Lod

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Lod
Wappen von Lod
Griechisch-orthodoxe Kirche St. Georg und Große Moschee von Lod
Griechisch-orthodoxe Kirche St. Georg und Große Moschee von Lod
Basisdaten
hebräisch: לוד
arabisch: اللد
Staat: IsraelIsrael Israel
Bezirk: Zentral
Koordinaten: 31° 57′ N, 34° 54′ OKoordinaten: 31° 57′ 5″ N, 34° 53′ 43″ O
Höhe: 65 m
Fläche: 12,226 km²
 
Einwohner: 75.726 (Stand: 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 6.194 Einwohner je km²
 
Gemeindecode: 7000
Zeitzone: UTC+2
Postleitzahl: 71100 – 71160[2]
 
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Yair Revivo
Website:
Lod (Israel)
Lod
Lod

Lod (hebräisch לוד;) ist der alte hebräische und heute offizielle israelische Name einer Stadt in Israel. Der arabische Name ist Al-Ludd (arabisch اللد, DMG al-Ludd). Lod liegt im Zentralbezirk Israels etwa 20 Kilometer östlich von Tel Aviv am Fluss Ajalon. Bis 1948 hatte die Stadt den gräzisierten Namen Lydda. 2018 hatte Lod 75.726 Einwohner.[3]

Lod ist durch seine Lage an der Straße von Jaffa nach Jerusalem seit der Antike ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

Stadtwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das hier abgebildete aktuelle Stadtwappen enthält einen Bibelspruch aus Jeremia 31,17: "Die Kinder werden zu ihrem Land zurückkehren."

Geschichte und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach biblischer Darstellung (1. Buch der Chronik 8, 12) wurde Lod bei der Landnahme der Israeliten vom Stamm Benjamin gegründet. Nach der Zerstörung durch die Assyrer wurde Lod im 5. Jahrhundert v. Chr. wieder besiedelt und erhielt im folgenden Jahrhundert durch die Ansiedlung von Griechen den Namen Lydda.

Basilika St.Georg (Ausschnitt einer Lithographie von David Roberts 1839)

Die Apostelgeschichte (Kap. 9, 32) berichtet, dass Petrus in Lod einen Mann heilte. Im Jahr 67 nahmen die Römer die Stadt ein und benannten sie in Diospolis (Stadt des Zeus) um. Vom 4. Jahrhundert an war Lod überwiegend christlich. Bedeutung hatte die Stadt als Geburts- und Bestattungsort des Heiligen Georg, der auch im Islam eine besondere Stellung einnimmt. In der Stadt wurde eine byzantinische Basilika errichtet, die allerdings zerstört wurde.

Mit der Gründung des benachbarten Ramla (palästinensisch-arabisch Ramle) durch die Araber im Jahr 717 verlor Lod an Bedeutung, weil Ramla zur Hauptstadt der Verwaltungsprovinz aufstieg. Mit dem Beginn der Kreuzfahrerzeit wurde in Lod an der alten Stelle erneut eine Kirche errichtet; nach dem Untergang des Kreuzfahrerreiches erbauten die Muslime neben der Kirche die „al-Chudr-Moschee“. Heute befinden sich in dem Gebäudekomplex die Ende des 19. Jahrhunderts wieder aufgebaute Georgskirche und die genannte Moschee.

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Geschichte Lods eng verbunden mit der in der Nachbarschaft von jüdischen Siedlern gegründeten Ben Shemen und dem 1927 von Siegfried Lehmann geschaffenen Kinder- und Jugenddorf Ben Shemen.

Lod rückte 1948 durch die Vertreibung der arabischen Bevölkerung in den Mittelpunkt öffentlichen Interesses.

In historischen Untersuchungen wurde die Bedeutung dieses Exodus für die Gründung des Staates Israels hervorgehoben. Nach Ari Shavit würde der Staat Israel ohne dieses Unrecht nicht existieren und hätte nie gegründet werden können: „Die Stadt ist unsere Blackbox: Lydda birgt das düstere Geheimnis des Zionismus. Die Wahrheit ist, dass der Zionismus Lydda nicht ertragen konnte; von Beginn an lag die Stadt im Widerspruch zu ihm. Wollte sich der Zionismus durchsetzen, durfte er nicht zulassen, dass es Lydda gab.“[4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Palästinakriegs wurde im Juli 1948 die bis dahin fast vollständig arabische Einwohnerschaft in den Gazastreifen oder ostwärts nach Ramallah bzw. Jordanien vertrieben.

Heute hat Lod wieder einen größeren arabischen Bevölkerungsanteil. Die Bevölkerung ist zu 80,3 % jüdisch, zu 18,6 % muslimisch und zu 1,1 % christlich.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Innenstadt von Lod

Der örtliche Bahnhof eröffnete 1891 mit Betriebsbeginn auf der Schmalspurbahn Jaffa–Jerusalem (J&J) (1000 mm) und ist in seiner Gesamtanlage aus Personen- und Güterbahnhof der größte des Landes und zugleich dessen wichtigster Eisenbahnknoten. Im Jahre 1915 kam die Verbindung Maṣʿūdiyya–Sinai der Osmanischen Militärbahn in 1050 mm hinzu, womit der Inselbetrieb der J&J-Linie endete, die entsprechend umgespurt wurde.

Mit der britischen Eroberung 1917 erreichten die Britischen Militärbahnen mit der normalspurigen Sinai-Bahn Lod und spurten die eingenommenen Strecken auf 1435 mm um. Die Briten bezogen bis November 1920 den zwischen Lod und Tulkarm umgespurten Abschnitt der Strecke Maṣʿūdiyya–Sinai in die nördliche Verlängerung nach Haifa ein.

1956 wurde die Hauptlinie der israelischen Eisenbahn Rakkevet Israel (RI) südlich der Stadt nach Be’er Scheva ausgebaut, womit Lod definitiv seinen Platz im Zentrum des israelischen Bahnnetzes erlangt hatte. Schon in der britischen Mandatszeit wurde nördlich von Lod ein Flughafen (Lydda Airport) angelegt, der nach der Gründung des Staates Israel 1948 zum wichtigsten zivilen Flughafen des Landes wurde. 1975 wurde er nach David Ben-Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten Israels, Ben-Gurion-Flughafen benannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1996 wurde das große römische Mosaik von Lod aus der Zeit um 300 n. Chr. gefunden, das mit 180 m² angeblich das größte Mosaik in Israel ist. An der Fundstelle des Mosaiks wird zurzeit ein Museum errichtet. 2013 wurde das Mosaik in der Ausstellung Jäger und Gejagte. Die Exotische Tierwelt des römischen Mosaiks aus Lod im Neuen Museum in Berlin gezeigt.[5]

Söhne der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lod – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. אוכלוסייה ביישובים 2018 (Bevölkerung der Siedlungen 2018). (XLSX; 0,13 MB) Israel Central Bureau of Statistics, 25. August 2019, abgerufen am 11. Mai 2020.
  2. Israel Postcode. Abgerufen am 20. September 2014.
  3. אוכלוסייה ביישובים 2018 (Bevölkerung der Siedlungen 2018). (XLSX; 0,13 MB) Israel Central Bureau of Statistics, 25. August 2019, abgerufen am 11. Mai 2020.
  4. Ari Shavit: Lydda, 1948. A city, a massacre, and the Middle East today, The New Yorker, 21. October 2013
  5. Kein Frieden zwischen Fisch und Schlange in FAZ vom 18. Oktober 2013, Seite 41