Milford Sound

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-44.675167.92944444444Koordinaten: 44° 40′ 30″ S, 167° 55′ 46″ O

Karte: Neuseeland
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Milford Sound
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Neuseeland
Der Milford Sound liegt in einer der regenreichsten Gegenden der Erde

Der Milford Sound ist ein Fjord auf der Südinsel Neuseelands. Der 15 Kilometer lange Fjord ist die wichtigste Touristenattraktion des Fiordland-Nationalparks im Südwesten der Insel und gehört somit auch zum Weltnaturerbe der UNESCO. Der Milford Sound wurde nach dem walisischen Ort Milford Haven benannt. In der Sprache der Māori heißt er Piopiotahi. Rudyard Kipling hatte den Sound einmal das achte Weltwunder genannt.

Naturraum[Bearbeiten]

Stirling Falls

Der Fjord entstand durch die Gletscherbewegungen der Eiszeiten. Der Milford Sound erstreckt sich 15 Kilometer von der Tasmansee ins Land und wird von bis zu 1200 Meter hohen Felswänden umgeben. Die höchste Erhebung ist der Mitre Peak (Bischofshut) mit 1692 Metern.

Durch Steigungsregen an den direkt anschließenden neuseeländischen Alpen gehört der Milford Sound zu den regenreichsten Gebieten der Erde. Jährlich fallen hier bis zu 8000 mm Niederschlag.

An den Hängen wächst ein Gemäßigter Regenwald. Jeder Regenfall schafft Dutzende vorübergehende Wasserfälle an den umgebenden Steilhängen, von denen einige eine Länge von 1000 Metern erreichen. Jedoch kann das Regenwasser das Abrutschen von Teilen des Regenwalds verursachen. Im Wasser leben Robben, Pinguine und Delfine.

Das Wasser des Fjordes bildet zwei Schichten. Das schwerere salzhaltige Meerwasser wird von einer Schicht Süßwasser überdeckt. Diese enthält viele durch den starken Regen aus dem Boden gelösten Gerbstoffe. Dadurch herrschen im darunter liegenden Salzwasser Lichtverhältnisse die es sonst nur in weit größeren Tiefen gibt. So lassen sich im Milford Sound Flora und Fauna der Tiefsee beobachten.

Blick auf den Mitre Peak

Tourismus[Bearbeiten]

Die natürliche Schönheit dieser Gegend zieht jeden Tag Tausende Besucher an. Von Queenstown aus dauert eine Autofahrt zum Milford Sound über fünf Stunden; viele Busfahrten dorthin starten von dort genauso wie Hubschrauberflüge. Schneller geht es von Te Anau, wo die 119 km lange Milford Road beginnt, welche extra für touristische Zwecke angelegt wurde. Die Fahrt führt durch unveränderte Gebirgsregionen, vorbei an den Mirror Lakes, Lake Gunn, mit seinem mit Moosen und Farnen bewachsenen Zauberwald, bevor der 1200 m lange Homer Tunnel durchfahren wird, der sich in eine mit Regenwald bedeckte Schlucht öffnet, die zum Milford Sound führt.

Bootstouren zum Sound werden von verschiedenen Firmen angeboten, sie starten am Milford Sound Visitor's Center. Wandern und Kanu-Fahrten sind ebenfalls möglich. Ein Unterwasserobservatorium (Milford Deep) ermöglicht es, schwarze Korallen zu sehen, die gewöhnlich sonst nur in tieferem Wasser gefunden werden. Normalerweise ist die für die Koralle tödliche Deckschicht aus Süßwasser nur wenige Meter tief, die Koralle ist aber an einer Winde befestigt und kann nach starken Regenfällen, welche die Süßwasserschicht nach unten anwachsen lassen können, nach unten abgelassen werden. So kann sie in einer sehr geringen Tiefe überleben. Auch andere Meerestiere, wie z. B. Haie können durch diese Umstände hier beobachtet werden.

Berühmt unter Wanderern sind die mehrtägigen Wandertouren rund um den Milford Sound. Die bekannteste unter ihnen ist der Milford Track, der rund 4 Tage dauert und zwischen Oktober und April auf eine Anzahl von Wanderern beschränkt wird.

Sonstiges[Bearbeiten]

Am 8. Februar 2004 wurde ein Überlauf von 13.000 Litern Dieselkraftstoff entdeckt, der zu einer Ölpest führte, die den Sound zwei Tage lang geschlossen hielt, während intensive Reinigungsmaßnahmen vorgenommen wurden. Anscheinend wurde ein Schlauch benutzt, um den Kraftstoff aus den Tanks zu leiten. Mehrere Regierungssprecher erklärten, der Tourismus sollte durch dieses Verbrechen so geschädigt werden, damit dieses Gebiet unberührt bleibt. Der Schaden für die Natur war gering. [1]

Panorama des Milford Sound mit den Bowen Falls äußerst rechts.

Klima[Bearbeiten]

Milford Sound
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
722
 
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10
 
 
455
 
19
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595
 
18
9
 
 
533
 
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487
 
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9
1
 
 
464
 
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13
4
 
 
640
 
15
6
 
 
548
 
16
8
 
 
700
 
18
9
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: http://www.niwa.co.nz/education-and-training/schools/resources/climate
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Milford Sound
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 18,9 19,3 17,8 15,5 12,4 9,6 9,2 11,4 13,1 14,5 16,0 17,5 Ø 14,6
Min. Temperatur (°C) 10,4 10,3 8,8 6,6 4,5 2,2 1,3 2,4 4,1 5,7 7,5 9,3 Ø 6,1
Temperatur (°C) 14,7 14,8 13,3 11,0 8,4 5,9 5,3 6,9 8,6 10,1 11,8 13,4 Ø 10,3
Niederschlag (mm) 722,0 454,7 595,1 533,2 596,6 487,1 423,7 463,5 551,4 640,3 548,0 700,1 Σ 6.715,7
Regentage (d) 15,9 13,1 14,9 14,5 16,0 15,5 14,1 16,1 17,3 18,5 15,4 17,7 Σ 189
Luftfeuchtigkeit (%) 91,5 92,7 93,2 94,1 93,8 94,2 93,3 93,2 92,5 91,0 88,4 89,2 Ø 92,3
T
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p
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18,9
10,4
19,3
10,3
17,8
8,8
15,5
6,6
12,4
4,5
9,6
2,2
9,2
1,3
11,4
2,4
13,1
4,1
14,5
5,7
16,0
7,5
17,5
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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551,4
640,3
548,0
700,1
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Milford Sound – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Milford Sound – Reiseführer

Interaktives Panorama des Milford Sound

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New Zealand Herald (Englisch)