Wanhöden

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Koordinaten: 53° 44′ 50″ N, 8° 41′ 29″ O

Wanhöden
Wappen von Wanhöden
Höhe: 9 (0–11) m
Fläche: 8,8 km²
Einwohner: 380
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Eingemeindet nach: Nordholz
Postleitzahl: 27637
Vorwahl: 04741
Luftbild (2012)

Wanhöden ist ein Ortsteil der Gemeinde Wurster Nordseeküste im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen. Am 1. Januar 1970 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Wanhöden in die Gemeinde Nordholz eingegliedert, die ihrerseits am 1. Januar 2015 mit der bisherigen Samtgemeinde Land Wursten zur neuen Einheitsgemeinde Wurster Nordseeküste fusionierte. Die frühere Gemeinde hatte eine Fläche von 8,8 km².[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die A 27 verläuft westlich, 1 km entfernt. Bis zur Nordsee sind es in westlicher Richtung 5 km. Die Emmelke, ein linksseitiger (westlicher) Nebenfluss der Medem, hat ihre Quelle bei Wanhöden.

Der Fliegerhorst Nordholz ("Sea-Airport Cuxhaven/Nordholz") liegt 2 km entfernt nordwestlich. Das Naturschutzgebiet Wanhödener Moor liegt östlich von Wanhöden. Der Wanhödener Berg liegt auf dem Geestrücken der Hohen Lieth, 500 m westlich von Wanhöden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Wanhöden wird das erste Mal im Jahre 1509 in dem nahegelegenen Kloster Neuenwalde erwähnt. In einer dortigen Urkunde des Güterregisters wird der Ort noch Wanhoyen oder auch Wanhoyge genannt. Die erste Besiedelung des Gebietes, lässt aber wegen der großen Anzahl von vorzeitlichen Grabanlagen auf die Bronzezeit vor 3000 Jahren schließen. Die in der Nähe befindlichen Hohensteine bei Wanhöden das Großsteingrab Wanhöden (Riesenhütte) und das Großsteingrab Henkenstein sind Megalithanlagen.

Im Jahre 2009 fand eine große Feierlichkeit zum 500. Geburtstag[2][3] des Dorfes statt, zu der auch eine 240-seitige Festschrift/Chronik[4] veröffentlicht wurde.

Auf dem Flughafengelände findet seit 2009 jährlich das Musikfestival "Deichbrand" statt.

Geschichtsdenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die beiden verheerenden Weltkriege den Wanhödenern etliche Gefallene und Vermisste beschert haben, wurde im Ortskern des Dorfes ein Gefallenendenkmal[5] errichtet. Zu Ehren der Toten und Verschollenen, finden jeweils am Volkstrauertag Gedenkfeiern und Kranzniederlegungen von Vereinen und der Gemeinde an diesem Denkmal statt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wanhödener Wappens[6] stammt von dem in Belgien geborenen und später in Otterndorf lebenden Heraldiker und Wappenmaler Professor Albert de Badrihaye,[7][8] der auch schon das Wappen von Hetthorn, Uthlede, Holte-Spangen und vielen anderen Ortschaften entworfen hat.

Wanhöden Wappenbeschreibung Wappenbegründung
Ortswappen Gespalten – vorn in Silber über einem schwarzen erniederten Strichbalken einen roten Fuchskopf; hinten in Grün eine bewurzelte stilisierte silberne Birke. Die Birke, der Fuchskopf und der schwarze Strichbalken sind Sinnbilder der urwüchsigen Heide- und Moorlandschaft der Gemeinde.

Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa um das Jahr 1875 beschäftigten sich die Wanhödener mit dem Bau einer Schule.[9] Bis dahin wurden die Kinder überhaupt nicht oder nur in den Wintermonaten unterrichtet, trotz der in den Herzogtümern Bremen und Verden 1752 verkündeten Schulpflicht. Der entsprechende einklassige Unterricht fand abwechselnd in den Wohnstuben der ortsansässigen Landwirte statt. Fest angestellte Lehrer gab es zu der Zeit noch nicht. Für die Anzahl der damaligen Schüler wurde ein belesener Schulgehilfe gesucht und dafür entsprechend entlohnt. Unterkunft und freie Kost erhielt er ebenfalls abwechselnd bei den Eltern der Zöglinge. Da er, wie alle anderen Lehrer auch, weniger als 10 Reichsthaler im Jahr als Lohn bekam, musste er sich meistens als Tagelöhner, Hollandgänger oder als Schreiber zusätzliche Einkünfte beschaffen. Ein Prediger aus Altenwalde beaufsichtigte ihn und prüfte sein Können vor der Einstellung. Ein ihm vorgesetzter Superintendent aus Dorum bekam Auskunft und Berichterstattung über die Dienstverwaltung und dem Lebenswandel des entsprechenden Wanhödener Lehrers. Eine eigene Dorfschule ist erst im Jahre 1883 errichtet worden. Ein Wohntrakt, für den Lehrer, wurde neun Jahre später an die Schule angebaut. Elektrisches Licht bekamen beide Gebäude im Jahr 1930 und fliessendes Wasser 1960 gelegt. In der einhundertjährigen Schulgeschichte lagen die Schülerzahlen meistens zwischen 15 und 30 Schülern. Nach dem Zweiten Weltkrieg war wegen der hohen Flüchtlings- und Evakuiertenzahlen ein Höchststand von 60 Schülern erreicht worden. Laut der Chronik haben die Lehrkräfte von Wanhöden oft gewechselt, denn es sind insgesamt 21 Lehrkräfte verzeichnet worden.

Die Dorfschule wurde im Jahre 1968 aufgelöst. Das Schulgebäude wurde zu einem Einfamilienhaus umgebaut und ist bis heute bewohnt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilfried Kuhl: Chronik von Wanhöden - Vom Moor zum Dorf mit einer Zeitreise von 1509 bis 2009. Verlag August Rauschenplat, Cuxhaven 2009. [Nachdruck[2] geplant, noch kein Erscheinungstermin]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wanhöden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angabe aus dem Jahr 1957. Statistisches Bundesamt: Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland mit Übersichten über die Verwaltungsgliederung und Angaben über die Zugehörigkeit der Gemeinden zu Ortsklassen, Postleitgebieten und einigen wichtigen Verwaltungseinheiten. Ausgabe 1957, S. 193.
  2. a b Wanhödener feierten 500 Jähriges, in: Niederelbe-Zeitung, vom 17. August 2009, abgerufen 27. Februar 2017
  3. Wanhöden feiert seinen 500. Geburtstag, in: Cuxhavener Nachrichten, vom 16. August 2009, abgerufen 27. Februar 2017
  4. Zeitreise durch Wanhöden, in: Sonntagsjournal der Nordsee-Zeitung, vom 14. Dezember 2009, abgerufen 27. Februar 2017
  5. Wanhöden - Ehrenmal für Gefallene und Vermisste beider Weltkriege, auf: Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, vom September 2010, abgerufen 27. Februar 2017
  6. Landkreis Wesermünde: Wappen des Landkreises Wesermünde. Verlag: Grassé Offset, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-980031-80-2
  7. Wappenbuch gegen Kirchturmspende/ Albert de Badrihaye, in: Wilstersche-Zeitung, vom 7. März 2012, abgerufen am 9. März 2017
  8. Albert de Badrihaye 90 Jahre, in: Niederdeutsches Heimatblatt, Nr. 247 vom Juli 1970, Seite 4, abgerufen am 9. März 2017
  9. Wanhöden - Ein Kapitel Dorfschulgeschichte. In: Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 230, Februar 1969, S. 2.