Matthias Dolderer

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Matthias Dolderer DeutschlandDeutschland
Matthias Dolderer, 2017 in Porto
Matthias Dolderer, 2017 in Porto

Name Matthias Dolderer
Geboren 15. September 1970
in Ochsenhausen, Deutschland
Red Bull Air Race Weltmeisterschaft
Rennteam Matthias Dolderer Racing
Flugzeug Edge 540 V3
Platzierungen / Titel
Champion 2016
Platzierung (Jahr) 09. (2009)
08. (2010)
07. (2014)
05. (2015)
01. (2016)
07. (2017)

Matthias Dolderer (* 15. September 1970 in Ochsenhausen, Deutschland) ist ein deutscher Kunstflugpilot und erster deutscher Gewinner der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft 2016.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MINI Challenge 2010

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst absolvierte Matthias eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Seine fliegerische Karriere begann schon viel früher auf dem elterlichen Flugplatz in Tannheim in Oberschwaben. Mit 14 Jahren unternahm er hier seinen ersten Alleinflug. Im Jahre 1988 erhielt er als jüngster Deutscher eine Ultraleichtflug-Lizenz. Nur wenige Tage später erreichte er bei den Deutschen Meisterschaften den dritten Platz. Zwischen 1988 und 1991 nahm Dolderer im Kader der deutschen Ultraleichtflug-Nationalmannschaft an mehreren Europa- und Weltmeisterschaften teil. Mit dem Titel des deutschen Meisters beendete er schließlich seine Karriere in dieser Luftsportart. Im gleichen Jahr wurde Dolderer Fluglehrer – ebenfalls als jüngster Deutscher. Zusammen mit seiner Schwester Verena übernahm er den familiengeführten Flugplatz Tannheim. Um ihre Leidenschaft für die Fliegerei mit anderen zu teilen, gründeten die beiden Tannkosh, einen internationalen Luftfahrttreff und mit über 1300 teilnehmenden Flugzeugen Europas größtes Fly-in.

2002 wurde Dolderer offizielles Mitglied bei den Flying Bulls, für die er bis heute als Pilot auf mehreren Flugzeugtypen weltweit im Einsatz ist. Insgesamt hat er mehr als 300 Tage seines Lebens im Cockpit verbracht, dabei über 100 verschiedene Flugzeugtypen gesteuert und viele Airshows in ganz Europa absolviert.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Dolderer lebt in Stuttgart und Kitzbühel und trainiert in Tannheim.

Motorsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 und 2011 nahm er als Gaststarter an je einer Rennveranstaltung der Mini Challenge Deutschland teil und belegte 2011 in der Gesamtwertung den 22. Platz mit 12 Punkten.

Wettbewerbskunstflug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dolderer intensivierte im Sommer 2006 seine Kunstflugaktivitäten mit einer Extra 300; ein Jahr später nahm er an den Kunstflug-Weltmeisterschaften in der Kategorie Unlimited teil. Nach dem Wechsel auf den Flugzeugtyp Extra 330 SC feierte Dolderer den Gewinn der deutschen Meisterschaft und erreichte auch hohe Platzierungen in internationalen Wettbewerben – immer in der Kategorie „Unlimited“.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Dolderer bei der Tannkosh 2009
17. Oldtimer Fliegertreffen - Hahnweide (6.-8. September 2013) - Matthias Dolderer in seiner Zivko Edge 540

Wettbewerbskunstflug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988
  • Europameisterschaft im Ultraleichtflug
1988–1991
  • Deutsche Meisterschaft im Ultraleichtflug
1990
  • Weltmeisterschaft im Ultraleichtflug
1991
  • 1. Platz Deutsche Meisterschaft im Ultraleichtflug
  • Europameisterschaft Ultraleichtflug
2006
  • Deutsche Meisterschaft Motorkunstflug, Kategorie „Advanced“
2007
  • Weltmeisterschaft Motorkunstflug, Kategorie „Unlimited“
  • Deutsche Meisterschaft Motorkunstflug, Kategorie „Unlimited“
2008
  • 1. Platz Deutsche Meisterschaft Motorkunstflug, Kategorie „Unlimited“[1][2]
  • 2. Platz Deutsche Meisterschaft Motorkunstflug, Kategorie „Freestyle“
  • 2. Platz World Aerobatics Cup, Kategorie „Unlimited“
  • 19. Platz Europameisterschaft Motorkunstflug, Kategorie „Unlimited“
  • Red Bull Air Race Superlizenz, Aktiver Rennstatus 2009
2009
  • 3. Platz Red Bull Air Race Spanien 2009 / Best Rookie of the year

Red Bull Air Race[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Dolderer in seiner Extra 330LX beim Red Bull Air Race in Budapest 2009
Durchflug der Zielkegel in der letzten Runde des Rennens in Barcelona (2009)
Edge 540 V3 von Matthias Dolderer beim Red Bull Air Race 2017 in Chiba JapanJapan - N721MD

Dolderer startet seit 2009 in der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft. Aufgrund seiner Erfolge wurde Dolderer zum Red Bull Air Race Qualification Camp im spanischen Casarrubios eingeladen[3]. Hier erhielt er die Superlizenz, die Voraussetzung zur Teilnahme an der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft. 2009 bestritt er seine erste Saison als Rennpilot bei der „Formel 1 der Lüfte“.[4] Beim Auftaktrennen in Abu Dhabi holte Dolderer gleich den ersten WM-Punkt. Das Rennen in Budapest, Ungarn mit einem überraschenden fünften Platz brachte Dolderer seinem Ziel, die Weltmeisterschaft in den Top 10 abzuschließen, einen entscheidenden Schritt näher.

Dolderer überraschte das gesamte Feld der erfahrenen Piloten bereits bei seinem WM-Debüt 2009 und wurde Dritter beim Saisonfinale in Barcelona. Auch trotz mehrfacher Zeitstrafen bei diesem letzten Saison-Rennen sicherte er sich schließlich den 9. Platz in der Gesamtwertung, nachdem er zuvor mit Platz 11 sein Ziel zu verfehlen drohte.[5]

DeutschlandDeutschland Matthias Dolderer bei der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft
Jahr 1 2 3 4 5 6 7 8 Punkte Siege Rang
2009 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate
11.
1
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
13.
0
KanadaKanada
13.
0
UngarnUngarn
5.
7
PortugalPortugal
6.
6
SpanienSpanien
3.
9
23 0 9.
2010 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate
7.
5
AustralienAustralien
7.
5
BrasilienBrasilien
10.
2
KanadaKanada
5.
7
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
10.
2
DeutschlandDeutschland
7.
5
UngarnUngarn
CAN
PortugalPortugal
CAN
26 0 8.
Serie wurde zwischen 2011 und 2013 nicht ausgetragen
2014 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate
6.
3
KroatienKroatien
9.
0
MalaysiaMalaysia
8.
1
PolenPolen
11.
0
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
4.
5
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
4.
5
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
3.
7
OsterreichÖsterreich
11.
0
21 0 7.
2015 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate
9.
0
JapanJapan
3.
7
KroatienKroatien
6.
3
UngarnUngarn
7.
2
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
10.
0
OsterreichÖsterreich
6.
3
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
5.
4
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
3.
7
26 0 5.
2016 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate
2.
12
OsterreichÖsterreich
1.
15
JapanJapan
8.
3
UngarnUngarn
1.
11.25
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
2.
12
DeutschlandDeutschland
2.
12
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
1.
15
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
CAN
80.25 3 1.
2017 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate
4.
7
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
3.
9
JapanJapan
4.
7
UngarnUngarn
13.
0
RusslandRussland
10.
1
PortugalPortugal
8.
3
DeutschlandDeutschland
12.
0
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
2.
12
39 0 7.
2018 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate
13.
0
FrankreichFrankreich
2.
12
JapanJapan
.
UngarnUngarn
.
RusslandRussland
.
OsterreichÖsterreich
.
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
.
12* 0* 4.*

(Legende: DNP = Nicht teilgenommen; DNS = Nicht gestartet; DSQ = Disqualifiziert; CAN = Abgesagt)

Weltmeister 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Dolderer hat in Indianapolis das vorletzte Rennen des Red Bull Air Race 2016 gewonnen und sich damit vorzeitig und als erster Deutscher zum Weltmeister der schnellsten Motorsportserie der Welt gekrönt. Bei der Premiere im weltberühmten Motor Speedway feierte der 46-Jährige vor 62.000 Zuschauern vor dem Briten Nigel Lamb seinen dritten Saisonsieg und ist beim Finale in Las Vegas uneinholbar[6].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 2.9.2008 - DM im Motorkunstflug: Ergebnisse Deutsche Meisterschaft im Motorkunstflug. In: aerokurier. (aerokurier.de [abgerufen am 20. Dezember 2017]).
  2. fliegermagazin | News | Matthias Dolderer ist neuer Deutscher Meister im Motorkunstflug. Abgerufen am 20. Dezember 2017.
  3. Air-Race-Pilot Dolderer: "Da werden die Innereien nach unten gezogen". In: Spiegel Online. 3. August 2009 (spiegel.de [abgerufen am 18. November 2017]).
  4. Red Bull Air Race: History | Red Bull Air Race. In: Red Bull Air Race. (redbull.com [abgerufen am 18. November 2017]).
  5. Bonhomme wins Red Bull Air Race World Championship title in Barcelona | LIVE-PRODUCTION.TV. Abgerufen am 20. Dezember 2017.
  6. Matthias Dolderer sichert sich WM-Titel 2016/Air Race SPEEDWEEK. In: SPEEDWEEK. (speedweek.com [abgerufen am 18. November 2017]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Matthias Dolderer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien