Misselwarden

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Misselwarden
Wappen von Misselwarden
Koordinaten: 53° 40′ 28″ N, 8° 30′ 58″ O
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 10,32 km²[1]
Einwohner: 426 (2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Postleitzahl: 27639
Vorwahl: 04742
Misselwarden (Niedersachsen)
Misselwarden

Lage von Misselwarden in Niedersachsen

Misselwarden in der Gemeinde Wurster Nordseeküste
Misselwarden in der Gemeinde Wurster Nordseeküste

Misselwarden (niederdeutsch Misselwarrn) ist eine Ortschaft der niedersächsischen Gemeinde Wurster Nordseeküste in der Landschaft Land Wursten im Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Misselwarden liegt an der Nordseeküste im Marschland zwischen den Ortschaften Padingbüttel, Mulsum und Wremen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild von 2012

Zur Geschichte der Region vor 1866 siehe Geschichte von Hadeln und Wursten und für die Zeit danach Geschichte des Landkreises Cuxhaven.

Misselwarden wurde als eine Wurt mit dem Doppelnamen „Midlistan-Fadarwurde“ erstmals um 860 zusammen mit einer Reihe anderer Orte der Region zwischen Ems und Elbe in einer Aufzeichnung des Erzbischofs Ansgar über Wunderheilungen am Grab Willehads genannt.

Das Gebiet von Misselwarden wurde, wie das ganze Land Wursten, seit dem 8. Jahrhundert von Friesen besiedelt, nachdem die Sachsen das Gebiet verlassen hatten.

Bei Misselwarden wurde 1505 bei der Menheit der Friesen die „Wurster Willkür“ beschlossen, eine Verfassung des Landes Wursten.

Am 1. März 1974 schlossen sich die Ortschaften Misselwarden, Cappel, Midlum, Padingbüttel, Dorum, Mulsum und Wremen zur Samtgemeinde Land Wursten zusammen.[2]

Zum 1. Januar 2015 bildeten die Samtgemeinde Land Wursten und die Gemeinde Nordholz die neue Gemeinde Wurster Nordseeküste im Landkreis Cuxhaven.[3]

Einwohnerentwicklung
Jahr 1987 1992 1997 2002 2007 2010 2011 2012 2013
Einwohner 522 519 501 469 460 445 461 424 426

(jeweils zum 31. Dezember)[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kommunaler Ebene wird Misselwarden vom Rat der Gemeinde Wurster Nordseeküste vertreten.

Ortsvorsteherin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsvorsteherin von Misselwarden ist Heidi Dücker.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Misselwardener Wappens stammt von dem in Belgien geborenen und später in Otterndorf lebenden Heraldiker und Wappenmaler Professor Albert de Badrihaye, der auch schon die Wappen von Hetthorn, Holte-Spangen, Wanhöden und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[6]

Wappen von Misselwarden
Blasonierung: „In Blau eine goldene, an einem Balken hängende Glocke mit der Jahreszahl 1459.“[6]
Wappenbegründung: Die im Jahre 1459 gegossene Glocke ist ein Wahrzeichen der Gemeinde und die größte des Kreises.
  • Die Abbildung der Glocke wurde als Wappen gewählt, da sie die älteste und größte Glocke des Landes Wursten ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Katharinen-Kirche
St.-Katharinen-Kirche (Luftbild 2013)

In der Liste der Baudenkmale in Wurster Nordseeküste, Abschnitt Misselwarden, stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.

Bauwerke

Die St.-Katharinen-Kirche steht auf einer Kirchenwurt des 13. Jahrhunderts im Ortszentrum. Sie besitzt die 1459 von Ghert Klinghe gegossene Glocke „Gloriosa“, die zum Wappen der Gemeinde Misselwarden wurde. In der Kirche befindet sich ein 1671 von Jürgen Heitmann gefertigter Altar.

In Misselwarden steht das Alte Pastorenhaus. Es wurde für Veranstaltungen genutzt. Nach einem Brand von 2010 wurde es bis 2012 durch Spendenhilfe wieder aufgebaut.


Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Joachim Hinners: Die Einwohner von Misselwarden 1680–1900, Bremerhaven 1987
  • Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Misselwardener Glockenguss[7]
  • Die kleinen Kleigräber bei Misselwarden
  • Johann Dürels’ Wohlstand

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Misselwarden – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8, S. 224.
  2. Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8, S. 35.
  3. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Wurster Nordseeküste, Landkreis Cuxhaven vom 8. November 2012, Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.) Nr. 26/12, ausgegeben in Hannover am 16. November 2012.
  4. LSKN-Online
  5. Ortsvorsteherin Misselwarden. Auf: Internetseite der Gemeinde Wurster Nordseeküste, abgerufen am 6. September 2017.
  6. a b Landkreis Wesermünde: Wappen des Landkreises Wesermünde. Verlag: Grassé Offset, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-980031-80-2.
  7. Männer vom Morgenstern (Hg.): Hake Betken siene Duven: das grosse Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung, 1999. ISBN 3-931771-16-4.