Lohre (Felsberg)

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Lohre
Stadt Felsberg
Koordinaten: 51° 7′ 18″ N, 9° 23′ 14″ O
Höhe: 171 m
Fläche: 4,16 km²
Einwohner: 378 (16. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 34587
Vorwahl: 05683

Lohre ist einer von 16 Stadtteilen der nordhessischen Stadt Felsberg. Der Ort befindet sich in ca. vier Kilometer Entfernung zur Kernstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1123 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung mit dem Namen Lare[2], vermutlich in einem Verzeichnis des Klosters Hasungen. Allerdings leiten Historiker aus der Deutung des Namens ab, dass Lohre zur ältesten deutschen Siedlungsgeschichte gehört und bereits um 400 n. Chr. gegründet wurde. Im Felsberger Salbuch von 1555 wird der Ort als Lhoer und 1585 als Lora erwähnt.

1430 erhielt Reinhard von Dalwigk, nach dem Tod von Otto Hund von Holzhausen, das heimgefallene Dorf von den hessischen Landgrafen zu Lehen.[2]

Am 1. Februar 1971 wurde Lohre in die Stadt Felsberg eingegliedert.[3]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1323 wurden erstmals eine Saalkirche und ein rector ecclesiae urkundlich erwähnt. Die heutige Kirche wurde als schlichter Saalbau 1787 anstelle einer viel älteren Kirche erbaut. Zwei buntverglaste Chorfenster zeigen die Apostel Petrus und Paulus. Lohre gehört heute zur Evangelischen Kirchengemeinde Niedermöllrich im Kirchenkreis Fritzlar-Homberg.[4]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel stammt aus dem Jahr 1795 und wurde von dem Kasseler Hoforgelbaumeister Georg Peter Wilhelmi gebaut, wie sich aus einer Inschrift auf der Rückseite der Notenpultfüllung ergibt. Das Instrument blieb im Laufe der Zeit weitgehend unangetastet und ist daher in großen Teilen original erhalten.

1843 wurde die Disposition von dem Orgelbauer Friedrich Bechstein (Rothenburg/Fulda) geringfügig geändert und das ursprünglich angehängte Pedal durch eine selbständige Pedalklaviatur mit zwei Registern ersetzt. Im Jahre 1923 erhielt die Orgel ihr erstes elektrisches Gebläse, lässt sich aber weiterhin mittels der beiden Bälge von Hand mit Luft versorgen. 1990–1991 restaurierte der Orgelbauer Hans Peter Mebold (Siegen-Breitenbach) das Instrument und besetzte eine der beiden ursprünglichen Vakantschleifen mit einer Sesquialtera. Der Spielschrank befindet sich in der Originalfront. Das Schleifladen-Instrument hat 10 Register auf einem Manual. Ein Manualregister ist vakant. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.[5]

Disposition
Manual C–e3
Hohlflöte 8′
Gedackt 8′
Viola di Gamba 8′
Prinzipal 4′
Flöte 4′
Octav 2′
Sesquialter 2fach
Mixtur 3fach 1′
Pedal C–c
Subbaß 16′
Oktavbaß 08′

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten und Fakten auf der Internetseite der Stadt Felsberg, abgerufen im August 2015
  2. a b Lohre, Gemeinde Felsberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 4. November 2010, abgerufen am 11. November 2011.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 405.
  4. kirchenkreis-fritzlar-homberg.de.
  5. Informationen zur Orgel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]