Juli 2014 ein Postwertzeichen im Wert von 45 Eurocent heraus. Der Entwurf dieser Marke in der seit 10 Jahren existierenden Briefmarkenserie Leuchttürme stammt, wie alle bisherigen 20 Briefmarken der Serie, vom Grafiker Professor Johannes Graf nach fotografischer Vorlage von Reinhard Scheiblich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nachrichten für Seefahrer Nr. 4393/1924: ...soll Anfang Dezember eine elektrische Glühlampe erhalten…Netzanschluss… Beim Versagen des…Stromes brennt Flüssiggasglühlicht. – W.-A. Rostock 26. November und R.V.M. 28. November 1924

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leuchtturm Bastorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien