Dorum

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Koordinaten: 53° 41′ 21″ N, 8° 34′ 11″ O

Dorum
Wappen von Dorum
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 24,31 km²
Einwohner: 3655 (18. Aug. 2014)
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Postleitzahl: 27639
Vorwahlen: 04741, 04742
Dorum (Niedersachsen)
Dorum

Lage von Dorum in Niedersachsen

Dorum in der Gemeinde Wurster Nordseeküste
Dorum in der Gemeinde Wurster Nordseeküste
Luftaufnahme des Ortsteils Dorum-Neufeld

Die Ortschaft Dorum (niederdeutsch Dorum) gehört zur Gemeinde Wurster Nordseeküste im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen. Dorum trug früher die Bezeichnung Nordseebad [1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Dorum wie das ganze Land Wursten wurden seit dem 6. Jahrhundert von Friesen besiedelt, nachdem die Sachsen das Gebiet verlassen hatten.

Am 16. Juli 1757 zerstörte ein Großfeuer innerhalb von zwei Stunden nahezu den gesamten Ort. Unter den damaligen Flüchtlingen war auch der spätere bekannte Lilienthaler Pastor Johann Wilhelm Hönert. 1852 wurde das Amtsgericht Dorum gebildet.

Am 1. Januar 2011 verlor Dorum den Status Nordseebad.[1]

Die Gemeinde Dorum fusionierte zum 1. Januar 2015 mit den Gemeinden Cappel, Midlum, Misselwarden, Mulsum, Nordholz, Padingbüttel und Wremen zur Gemeinde Wurster Nordseeküste im Landkreis Cuxhaven. Die Samtgemeinde Land Wursten wurde zum gleichen Termin aufgelöst.[2]

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wird der Name „Dorum“ im Jahre 1312 urkundlich erwähnt. Bevor der Ortsname endgültig zu „Dorum“ wurde, hieß der Ort „Dornem“ oder auch „Thornum“. „Dorn“-„hem“ gehört zu friesisch (und niederdeutsch) „thorn, dorn“ und bedeutet wahrscheinlich „Dornen“-„Siedlung“.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Ortsrat und Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat der Gemeinde Dorum setzt sich wie folgt zusammen:

  • CDU: 3 Ratsmitglieder
  • SPD: 2 Ratsmitglieder

Der Ortsbürgermeister ist Klaus Seier (CDU) und sein Stellvertreter ist Wilfried Grotheer (SPD).[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Dorumer Wappens stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der auch schon die Wappen von Altluneberg, Appeln, Axstedt und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[5]

Wappen von Dorum
Wappenbeschreibung:Gespalten, vorn in Silber ein halber schwarzer, rotbewehrter Adler am Spalt, hinten in Gold der heilige Urban (schwarz) über grünem, mit einem silbernen Kleeblatt belegten Schildfuß.“
Wappenbegründung: Der halbe Adler, der sich in vielen friesischen Wappen findet, weist auf die Bedeutung Dorums als Hauptort des friesischen Landes Wursten hin. Der heilige Urban ist der Patron der Dorumer Kirche und das Kleeblatt ist ein Sinnbild der Landwirtschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Wurster Nordseeküste, Abschnitt Dorum, stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Urbanus-Kirche gehört mit den Gotteshäusern in Wremen und Imsum zu den Hauptkirchen des Landes Wursten. Erbaut wurde sie um 1200. In der Größe und Ausstattung der Kirche spiegelt sich der damalige Wohlstand der Wurster Schiffer und Bauern wider. Neben dem Taufstein aus dem 12. Jahrhundert zählt das romanische Kruzifix aus dem 13. Jahrhundert zum ältesten Kircheninventar im Lande. Ein weiteres Kruzifix ist aus dem 15. Jahrhundert. Bekannt ist vor allem der Sakramentsbaum, der einer Sage nach bei einem Schiffbruch an die Küste gespült wurde.[6]

Der Hafen in Dorum-Neufeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kutterhafen am Dorumer Tief in Dorum-Neufeld
Panoramablick vom Leuchtturm

Dorum besitzt einen kleinen Hafen, den Sielhafen Dorum-Neufeld. Hier landen Krabbenkutter täglich ihren Fang für die Krabbenfischerei an. Neben dem Hafenbecken befindet sich ein Plateau mit Gastronomiebetrieben. Auf dem Deich hinter dem Hafen steht ein Denkmal zum Gedenken an die Opfer der Sturmfluten an der Nordseeküste.

Leuchtturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar vor der Dorumer Küste, in Sichtweite des Hafens, steht der Leuchtturm „Obereversand“, der 2003 mittels eines Schwimmpontons nach Dorum verbracht wurde, nachdem seine Unterhaltung am ursprünglichen Standort Obereversand nicht mehr sinnvoll war.

Deichmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Niedersächsische Deichmuseum veranschaulicht die Auseinandersetzung des Menschen mit dem Meer, die seit jeher im Mittelpunkt des Lebens der norddeutschen Küstenbewohner steht. In diesem Museum wurde erstmals die Entwicklung des Küstenschutzes von der Steinzeit bis in die Gegenwart dargestellt.[7] Das ehemalige Deichmuseum Dorum heißt heute Deichmuseum Land Wursten und ist von Mai bis Oktober für Besucher geöffnet.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben touristischen Unternehmen wie der Cuxland Ferienparks GmbH gibt es Handwerks- und Einzelhandelsbetriebe.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leuchtturm Obereversand
in Dorum-Neufeld

Dorum ist Schwerpunktort des Tourismus in der Samtgemeinde. Der Ort bietet vielfältige Erholungs- und Kureinrichtungen, insbesondere am Hafen in Dorum-Neufeld. Jährlich sind über 650.000 Übernachtungen zu verzeichnen. Der Ort verfügt hinter dem Deich über mehrere Campingplätze. Das Meer vor Dorum gehört zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Im Ortsteil Dorum-Neufeld gibt es zahlreiche Unterkünfte direkt am Meer, einen Badestrand, den Kutterhafen, das Wellness- und Kurmittelhaus „Cuxland Deichschlösschen“ mit einem beheizten Schwefelsole-Wellenfreibad und Wellnessbad, die Kurverwaltung mit Kinderspielhaus, den Leuchtturm und weitere touristische Einrichtungen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Dorum führt die Landstraße von Midlum nach Bremerhaven. Dorum liegt etwa sechs Kilometer von der Autobahn A 27 entfernt. Man gelangt über die Ausfahrt Neuenwalde nach Dorum.

Der Bahnhof Dorum (Wesermünde) an der Bahnstrecke Bremerhaven–Cuxhaven wird regelmäßig im Personenverkehr bedient.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dorum – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Dorum – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Niedersächsischer Landtag, 16. Wahlperiode, Drucksache 16/3359: Kleine Anfrage „Welchen Stellenwert haben Prädikate wie ‚staatlich anerkannter Luftkurort‘ speziell für den Heidetourismus und die Tourismuswirtschaft in Niedersachsen“? (PDF; 102 kB), abgerufen am 22. März 2011
  2. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Wurster Nordseeküste, Landkreis Cuxhaven vom 8. November 2012, Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.) Nr. 26/12, ausgegeben in Hannover am 16. November 2012
  3. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  4. Ortsrat und Ortsbürgermeister von Dorum. Auf: Internetseite der Wurster Nordseeküste, abgerufen am 15. Juni 2017
  5. Landkreis Wesermünde: Wappen des Landkreises Wesermünde. Verlag: Grassé Offset, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-980031-80-2
  6. Männer vom Morgenstern (Hrsg.): Hake Betken siene Duven. Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. 3. Auflage. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4
  7. Bernd Schmitz: Reiseführer Störtebekerstraße. Touristik Verlag Vellmar, Vellmar 1996/97, ISBN 3 930632 37 3, S. 85
  8. Website des Deichmuseums