Lucerne Festival

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Lucerne Festival steht für drei internationale Musikfestivals im Bereich der klassischen Musik. Es gehört zu den renommiertesten internationalen Festivals und zieht jährlich internationale Künstler und die berühmtesten Sinfonieorchester aus der ganzen Welt, unter Anderem die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker oder das Royal Concertgebouw Amsterdam, nach Luzern. Das Festival versteht sich als Veranstalter von Konzerten auf Weltklasse-Niveau, aber auch als Vermittler von zeitgenössischer Musik und innovativer Förderer des musikalischen Nachwuchses. Gegründet wurde Lucerne Festival 1938, Intendant ist seit 1999 Michael Haefliger.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 1938 fand im Luzerner Tribschen, dem ehemaligen Wohnsitz Richard Wagners, erstmals ein grosses Konzert unter der Leitung von Arturo Toscanini statt.[2] Von Anfang an fanden die Konzerte dieses Festivals grossen Anklang, vor allem bei Radiostationen aus der ganzen Welt. In den 1940er Jahren wurde das Schweizerische Festspielorchester, ein Zusammenschluss der besten Schweizer Orchestermusiker, gegründet und zu einem zentralen Element der Internationalen Musikfestwochen Luzern IMF, wie das Festival seit 1943 hiess. In den darauf folgenden Jahrzehnten waren die IMF unter den weltweit führenden Festivals für klassische Musik.[3] Die bedeutendsten Orchester, Dirigenten und Solisten gastierten jeweils für mehrere Wochen in der Stadt Luzern und gaben an verschiedenen Orten Konzerte.

Seit 1970 wird die Veranstaltung von einer Stiftung getragen. Seit den 1970er Jahren wurden die jährlichen Festivals unter verschiedene Mottos und Leitgedanken gestellt. Zahlreiche Parallelveranstaltungen, wie die wegweisende Reihe musica.nova entstanden. Mit dem Neubau des Kultur- und Kongresszentrums Luzern KKL Ende der 1990er Jahre durch den französischen Stararchitekten Jean Nouvel erhielt das Festival eine ihm angemessene neue Kulisse mit einem der besten Konzertsäle der Welt. Im Jahr 2000 erfolgt die Umbenennung der IMF in Lucerne Festival mit der gleichzeitigen Umstrukturierung der heutigen drei Festivals unter dem Dach einer Stiftung.[4]

Das Lucerne Festival ist Mitgliedsorganisation der European Festivals Association.

Organisationsform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lucerne Festival Orchestra wurde 2003 von Claudio Abbado und Michael Haefliger ins Leben gerufen und versammelt jeden Sommer für zwei Wochen international renommierte Orchestermusiker in Luzern. Seit 2016 ist Riccardo Chailly der neue Chefdirigent des Orchesters. Neben der Pflege des traditionellen Repertoires nimmt bei Lucerne Festival die Programmierung und Vermittlung von zeitgenössischer Musik einen wichtigen Stellenwert ein. Ebenso bedeutend ist die Nachwuchsförderung in den Bereichen Lucerne Festival Young und in der Lucerne Festival Academy. Der Akademie, von Pierre Boulez und Michael Haefliger gegründet, steht seit 2016 ein neues Leitungsteam vor: Der Künstlerische Leiter Wolfgang Rihm und der Principal Conductor Matthias Pintscher. Ehemalige Teilnehmer der Akademie sind als Lucerne Festival Alumni in Luzern und weltweit mit hochkarätigen Konzertprojekten präsent.[1]

Lucerne Festival veranstaltet jedes Jahr drei Festivals:

  • Sommer-Festival'(jeweils von Mitte August bis Mitte September, seit 1938): Im Rahmen dieses Hauptfestivals finden jährlich über 100 Veranstaltungen statt. Rund 30 Sinfoniekonzerte mit den weltbesten Orchestern und Dirigenten bilden dabei das Kernstück der Veranstaltung. Seit 1999 steht das Sommer-Festival jeweils unter einem bestimmten Thema. Geboten wird ein vielfältiges Angebot an Konzertformaten - Sinfoniekonzerte, Kammermusik, Rezitale, Debuts, Late Nights und vieles mehr. "Composers-in-residence", "artistes étoiles" sowie innovative Konzertformate wie 40min und Young Performance setzen dabei wichtige programmatische Akzente.[1]
  • Oster-Festival (jeweils vor Ostern während 9 Tagen, seit 1988): Das Festival zur Osterzeit konzentriert sich vorwiegend auf sakrale Musik. Die Konzerte finden sowohl in den Kirchen der Stadt Luzern, als auch im KKL Luzern statt.[1]
  • Piano-Festival (jeweils 9 Tage im November, seit 1998): Das Herbst-Festival widmet sich ausschliesslich den Tasteninstrumenten. Neben der klassischen Klaviermusik steht dabei auch der Jazz im Vordergrund. Parallel zum Festival findet Piano Off-Stage mit internatio[1]nal bekannten Jazz-Pianisten in den Bars der Stadt Luzern statt, die neben klassischen Jazzinterpretationen auch Boogie-Woogie, Blues und Soul bieten.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Schaub, Internationale Musikfestwochen Luzern, 1938–1963 / Semaines Internationales de Musique de Lucerne, 1938–1963 / Lucerne International Festival of Music, 1938–1963, Luzern 1963.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Lucerne Festival [1]
  2. Toscanini dirigiert das «Concert de Gala» am 25. August 1938 im Tribschen-Park
  3. Lucerne Festival – Vorgeschichte
  4. Lucerne Festival – Geschichte

Koordinaten: 47° 2′ 55,6″ N, 8° 18′ 23,5″ O; CH1903: 665947 / 211225