Igor Levit

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Igor Levit, 2013

Igor Levit (russisch: Игорь Левит; * 10. März 1987 in Gorki, heute Nischni Nowgorod) ist ein russisch-deutscher Pianist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Unterweisung im Klavierspiel erhielt Levit im Alter von drei Jahren durch seine Mutter Elena Levit, einer Opern-Korrepetitorin und Enkel-Schülerin von Heinrich Neuhaus[1] Mit vier Jahren debütierte er als Solist mit einer Ecossaise von Ludwig van Beethoven,[2] das erste „Konzert gab er mit sechs mit dem Philharmonie-Orchester von Nischni Nowgorod, Händels F-Dur-Klavierkonzert.“[3] 1995 übersiedelte seine jüdische Familie von Russland nach Hannover, wo er das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium besuchte.[4] Levit nahm ab 1999 für ein Jahr am Mozarteum in Salzburg Klavierunterricht bei Hans Leygraf[5] und begann anschließend 13-jährig sein Studium am neugegründeten Institut zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter (IFF) der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. An der Hochschule wurde er später von Karl-Heinz Kämmerling, Matti Raekallio und Bernd Goetzke unterrichtet. Großen Einfluss auf seinen musikalischen Werdegang weist Levit seinem „Spiritus Rector“, dem ungarischen Cembalisten und emeritierten Hochschulprofessor Lajos Rovatkay zu, der ihn für die historische Aufführungspraxis begeisterte.[6] Unterstützt durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes schloss Levit 2010 sein Studium ab.[7][8] Für das Konzertexamen, u. a. mit den Diabelli-Variationen von Ludwig van Beethoven, bekam Levit die „höchste[n] Punktzahl in der Geschichte“ der Hochschule.[9][10]

Seit 2000 konzertiert Levit in Europa, USA und Israel. Klavierkonzerte spielte er mit dem English Chamber Orchestra, der NDR Radiophilharmonie Hannover, den Nürnberger Symphonikern, den Stuttgarter Philharmonikern und dem Israel Philharmonic Orchestra. Kammermusik macht er mit Mischa Maisky, Sergei Alexandrowitsch Krylow, Kim Kashkashian, Gavriel Lipkind und Daniel Müller-Schott. Mit Maxim Vengerov und Alisa Weilerstein spielt Levit im Klaviertrio.

Eleonore Büning bescheinigte ihm 2010 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, schon vor dem Examen „einer der großen Pianisten dieses Jahrhunderts“ zu sein.[11] Im Oktober 2011 strahlte 3sat den 45-minütigen Dokumentarfilm Igor Levit – mein Liszt über den Pianisten und seine Vorliebe für die Musik Franz Liszts aus.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Beethoven: The Late Piano Sonatas
  DE 46 30.08.2013 (1 Wo.)
Bach: Partitas
  DE 80 05.09.2014 (1 Wo.)
Bach, Beethoven, Rzewski
  DE 68 30.10.2015 (2 Wo.)
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Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Igor Levit – Mein Liszt. Dokumentarfilm (2011), 43:00 Min., Regie: Andreas Morell, Produktion: AVE Gesellschaft für Fernsehproduktion, Erstsendung: 8. Oktober 2011 auf 3sat, Deutschland, Inhaltsangabe von AVE Gesellschaft für Fernsehproduktion.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Igor Levit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kai Luehrs-Kaiser: Igor Levit nahm für Beethoven 32 Kilo ab. Die Welt, 27. August 2013, abgerufen am 13. November 2016.
  2. Volker Hagedorn: Geborstene Glöckchen. Die Zeit, 2. Oktober 2013, abgerufen am 13. November 2016.
  3. Christiane Peitz: Zorn und Zärtlichkeit. Der Tagesspiegel, 25. Mai 2011, abgerufen am 13. November 2016.
  4. Uwe Rademacher: Fünf Jahre KWR-Stiftung. In: KWR-Stiftung.de, 21. September 2013.
  5. Kai Luehrs-Kaiser: «Es hat alles 
verändert!» Musik & Theater, 03/2013, abgerufen am 13. November 2016.
  6. Marco Frei: „Ich möchte mich nicht über die Töne stellen.“ Pianonews, 2/2012, abgerufen am 13. November 2016.
  7. Aktuelles Porträt. Studienstiftung des Deutschen Volkes, abgerufen am 13. November 2016.
  8. Igor Levit, Klavier, * 1987 in Nizhni Nowgorod. Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, 11. November 2013, abgerufen am 13. November 2016.
  9. Christoph Vratz: Lass es raus. Es geht auch ohne CD als Karriere-Beschleuniger. K.WEST Das Kulturmagazin des Westens, abgerufen am 13. November 2016.
  10. Heimspiel für Igor Levit. Norddeutscher Rundfunk, abgerufen am 13. November 2016.
  11. Eleonore Büning: Eine große Erschütterung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Mai 2010.
  12. Dominy Clements: Review. Recording of the month. Musicweb International, abgerufen am 12. November 2016 (englisch).
  13. Rob Pennock: Igor Levit plays J. S. Bach’s Partitas, BWV825-830 (Sony Classical). The Classical Source, abgerufen am 12. November 2016 (englisch).
  14. Mario-Felix Vogt: Igor Levit. Der Triathlet. Fono Forum, November 2015, abgerufen am 12. November 2016.
  15. Maria Callas Grand Prix. The Athenaeum Conservatory, abgerufen am 12. November 2016 (englisch).
  16. Levit, Igor. Klavier. Deutsche Stiftung Musikleben, abgerufen am 12. November 2016.
  17. Im Gespräch: Der Pianist Igor Levit. Westdeutscher Rundfunk Köln, 26. November 2015, abgerufen am 12. November 2016.
  18. Verleihung des WEMAG-Solistenpreises an Igor Levit. WEMAG, 18. Juli 2013, abgerufen am 12. November 2016.
  19. Young Artists: Past Winners. Royal Philharmonic Society, abgerufen am 12. November 2016 (englisch).
  20. P2 Prisen 2014 - Så er det nu! DR P2, 7. Februar 2014, abgerufen am 12. November 2016 (dänisch).
  21. Jahrespreis des PdSK für Igor Levit. Preis der deutschen Schallplattenkritik, abgerufen am 12. November 2016.
  22. BBC Music Magazine Awards 2014. Newcomer Award. In: You Tube. BBC Music Magazine, 10. April 2014, abgerufen am 12. November 2016 (englisch).
  23. Igor Levit wins Gramophone's 2016 Recording of the Year Award. Gramophone, 15. September 2016, abgerufen am 12. November 2016 (englisch).