Münchner SC

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Dieser Artikel behandelt den Hockeyclub Münchner SC. Für den gleichnamigen Snookerclub siehe 1. Münchner SC
MSC
Logo des Münchner SC
Voller Name Münchner Sportclub e.V.
Ort München, Bayern
Gegründet 1896
Vereinsfarben weinrot-grau
Stadion Clubgelände Lerchenau
Plätze 1.000
Trainer Konstantin Rentrop (Herren)
Andre Schriever (Damen)
Chris Elste (Jugend)
Homepage www.muenchner-sportclub.de
Liga Herren:
1. Bundesliga (Feld und Halle)
Damen:
1. Bundesliga (Feld und Halle)
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Heim
Auswärts

Der Münchner Sportclub e. V. (MSC) wurde im Jahr 1896 gegründet und ist ein Sportverein aus München (Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl). Er ist der älteste, unverändert bestehende Hockeyclub in Deutschland. Im Jahr 1998 feierte er das 100-jährige Bestehen seiner Hockey-Abteilung. Daneben betreibt der MSC auch Tennis und Fitness.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1896 wurde von einer Gruppe ausländischer Studenten (Engländer, Franzosen, Russen, Skandinavier, Amerikaner, Brasilianer und Südafrikaner) ein Verein mit dem Namen Internationaler Sportclub München (ISC) gegründet. Die erste ausgeübte Sportart war Boxen, doch als in den nächsten Jahren mehr und mehr Einheimische sich der neuen Bewegung anschlossen, wurde das Programm stets erweitert. Im Radpolo erwarb sich der ISC bald internationalen Ruhm, weiter kamen Tennis, Fußball und ab 1898 auch Hockey dazu. Schon 1899 wurde der Name in Münchener Sportclub (MSC) geändert.

Nachdem man zuerst auf einem Gelände an der Karl-Theodor-Straße Sport trieb, wurde 1906 das große Areal an der Schwabinger Landstraße von der Stadt gepachtet, das bis 1963 die Heimstätte des Vereins war. Zur gleichen Zeit wurde für die Verwaltung und als Clubräume die gesamte zweite Etage des Hotels Vier Jahreszeiten angemietet, die für diese Zwecke eigens umgebaut wurde. Zahlreiche neue Abteilungen gründeten sich auf dem Wintersportgebiet, z.B. Ski, Bob und Eishockey. Die Mannschaft nahm unter anderem an der Deutschen Eishockey-Meisterschaft 1913 teil. Auch das Damenhockey kam 1911 dazu.

Im Frühling 1906 war es, als die Verhandlungen mit dem FC Bayern München zum Abschluss kamen. Die Bayern schlossen sich als selbständige Fußballabteilung – unter Beibehaltung der Eigenständigkeit und der Bezeichnung F.A. Bayern im Münchener SC – dem MSC an, als Bedingung mussten sie ihre schwarzen Hosen gegen die weinroten des MSC eintauschen. Als MSC-Abteilung gewannen sie 1910 und 1911 die Meisterschaft des Ostkreises innerhalb des Verbands Süddeutscher Fußball-Vereine. Diese Vereinigung hielt bis zum Jahr 1919.

Kleinere Münchner Sportclubs schlossen sich als Abteilungen dem inzwischen auch offensichtlich finanzstarken MSC an. Mit bis zu 22 Abteilungen war man zeitweise Europas größte Sportvereinigung und nicht ohne Stolz ist vermerkt, dass dem Hofe nahestehende Kreise zu den Mitgliedern zählten. In diese Zeit fällt auch der Bau der Tribüne, die bis 1960 stand, 200 Personen Platz bot und neben Umkleideräumen auch eine Wohnung für den Diener enthielt.

Nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel der einstige Großverein MSC, ehemalige Abteilungen machten sich selbständig oder schlossen sich anderen Clubs an, wie die Leichtathleten dem Turnverein Jahn. Die überlebenden Alten widmeten sich vorwiegend dem Kartenspiel und fanden nicht mehr die Kraft, sich um Neuaufbau und Fortbestand des alten MSC zu kümmern. So blieb es einer Gruppe von jüngeren Leuten vorbehalten, zusammen mit einigen aufrechten Alten im Jahr 1920 den Münchner Sportclub für Tennis und Hockey zu gründen, der ansonsten unverändert die Tradition fortführte. Im Januar 1933 wurde eine weitere Änderung des Vereinsnamens in Münchner Sportclub e.V. einstimmig beschlossen.

Nach dem Umzug aus Schwabing im Jahre 1963 entstand auf dem Gelände in der Lerchenau die heutige Anlage an der Eberwurzstraße 28. Treibende Kraft für den sportlichen Aufstieg und die Errichtung der neuen Anlage war Hans Fleitmann, Clubpräsident von 1960 bis zu seinem Tod im Jahre 1983.

Hockey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1898 wird im MSC Hockey gespielt und die erste verbürgte Hockeybegegnung fand zu Ostern 1898 in Ermangelung nationaler Gegner in Wien gegen den Wiener AC statt.

Seit Ende der 1970er Jahre sind die ersten Mannschaften des MSC in den Bundesligen des Deutschen Hockey Bunds (DHB) vertreten. Die erste Herrenmannschaft wurde 2003 und 2006, unter dem langjährigen Erfolgstrainer Klaus Holzmüller, der auch schon Damentrainer war, Deutscher Meister im Hallenhockey, sowie 2004 Europapokalsieger der Landesmeister im Hallenhockey. Die Mannschaft stieg 2007 nach langen Jahren der Erstklassigkeit als Tabellenletzter aus der Feldhockey-Bundesliga ab, nachdem im Vorjahr dort noch der dritte Platz erreicht werden konnte. In der Saison 2016/17 gelang der Wiederaufstieg, der MSC ist damit neben der Hallenhockey-Bundesliga auch auf dem Feld wieder in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten.

Die Damenmannschaft ist sowohl im Feld, als auch in der Halle erstklassig und wurde 2015 Deutscher Vizemeister. 2017 gelang der Mannschaft mit dem Erfolg bei der Euro Hockey Club Trophy bei ihrer Premiere gleich ein Erfolg auf internationaler Ebene, was gleichbedeutend ist mit dem größten Feld-Erfolg der Clubgeschichte.

Ehemalige Akteure sind u. a.: Caroline Casaretto, Katharina Scholz, Philipp Zeller, Christopher Zeller, Max Weinhold und Rebecca Landshut.

Jugendarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der MSC legt großen Wert auf seine Jugendarbeit. Beispielsweise sind die Doppel-Olympiasieger Philipp und Christopher Zeller, sowie Torwart Max Weinhold Eigengewächse des Sportclubs. Viele Bayerische Meistertitel konnten über die Zeit errungen werden, dazu kommen Titel bei den Süddeutschen Meisterschaften. Die Jugendabteilung des MSC konnte bisher fünfmal den Deutschen Meistertitel erringen.

Derzeit ist Christoph Elste für die Jugendarbeit zuständig. Unter ihm gelang es dem MSC erstmals, vier Jugendmannschaften in einer Saison für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren.

Anfang des Jahres 2017 sollte auf der Anlage in der Lerchenau ein neues Hockeyleistungszentrum mit einem zweiten Kunstrasenplatz sowie einem Hallenkomplex eröffnet werden.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalspieler und Nationalspielerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herren Zeitraum Anzahl Spiele Damen Zeitraum Anzahl Spiele
Willi Langhorst 1913 1 Birgit Hahn 1975-84 91
Alfred Gerdes 1934-41 27 Caroline Casaretto 1998–2004 83
Dirk Michel 1966-71 30 Nina Hasselmann 2001- 219
Hjalmar Schumann 1974 1 Nina Kramer 2001-04 36
Peter Caninenberg 1975-84 136 Miriam Schmid 2002-04 11
Franz Schweisz 1976-81 22 Alexandra Kollmar 2003-06 61
Thomas Reck 1982-91 193 Stephanie Frenz 2004 7
Björn Michel 1993–2004 334 Rebecca Landshut 2006-10 30
Peter Streich 1995-98 36 Hannah Krüger 2009- 166
Martin Elmer 1996-98 46 Sandra Schotten 2009 1
Johannes Specht 2002-03 8 Kim Platten 2010- 31
Philipp Weinhold 2006 3 Mia Sehlmann 2010- 23
Nikolai Duda 2008 5
Felix Knoblauch 2013- 5

[1]

Leichtathletik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Leichtathlet Hanns Braun kam als 16-jähriger zum MSC um Hockey zu spielen. Bald erkannte man sein läuferisches Talent und ab 1904 widmete er sich der Leichtathletik, obwohl der MSC damals offiziell noch gar keine Leichtathletikabteilung hatte. Das Hockeyspiel gab er deshalb aber nicht auf. Er war bei den Olympischen Spielen 1908 in London und 1912 in Stockholm erfolgreich und wurde 1909, 1910 und 1912 Deutscher Meister über die 400 Meter. Braun, der zwischen 1907 und 1912 einen Weltrekord über 1000 m und 15 Deutsche Rekorde erzielte,[2] zog sich nach Stockholm mehr und mehr zurück.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hockeyarchiv auf der Homepage des Deutschen Hockey-Bundes: [1] (abgerufen am 23. Februar 2014, aktualisiert am 24. September 2016)
  2. Brauns Rekorde auf germanroadraces.de

Koordinaten: 48° 11′ 53″ N, 11° 33′ 22″ O