Malešov

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Malešov
Wappen von Malešov
Malešov (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Středočeský kraj
Bezirk: Kutná Hora
Fläche: 1432 ha
Geographische Lage: 49° 55′ N, 15° 14′ OKoordinaten: 49° 54′ 38″ N, 15° 13′ 34″ O
Höhe: 330 m n.m.
Einwohner: 1.029 (1. Jan. 2018)[1]
Postleitzahl: 285 41
Verkehr
Straße: ČáslavUhlířské Janovice
Bahnanschluss: Kutná HoraZruč nad Sázavou
Struktur
Status: Městys
Ortsteile: 5
Verwaltung
Bürgermeister: Bedřich Hoferek (Stand: 2008)
Adresse: Malešov 45
28541 Malešov
Gemeindenummer: 534188
Website: www.malesov-kh.cz

Malešov (deutsch Maleschau) ist ein Městys in Tschechien. Er liegt sechs Kilometer südwestlich von Kutná Hora und gehört zum Okres Kutná Hora.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malešov befindet sich in der Böhmisch-Mährischen Höhe am Flüsschen Vrchlice. Der Ort liegt am oberen Ende des Vrchlice-Stausees. Nördlich erhebt sich der Písečný vrch (356 m).

Nachbarorte sind Bylany im Norden, Poličany im Nordosten, Křesetice und Bykáneč im Osten, Krupá und Bykáň im Südosten, Maxovna im Süden, Chlístovice und Polánka im Südwesten, Roztěž und Lázně im Westen sowie Nová Lhota im Nordwesten.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miskovice Kutná Hora
Vidice u Kutné Hory,
Košice u Nepoměřic
Nachbargemeinden Křesetice
Nepoměřice, Chlístovice Černíny Úmonín

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Městys Malešov besteht aus den Ortsteilen Albrechtice (Albrechtitz), Malešov (Maleschau), Maxovna (Maxdorf), Polánka (Polanka) und Týniště (Tinischt).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt von 1303. Karl IV. gestand ihm 1340 das Marktrecht zu. Am 11. November 1421 nahm Jan Žižka Malešov ein. Am 7. Juni 1424 besiegte ein Kontingent radikaler Hussiten unter dem Kommando von Jan Žižka in der Schlacht bei Maleschau ein gemeinsames Heer der gemäßigten Prager Hussiten und des katholischen Adels.

Maleschau war der namensgebende Ort für die Herrschaft Maleschau, die 1710 von den Grafen von Ostein gekauft wurde, die Friedrich Karl Anton von Dalberg 1809 erbte und die damit an die Familie der Freiherren von Dalberg kam.[2] Als diese Familie mit Johannes Evangelist von Dalberg 1940 ausstarb, ging das Erbe an dessen Cousine Maria Anna von und zu Dalberg (1897–1979), die mit Prinz Franz Emanuel Konstantin zu Salm und Salm-Salm (1876–1965) verheiratet war[3] über, wurde aber kurz darauf durch die Tschechoslowakei 1945 enteignet.

Seit 2006 besitzt Malešov wieder den Status eines Městys.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Veste aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts
  • barocke Kirche Sankt Wenzel, erbaut 1731–1733
  • Barock-Statue der Heiligen Barbara aus dem 18. Jahrhundert
  • Jüdischer Friedhof

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Meisl (1881–1937), österreichischer Fußballspieler, -schiedsrichter, -trainer und -funktionär

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der grün-weiß und blau markierte Lehrpfad Naučná stezka Cestou husitských hejtmanů (unterwegs mit hussitischen Hauptmännern) führt in landschaftlich schönem Gebiet ins 5 Kilometer entfernte Dörfchen Chlístovice.[4][5] Im Talbereich der Vrchlice passiert man dabei die Mühle Dubina, in deren Nähe die Schlacht bei Maleschau stattfand, und die zerstörte hussitische Burg Sion.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Malešov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2018 (PDF; 421 KiB)
  2. Jana Bisová: Die Kämmerer von Worms in Böhmen und Mähren. In: Kurt Andermann (Hrsg.): Ritteradel im Alten Reich. Die Kämmerer von Worms genannt von Dalberg (= Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission NF Bd. 31). Hessische Historische Kommission, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-88443-054-5, S. 289–316 (292).
  3. Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten. Neue Folge, Band 9: Familien vom Mittel- und Oberrhein und aus Burgund. Marburg 1986, ohne ISBN, Tafel 59.
  4. Naučná stezka Cestou husitských hejtmanů. Beschreibung des Lehrpfads auf stezky.info (tschechisch).
  5. Trasse des Lehrpfades.