Nachahmerprodukt

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Me-too im Produktlebenszyklus

Unter einem Nachahmerprodukt (auch Me-too-Produkt, von engl. me too ‚ich auch‘) versteht man Produkte, die einem meist innovativen Original-Produkt in vielen Eigenschaften und Fähigkeiten gleichen und bei Erfolg des Erstanbieters – möglichst kurz darauf – auf den Markt kommen.

Das Original ist oft Marktführer oder hat diesen Markt erst geschaffen. Nachahmerprodukte von sogenannten Marktfolgern sprechen denselben oder einen ähnlichen Kundenkreis an, den auch das Original bedient, stellen jedoch juristisch kein Plagiat dar (im Gegensatz zur Produktpiraterie). Allgemein typisch sind auch ähnlich aussehende Verpackungen bzw. Titelbilder und leicht geänderte Schreibweisen, so dass diese Produkte bei mangelnder Aufmerksamkeit beim Kauf durchaus für das Original gehalten werden können.

Wird der Markt regelmäßig, gezielt beobachtet und bei Gelegenheit interessante Innovation zu kopieren, spricht man auch von einer Me-Too-Strategie (im Gegensatz zur Innovationsstrategie).[1]

Beispiele und Anwendungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Arzneimittelmarkt wird bei Nachahmerprodukten zwischen Generika, die identische, nicht mehr patentgeschützte Wirkstoffe enthalten, und Analogpräparaten, die sich im Vergleich zum Originalpräparat in der Wirkstoffstruktur unterscheiden, ohne aber einen relevanten Unterschied zu eingeführten Präparaten zu zeigen, unterschieden.[2]

In der Fernsehbranche spricht man von Me-too-Formaten.[3] Häufig imitieren deutsche bzw. österreichische Produktionsfirmen US-amerikanische Formate (z. B. Sex and the CityAlles außer Sex; oder aber Die Simpsons verglichen mit Family Guy). So belebte die RTL-Sendung Wer wird Millionär? das Quiz im deutschen Fernsehen neu, weshalb wenig später in der ARD Das Quiz mit Jörg Pilawa, konzeptuell ähnlich, auf Sendung ging.

Im Lebensmittelbereich gibt es Ersatzlebensmittel, die auf einer gewissen Imitation basieren (beispielsweise Muckefuck als Kaffee-Ersatz ohne Koffein, meist aus Getreide).[4] Im Discounter finden sich oftmals sogenannte No-Name-Produkte.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matys, Erwin. Praxishandbuch Produktmanagement: Grundlagen und Instrumente. Campus Verlag, 2013. S. 339.
  2. Andreae, Susanne, Dominik von Hayek, and Jutta Weniger. Gesundheits-und Krankheitslehre für die Altenpflege. Georg Thieme Verlag, 2011. S. 93.
  3. Deuerling, Tanja. "Innovationsmanagement für neues Fernsehen." Entwicklung von Bewegtbildformaten in Abhängigkeit vom Innovationsgrad, Wiesbaden (2015). S. 228.
  4. Hartwig, Stefanie. Werbung für Lebensmittel: Strategien-rechtlicher Spielraum-Umsetzung. Behr's Verlag DE, 2013. S. 51.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]