Lod

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Lod
Wappen von Lod
Lod
Basisdaten
hebräisch: לוד
arabisch: اللد
Staat: Israel Israel
Bezirk: Zentral
Koordinaten: 31° 57′ N, 34° 54′ OKoordinaten: 31° 57′ 5″ N, 34° 53′ 43″ O
Höhe: 65 m
Fläche: 12,226 km²
 
Einwohner: 72.819 (Stand: 2015)
Bevölkerungsdichte: 5.956 Einwohner je km²
 
Gemeindecode: 7000
Postleitzahl: 71100 – 71160[1]
 
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Ilan Harari
Website:
Lod (Israel)
Lod
Lod

Lod (hebräisch לוד;) ist der alte hebräische und heute offizielle israelische Name einer Stadt in Israel. Der arabische Name ist Al-Ludd (arabisch اللد, DMG al-Ludd). Lod liegt im Zentralbezirk Israels etwa 20 Kilometer östlich von Tel Aviv am Fluss Ajalon. Bis 1948 hatte die Stadt den gräzisierten Namen Lydda. 2015 hatte Lod 72.819 Einwohner.

Lod ist durch seine Lage an der Straße von Jaffa nach Jerusalem seit der Antike ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

Stadtwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das hier abgebildete aktuelle Stadtwappen enthält einen Bibelspruch aus Jeremia 31,17: "Die Kinder werden zu ihrem Land zurückkehren."

Geschichte und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach biblischer Darstellung (1. Buch der Chronik 8, 12) wurde Lod bei der Landnahme der Israeliten vom Stamm Benjamin gegründet. Nach der Zerstörung durch die Assyrer wurde Lod im 5. Jahrhundert v. Chr. wieder besiedelt und erhielt im folgenden Jahrhundert durch die Ansiedlung von Griechen den Namen Lydda.

Basilika St.Georg (Ausschnitt einer Lithographie von David Roberts 1839)

Die Apostelgeschichte (Kap. 9, 32) berichtet, dass Petrus in Lod einen Mann heilte. Im Jahr 67 nahmen die Römer die Stadt ein und benannten sie in Diospolis (Stadt des Zeus) um. Vom 4. Jahrhundert an war Lod überwiegend christlich. Bedeutung hatte die Stadt als Geburts- und Bestattungsort des Heiligen Georg, der auch im Islam eine besondere Stellung einnimmt. In der Stadt wurde eine byzantinische Basilika errichtet, die allerdings zerstört wurde.

Mit der Gründung des benachbarten Ramla (palästinensisch-arabisch Ramle) durch die Araber im Jahr 717 verlor Lod an Bedeutung, weil Ramla zur Hauptstadt der Verwaltungsprovinz aufstieg. Mit dem Beginn der Kreuzfahrerzeit wurde in Lod an der alten Stelle erneut eine Kirche errichtet; nach dem Untergang des Kreuzfahrerreiches erbauten die Muslime neben der Kirche die „al-Chudr-Moschee“. Heute befinden sich in dem Gebäudekomplex die Ende des 19. Jahrhunderts wieder aufgebaute Georgskirche und die genannte Moschee.

1903 kamen die ersten jüdischen Immigranten nach Ramla. 1905 gründete ein jüdischer Unternehmer die Fabrik für Olivenölseife Atid. Kurze Zeit später entstand das Waisenhaus Kiryat Sefer für Kinder, deren Eltern im Pogrom von Kischinjow umgekommen waren. 1908 legten Zionisten eine Olivenplantage an, den Herzl-Wald und gründeten bis 1910 einen landwirtschaftlichen Versuchsbetrieb. Siegfried Lehmann erbaute 1927 das Jugenddorf Ben Shemen an der Stelle des alten Waisenhauses. Im April 1948 wurde aus den Gebäuden nach der Evakuierung der Jugendlichen ein Militärposten.[2]

Der Ort rückte 1948 durch den Palästinensischen Exodus aus Lydda in den Mittelpunkt öffentlichen Interesses. In historischen Untersuchungen wurde die Bedeutung dieses Exodus für die Gründung des Staates Israels hervorgehoben. Nach Ari Shavit würde der Staat Israel ohne dieses Unrecht nicht existieren und hätte nie gegründet werden können: „Die Stadt ist unsere Blackbox: Lydda birgt das düstere Geheimnis des Zionismus. Die Wahrheit ist, dass der Zionismus Lydda nicht ertragen konnte; von Beginn an lag die Stadt im Widerspruch zu ihm. Wollte sich der Zionismus durchsetzen, durfte er nicht zulassen, dass es Lydda gab.“

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Palästinakriegs wurde im Juli 1948 die bis dahin fast vollständig arabische Einwohnerschaft in den Gazastreifen oder ostwärts nach Ramallah bzw. Jordanien vertrieben.

Heute hat Lod wieder einen größeren arabischen Bevölkerungsanteil. Die Bevölkerung ist zu 80,3 % jüdisch, zu 18,6 % muslimisch und zu 1,1 % christlich.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Innenstadt von Lod

Der örtliche Bahnhof ist in seiner Gesamtanlage aus Personen- und Güterbahnhof der größte des Landes und zugleich dessen wichtigster Eisenbahnknoten. Schon in der britischen Mandatszeit wurde nördlich von Lod ein Flughafen angelegt, der nach der Gründung des Staates Israel zum wichtigsten zivilen Flughafen des Landes wurde. 1975 wurde er nach David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten Israels, Ben-Gurion-Flughafen genannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1996 wurde das große römische Mosaik von Lod aus der Zeit um 300 n. Chr. gefunden, das mit 180 m² angeblich das größte Mosaik in Israel ist. An der Fundstelle des Mosaiks wird zurzeit ein Museum errichtet. 2013 wurde das Mosaik in der Ausstellung Jäger und Gejagte. Die Exotische Tierwelt des römischen Mosaiks aus Lod im Neuen Museum in Berlin gezeigt.[3]

Söhne der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lod – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Israel Postcode. Abgerufen am 20. September 2014.
  2. Lydda, 1948. Abgerufen am 11. Juni 2017.
  3. Kein Frieden zwischen Fisch und Schlange in FAZ vom 18. Oktober 2013, Seite 41