Dorum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dorum
Koordinaten: 53° 41′ 21″ N, 8° 34′ 12″ O
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 24,32 km²[1]
Einwohner: 3588 (2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Postleitzahl: 27639
Vorwahlen: 04741, 04742
Dorum (Niedersachsen)

Lage von Dorum in Niedersachsen

Dorum in der Einheitsgemeinde Wurster Nordseeküste
Luftaufnahme des Ortsteils Dorum-Neufeld

Dorum ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Wurster Nordseeküste im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven. Dorum trug früher die Bezeichnung Nordseebad.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptort Dorum existiert in sechs Kilometer Entfernung Dorum Altendeich und in sieben Kilometer Entfernung Dorum-Neufeld. Letztgenannter Ortsteil von Dorum liegt direkt an der Nordseeküste und hat einen Sielhafen. Im Lande Wursten stellt Dorum die Mitte dar und liegt zwischen der Geest und dem Nordseedeich.

Cuxhaven liegt 20 Kilometer nördlich und Bremerhaven 20 Kilometer südlich von Dorum.[3]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordholz – Ortsteil Cappel-Neufeld Cappel Midlum
Padingbüttel Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Mulsum Holßel
(Stadt Geestland)

(Quelle:[4])

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Dorum wie das ganze Land Wursten wurden seit dem 6. Jahrhundert von Friesen besiedelt, nachdem die Sachsen das Gebiet verlassen hatten.

Es wurden erste besiedelte Warften errichtet, die dann bis ins Mittelalter zusammenwuchsen, so dass die zwei Dorfwurten Dorum und Alsum entstanden sowie die Siedlungs- und Hofwurten Altendeich, Blickhausen, Dorumer Tief, Feldsating, Helmenburg, Heuhausen, Knakenburg, Krähenburg, Marren, Neufeld, Oberhausen, Strich, Süderwarden, Themeln und Valge.

Im 11. Jahrhundert wurde der erste durchgehende Winterdeich mit dem Namen Niederstrich errichtet. Von 1238 an zählte Dorum zur alten freien Wurster Bauernrepublik, die von 16 Ratgebern beherrscht wurde. Bei Streitfragen wurde das Dorumer Landgericht angerufen.

Die ältesten Bauteile der auf dem Marktplatz befindlichen St.-Urbanus-Kirche reichen auf das 13. Jahrhundert zurück. 1312 wurde Dorum erstmals urkundlich als „Dornem“ erwähnt. Der Bremer Erzbischof Christoph von Braunschweig-Wolfenbüttel besiegte 1517 die Wurster am Wremer Tief und 1524 auf dem Mulsumer Friedhof, sodass fortan auch Dorums Bestandteil der freien Wurster Bauernrepublik unterging und dem Erzbistum Bremen unterstellt wurde. 1534 wurde Dorum evangelisch. Seit dem 17. Jahrhundert trägt Dorum den heutigen Namen. Der Bremer Erzbischof Johann Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf gestattet 1601, dass im Ort eine Lateinschule gegründet wird. Im Jahr 1619 wurde der Bau des damals 3,60 Meter hohen Seedeichs abgeschlossen, der jedoch in den Folgejahren immer von Sturmfluten beschädigt wurde.[3]

Die Schweden herrschten eine Zeit über Dorum, wovon auch heute noch Schwedentafeln in der St.-Urbanus-Kirche zeugen. Sie stationierten ihre Steuereintreiber im Ort. Nachdem Dorum bis 1715 unter schwedischer Herrschaft stand, wurde es 1717 Teil vom Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg.[3] Am 16. Juli 1757 zerstörte ein Großfeuer innerhalb von zwei Stunden nahezu den gesamten Ort. Es brannten etwa 200 Häuser nieder. Dem überstanden unbeschadet nur neun Häuser, das Armenhaus und die Kirche ohne Turmspitze.[3] Unter den damaligen Flüchtlingen war auch der spätere bekannte Lilienthaler Pastor Johann Wilhelm Hönert. 1805 wurde Dorum von den Franzozen besetzt gehalten. Der König von Westfalen Jérôme Bonaparte stattet in dieser Zeit dem Ort einen Besuch ab. In der Zeit der französischen Besetzung leistete der Dorumer Rektor Johann Georg Repsold Widerstand. Mit dem Wiener Kongress wurde Dorum ab 1815 Teil des Königreichs Hannover. 1852 wurde das Amtsgericht Dorum gebildet. 1854 wurde aus der einstigen Lateinschule eine eigenständige Rektorenschule. Ab 1866 gehörte Dorum zu Preußen.[3]

Dorum erhielt im Jahr 1921 Strom und im Jahr 1936 mit dem Bau einer 6,5 Kilometer langen Wasserleitung eine Wasserversorgung. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war das Ortswesen ländlich durch eine Vielzahl an Bauernhöfen und Dorfläden gekennzeichnet. Daran hat sich in der Weimarer Republik und im Dritten Reich wenig geändert. Im Zweiten Weltkrieg gingen auf Dorum Bomben und Tieffliegerangriffe nieder, die jedoch den Ort nicht zerstörten. Das Ortsbild hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Ausweisung von Baugebieten mit dem Vorhandensein junger Familien und einem günstigen Preisniveau für Bauland wesentlich verändert. Jetzt überwiegt der Bestand von Einfamilienhäusern und Einzelhandelsketten. Bei der Ortsentwicklung wurden teilweise vorhandene historische Gebäude durch Neubauten ersetzt. Am Standort des Franzosenhauses wurde der Parkplatz der Kreissparkasse geschaffen und auf dem Gelände des früher existierenden Ringsche Hof wurde ein Einkaufszentrum errichtet.[3]

Am 1. Januar 2011 verlor Dorum den Status Nordseebad.[2]

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde der Name „Dorum“ im Jahre 1312 urkundlich erwähnt. Bevor der Ortsname endgültig zu „Dorum“ wurde, hieß der Ort „Dornem“ oder auch „Thornum“. „Dorn“-„hem“ gehört zu friesisch (und niederdeutsch) „thorn, dorn“ und bedeutet wahrscheinlich „Dornen“-„Siedlung“.[5] Andere Formen waren „Dornum“, „Dhornem“ und „Dorumb“ und hat den heutigen Namen Dorum im 17. Jahrhundert erhalten.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, schlossen sich die Ortschaften Dorum, Mulsum, Midlum, Padingbüttel, Cappel, Misselwarden und Wremen zur Samtgemeinde Land Wursten zusammen.[6]

Zum 1. Januar 2015 bildeten die Samtgemeinde Land Wursten und die Gemeinde Nordholz die neue Gemeinde Wurster Nordseeküste im Landkreis Cuxhaven.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1885 1774 [8]
1910 1974 [9]
1933 2179 [8]
1939 2307
1950 3699 [10]
1956 3098
1961 2923 [11]
1970 2760
1973 2762 [12]
1975 02636 ¹ [13]
Jahr Einwohner Quelle
1980 2489 ¹ [14]
1985 2461 ¹
1990 2605 ¹
1995 2756 ¹
2000 3344 ¹
2005 3595 ¹
2010 3654 ¹
2014 3837 ¹
2017 35880 [1]
0 0 0

¹ jeweils zum 31. Dezember

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Dorum setzt sich aus zwei Ratsfrauen und drei Ratsherren folgender Parteien zusammen:[15]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsbürgermeisterin von Dorum ist Hanna Bohne (CDU). Ihr Stellvertreter ist Wilfried Grotheer (SPD).[15]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Dorum stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.[16]

Wappen von Dorum
Blasonierung:Gespalten, vorn in Silber ein halber schwarzer, rot-bewehrter Adler am Spalt, hinten in Gold der heilige Urban (schwarz) über grünem, mit einem silbernen Kleeblatt belegten Schildfuß.“[16]
Wappenbegründung: Der halbe Adler, welcher sich in vielen friesischen Wappen findet, weist auf die Bedeutung Dorums als Hauptort des friesischen Landes Wursten hin. Der heilige Urban ist der Patron der Dorumer Kirche und das Kleeblatt ist ein Sinnbild der Landwirtschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deichmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Deichmuseum Land Wursten veranschaulicht die Auseinandersetzung des Menschen mit dem Meer, die seit jeher im Mittelpunkt des Lebens der norddeutschen Küstenbewohner steht. In diesem Museum wurde erstmals die Entwicklung des Küstenschutzes von der Steinzeit bis in die Gegenwart dargestellt.[17] Das ehemalige Deichmuseum Dorum hieß später Niedersächsisches Deichmuseum, bis es seinen heutigen Namen bekam. Das Deichmuseum Land Wursten ist von Mai bis Oktober für Besucher geöffnet.[18]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Urbanus-Kirche gehört mit den Gotteshäusern in Wremen und Imsum zu den Hauptkirchen des Landes Wursten. Erbaut wurde sie um 1200. In der Größe und Ausstattung der Kirche spiegelt sich der damalige Wohlstand der Wurster Schiffer und Bauern wider. Neben dem Taufstein aus dem 12. Jahrhundert zählt das romanische Kruzifix aus dem 13. Jahrhundert zum ältesten Kircheninventar im Lande. Ein weiteres Kruzifix ist aus dem 15. Jahrhundert. Bekannt ist vor allem der Sakramentsbaum, der einer Sage nach bei einem Schiffbruch an die Küste gespült wurde.[19]

Der Hafen in Dorum-Neufeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kutterhafen am Dorumer Tief in Dorum-Neufeld
Panoramablick vom Leuchtturm

Dorum besitzt einen kleinen Hafen, den Sielhafen Dorum-Neufeld. Hier landen Krabbenkutter täglich ihren Fang für die Krabbenfischerei an. Neben dem Hafenbecken befindet sich ein Plateau mit Gastronomiebetrieben. Auf dem Deich hinter dem Hafen steht ein Denkmal zum Gedenken an die Opfer der Sturmfluten an der Nordseeküste.

Leuchtturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar vor der Dorumer Küste, in Sichtweite des Hafens, steht der Leuchtturm Obereversand, der 2003 mittels eines Schwimmpontons nach Dorum verbracht wurde, nachdem seine Unterhaltung am ursprünglichen Standort Obereversand nicht mehr sinnvoll war.

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Deichbauer-Denkmal in Dorum-Neufeld von Leo Wirth erinnert Einheimische, Zugezogene und Touristen an die historischen Epochen des Deichbaues und die existentielle Bedeutung des Deiches für die Marschen. Initiator war der frühere Oberkreisdirektor des Landkreises Cuxhaven, Jürgen H. Th. Prieß, der die Errichtung mit dem Preisgeld des ihm verliehenen Hermann-Allmers-Preises förderte. Es trägt auf den vier Seiten des Sockels Inschriften.[20]
  • Ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges steht an der Straße vor dem Eingang zur St.-Urbanus-Kirche und Friedhof in Dorum[21][22]
  • Auf dem Kirchhof befindet sich ein zweites Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten aus dem Ersten Weltkrieg[23][24]
  • Ein drittes Kriegerdenkmal für die Opfer beider Weltkriege (ohne Namen) befindet sich am Zugang zum Kirchhof (von der Speckenstraße aus)[24]
  • Im Kircheninneren befinden sich zwei hölzerne Gedenktafeln für die Gefallenen und Vermissten aus dem Zweiten Weltkrieg[24]

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eibenpaar (Verordnungsdatum 2. Oktober 1995)

Vereine und Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arbeitsgemeinschaft aller Dorumer Vereine
  • Budo Akademie Dorum e. V.
  • Bürgerverein Dorumer Amtsgarten e. V.
  • Chorgemeinschaft Dorum von 1881 e. V.
  • DLRG Ortsgruppe Dorum e. V.
  • Dorumer Frühling
  • Dorumer Yacht-Club e. V.
  • DRK-Ortsverein Dorum
  • Fischereiverein Dorumer Tief e. V.
  • Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Dorum e. V.
  • Förderverein der Grundschule Dorum e. V.
  • Förderverein der Oberschule Dorum
  • Förderverein Leutturmdenkmal Obereversand e. V.
  • Jagdgenossenschaft Dorum
  • Reichsbund Dorum
  • Schützenverein Dorum von 1926 e. V.
  • Shanty-Chor Dorum
  • Sommerdeichverband Dorum/Cappel-Neufeld
  • TuS Dorum

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben touristischen Unternehmen wie der Cuxland Ferienparks GmbH gibt es Handwerks- und Einzelhandelsbetriebe.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leuchtturm Obereversand in Dorum-Neufeld

Dorum ist Schwerpunktort des Tourismus in der Gemeinde Wurster Nordseeküste. Der Ort bietet vielfältige Erholungs- und Kureinrichtungen, insbesondere am Hafen in Dorum-Neufeld. Jährlich sind über 650.000 Übernachtungen zu verzeichnen. Der Ort verfügt hinter dem Deich über mehrere Campingplätze. Das Meer vor Dorum gehört zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Im Ortsteil Dorum-Neufeld gibt es zahlreiche Unterkünfte direkt am Meer, einen Badestrand, den Kutterhafen, das Wellness- und Kurmittelhaus „Cuxland Deichschlösschen“ mit einem beheizten Schwefelsole-Wellenfreibad und Wellnessbad, die Kurverwaltung mit Kinderspielhaus, den Leuchtturm und weitere touristische Einrichtungen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Dorum führt die Landstraße von Midlum nach Bremerhaven. Dorum liegt etwa sechs Kilometer von der Bundesautobahn A 27 entfernt. Man gelangt über die Anschlussstelle Neuenwalde nach Dorum.

Der Bahnhof Dorum (Wesermünde) an der Bahnstrecke Bremerhaven–Cuxhaven wird regelmäßig im Personenverkehr bedient.

Durch den Ort fahren viele Regionalbuslinien, die hauptsächlich auf den Schüler- sowie auf den Berufsverkehr ausgerichtet sind. Das Anruf-Sammeltaxi (AST) bietet eine Ergänzung im ÖPNV-Angebot, da es an allen Tagen der Woche (auch in den Schulferien) geordert werden kann.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Jantzen (1800–1880), Hamburger Kaufmann und Abgeordneter
  • Justus Alexander Saxer (1801–1875), Theologe und Generalsuperintendent der Generaldiözese Bremen-Verden
  • Wilhelm von Borries (1802–1883), führender Politiker des Königreichs Hannover und Mitglied des westfälisch-niedersächsischen Adelsgeschlechts Borries
  • Johann Finckh (1807–1867), adliges Familienmitglied derer von Finckh, Präsident des Obergerichts sowie Landtagspräsident des Großherzogtums Oldenburg
  • Sophus Ruge (1831–1903), Geograph
  • Eibe Hinrich Behlers (* 2. März 1835; † 16. März 1896), Deichgeschworener, er setzte sich für die Entwässerung des Marschenlandes ein und bekämpfte somit das „Kalte Fieber“ (= malariaähnliche Krankheit, auch Sumpf- und Marschenfieber genannt), an dem damals viele Bauern litten, die Dorumer Behlersstraße wurde nach ihm benannt und im Eingangsbereich des Amtsgartens erinnert ein Gedenkstein an seine Verdienste, er wurde im Dorumer Ortsteil Oberhausen geboren[25]
  • Heinrich Siebern (1872–1938), Landesbauinspektor, Regierungsbaumeister, Provinzialkonservator, Hochschullehrer für Denkmalpflege, Autor und Flurnamen-Sammler
  • Hans Windels (1882–1949), Landrat
  • Paul Windels (1883–1970), Verwaltungsjurist und Landrat
  • Karl Olfers (1888–1968), Politiker (SPD)
  • Johann Frers (1895–1952), Chemiker
  • Heinrich Sievers (1908–1999), Musikwissenschaftler, Musikkritiker, Hochschullehrer und Dirigent
  • Rudi Steinkamp (* 1938), Basketballfunktionär und ehemaliger -schiedsrichter
  • Wolfgang von Geldern (* 1944), Politiker (CDU), Bundestagsabgeordneter, Parlamentarischer Staatssekretär, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW)

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Magister Jordanus († vermutlich 1309), Kleriker und Gründer der Bibliothek der Andreaskirche in Braunschweig, er war Pfarrer und Dekan von Dorum
  • Tjede Peckes (um 1500–1517), wurtfriesische Fahnenjungfer (auch als Jeanne d’Arc des Nordens bezeichnet), von ihr steht eine etwa lebensgroße Statue im Niedersächsischen Deichmuseum Dorum
  • Antonius Wilde (vor 1575–um 1618), Orgelbauer in Otterndorf, er reparierte 1606 die Orgel der örtlichen St.-Urbanus-Kirche (nicht erhalten)
  • Johann Matthias Schreiber (1716–1771), Orgelbauer in Glückstadt, er schuf von 1765 bis 1770 den Orgelneubau der örtlichen St.-Urbanus-Kirche (Prospekt erhalten)
  • Johann Wilhelm Hönert (1723–1790), Pastor und Kirchenhistoriker, er war Schulrektor in Dorum
  • Gregorius Struve († vor 1737), Meistergeselle von Arp Schnitger und namhafter Orgelbauer im Raum Oldenburg und Bremen, er reparierte 1728 die Orgel der örtlichen St.-Urbanus-Kirche (nicht erhalten)
  • Georg Alexander Ruperti (1758–1839), lutherischer Theologe, Pastor in Dorum
  • Hermann von Alvensleben (1809–1887), preußischer Generalleutnant und Besitzer des Rittergutes Schochwitz, im Deutsch-Französischen Krieg kommandierte man ihn nach Bremen zur Organisation der Bewachung der Küste von Dorum bis Emden
  • Karl August Ludwig Mercker (1862–1942), evangelischer Theologe, Superintendent in Dorum
  • Heinrich Spanuth (1873–1958), Religionspädagoge und Historiker, war Rektor in Dorum
  • Hans Philipp Meyer (1919–1995), evangelisch-lutherischer Theologe und geistlicher Vizepräsident des Landeskirchenamtes Hannover in Hannover, Superintendent in Dorum
  • Hans Aust (1926–1984), Lehrer und prähistorischer Archäologe, seit 1966 war er als Kreisarchäologe des Landkreises Cuxhaven tätig, Volksschullehrer in Dorum
  • Heinrich Egon Hansen (1930–1996), Lehrer und Schulrat, bekannt wurde er als Laienschauspieler und Förderer von Heimatpflege und Regionalgeschichte zwischen Weser und Elbe, Mittelschullehrer in Dorum
  • Diedrich Smidt (1931–2018), Veterinärmediziner und Agrarwissenschaftler, praktizierender Tierarzt in Dorum
  • Traute Brüggebors, verheiratete Dittmann (* 1942), Lehrerin und Autorin, die überwiegend in niederdeutscher Sprache veröffentlicht, sie besuchte von 1953 bis 1954 die Realschule in Dorum
  • Thorsten Schriever (* 1976), Verwaltungsfachangestellter, Fußballschiedsrichter (DFB-Karriere 2000–2016), lebt in Dorum

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Vor langer Zeit soll an der Stelle des Wehls (Wasserloch) zwischen Dorum und Dorum-Neufeld ein Bauer namens Pecke mit seiner Frau Sille gewohnt haben. Das Paar war sehr reich, aber auch geizig und hartherzig. Gern schnappten sie den anderen Bauern das Standgut vor der Nase weg. Eines Nachts fanden sie einen dicken Aal mit einer goldenen Krone auf dem Kopf und einer silbernen Spange am Schwanz. ‚Daar is de Aalkönig‘, rief Sille. Trotzdem wollte sie den fetten Aal unbedingt als Sonntagsbraten verzehren. Nicht einmal das Versprechen, dass sie Krone und Spange behalten dürften, rettete dem Aalkönig das Leben. Als der Kopf des Aales abgeschnitten wurde, ging ein unbändiger Sturm los. Der Deich brach und Haus sowie Hof samt Eheleuten versanken in einem tiefen Loch, das später der ‚Schwarze Wehl‘ genannt wurde. Heute ist der ‚Schwarze Wehl‘ als Angelteich beliebt und ein kleines Naturparadies.“[28]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 6 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).
  • Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dorum – Sammlung von Bildern
Wikivoyage: Dorum – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8, S. 224.
  2. a b Kleine Anfrage: „Welchen Stellenwert haben Prädikate wie ‚staatlich anerkannter Luftkurort‘ speziell für den Heidetourismus und die Tourismuswirtschaft in Niedersachsen“? (PDF; 106 kB) In: Niedersächsischer Landtag − 16. Wahlperiode Drucksache 16/3359. 17. Januar 2011, abgerufen am 16. August 2021.
  3. a b c d e f g Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8, S. 10–23.
  4. Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. (Nicht mehr online verfügbar.) In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, archiviert vom Original am 11. Dezember 2019; abgerufen am 16. August 2021.
  5. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 26. Januar 2016; abgerufen am 10. Juli 2018.
  6. Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8, S. 35.
  7. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Wurster Nordseeküste, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 26/2012. Hannover 8. November 2012, S. 428, S. 2 (Digitalisat (Memento vom 10. Juli 2018 im Internet Archive) [PDF; 454 kB; abgerufen am 26. September 2018]).
  8. a b Michael Rademacher: Landkreis Wesermünde. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org. (Siehe unter: Nr. 18).
  9. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Lehe. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 14. März 2021, abgerufen am 16. August 2021.
  10. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 192 (Digitalisat).
  11. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1971 (Bevölkerungsstand: 27. Mai 1970, Gebietsstand 1. Januar 1971). W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1971, S. 104 (Digitalisat).
  12. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 47, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 16. August 2021]).
  13. Gemeinden in Deutschland nach Fläche und Bevölkerung. (XLSX; 896 kB) In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 1975, abgerufen am 16. August 2021 (Siehe unter: Niedersachsen, Nr. 1911).
  14. Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 22. März 2020.
  15. a b Ortsrat und Ortsbürgermeister von Dorum. In: Webseite Wurster Nordseeküste. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  16. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, OCLC 469321470 (201 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 23. Oktober 2021]).
  17. Bernd Schmitz: Reiseführer Störtebekerstraße. Touristik Verlag Vellmar, Vellmar 1996, ISBN 3-930632-37-3, S. 85.
  18. Deichmuseum Land Wursten. In: Webseite Deichmuseum Land Wursten. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  19. a b c d e f Eberhard Michael Iba, Heide Gräfing-Refinger: Hake Betken siene Duven. Das große Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Hrsg.: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern. Band 16). 3. Auflage. Eigenverlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4, S. 125, 139–142.
  20. Dorum-Neufeld – Deichbauer-Denkmal. In: statues.vanderkrogt.net. Abgerufen am 12. Februar 2021.
  21. Grabsteine – Kirchl. Friedhof Dorum (Wurster Nordseeküste, Cuxhaven) – Kriegerdenkmal 1870–1871. In: grabsteine.genealogy.net. 2013, abgerufen am 16. August 2021.
  22. Gefallenendenkmal – Dorum (1870–71), Landkreis Cuxhaven, Niedersachsen. In: Onlineprojekt Gefallenendenkmäler. 26. Dezember 2005, abgerufen am 16. August 2021.
  23. Grabsteine – Kirchl. Friedhof Dorum (Wurster Nordseeküste, Cuxhaven) – Kriegerdenkmal 1914–1918. In: grabsteine.genealogy.net. 2013, abgerufen am 16. August 2021.
  24. a b c Gefallenendenkmal – Dorum (1914–1918, 1939–1945), Landkreis Cuxhaven, Niedersachsen. In: Onlineprojekt Gefallenendenkmäler. September 2010, abgerufen am 16. August 2021.
  25. Beate Ulich: Kampf gegen kaltes Fieber – Dorumer setzt sich im 19. Jahrhundert für die Entwässerung des Marschenlandes ein. In: Nordsee-Zeitung. Bremerhaven 18. Oktober 2019, S. 22, Wurster Nordseeküste.
  26. Die Sagen des Landes Wursten – Vom Sakramentsbaum in Dorum auf YouTube, abgerufen am 6. August 2020.
  27. Die Sagen des Landes Wursten – Der schwarze Wehl auf YouTube, abgerufen am 6. August 2020.
  28. Heike Leuschner: Erste Hilfe für den Aalkönig. Malermeister und Geselle bewahren Sagengestalt vor den Toren Dorum-Neufelds vor dem Verfall. In: Nordsee-Zeitung. Bremerhaven 18. Juli 2020, S. 22, Landkreis Cuxhaven/Wurster Nordseeküste.
  29. Die Sagen des Landes Wursten – Themeln auf YouTube, abgerufen am 12. August 2020.
  30. Die Sagen des Landes Wursten – Rotthausen auf YouTube, abgerufen am 16. August 2021.
  31. Die Sagen des Landes Wursten – Vom Adlerwappen der Wurster auf YouTube, abgerufen am 12. August 2020.