Mohammed bin Salman

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Mohammed bin Salman al-Saud (2017)
Mohammed bin Salman mit dem Außenminister Adel al-Dschubeir und US-Außenminister John Kerry am 13. Juni 2016 zum Iftar

Mohammed bin Salman al-Saud (arabisch محمد بن سلمان بن عبد العزيز آل سعود, DMG Muḥammad b. Salmān b. ʿAbd al-ʿAzīz Āl Saʿūd, häufiges Namenskürzel MBS, * 31. August 1985 in Dschidda) ist der Kronprinz, Verteidigungsminister und stellvertretende Premierminister Saudi-Arabiens. Während seiner Amtszeit als Verteidigungsminister führen die Streitkräfte Saudi-Arabiens die Militärintervention im Jemen seit 2015 durch. Im Juni 2017 hat König Salman von Saudi-Arabien Mohammed bin Salman zum Kronprinzen ernannt.[1]

Leben und Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mohammed bin Salman studierte an der König-Saud-Universität in Riad und hält einen Bachelor in islamischer Rechtswissenschaft. Der saudische König Salman ernannte mit seiner ersten Amtshandlung am 23. Januar 2015 seinen damals 29-jährigen Sohn Mohammed bin Salman zum neuen Verteidigungsminister, dem wichtigsten Posten zur Absicherung Saudi-Arabiens, sowie zum Chef des Hofes, womit der Sohn den Zugang zum König kontrolliert.[2] Die Zeit beschrieb Mohammed bin Salman als „extrem korrupt, raffgierig und arrogant“.[3] Am 29. April 2015 wurde Mohammed bin Salman nach Mohammed ibn Naif, einem Neffen des Königs, zum Vize-Kronprinzen bestimmt.[4] Die Massenpanik in Mekka 2015, bei der über 2400 Pilger getötet wurden, soll nach Angaben iranischer und libanesischer Medien durch eine Sperrung der Pilgerroute verursacht worden sein, um Mohammed bin Salman mitsamt seinen Begleitern und einer Eskorte aus etwa 200 Soldaten und etwa 150 Polizisten passieren zu lassen.[5][6]

Als Verteidigungsminister ist er für die Militärintervention im Jemen verantwortlich. Zudem geht er (Stand 2016) hart gegen den Iran und gegen Reformer im eigenen Land vor. Mit ihm gilt (Stand 2016) das saudische Königreich als unberechenbar. Im April 2016 umging er den langjährigen Öl-Minister Ali Al-Naimi und übernahm das Ölgeschäft, indem er beim Ölgipfel in Doha eine lange geplante Vereinbarung scheitern ließ: OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten wollten sich darauf einigen, die Ölproduktion zu stoppen, um einen weiteren Preisverfall aufzuhalten. In den gleichgeschalteten saudischen Medien wurde Salman als Nationalheld gefeiert.[7]

Am 20. Juni 2017 wurde die Thronfolge in Saudi-Arabien durch König Salman geändert. Anstelle von Prinz Mohammed ibn Naif stieg Mohammed bin Salman zum Kronprinzen auf. Mohammed ibn Naif musste außerdem von seiner Position als Innenminister zurücktreten.[8]

Mohammed bin Salman mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am 18. Juni 2015

Mit seiner Vision 2030 setzt er sich für den Ausbau erneuerbarer Energien ein und erreichte, dass Frauen ab 2018 Auto fahren dürfen. Diese international weitgehend begrüßte Entscheidung wurde allerdings dafür kritisiert, dass Frauen weiterhin starken Beschränkungen im Alltag unterworfen sind, dass es sich um eine einsame Entscheidung des Thronfolgers und des Königs gehandelt hat – die 2015 bei Zuwiderhandlung dieses Verbots noch drakonische Strafen hatten geschehen lassen – und dass es sich mutmaßlich um eine Maßnahme handelt, die um des Ansehens Saudi-Arabiens sowie zugunsten seiner wirtschaftlichen Entwicklung gefällt wurde.[9]

Mohammed stellte Ende Oktober 2017 bei einem Wirtschaftsforum eine Abkehr seines Landes von ultrakonservativen Religionsprinzipien in Aussicht. Am 4. November 2017 ließ Mohammed (einen Tag, nachdem er die Leitung der neugegründeten Anti-Korruptions-Kommission übernommen hatte) elf Prinzen, darunter al-Walid ibn Talal und Saleh Abdullah Kamel, und Dutzende Regierungsbeamte festnehmen. Die Festnahmen wurden von der saudi-arabischen Regierung als Maßnahmen im Kampf gegen Korruption dargestellt (Antikorruptionskampagne in Saudi-Arabien 2017). Außerdem entließ er Mutaib bin Abdullah, der als Minister die Nationalgarde leitete.[10] Damit kontrolliert der Kronprinz künftig den kompletten Sicherheitsapparat des Landes.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mohammad bin Salman Al Saud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spiegel online: Aufstieg von Mohammed bin Salman in Saudi-Arabien: Der Kriegerprinz. Abgerufen am 22. Juni 2017.
  2. saudiembassy.net, abgerufen am 5. Januar 2016 (offline).
  3. Martin Gehlen: König Salman räumt am saudischen Hof auf. In: Die Zeit online. 30. Januar 2015.
  4. Saudischer König Salman setzt neuen Kronprinzen ein. In: welt.de. 29. April 2015.
  5. Peter Mühlbauer: 717 Totgetrampelte beim diesjährigen Haddsch. In: Telepolis. heise.de, 25. September 2015, abgerufen am 5. Januar 2016.
  6. Prince Salman convoy triggered Hajj stampede: Report. In: Press TV. 24. September 2015, abgerufen am 5. Januar 2016 (englisch).
  7. „Prinz Rücksichtslos“ reißt Öl-Zepter an sich. In: kurier.at. 21. April 2016, abgerufen am 22. Juni 2017.
  8. Saudi-Arabien tauscht seinen Kronprinzen aus. In: welt.de. 21. Juni 2017, abgerufen am 22. Juni 2017.
  9. Jonah Shepp: Don’t Be Fooled by Saudi Arabia’s Plan to Let Women Drive. In: New York, 30. September 2017 (englisch).
  10. Saudisches Königshaus lässt Prinzen und Ex-Minister festnehmen. In Zeit Online vom 5. November 2017, Fassung vom 9:47 Uhr, abgerufen am 6. November 2017.