Olympische Sommerspiele 1912

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Spiele der V. Olympiade
Olympics games 1912.jpg
Austragungsort: Stockholm (Schweden)
Stadion: Olympiastadion Stockholm
Eröffnungsfeier: 6. Juli 1912
Schlussfeier: 22. Juli 1912
Disziplinen: 18 (14 Sportarten)
Wettkämpfe: 102
Länder: 28[1]
Athleten: 2.407 (davon 48 Frauen)[1]
London 1908
Berlin 1916
Medaillenspiegel (102 Wettbewerbe)
Platz Land Goldmedaillen Gold Silbermedaillen Silber Bronzemedaillen Bronze Gesamt
01 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 25 19 18 62
02 SchwedenSchweden Schweden 24 24 17 65
03 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien 10 15 16 41
04 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland Finnland 9 8 9 26
05 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich 7 4 3 14
06 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich 5 13 7 25
07 Sudafrika 1912Südafrikanische Union Südafrika 4 2 6
08 NorwegenNorwegen Norwegen 4 1 5 10
09 Ungarn 1867Ungarn Ungarn 3 2 3 8
10 Kanada 1868Kanada Kanada 3 2 3 8
17 Osterreich KaisertumKaisertum Österreich Österreich 2 2 4
Vollständiger Medaillenspiegel
Eröffnung der Spiele im Stockholmer Stadion

Die Olympischen Sommerspiele 1912 (offiziell Spiele der V. Olympiade genannt) fanden vom 5. Mai bis zum 27. Juli 1912 in Stockholm, Schweden, statt. Andere Bewerberstädte gab es nicht.

Nach zum Teil chaotischen Verhältnissen während der Olympischen Spiele von 1900, 1904 und 1908 setzte Stockholm den Maßstab für die zukünftigen Austragungen. Erstmals kamen elektronische Zeitmessung und Zielfotografie zum Einsatz. Offiziell waren allerdings weiterhin und lange noch die per Hand gestoppten Zeiten, die Elektronik diente v. a. der Kontrolle und Sicherheit bei z. B. Ausfall von Uhren. Die Zielfotografie dagegen wurde offiziell zurate gezogen und entschied im 1500-Meter-Lauf über den endgültigen Ausgang.

Wahl des Austragungsortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Olympischen Sommerspielen 1908 wurde erstmals über eine Austragung in Stockholm nachgedacht. Zu dem Zeitpunkt waren zwei Schweden Mitglieder des IOC: Viktor Balck und Clarence von Rosen[2]. Die beiden traten an den schwedischen Leichtathletik- und Turnverband heran, um sich dort die nötige Unterstützung für eine Bewerbung zu sichern. Die Unterstützung der nationalen Verbände für die Bewerbung wurden am 18. April 1909 zugesagt, sofern finanzielle Unterstützung vorhanden wäre[3]. König Gustaf V. unterstützte die Bewerbung zusätzlich, nachdem am 6. Mai 1909 einen vorläufigen Finanzierungsplan veröffentlicht wurde, der die Kosten der Spiele auf 415.000 Kronen (23.050 Pfund bzw. 115.250 Dollar) bezifferte.

Die Regierung unterstützte die Bewerbung nach der Zusage des schwedischen Königs ebenfalls.[2] Bei einem Treffen des IOCs am 28. Mai in Berlin sicherten die schwedischen Abgesandten zu, dass die finanziellen Rahmenbedingungen für die Spiele in Stockholm gesichert waren. Mit den deutschen IOC-Mitgliedern, die um eine Vergabe der Spiele nach Berlin bemüht waren, wurde eine Abmachung getroffen, dass Berlin die Spiele vier Jahre später zugesprochen werden. IOC-Präsident Pierre de Coubertin sprach bei dem Treffen seine Bedenken gegen die Wahl von Schweden aus, da es bereits bei der Vergabe der Spiele 1908 zu Problemen gekommen war, als der italienischen Hauptstadt Rom aus diversen Gründen die Spiele entzogen wurden und sie neu an die britische Hauptstadt London vergeben werden mussten. Er betonte in seiner Ansprache ebenfalls, dass der Sport in den Vordergrund rücken müsse, diese mehr im Einklang mit klassischen und künstlerischen Anforderungen entsprechen müsse, und dass es würdevollere, vor allem nicht teure Spiele sein sollten.[4] Stockholm als einzigem Bewerber wurde die Austragung der Spiele zugesprochen.[4]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachricht über die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 1912 an Stockholm wurde in Schweden sehr positiv aufgenommen. Das Organisationskomitee nahm sich die Worte von de Coubertin zu Herzen und zielte bei der Planung darauf ab, die Bereiche zu verbessern, die die letzten Spielen, von den Zwischenspiele 1906 in Athen mal abgesehen, in vielen Bereichen nicht zum Erfolg führten.[5] Das Organisationskomitee wurde im Herbst 1909 mit Viktor Balck als Präsidenten gegründet. Das Komitee traf sich erstmals am 7. Oktober und verteilten am 11. Oktober die genaue Durchführung der einzelnen Disziplinen an Ausschüsse der jeweiligen nationalen Dachverbände.[6] Moderner Fünfkampf, Schießen und Reiten spielten insofern eine Ausnahme, dass diese Wettbewerbe von Prinz Carl von Schweden organisiert wurden.[7] Allerdings gab es hier im Vorfeld einige Diskussionen, da die schwedischen Vorstellungen und die Coubertins deutlich verschieden waren. Schließlich einigte man sich auf entsprechende Kompromisse.[8] Zusammengenommen waren 187 Personen an den jeweiligen Ausschüssen beteiligt.[9]

Die offiziellen Einladungen zur Teilnahme an den Spielen wurden am 18. November an 27 Länder verschickt, entweder direkt oder über die jeweiligen Mitglieder im IOC. Bei weiteren 15 Nationen gestaltete sich die Einladung für die Organisation schwieriger, da es keine IOC-Vertreter in den jeweiligen Ländern gab.[10] Daher verschickte man an die jeweiligen Sportverbände zunächst Anfragen und verschickte ebenfalls an diese Einladungen, nachdem diese ihr Interesse bekundeten.[11] Etwa 61.800 Anmeldeformulare wurden gedruckt und an die verschiedenen Länder geschickt.[12]

Der Transport der Ausrüstung war kostenlos für die eingeladenen Länder, Sportler und Delegierte erhielten 50 % Ermäßigung auf Fahrkarten der staatlichen Eisenbahn.[12] Während der Spiele erschien eine olympische Tageszeitung in englischer und schwedischer Sprache.[13] Weitere Aktivitäten im Rahmen der Olympischen Spiele waren ein Lustgarten im Norden des Olympiastadions; einige überdachte Tennisplätze wurden zu Restaurants umgebaut.[13]

Vorbereitung der Schwedischen Mannschaft

Bei den Olympischen Spielen im eigenen Land wollte Schweden möglichst gut aussehen, um vor allem gegenüber den Nachbarn Norwegen und Finnland zu glänzen sowie die Überlegenheit der Schwedischen Gymnastik gegenüber dem Sport zu demonstrieren.[14] Durch das Einmischen des amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt in die Olympischen Spiele 1908 waren zudem die Spiele so politisiert, dass es wichtig wurde zu gewinnen. Schweden umging die Amateurbedingungen der Zeit, indem es die Männermannschaft (sofern die Männer interessiert waren) zu sechs Monaten Wehrdienst einzog und insofern den Staatsamateur erfand.[15]

Eröffnungsfeier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fünften Sommerspiele wurden am 6. Juli 1912 eröffnet. Die königliche Familie aus Schweden verließ ihren Palast um 10:40 Uhr und wurde bei ihrer Ankunft im Olympiastadion von den IOC-Mitgliedern begrüßt.[16] Die Athleten hatten sich bereits auf einer freien Fläche in der Nähe des Stadions versammelt. Sie marschierten in Reihenfolge des schwedischen Alphabetes ein[17], das schwedische Team zuletzt. Entgegen der heutigen Tradition führten die Griechen den Einmarsch der Nation nicht an.[17]

Eine Hymne wurde gesungen, ein traditioneller Gesang wurde vorgetragen und es wurde auf Englisch und Schwedisch gebetet. König Gustav V. eröffnete offiziell die Spiele, danach erklang eine Fanfare und der Kronprinz ließ den König hochleben.[18] Die Athleten verließen das Stadion nach Nationen geordnet und beendeten somit die Feierlichkeiten.[19]

Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl der Athleten

An den Spielen haben 28 Mannschaften teilgenommen. Österreich protestierte gegen die gleichberechtigte Teilnahme einer böhmischen Mannschaft, ebenso Russland gegen Finnland. Als Kompromiss wurden neben der österreichischen bzw. russischen Flagge eine kleinere böhmische bzw. finnische Fahne gezeigt.[20]

Europa (2.130 Athleten aus 21 Nationen)
Amerika (224 Athleten aus 3 Nationen)
Ozeanien (26 Athleten aus 1 Nation)
Afrika (22 Athleten aus 2 Nationen)
Asien (2 Athleten aus 1 Nation)
(Anzahl der Athleten) *erstmalige Teilnahme bei Sommerspielen

Wettkampfprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurden 102 Wettbewerbe (91 für Männer, 5 für Frauen, 2 Mixed Wettbewerbe und 4 offene Wettbewerbe) in 14 Sportarten/18 Disziplinen ausgetragen. Das waren 7 Wettbewerbe und 8 Sportarten/6 Disziplinen weniger als in London 1908. Nachfolgend die Änderungen im Detail:

  • Bogenschießen (3 Wettkämpfe), Boxen (5 Wettkämpfe), Eiskunstlauf (4 Wettkämpfe), Hockey (1 Wettkampf), Polo (1 Wettkampf) und Rugby Union (1 Wettkampf) fehlten im olympischen Programm in Stockholm 1912.
  • Im Fechten wurde Florett Einzel für Männer wieder eingeführt.
  • Jeu de Paume (1 Wettkampf), Lacrosse (1 Wettkampf), Motorbootsport (3 Wettkämpfe) und Rackets (2 Wettkämpfe) wurden aus dem olympischen Programm gestrichen.
  • In der Leichtathletik erweiterten die 10.000 m, 4 × 100 m Staffel, 4 × 400 m Staffel, Zehnkampf, Crosslauf, Crosslauf Mannschaft, Kugelstoßen (beidhändig), Diskuswurf (beidhändig), Speerwurf (beidhändig) und Fünfkampf für Männer das Programm - darüber hinaus ersetzten die 5.000 m die 5 Meilen, die 3.000 m Mannschaftslauf die 3 Meilen Mannschaftslauf. Es entfielen die 400 m Hürden, 3.200 m Hindernis, Olympische Staffel, 3.500 m Gehen, 10 Meilen Gehen, Diskuswurf (antiker Stil) und Speerwurf (Freistil) für Männer.
  • Der von Pierre de Coubertin erfundene Moderne Fünfkampf wurde ins olympische Programm aufgenommen.
  • Der Radsport war mit der Disziplin Straßenradsport (Einzelzeitfahren und Mannschaftsfahren) im Programm. Der Bahnradsport (7 Wettkämpfe) fehlte.
  • Der Reitsport war wieder im olympischen Programm. Neu waren die Disziplinen Springreiten mit der Mannschaft, Dressur mit dem Einzel und Vielseitigkeitsreiten mit dem Einzel und der Mannschaft - im Springreiten wurde die Einzelwertung wieder eingeführt.
  • Beim Ringen wurde das Federgewicht in der Disziplin Griechisch-Römisch hinzugefügt - die Disziplin Freistil (5 Wettkämpfe) fehlte in Stockholm 1912.
  • Im Rudern wurde das Programm durch den Vierer mit Steuermann (Dollengigs) für Männer erweitert - der Vierer mit Steuermann ersetzte den Vierer ohne Steuermann für Männer - hingegen fehlte der Zweier ohne Steuermann.
  • Im Schießen erweiterten das Armeegewehr beliebige Position 600 m, Kleinkalibergewehr liegend 50 m, Kleinkalibergewehr bewegliches Ziel Mannschaft und die Armeepistole 30 m Mannschaft das Programm der Männer - das Armeegewehr 4 Distanzen Mannschaft ersetzte das Armeegewehr 6 Distanzen Mannschaft - Schnellfeuerpistole und der Einzel- und der Mannschaftswettkampf in Armeegewehr Dreistellungskampf 300 m wurden wieder hinzugefügt - hingegen entfielen Freies Gewehr Dreistellungskampf 300 m, Freies Gewehr Dreistellungskampf 300 m Mannschaft, Freies Gewehr 1000 yards, Kleinkalibergewehr festes Ziel, Kleinkalibergewehr bewegliches Ziel.
  • Debüt der Frauen im Schwimmen mit 100 m Freistil und 4 × 100 m Freistil Staffel - die 400 m Brust für Männer wurden hinzugefügt.
  • Debüt der Frauen im Wasserspringen mit Turmspringen 10 m - das Turmspringen einfach wurde für die Männer ins Programm genommen.
  • Im Segeln erweiterte die offene Bootsklasse 10-m-Klasse das Programm - es fehlte die 7-m-Klasse in Stockholm 1912.
  • Beim Tennis erweiterte das Mixed Doppel in der Halle das Programm.
  • Im Turnen kamen die Mehrkampfturnwettbewerbe Freies System und Schwedisches System für Männer ins Programm.

Olympische Sportarten/Disziplinen 1912[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl der Wettkämpfe in Klammern

Zeitplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitplan
Disziplin So.
5.
Mo.
6.
Di.
7.
Mi.
8.
Do.
9.
Fr.
10.
Sa.
11.
So.
12.

...
Fr.
28.
Sa.
29.
So.
30.
Mo.
1.
Di.
2.
Mi.
3.
Do.
4.
Fr.
5.
Sa.
6.
So.
7.
Mo.
8.
Di.
9.
Mi.
10.
Do.
11.
Fr.
12.
Sa.
13.
So.
14.
Mo.
15.
Di.
16.
Mi.
17.
Do.
18.
Fr.
19.
Sa.
20.
So.
21.
Mo.
22.
Ent-
schei-
dungen
Mai Juni Juli
Olympic rings without rims.svg Eröffnungsfeier                                
Fencing pictogram.svg Fechten 1 1 1 1 1 5
Football pictogram.svg Fußball 1 1
Athletics pictogram.svg Leichtathletik 2 4 2 3 4 3 4 3 5 30
Modern pentathlon pictogram.svg Moderner Fünfkampf 1 1
Cycling (road) pictogram.svg Radsport             2 2
Reitsport Equestrian Dressage pictogram.svg Dressur                                   1   1
Equestrian Jumping pictogram.svg Springen               1 1 2
Equestrian Eventing pictogram.svg Vielseitigkeit               2 2
Wrestling pictogram.svg Ringen 1 4 5
Rowing pictogram.svg Rudern 1 3 4
Shooting pictogram.svg Schießen 2 4 3 3 4 2 18
Sailing pictogram.svg Segeln 4 4
Tug of war pictogram.svg Tauziehen 1 1
Tennis pictogram.svg Tennis 2 2   1 3               8
Gymnastics (artistic) pictogram.svg Turnen         1 1 1 1 4
Wasser-
sport
Swimming pictogram.svg Schwimmen 2 3 1 1 2 9
Water polo pictogram.svg Wasserball1 1 S/B 1
Diving pictogram.svg Wasserspringen 1 1 1 1 4
Olympic rings without rims.svg Schlussfeier                                    
Demonstrationswettbewerbe
Baseball                                  
Glíma                                
Entscheidungen          2  2      2    4  3  3  6  5    4 7 3 7 6 8 8 5 14 1 3 2 3 4 102
So.
5.
Mo.
6.
Di.
7.
Mi.
8.
Do.
9.
Fr.
10.
Sa.
11.
So.
12.

...
Fr.
28.
Sa.
29.
So.
30.
Mo.
1.
Di.
2.
Mi.
3.
Do.
4.
Fr.
5.
Sa.
6.
So.
7.
Mo.
8.
Di.
9.
Mi.
10.
Do.
11.
Fr.
12.
Sa.
13.
So.
14.
Mo.
15.
Di.
16.
Mi.
17.
Do.
18.
Fr.
19.
Sa.
20.
So.
21.
Mo.
22.
Mai Juni Juli
1 Im Wasserball wurde zunächst in einem Turnier der Olympiasieger ermittelt. Danach spielten die Verlierer in einer "Trostrunde" um die Silber- und Bronzemedaille.

Farblegende

  • Eröffnungsfeier
  • Wettkampftag (keine Entscheidungen)
  • Wettkampftag (x Entscheidungen)
  • Wettkampftag ("Trostrunde" (siehe Bergvall-System))
  • Schlussfeier
  • Kunstwettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Walter Winans, der bei den Spielen 1912 sowohl im sportlichen als auch im künstlerischen Bereich eine Medaille gewann

    Von 1912 bis 1948 wurden bei sieben Olympischen Spielen auch Medaillen für künstlerische Leistungen auf 18 Gebieten vergeben. 1912 gab es folgende prämierte Kunstwettbewerbe: Städtebauliche Entwürfe, Bildhauerkunst/Plastiken, Malerei und Graphik, Literatur/Dichtung jeder Art und Musik (mit den Unterteilungen in Musik jeder Art, Gesangskompositionen, Kompositionen für ein Instrument und Kompositionen für Orchester). Obwohl die schwedischen Organisatoren dieser Idee anfänglich ablehnend gegenüberstanden, lenkten sie schließlich ein. Die Kunst-Goldmedaille in der Literatur (Dichtung jeder Art) wurde den Dichtern Georg Hohrod und M. Eschbach für die „Ode an den Sport“ zugesprochen. Später stellte sich heraus, dass diese Namen Pseudonyme waren. Der wahre Verfasser war Baron Pierre de Coubertin, der Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit.

    1912 gewann der in England lebende US-Amerikaner Walter Winans sowohl eine Silbermedaille in der Schießsport-Disziplin „Laufender Hirsch (Mannschaft)“ als auch eine Goldmedaille für seine Skulptur „An American Trotter“. Er ist bis jetzt der Einzige, der bei den gleichen Olympischen Spielen sowohl in einem sportlichen wie auch in einem künstlerischen Wettbewerb eine Medaille gewonnen hat.

    Demonstrationssportarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Herausragende Sportler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die jüngste Teilnehmerin, die an den Spielen teilnahm, war die Schwedin Greta Carlsson, die kurz vor Beginn der Spiele ihren vierzehnten Geburtstag feierte und am Schwimmen teilnahm. Der älteste Sportler war der 64-jährige Sportschütze Oscar Swahn, der eine Gold- und eine Bronzemedaille gewann.[21]

    Die erfolgreichsten Teilnehmer
    Platz Athlet Land Sportart Gold Gold Silber Silber Bronze Bronze Gesamt
    1 Vilhelm Carlberg SchwedenSchweden SWE Schießen 3 2 5
    2 Hannes Kolehmainen Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Leichtathletik 3 1 4
    3 Eric Carlberg SchwedenSchweden SWE Schießen 2 2 4
    4 Hübner von Holst SchwedenSchweden SWE Schießen 2 1 1 4
    5 Åke Lundeberg SchwedenSchweden SWE Schießen 2 1 3

    Der schwedische Sportschütze Vilhelm Carlberg war der erfolgreichste Teilnehmer. Er gewann dreimal Gold (Kleinkaliber 25 m - Verschwindendes Ziel, Kleinkaliber 25 m - Verschwindendes Ziel Mannschaft, Militärrevolver 30 m Mannschaft) und zweimal Silber (Kleinkaliber 50 m - Mannschaft, Pistole 50 m Mannschaft).

    Der Indianer Wa Tho Huck (auch bekannt als Jim Thorpe) gewann überlegen sowohl den Zehnkampf als auch den Fünfkampf. Er musste seine Goldmedaillen allerdings ein Jahr später wieder abgeben, weil er durch die bezahlte Teilnahme an einem Baseballmatch, bei dem er 60 $ verdient hatte, seinen Amateurstatus verloren hatte. Nach seinem Tod (1953) wurden Wa Tho Huck seine Goldmedaillen im Jahre 1982 wieder zugesprochen.

    Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Der Japaner Shisō Kanaguri kam beim Marathon, der bei extremer Hitze stattfand, an einem Haus vorbei, dessen Bewohner ihm anboten, etwas zu trinken und sich kurz auszuruhen. Als er seinen Durst gelöscht hatte und sich niederlegte, schlief er augenblicklich ein, sodass bis zum nächsten Tag niemand wusste, wo er geblieben war. 54 Jahre später wurde er nach Schweden eingeladen und beendete seinen Lauf von der Stelle an, an der er ihn abgebrochen hatte.
    • Den fünften Platz im modernen Fünfkampf belegte der spätere US-General George S. Patton.
    • Die Goldmedaille im Straßenrennen rund um den Mälarsee gewann der Südafrikaner Rudolph Lewis, der somit der zweite Olympiasieger aus Afrika war.
    • Der deutsche Fußballspieler Gottfried Fuchs schoss in einem Spiel zehn Tore und hält damit bis heute den deutschen Rekord.
    • Das amerikanische Team reiste an Bord des Ozeandampfers Finland der Red Star Line nach Stockholm.

    Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

     Commons: Olympische Sommerspiele 1912 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. a b Seite des IOC zu den Sommerspielen von 1912 (englisch), aufgerufen am 28. September 2012
    2. a b Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 7, abgerufen am 16. Mai 2014.
    3. Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 8, abgerufen am 16. Mai 2014.
    4. a b Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 9, abgerufen am 16. Mai 2014.
    5. Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 10, abgerufen am 16. Mai 2014.
    6. Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 11, abgerufen am 16. Mai 2014.
    7. Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 12, abgerufen am 16. Mai 2014.
    8. Sandra Heck: Von Spielenden Soldaten und kämpfenden Athleten. Die Genese des Modernen Fünfkampfes. V & R Unipress, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8471-0201-4.
    9. Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 13, abgerufen am 16. Mai 2014.
    10. Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 23, abgerufen am 16. Mai 2014.
    11. Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 25, abgerufen am 16. Mai 2014.
    12. a b Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 26, abgerufen am 16. Mai 2014.
    13. a b Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 27, abgerufen am 16. Mai 2014.
    14. Leif Yttergren, Hans Bolling (Hrsg.). The 1912 Stockholm Olympics: Essays on the Competitions, the People, the City. Jefferson: McFarland & Company, Incorporated Publishers, 2012. ISBN 978-0-7864-7131-7.
    15. Arnd Krüger: Buying victories is positively degrading. The European origins of Government Pursuit of National Prestige through Sports. International Journal of the History of Sport 12(1995), 2, 201 - 218
    16. Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 307, abgerufen am 16. Mai 2014.
    17. a b Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 308, abgerufen am 16. Mai 2014.
    18. Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 310, abgerufen am 16. Mai 2014.
    19. Internationales Olympisches Komitee: Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1912. In: library.la84.org. S. 311, abgerufen am 16. Mai 2014.
    20. Volker Kluge: Olympische Sommerspiele. Die Chronik I. Athen 1896 – Berlin 1936. Sportverlag Berlin, Berlin 1997, ISBN 3-328-00715-6, S. 297.
    21. 1912 Stockholm Summer Games. In: sports-reference.com. Olympics at Sports-Reference.com, abgerufen am 17. Mai 2014.