Mohammed bin Salman

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Mohammed bin Salman al-Saud (2017)

Mohammed bin Salman al-Saud (arabisch محمد بن سلمان بن عبد العزيز آل سعود, DMG Muḥammad b. Salmān b. ʿAbd al-ʿAzīz Āl Saʿūd, * 31. August 1985 in Dschidda) ist der Kronprinz, Verteidigungsminister und stellvertretende Premierminister Saudi-Arabiens. Während seiner Amtszeit als Verteidigungsminister führen die Streitkräfte Saudi-Arabiens die Militärintervention im Jemen seit 2015 durch. Im Juni 2017 hat König Salman von Saudi-Arabien Mohammed bin Salman zum Kronprinzen ernannt.[1]

Leben und Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mohammed bin Salman studierte an der König-Saud-Universität und hält einen Bachelor in islamischer Rechtswissenschaft. Der saudische König Salman ernannte mit seiner ersten Amtshandlung am 23. Januar 2015 seinen damals 29-jährigen Sohn Mohammed bin Salman zum neuen Verteidigungsminister, dem wichtigsten Posten zur Absicherung Saudi-Arabiens, sowie zum Chef des Hofes, womit der Sohn den Zugang zum König kontrolliert.[2] Die Zeit beschrieb Mohammed bin Salman als „extrem korrupt, raffgierig und arrogant“.[3] Am 29. April 2015 wurde Mohammed bin Salman nach Mohammed ibn Naif, einem Neffen des Königs, zum Vize-Kronprinzen bestimmt.[4] Die Massenpanik in Mekka 2015, bei der über 2400 Pilger getötet wurden, soll nach Angaben iranischer und libanesischer Medien durch eine Sperrung der Pilgerroute verursacht worden sein, um Mohammed bin Salman mitsamt seinen Begleitern und einer Eskorte aus etwa 200 Soldaten und etwa 150 Polizisten passieren zu lassen.[5][6]

Als Verteidigungsminister ist er für die Militärintervention im Jemen verantwortlich. Zudem geht er hart gegen den Iran vor, aber auch gegen Reformer im eigenen Land. Mit ihm gilt das saudische Königreich als zunehmend unberechenbar. Im April 2016 umging er den langjährigen Öl-Minister Ali Al-Naimi und übernahm das Ölgeschäft, indem er beim Ölgipfel in Doha eine lange geplante Vereinbarung scheitern ließ: OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten wollten sich darauf einigen, die Ölproduktion zu stoppen, um einen weiteren Preisverfall aufzuhalten. In den gleichgeschalteten saudischen Medien wird Salman als Nationalheld gefeiert.[7]

Am 20. Juni 2017 wurde die Thronfolge in Saudi-Arabien durch König Salman geändert. Anstelle von Prinz Mohammed ibn Naif stieg Mohammed bin Salman zum Kronprinzen auf. Mohammed ibn Naif musste außerdem von seiner Position als Innenminister zurücktreten.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mohammad bin Salman Al Saud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spiegel online: Aufstieg von Mohammed bin Salman in Saudi-Arabien: Der Kriegerprinz. Abgerufen am 22. Juni 2017.
  2. saudiembassy.net, abgerufen am 5. Januar 2016 (offline).
  3. Martin Gehlen: König Salman räumt am saudischen Hof auf. In: Die Zeit online. 30. Januar 2015.
  4. Saudischer König Salman setzt neuen Kronprinzen ein. In: welt.de. 29. April 2015.
  5. Peter Mühlbauer: 717 Totgetrampelte beim diesjährigen Haddsch. In: Telepolis. heise.de, 25. September 2015, abgerufen am 5. Januar 2016.
  6. Prince Salman convoy triggered Hajj stampede: Report. In: Press TV. 24. September 2015, abgerufen am 5. Januar 2016 (englisch).
  7. „Prinz Rücksichtslos“ reißt Öl-Zepter an sich. In: kurier.at. 21. April 2016, abgerufen am 22. Juni 2017.
  8. Saudi-Arabien tauscht seinen Kronprinzen aus. In: welt.de. 21. Juni 2017, abgerufen am 22. Juni 2017.