Kröpelin

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Dieser Artikel behandelt eine Stadt im Landkreis Rostock. Zum deutschen Fußballspieler siehe Lothar Kröpelin.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kröpelin
Kröpelin
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kröpelin hervorgehoben
Koordinaten: 54° 4′ N, 11° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rostock
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 67,26 km²
Einwohner: 4709 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18236
Vorwahlen: 038292, 038294
Kfz-Kennzeichen: LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET
Gemeindeschlüssel: 13 0 72 058
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
18236 Kröpelin
Webpräsenz: www.kroepelin.de
Bürgermeister: Hubertus Wunschik (Grüne)
Lage der Stadt Kröpelin im Landkreis Rostock
Rostock Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Ludwigslust-Parchim Admannshagen-Bargeshagen Bartenshagen-Parkentin Börgerende-Rethwisch Hohenfelde (Mecklenburg) Nienhagen (Landkreis Rostock) Reddelich Retschow Steffenshagen Wittenbeck Baumgarten (Warnow) Bernitt Bützow Dreetz (Mecklenburg) Jürgenshagen Klein Belitz Penzin Rühn Steinhagen (Mecklenburg) Tarnow (Mecklenburg) Warnow (bei Bützow) Zepelin Broderstorf Klein Kussewitz Blankenhagen Poppendorf (Mecklenburg) Roggentin (bei Rostock) Broderstorf Thulendorf Altkalen Behren-Lübchin Boddin Finkenthal Gnoien Lühburg Walkendorf Behren-Lübchin Glasewitz Groß Schwiesow Gülzow-Prüzen Gutow Klein Upahl Kuhs Lohmen (Mecklenburg) Lüssow (Mecklenburg) Mistorf Mühl Rosin Plaaz Reimershagen Sarmstorf Diekhof Dolgen am See Hohen Sprenz Laage Wardow Dobbin-Linstow Hoppenrade Krakow am See Kuchelmiß Lalendorf Lalendorf Alt Sührkow Dahmen Dalkendorf Groß Roge Groß Wokern Groß Wüstenfelde Hohen Demzin Jördenstorf Lelkendorf Prebberede Schorssow Schwasdorf Sukow-Levitzow Thürkow Warnkenhagen Alt Bukow Am Salzhaff Bastorf Bastorf Biendorf (Mecklenburg) Carinerland Kirch Mulsow Rerik Bentwisch Blankenhagen Gelbensande Mönchhagen Rövershagen Benitz Bröbberow Kassow Rukieten Schwaan Vorbeck Wiendorf (Mecklenburg) Cammin (bei Rostock) Gnewitz Grammow Nustrow Selpin Stubbendorf (bei Tessin) Tessin (bei Rostock) Thelkow Zarnewanz Elmenhorst/Lichtenhagen Kritzmow Lambrechtshagen Papendorf (Warnow) Pölchow Stäbelow Ziesendorf Bad Doberan Dummerstorf Graal-Müritz Güstrow Kröpelin Kühlungsborn Neubukow Sanitz Satow TeterowKarte
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Kröpelin ist eine amtsfreie Kleinstadt und Unterzentrum im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Bis zum 13. Juni 2004 war die Stadt Mitglied und Sitz des Amtes Kröpelin. Der Ort bildet für seine Umgebung ein Grundzentrum.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt zwischen den Hansestädten Rostock und Wismar und mit bis zu 80 m ü. NN für die Nähe zur ca. 12 km entfernten Ostsee ungewöhnlich hoch. Grund dafür ist der sich zwischen Kühlungsborn an der Küste und Kröpelin erstreckende waldreiche Höhenzug der Kühlung, der im Diedrichshagener Berg eine Höhe von 129,7 m ü. NN erreicht.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name und Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname ist slawischen Ursprungs („crepelita“ – Wachtelfeld oder „crepelice“ – Wachtelort). Die Namensherleitung über den Begriff Krüppel ist Volksetymologie. Das Wappen ist ein redendes Wappen, dem nicht die Sprachwurzel zugrunde liegt, sondern die bildhafte Umsetzung des Stadtnamens.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1177 als Crapelin. Das Kirchdorf wurde als Doberaner Klosterbesitz 1186 ausgewiesen. Aus einem deutschen Dorf bei der alten slawischen Siedlung entstand eine in Ost-West-Richtung ausgerichtete regelmäßige Stadtanlage. In einer Schenkungsurkunde des Fürsten Heinrich Borwin III. wurde Kröpelin erstmals am 25. August 1250 als Stadt (oppidum) bezeichnet. Die Verleihung des lübischen Stadtrechts wird für das Jahr davor, also 1249, angenommen. Daher entschied man sich die runden Stadtjubiläen jeweils ein Jahr zuvor zu feiern, so 1999 die 750-Jahr-Feier.

Die Stadtkirche stammt mit dem Chor aus dem 13. dem Langhaus aus dem 14. und dem Turm aus dem 15. Jahrhundert. Das Turm-Obergeschoss und der Turmhelm wurden 1883 erstellt.

Ab 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts siedelten sich Juden in Kröpelin an, die sich 1821 in den Kahlwiesen ihren Jüdischen Friedhof anlegten. Beim Novemberpogrom 1938 wurde er von den Nazis geschändet und verfiel danach, bis seine Reste später als Gedenkort mit einem Gedenkstein versehen wurden, der an die jüdischen Opfer des Faschismus in der Shoa erinnert.

Innenstadt und Rathaus wurden im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 gründlich saniert.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenhagen, Jennewitz und Schmadebeck wurden am 13. Juni 2004 eingemeindet.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 17 Mitgliedern. Die Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 führte zu folgenden Ergebnissen:[4]

Rathaus
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 41,3 % 7
SPD 23,6 % 4
LINKE 15,9 % 3
FWG Kröpelin 16,2 % 3

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 66 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert. Am 24. März 1997 beschloss die Stadtvertretung, das heutige Wappen einzuführen, das am 8. Juni 1999 durch das Innenministerium genehmigt wurde.

Blasonierung: „In Blau einen nach links kriechenden Krüppel mit silbernen Gewand, natürlicher Fleischfarbe (Ausnahmefarbe), mit goldenem Kegelhut, silbernem Haar und goldenen Klötzen an den Unterschenkeln und in den Händen; über dem Krüppel ein links gelehnter goldener Schild mit einem hersehenden schwarzen Stierkopf mit silbernen Hörnern und einer goldenen Fürstenkrone, von der fünf Zinken sichtbar sind.“

Der kriechende Behinderte ist mit dem Stierkopf bereits 1306 im Siegel von Kröpelin vertreten. Der schwarze Stierkopf im Wappen stellt die Zugehörigkeit zum Lande Mecklenburg durch den Verweis auf die Rostocker Nebenlinie des mecklenburgischen Fürstenhauses dar.

Das Wappen wurde von dem Weimarer Michael Zapfe neu gezeichnet und in Details farblich geändert.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht seit 1990 eine Partnerschaft mit den niedersächsischen Gemeinden Hude und Schwarmstedt, sowie zur französischen Stadt Arnage, einem südlichen Vorort von Le Mans im Département Sarthe. 2003 wurde eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Włoszakowice im Powiat Leszczyński (Polen) geschlossen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerieholländerwindmühle

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Kröpelin

Blick auf die Mühle vom Markt
  • Die Stadtkirche Kröpelin ist eine Gotische Backsteinkirche mit einem zweijochigen Chor vom 13. Jahrhundert und dem einschiffigen, dreijochigen Langhaus vom 14. Jh. Der Turm vom 15. Jahrhundert erhielt 1883 ein neues Obergeschoss und seinen Turmhelm. Das Bronze-Taufbecken stammt von 1508, die barocke Kanzel von 1786, die neugotische Altarwand von 1857 und die Orgel von 1845.
  • Von 1996 bis 2011 befand sich das Stadtmuseum im Rathaus. Es ist seit 2011 in der Stadtbibliothek untergebracht.
  • „Versenkbare“ Windmühle von 1904 in Kröpelin. Wenn man mit dem Auto vom Markt in Kröpelin in Richtung Bad Doberan fährt, entsteht der Eindruck, die Galerieholländer-Windmühle, verschwinde in den Boden und tauche wieder auf, aufgrund dem Wechsel von Hügel und Senke.
  • Nördlich davon steht eine Erdholländermühle von 1876, die ohne Flügel und Windrose ist und als Wohnung genutzt wird.
  • Das Herrenhaus Wichmannsdorf wurde bis 2007 sanierte (Architekt: Paul Korff).
  • Seit 1996 findet in Schmadebeck jährlich der Dorfrock statt, bei dem vor allem bekannte Ostrock-Bands auftreten.
  • Im Juli 2015 eröffnete das Ostrockmuseum in Kröpelin.

Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im am westlichen Ortseingang der Stadt Kröpelin gelegenen Gewerbegebiet sind mehrere Betriebe der Bereiche Dienstleistungen (Tourismus) und Produktion (metallverarbeitendes Gewerbe) tätig. Für Menschen mit Behinderungen wurden ca. 170 Arbeitsplätze in den Kröpeliner Werkstätten geschaffen. Weiterhin spielt die Landwirtschaft traditionell eine gewichtige Rolle. So existiert unter anderem eine Milchviehanlage in Ortsrandlage. Die Betriebe in Kröpelin sind ausschließlich kleine, mittelständische Unternehmen und Einzelunternehmen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kröpelin liegt an der Bundesstraße 105 (Rostock–Wismar). 15 Kilometer südlich der Stadt besteht Autobahnanschluss (Auffahrt Kröpelin Ostseeautobahn A 20). Der Ort verfügt zudem über einen Bahnhof an der Wismar-Rostocker Eisenbahn. Von diesem besteht mit der Regionalexpresslinie RE8 Anschluss nach Wismar, Bad Doberan, Rostock und Tessin.

Sendeanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich des Ortsteils Diedrichshagen bei 54°6'23" nördlicher Breite und 11°45'58" östlicher Länge befindet sich eine Sendeanlage der Deutschen Telekom AG. Als Antennenträger kommt ein 97 Meter hoher, abgespannter Stahlfachwerkmast zum Einsatz. Es werden die folgenden Programme abgestrahlt:

Sendername Frequenz ERP
NDR 1 MV 94,3 MHz 0,2 kW
N-Joy 103,7 MHz 5 kW

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Mittleres Mecklenburg/Rostock 2011 - Zentralorte und perspektivische Entwicklung, Planungsregion MMR, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  4. Wahlergebnis auf www.stadt-kroepelin.de (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kröpelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien