Miramax Films

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Miramax Films
Miramax-Films-Logo.svg
Rechtsform Privat
Gründung 1979
Sitz Santa Monica
Leitung Richard Nanula Vorsitzender (bis 2013), Michael Lang CEO
Branche Filme
Website www.miramax.com

Miramax ist eine US-amerikanische Filmproduktions- und Verleihgesellschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miramax wurde 1979 von den Brüdern Harvey Weinstein (* 1952) und Bob Weinstein (* 1954) gegründet. Der Firmenname ist eine Kombination der Vornamen beider Eltern Miriam und Max.

Ursprünglich wurde Miramax zum Verleih von Filmen gegründet, die außerhalb von Hollywood entstanden: Fremdsprachige und vor allem sogenannte Independent-Filme, die in den 1980er Jahren keinen Zutritt zum starren Studio-System fanden und als kommerziell unattraktiv galten.

Die Dokumentation Der Fall Randall Adams, die dem zum Tode Verurteilten Adams eine Neuuntersuchung und Freilassung ermöglichte, machte Miramax 1988 landesweit bekannt.

Ein Jahr später gewann Sex, Lügen und Video auf dem Filmfestival in Cannes die Goldene Palme. Die Skandalfilme Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber (1989), Fessle mich! (1990) und Reservoir Dogs – Wilde Hunde (1992) weiteten die Bekanntheit von Miramax stetig aus und ebneten den kommerziellen Weg anderer kleiner Filmstudios.

Die Firma wurde 1993 für einen Preis von 75 Mio. US-Dollar eine Tochtergesellschaft von Disney, die Miramax ein Budget von 700 Mio. US-Dollar bereitstellte. Ein Großteil dieses Betrags wurde zum Aufbau von Stars wie Ben Affleck, Jude Law, Gwyneth Paltrow, Quentin Tarantino und Renée Zellweger verwendet, die, wie im alten Hollywood-System, selten Filme ohne Miramax drehten. Außerdem gründete Bob Weinstein die Tochtergesellschaft Dimension Films, die mit Serien wie Scream – Schrei! (1996–2000) und Scary Movie (2000–2006) zusätzlich Millionen an der Kinokasse einspielte.

Obwohl Miramax zu den zehn erfolgreichsten Studios zählte (allein 2003 spielten ihre Filme über 2 Mrd. US-Dollar ein und wurden für 40 Oscars nominiert), wurden die wichtigen Entscheidungen von Disney getroffen, was in öffentlich geführten Streitigkeiten endete: 1996 musste das als riskant eingestufte Filmprojekt Herr der Ringe aufgegeben werden, und nur unter Protesten der konservativen Disney-Aktionäre kamen die kontroversen Komödien Dogma (1999) und Bad Santa (2003) ins Kino. Zum Bruch zwischen den Weinstein-Brüdern und Disney kam es schließlich, als der Verleih der Dokumentation Fahrenheit 9/11 (2004) untersagt wurde. Die Weinsteins kauften die Rechte des Projektes von ihrem Privatvermögen, gründeten die Fellowship Adventure Group und sahen sich durch den Erfolg des Michael Moore-Films bestätigt.

Da die Weinsteins Disney den Kaufpreis von Miramax (2 Mrd. US-Dollar) nicht zahlen konnten, verließen beide Brüder im September 2005 ihre Firma: Disney behielt die insgesamt 550 Miramax-Filme, überließ ihnen aber laufende Filmproduktionen, Dimension Films und eine Ablösesumme von 140 Mio. US-Dollar, womit die Brüder The Weinstein Company gründeten. Zwischen Oktober 2005 und Januar 2010 leitete Daniel Battsek das Unternehmen, das unter seiner Führung nicht an vergangene Erfolge anknüpfen konnte.

Am 29. Januar 2010 gab die Mutterfirma Disney bekannt, Miramax zu schließen und alle Mitarbeiter zu entlassen. Es sollen keine weiteren Filme mehr veröffentlicht werden, obwohl sich noch sechs unveröffentlichte und fertiggestellte Produktionen im Repertoire des Verleihs befinden.[1][2]

Am 30. Juli 2010 wurde bekanntgegeben, dass Miramax von Disney an eine Investorengruppe (Filmyard Holding) um Ron Tutor für eine Summe von 640 Millionen US-Dollar verkauft wurde. Das Ziel der Gruppe ist es, nach kleineren Investitionen in das Studio noch „[…] einige Filme pro Jahr zu produzieren.“[3][4] Im Rahmen des Verkaufs verlagerte Disney die laufende Produktion einiger Filme zu Touchstone Pictures, so etwa The Tempest – Der Sturm und Gnomeo und Julia.

Am 16. Dezember 2010 gab die Filmyard Holding bekannt, eine neue Partnerschaft mit den Weinstein-Brüdern begründet zu haben. In Kooperation mit The Weinstein Company sollen Fortsetzungen zu erfolgreichen Miramax-Filmen gedreht werden – zu diesen zählen etwa Rounders, Bad Santa und Shakespeare in Love.[5]

Ron Tutor verkaufte seine Anteile an Miramax Ende Januar 2013 an die staatliche Co-Eigentümerin Qatar Investment Authority.[6] 2016 wurde Miramax von der Qatar Investment Authority an die beIN Media Group mit Sitz in Doha im Emirat Katar verkauft.

Die größten Miramax-Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Tabelle zeigt die zehn erfolgreichsten Filme von Miramax, dem weltweiten Kasseneinspiel nach.

Rang Filmtitel weltweites Einspiel
01 Chicago (2002) 306 Mio. US$
02 Shakespeare in Love (1998) 289 Mio. US$
03 Scary Movie (2000) 278 Mio. US$
04 Der englische Patient (1996) 231 Mio. US$
05 Das Leben ist schön (1997) 228 Mio. US$
06 Good Will Hunting (1997) 225 Mio. US$
07 Aviator (2004) 213 Mio. US$
08 Pulp Fiction (1994) 213 Mio. US$
09 Master & Commander – Bis ans Ende der Welt (2003) 210 Mio. US$
10 The Others (2001) 209 Mio. US$

Oscars[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die qualitative Stärke der Miramax-Filme und die berüchtigte Oscar-Propaganda der Weinsteins im aggressiven Stil des alten Hollywood resultierten in einem beträchtlichen Erfolg bei der Vergabe der Preise durch die Filmakademie der USA. Miramax gewann folgende Auszeichnungen:

2007
2006
2005
  • Tsotsi: Bester fremdsprachiger Film
2004
2003
2002
2001
1999
1998
1997
1996
1995
1994
1993
1992
1991
1990
1989
1988

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Miramax macht dicht. moviepilot.de; abgerufen 29. Januar 2010 von
  2. Miramax am Ende Cinema.de; abgerufen 29. Januar 2010
  3. slashfilm.com Abgerufen 9. Juli 2010
  4. Miramax verkauft. Slashfilm.com; abgerufen 9. Juli 2010
  5. Dylan Stableford: Miramax, Weinstein Co. to Produce Sequels to “Bad Santa,” “Swingers” (updated). The Wrap, 16. Dezember 2010, abgerufen am 27. Januar 2013.
  6. Ron Tutor Sells Stake In Miramax: Report. Hollywood Deadline, 22. Januar 2013, abgerufen am 27. Januar 2013.