Moorshoven

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Moorshoven
Stadt Wegberg
Wappen von Moorshoven
Koordinaten: 51° 7′ 40″ N, 6° 19′ 8″ O
Höhe: 73 (70–75) m
Einwohner: 215 (30. Jun. 2012)
Postleitzahl: 41844
Vorwahl: 02434
Ausschnitt aus dem Urkataster von 1825
Gaststätte Maydt 1911
Ortsansicht mit Kapelle um 1880
Ortsansicht Moorshoven um 1930
Kapelle in Moorshoven
Gehöft am Moorhof in Moorshoven
Feuerwehrhaus in Moorshoven

Moorshoven ist ein Ortsteil der Mittelstadt Wegberg im Kreis Heinsberg im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moorshoven liegt südöstlich von Wegberg an der Landesstraße 127. Seit dem frühen Mittelalter bis um 1924 führte die Landstraße "Neußerbahn" durch den Ort, die Wassenberg via Schwanenberg mit Mönchengladbach-Rheindahlen verband. Der Ort wird im Süden vom Beeckbach tangiert, dessen ursprünglich am jetzigen Feuerwehrhaus entspringende Quelle 1906 verfüllt wurde.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beeck Ellinghoven Gripekoven
Uevekoven Nachbargemeinden Kipshoven
Holtum Schönhausen Bissen bei Beeck

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moorshoven (übersetzt: Hof im Moor) ist entstanden aus einem Adelshof, der später zur Burg ausgebaut wurde. Noch heute sind von der damaligen Burg, dem Haus Moorshoven, die Wassergräben zu erkennen. Ein Adelsgeschlecht von Moorshoven erscheint erstmals im 13. Jahrhundert. Die früheste bekannte Erwähnung eines Herrn von Morshoven datiert auf das Jahr 1242. Eine weitere urkundliche Erwähnung von Moorshoven ist aus dem Jahre 1294/95 bekannt, wo in einer Rechnung der Grafschaft Geldern Sibertus und Goswin von Moorshoven als Vasallen genannt werden. Nach einer abwechslungsreichen Besitzergeschichte wurde die Burg Anfang des 17. Jahrhunderts an die Herren von Beeck verkauft. Ein Franco von Moorshoven wurde als Raubritter 1354 vom Erzbischof von Köln gefangen genommen und hingerichtet. Dies war im gleichen Jahr, in dem die Burg in Gripekoven geschleift wurde. Die mittelalterliche Wasserburg der Herren von Morshoven war ein landtagsfähiger Rittersitz. Im 19. Jahrhundert wurde die inzwischen verfallene Burganlage durch eine neue Hofanlage, dem Moorhof, ersetzt.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort lebten im Juni 2009 insgesamt 219 Einwohner. Es existieren zwei Gaststätten/Hotels mit Übernachtungsmöglichkeiten, vier landwirtschaftliche Betriebe, drei Pferdehöfe und ein Elektrobetrieb sowie einige Kleingewerbebetriebe. Ein Kinderspielplatz ist vorhanden.

1869 wurde in Moorshoven die erste Dampfmaschine der Gemeinde Beeck in Betrieb genommen. Sie hatte 8 PS und trieb die Maschinen einer Flachsschwingerei und Wattefabrik in der Steinstraße Nr. 12 (Winand Büschgens) an.

Bus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Moorshoven sind zwei Bushaltestellen vorhanden. Eine davon befindet sich an der Straße von Wegberg nach Erkelenz/Mönchengladbach und eine im Ort in der Nähe der Kapelle. Die Bushaltestelle im Ort wird nur von der AVV Linie 411 bedient, die andere wird von der AVV Linie 412 und der VRR Linie 017 bedient.

Linie Linienverlauf
411 Kehrbusch - Rath-Anhoven - Moorshoven - Holtmühle - Wegberg
412 Wegberg - Moorshoven - Rath-Anhoven - Erkelenz
017 Wegberg - Moorshoven - Rheindahlen - Holt - Mönchengladbach - Lürrip

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moorshoven gehörte schon seit frühester Zeit zur Pfarre Beeck. Im Jahre 1746 wurde an jetzigen Standort der Kapelle ein Kreuz aus Eichenholz errichtet. Im gleichen Jahr wurde auch in Rath-Anhoven und in Schönhausen nach einer Volksmission Kreuze errichtet. Da dieses Missionskreuz in Mooshoven Wind und Wetter ausgesetzt war, wurde um das Kreuz aus Steinen der verfallenen Burganlage ein Häuschen gebaut, die heutige Kapelle. Sie ist dem Hl. Franziskus von Assisi geweiht.

Hagelkreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hagelkreuz an der Straße Am alten Schlagbaum fand 1770 seine erste Erwähnung. 1940 wurde das Kreuz von deutschen Soldaten abgeräumt, um ihren schweren Fahrzeugen die Durchfahrt zu ermöglichen. 1945 wurde es von der Dorfgemeinschaft neu errichtet. Der alte, gusseiserne Korpus wurde wiederverwendet. Im Rückblick auf die Zeit des Nationalsozialismus und Krieges, wurde die Inschrift "Im Kreuz allein ist Heil" gewählt.

Moorshovener Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gesamte ehemalige Gemeindebezirk Beeck war lange Jahre auch der Löschbezirk der Freiwilligen Feuerwehr Moorshoven. Gegründet wurde die Löschgruppe 1894, als die Anzahl der Feuerspritzen in der damaligen Bürgermeisterei Beeck auf sechs erhöht werden durfte und Moorshoven den Zuschlag für diese sechste Feuerwehrspritze bekam. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Moorshovener Feuerwehr immer wieder modernisiert. 1908 erbaute sie den Steigerturm, 1952 kam erstmals die Motorspritze zum Einsatz, 1958 fand die Übergabe des ersten Feuerwehrfahrzeuges, 1966 bekam sie ein neues Allradfahrzeug mit eingebautem Löschwassertank für 800 l Löschwasser. Im Jahre 1986 wurde das neue, in Eigenleistung erbaute Feuerwehrhaus eingeweiht. Ein neues Fahrzeug LF8/6 wurde der Löschgruppe 1990 übergeben. Mit der kommunalen Neuordnung 1972 ging die Feuerwehr Moorshoven in die Freiwillige Feuerwehr Wegberg, Löschgruppe Moorshoven, über. Für ihren steten, selbstlosen Einsatz wurde der Löschgruppe Moorshoven 1989 der Beecker Flachsmarktpreis verliehen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kapelle von 1746, Kapellenstraße als Denkmal Nr. 72. Sie ist dem Hl. Franziskus von Assisi geweiht.
  • Gehöft, Am Moorhof als Denkmal Nr. 73
  • Hagelkreuz, Ecke Am Alten Schlagbaum / Am Moorhof
  • Feuerwehrhaus der Löschgruppe Moorshoven
  • Grabenanlage des früheren Hauses Moorshoven

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm von Morshoven wird in einer Urkunde des Konvents der hl. Maria zu Roermond aus dem Jahr 1242 als Zeuge einer Schenkung des Herrn von Saffenberg genannt. Erste urkundliche Erwähnung eines Herrn von Morshoven (in früheren Schreibweisen erscheint der Ortsname als Morshoven, Moirshoven oder Moershoven).
  • Adam II von Morshoven (vor 1290–28. November 1370), trat 1316 als Ritter in den Dienst der Stadt Köln. 1354 wurde er als Vogt im Amt Wassenberg genannt.
  • Franko von Morshoven, einer der drei Söhne Adams II, wurde 1354 als Landfriedensbrecher durch das Erzbischofstum Köln verurteilt und hingerichtet. Ihm wurde u. a. Entführung, Geiselnahme und Brandstiftung vorgeworfen.
  • Arnold Ellinghoven (27. November 1813–28. Dezember 1890), genannt "Schur Nölleske". Heilpraktiker und Wohltäter, besonders für die Pfarrkirche in Beeck. Er wohnte im Haus Steinstraße Nr. 14
  • Hermann Hubert Vasters (22. Januar 1817–1. August 1890), Landwirt in Moorshoven und Bürgermeister der Gemeinde Beeck, von 1855 bis 1890. Er bewohnte Haus Morshoven.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfgemeinschaft Moorshoven
  • St.-Martin-Gesellschaft, gegründet 1913, organisiert den traditionellen Martinszug durch die Orte Moorshoven, Bissen, Felderhof und Schönhausen.
  • Freiwillige Feuerwehr Moorshoven

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jost Auler: Vorindustrielle Farbreihen am linken Niederrhein. In: Natur- und Landschaftskunde. Jg. 36, Heft 1, 2000, ISSN 0722-7795, S. 22–24.
  • Jost Auler: Zwei weitere Farbstößel vom linken Niederrhein. In: Das Rheinische Landesmuseum Bonn. Berichte aus der Arbeit des Museums. 2000, ISSN 0524-0344, S. 12–13.
  • Jost Auler: Zwei bemerkenswerte Bodenfunde aus Wegberg-Moorshoven. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. 2001, ISSN 1615-7761, S. 39–41
  • Walter Föhl: Die Herren von Morshoven. In: Heimatkalender der Erkelenzer Lande. 1966, ZDB-ID 214265-x, S. 39–51.
  • Kulturführer Wegberg. Stadtmarketing-Team der Stadt Wegberg, Wegberg 2007, S. 99–102.
  • Bernd Limburg: 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Moorshoven. Entstehung und Geschichte 1894–1994. Freiwillige Feuerwehr Moorshoven, Wegberg 2004.
  • Anton Vasters: Die Jlokk möt dä Baasch. In: Oos Platt. Nr. 32, 1996, ZDB-ID 1054198-6, S. 6.
  • Anton Vasters: Haus Morshoven und seine Besitzer (1242–1994). In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. 2004, S. 15–28.
  • Anton Vasters: Die Franziskuskapelle in Moorshoven. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. 2005, S. 51–54.
  • Anton Vasters: Schenk- und Gastwirtschaften in Moorshoven. In: Aus der Geschichte des Erkelenzer Landes (= Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V. Nr. 20, ZDB-ID 597454-9). Heimatverein der Erkelenzer Lande, Erkelenz 2006, S. 161–180.
  • Anton Vasters: Der Hülsenhof in Moorshoven. In: Berker Bote. Nr. 25, 2008, ISSN 1434-9027, S. 9–11.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Moorshoven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien