Meinolf Schönborn

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Meinolf Schönborn (* 23. Juni 1955) war Mitgründer der Partei Nationalistische Front und ist Aktivist in der Neonazi- und Holocaustleugner-Szene.[1][2][3] Er war Stabsunteroffizier der Panzertruppe der Bundeswehr.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meinolf Schönborn ist gelernter Maschinenschlosser und war vorübergehend Unteroffizier der Bundeswehr.[4]

Er trat 1972 in die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) ein. 1981 wurde er in den Landesvorstand der Jungen Nationaldemokraten (JN) Nordrhein-Westfalen gewählt. 1982 gründete er einen Förderkreis Junges Deutschland (FJD). 1983 wurde er Landesvorsitzender der JN. Unter seinem Vorsitz wurde die ausländerfeindliche Agitation in der vom JN-Landesverband herausgegebenen Zeitschrift Klartext so stark verschärft, dass der JN-Bundesvorstand die weitere Herausgabe unterband. Als Schönborn versuchte, mit seinem Redaktionsteam den Klartext weiter herauszugeben, wurde er als Landesvorsitzender abgesetzt und im November 1984 aus der NPD ausgeschlossen. Schönborn gab die Zeitschrift Klartext weiter heraus und warb zunächst für die Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP).

Seit 1984 gibt Meinholf Schönborn das Zweimonatsmagazin "Recht und Wahrheit" heraus.[5] Es wird unter anderem auch mit Aufklebern beworben. Er veranstaltet "Recht und Wahrheit" Liederabende, sowie andere größere Treffen zumeist mit Holocaustleugnern und Antisemiten, unter anderem mit Mitgliedern der Europäische Aktion.[6]

Am 16. November 1985 beteiligte sich Schönborn an der Gründung der Nationalistischen Front (NF) als bundesweite Partei. Schönborn wurde zunächst NF-Generalsekretär. Nach einer internen Auseinandersetzung Anfang 1986 löste Schönborn den bisherigen NF-Vorsitzenden Bernhard Pauli ab. Im selben Jahr kaufte er ein Haus in der Bielefelder Bleichstrasse, welches er als NF-Zentrum nutzte, und gründete den Klartext-Verlag, der dort seinen Sitz hatte. Dieser Verlag war einer der ersten rechtsextremistischen Musikverlage in Deutschland und diente der Finanzierung der NF.

Schönborn setzte seine politische Arbeit auch nach dem Verbot der NF am 27. November 1992 fort. Weder sein FJD noch sein Klartext-Verlag waren vom Verbot betroffen. Sein Schulungszentrum, seit 1991 in ein anderes Haus bei Detmold Pivitsheide verlagert, setzte die politischen Aktivitäten bruchlos fort, so dass er im Juni 1994 eine Anklage wegen Fortführung einer verbotenen Organisation erhielt. Um der Strafverfolgung zu entgehen, kaufte Schönborn ein Haus in Kvaers, Dänemark. Nach Demonstrationen von Anwohnern gegen die Präsenz „deutscher Neonazis“ räumte er das Haus wieder und wurde im November 1994 in Gütersloh inhaftiert. Im November 1995 erfolgte das Urteil des Landgerichts Dortmund. Schönborn wurde zu zwei Jahren und drei Monaten ohne Bewährung verurteilt. Nach einer erfolglosen Revision vor dem Bundesgerichtshof trat Schönborn im November 1996 seine Strafe an. Nach seiner Haftentlassung nahm er an verschiedenen Veranstaltungen der NPD teil. Seit 2001 betreibt er einen Spielwarenhandel.

Das Landgericht Dortmund verurteilte Schönborn 2006 wegen Volksverhetzung und anderer Propagandadelikte zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe.[7]

2009 veranstaltete er in Thüringen eine „kameradschaftliche Feier“ aus Anlass der Sommersonnenwende. Im Dezember 2008 organisierte er in Erfurt ein „Julfest“ zur Wintersonnenwende. In den Einladungstexten schreibt Schönborn: „Wir bitten, unseren Feinden keinen Anlass zu bieten, unsere Harmonie zu stören und auf Uniformierungen sowie das Tragen derzeit verbotener Zeichen zu verzichten.“[8] Am 7. Juli 2012 wurden bei einer Razzia gegen eine bisher unbekannte Gruppe gewaltbereiter Neonazis in drei Bundesländern auch Wohnung und Geschäftsräume von Schönborn und seinem Versandhandel durchsucht. Hintergrund der Durchsuchungen war ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Neuruppin wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz sowie die Bildung einer bewaffneten Gruppe.[9]

Im Februar 2013 berichtete Report Mainz dass Schönborn einer der Anführer der Gruppe „Neue Ordnung“ sei. Seine Lebensgefährtin habe das Hotel „Weißes Haus“ angemietet, in dem Schulungen für diese stattfinden sollen.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brauner Luther-Event, Blick nach Rechts 17. März 2017
  2. http://tribuene-verlag.de/Holler_Reichsbuerger.pdf
  3. https://www.ndr.de/nachrichten/dossiers/der_norden_schaut_hin/verfassungsschutzbericht218.pdf
  4. Wolfgang Purtscheller: Aufbruch der Völkischen: das braune Netzwerk. Picus Verlag, Wien 1993, ISBN 3-85452-239-8, S. 305.
  5. Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin: Profil: Recht und Wahrheit (RuW)
  6. Brauner Luther-Event "Blick nach Rechts" 17.03.2017
  7. Haftstrafe für Neonazi. Tagesspiegel vom 2. August 2006
  8. Rainer Holzkamp: Neonazi Schönborn in Thüringen aktiv. In: nw-news.de, 18. Juni 2009.
  9. EIL: Razzia gegen Neonazis in drei Bundesländern In: dokmz.wordpress.com, 7. Juli 2012
  10. Hintergründe über die Neonaziorganisation "Neue Ordnung: Der Tod von Jörg L. In: swr.de, 5. Februar 2013