Namdapha-Nationalpark

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Waldlandschaft im Namdapha-Nationalpark

Der Namdapha-Nationalpark ist ein Schutzgebiet im Nordosten Indiens. Der Park liegt im Bundesstaat Arunachal Pradesh und erstreckt sich über eine Fläche von knapp 2.000 Quadratkilometern.

Lage[Bearbeiten]

Der Namdapha-Nationalpark liegt in Arunachal Pradesh im Nordosten Indiens. Er ist insgesamt 1.985 Quadratkilometer groß, wovon 1.808 Quadratkilometer auf die Kernzone entfallen. Im Norden wird der Nationalpark vom Kamlang-Wildreservat begrenzt, im Westen bildet der Noa-Dihing-Fluss eine natürliche Grenze. Im Süden und Südosten des Parks erheben sich Bergketten die nach Myanmar hinüber reichen. Die Höhenlagen des Reservates reichen von 200 m bis 4.571 m über dem Meeresspiegel. Im Parkgebiet liegen 27 Dörfer, in denen nahezu 10.000 Menschen leben. Unter ihnen stellen die Chakma die Mehrheit dar.[1]

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Taguan (Petaurista petaurista)
Nepalhornvogel (Aceros nipalensis) im Nationalpark

Da das Gelände von Tieflagen bis auf 4.500 Meter über dem Meeresspiegel ansteigt, ist die Vegetation sehr vielgestaltig und reicht von tropischen und subtropischen Regenwäldern am Fuß der Berge über gemäßigte Laubwälder in mittleren Lagen bis hin zu alpinen Matten und ganzjährigen Schneefeldern.[2] Dementsprechend reichhaltig ist auch die Tierwelt, die sowohl Arten des tropischen Südostasiens als auch Arten des Himalaya-Gebietes beinhaltet. So bietet Namdapha Lebensraum für Bengalische Tiger, Indische Leoparden, Nebelparder und Schneeleoparden. Weitere große Raubtiere sind Asiatische Wildhunde, Wölfe und Kragenbären.

Auch die großen Pflanzenfresser sind reichhaltig vertreten und umfassen einerseits tropische Arten wie Elefanten, Gaure, wilde Wasserbüffel, Sambarhirsche, Schweinshirsche, Indische Muntjaks und Wildschweine, aber andererseits auch typische Gebirgstiere wie Gorale, Seraue, Takins und Blauschafe.[3] Die Affenarten sind durch sieben Arten im Park vertreten; darunter sind Plumplori, Hulock-Gibbon, Rhesusaffe, Bärenmakak, Assam-Makak und Kappenlangur. Kleinere Raubtiere sind durch Kleine Pandas, Binturongs und zahlreiche Katzen und Schleichkatzenarten vertreten.[4] Für einige darunter, wie etwa den Hulock-Gibbon stellt Namdapha eines der letzten Refugien dar. Eine Studie im Winter 2006/2007 erfasste 50 Exemplare dieser seltenen Affenart im Nationalparkgebiet.[1]

Die Vogelwelt ist reichhaltig und beispielsweise durch Nepalhaubenadler, Graue Pfaufasane, Maskeneulen und Nepalhornvögel vertreten.

Insgesamt beherbergt der Nationalpark 69 Säugetierarten und 233 Vogelarten.[1]

Eine jüngere Studie, die mit Hilfe von Kamerafallen durchgeführt wurde, ergab jedoch, das die Großtierbestände des Parks sehr niedrig sind. Ursache dürfte übermäßige Wilderei sein. So konnten keine Anzeichen für Tiger im Park festgestellt werden. Das einzige Großraubtier, das belegt wurde, ist der Nebelparder. Leoparden und Wildhunde konnten nur indirekt, durch Kot und Fährten nachgewiesen werden und dürften noch in kleinen Populationen vorhanden sein. Gleiches gilt für den Gaur und den Serau. Lediglich eine kleine Elefantenherde scheint den Park noch regelmäßig aufzusuchen. Sicher belegt wurden Populationen von Sambarhirschen, Wildschweinen, Indischen Muntjaks und zahlreichen Kleinraubtierarten.[2] Einige Jahre später, im Jahr 2012, konnte jedoch erstmals ein Tiger mit Hilfe einer Kamerafalle nachgewiesen werden. Dazu gelangen weitere Aufnahmen von anderen Großtieren, was beweist, dass es um die Tierbestände im Park besser steht als zunächst befürchtet.[5]

Belege[Bearbeiten]

  • William Riley, laura Riley: Nature´s Strongholds. The World´s Great Wildlife Reserves. Princeton University Press, 2005. ISBN 0-691-12219-9
  1. a b c Awadhesh Kumar, P.P. Mary & Pushkal Bagchie (2009). Present distribution, population status, and conservation of Western Hoolock Gibbons Hoolock hoolock (Primates: Hylobatidae) in Namdapha National Park, India. JoTT PAPER 1(4): 203-210
  2. a b Aparajita Datta, M.O. Anand, Rohit Naniwadekar: Empty forests: Large carnivore and prey abundance in Namdapha National Park, north-east India. Biological Conservation, Volume 141, Issue 5, May 2008, Pages 1429–1435
  3. K K Gurung & Raj Singh: Field Guide to the Mammals of the Indian Subcontinent, Academic Press, San Diego, ISBN 0-12-309350-3
  4. Chetry D, Medhi R, Biswas J, Das D & Bhattacharjee PC. (2003) Nonhuman Primates in the Namdapha National Park, Arunachal Pradesh, India. International Journal of Primatology 24(2). p. 383-388. DOI 10.1023/A:1023057401967 LINK
  5. Panthera: Abundant Signs of Life in India’s Namdapha Tiger Reserve

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Namdapha National Park – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

27.64984196.110294Koordinaten: 27° 38′ 59″ N, 96° 6′ 37″ O