Matthias Hoch (Fotograf)

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Matthias Hoch im ehemaligen Hotel Kobenzl, Salzburg 2016

Matthias Hoch (* 1958 in Radebeul) ist ein deutscher bildender Künstler und Fotograf.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Hoch studierte von 1983 bis 1988 Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Nach einem DAAD-Studienaufenthalt an der Universität Essen (1990) und einem Meisterschülerstudium an der HGB Leipzig (1991–92) lehrte er von 1993 bis 1998 als künstlerischer Assistent an der HGB Leipzig. 2003 erhielt er ein Stipendium der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom[1], 2013 ein Stipendium des Goethe-Instituts für die Villa Kamogawa in Kyoto[2] und 2018/2019 ein Stipendium der Bundesrepublik Deutschland für einen halbjährlichen Aufenthalt in der Cité Internationale des Arts Paris. Er lebt in Leipzig.

Werk und Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt wurde Matthias Hoch mit Farbfotografien der Werkgruppe „Bahnhöfe“, die 1988 in Ostberlin, Dresden, Leipzig, Halle und anderen Städten der damaligen DDR entstand. Bilder dieser Serie wurden zwischen 1992 und 1999 in der Wanderausstellung „Zustandsberichte. Deutsche Fotografie der 50er bis 80er Jahre in Ost und West“ vom Institut für Auslandsbeziehungen in insgesamt 17 Ländern gezeigt. Sie befinden sich u. a. in den Sammlungen der Berlinischen Galerie, des Museums der bildenden Künste Leipzig, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden[3] sowie der Pinakothek der Moderne, München. Wie der Kurator und Publizist Harald Kunde schreibt, „erzählen die nahezu menschenleeren Lokalitäten über ihre Form, ihre Farbgebung, ihr verordnetes Design und die Spuren ihrer Nutzung geradezu zwanghaft die Geschichte eines untergehenden Staates.“[4]

In den 1990er Jahren realisierte Matthias Hoch fotografische Serien, die sich mit dem Reichstagsgebäude Berlin, dem Universitätsklinikum Aachen sowie neu erbauten Logistikzentren in Ostdeutschland beschäftigten. Es folgten Werkgruppen über moderne funktionale Architektur, die in Paris[5], Brüssel[6] und den Niederlanden entstanden. Das Kunstmagazin art beschreibt Hoch's Fotografien als „sparsame und irritierende Kommentare zu zeitgenössischer Urbanität“[7], für die FAZ sind sie „adäquate Bilder für die postindustrielle Gesellschaft“.[8]

Während des einjährigen Rom-Aufenthaltes 2003 entstanden neben großformatigen Bildern auch fotografische „Skizzen“, die in Ingo Schulzes Erzählband „Orangen und Engel“ 2010 veröffentlicht wurden.[9] Diese 48 Fotografien spiegeln, wie die Märkische Allgemeine schreibt, „auf wunderbar beiläufige Art das unmittelbare Nebeneinander von Banalem und Erhabenen wider“[10], „Bild und Text fügen sich zu einem subtilen Dialog.“ (NZZ)[11]

Für seine Arbeit über die verlassene Konzernzentrale der Dresdner Bank in Frankfurt am Main („Silver Tower, 2009-11“) wurde Hoch mit einem Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gefördert.[12][13]

In zeitgleichen Präsentationen im Fotohof Salzburg und in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig stellte Matthias Hoch im Sommer 2016 seine Arbeit über die Transformation eines ehemaligen Salzburger Luxushotels vor ("Hotel Kobenzl, 2014-16"). Der 3sat-Kulturzeit-Moderator Ernst A. Grandits beschrieb die Bilder so: "Matthias Hoch's Fotografien machen das Vergehen der Zeit sichtbar. Sie sind poetische Zeugnisse eines scheinbar unaufhaltsamen Wandels, im Kleinen wie im Großen."[14]

Von 2017 bis 2020 unternahm Matthias Hoch eine visuelle Erkundung des halbfertigen, noch funktionslosen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg (BER) und präsentierte 2021 die entstandenen Fotografien, eine Videoinstallation sowie einen Bildband.[15][16] „Der Fotograf Matthias Hoch nimmt am Flughafen Berlin Brandenburg Bilder auf, denen man nicht ansieht, ob sie Aufbau oder Abriss zeigen.“ (FAZ)[17]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppenausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Akademie Villa Massimo Rom, Stipendiaten 2003 (Memento des Originals vom 4. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.villamassimo.de
  2. Villa Kamogawa Kyoto, Stipendiaten 2013
  3. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Online Collection: Matthias Hoch, aus der Serie Bahnhöfe (1988) (Memento des Originals vom 19. Dezember 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/skd-online-collection.skd.museum
  4. Harald Kunde, Abglanz des Alltäglichen, in: Matthias Hoch, Fotografien/Photographs, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2005.
  5. Städtische Galerie Wolfsburg: Matthias Hoch, Fotografien, 2000
  6. Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen: Matthias Hoch, Fotografie, 2006 (Memento des Originals vom 29. Dezember 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ludwigforum.de
  7. Susanne Altmann, Die Stadt als Bühne ohne Akteure, art, 4/2005, S. 89.
  8. Ludger Derenthal, Vom Lächeln gesichtsloser Städte, FAZ, 24. Mai 2000, S. 54.
  9. Ingo Schulze, Orangen und Engel, Italienische Skizzen, Berlin Verlag, 2010
  10. Marion Lühe, Unscheinbare Geschichten, Märkische Allgemeine, 10. Juni 2010, S. 10.
  11. Beatrix Langner, Alles ganz normal, NZZ, 15. Juli 2010, S. 20.
  12. Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Förderungen 2010
  13. Galerie Nordenhake, Stockholm: Matthias Hoch, Silver Tower, 2010 (engl.)
  14. 3sat Kulturzeit extra: Salzburger Festspiele 2016, 5. August 2016
  15. Matthias Hoch: BER, Galerie Nordenhake Berlin, 18.6.-4.9.2021 (engl.)
  16. Matthias Hoch: BER, Spector Books, Leipzig 2021
  17. Freddy Langer, BER, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. Dezember 2018, S. R6