Nase

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das Organ; zu weiteren Bedeutungen siehe Nase (Begriffsklärung).
Menschliche Nase

Die Nase (lateinisch nasus; griechisch ῥίς rhīs) ist in der Anatomie das Organ von Wirbeltieren, das die Nasenlöcher und die Nasenhöhle beherbergt. Beim Menschen sowie den meisten anderen Säugetieren liegt die Nase im Gesichts­zentrum bzw. an der vorderen Spitze der Schnauze.

Hinter dem Nasenraum befindet sich der Rachen, in den von unten her die Luftröhre und die Speiseröhre münden.

Nase der Säugetiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nase eines Hundes
Menschliche Nasenmuscheln in einer computertomographischen Aufnahme (CT)

Außen unterscheidet man bei der Nase Nasenwurzel, Nasenrücken und Nasenspitze sowie die seitlichen Nasenflügel. Beim Menschen liegt innerhalb der Nasenwurzel die Spina nasalis anterior. Der obere Teil des menschlichen Nasenrückens wird vom Nasenbein gestützt, während sich in der Nasenspitze nur Knorpelelemente zur Stabilisierung befinden.

Anatomisch gehört die Nase zu den äußeren und oberen Atemwegen. Die Nasenlöcher (Nares) führen in das Innere der Nase, jeweils zuerst in den Nasenvorhof (Vestibulum nasi), der von behaarter äußerer Haut ausgekleidet ist, dann in die eigentliche Nasenhöhle (Cavum nasi). Die Nasenhöhle ist durch die Nasenscheidewand (Septum nasi) in zwei getrennte Abteilungen gegliedert und von einer Schleimhaut mit Flimmerepithel ausgekleidet. Linke und rechte Nasenhöhle sind jeweils durch die knöchern gestützten Nasenmuscheln untergliedert. Zwischen den Nasenmuscheln liegen drei Nasengänge.

Beim Menschen besteht eine natürliche Enge des Naseneingangs, die als „Nasenklappe“ (Ostium internum) bezeichnet wird. Die Enge entsteht zwischen dem unteren Rand des Dreieckknorpels und der Nasenscheidewand, äußerlich zu sehen durch eine Einziehung oberhalb der Flügelknorpel, die den äußeren Naseneingang stabilisieren. Eine menschliche Nase ist in Europa bei Frauen im Durchschnitt 5,1 cm und bei Männern 5,8 cm lang.[1]

Bei den Walen hat sich die Nase an die Oberseite des Kopfes verlagert und hat verschließbare Nasenöffnungen. Nase und Oberlippe der Elefanten haben sich zusammen zu einem langen, muskulösen Tast- und Manipulationsorgan entwickelt, dem Rüssel.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Menschliche Nase in der schematischen Seitenansicht

Durch die Nase wird die Atem­luft ein- und ausgeatmet, wobei kalte Luft an der Oberfläche der Nasenschleimhaut erwärmt und trockene Luft angefeuchtet wird. Die dabei abgekühlte und getrocknete Schleimhaut gewinnt beim Ausatmen einen großen Teil der Wärme und Feuchtigkeit zurück. Die Nasenhaare fangen grobe und das Nasensekret feine Fremdpartikel ab. Das Nasensekret wird dauernd durch die Bewegung der Flimmerhärchen in Richtung Rachen transportiert. Überschüssiges Sekret, Fremdpartikel und Allergene wie Pollen können durch Niesen teilweise reflektorisch nach außen befördert und mit einem Taschentuch aufgefangen werden.

Dank der Nase kann man auch mit geschlossenem Mund atmen. Dies wird bei der zirkulären Atmung ausgenutzt. Ein Säugling, der gestillt wird, kann während des Trinkens durch die Nase ein- und ausatmen. Alle Säugetiere (mit Ausnahme der Wale und Seekühe) sind nach ihrer Geburt, solange sie gesäugt werden, auf die Nasenatmung angewiesen.

Die menschlichen Nasenmuscheln stellen sogenannte unechte Schwellkörper dar, die ihre Größe erheblich ändern können.

Beim Menschen findet die Nasenatmung in körperlicher Ruhe nicht gleichmäßig durch beide Nasenlöcher statt. Diesen Vorgang bezeichnet man als Nasenzyklus. Der Luftstrom durch jeweils eines ist verringert, um eine Regeneration seiner Schleimhaut zu ermöglichen.[2] Nach einer gewissen Zeit wechselt der Hauptstrom zum jeweils anderen Nasenloch, was bei einer gesunden Nase unbemerkt vonstattengeht.

Die Regio olfactoria der Nase ist Sitz des Geruchsorgans und damit der olfaktorischen Wahrnehmung.

Erkrankungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nasenprothese aus Metall (17. - 18. Jahrhundert)
Fünf männliche Gesichtprofile und ihre Nasenkonturen. Die Gesicht- und Nasenformen variieren wie alle übrigen Körperformen und Merkmale  (Phänotypische Variation)

Erkrankungen der Nase sind Gegenstand der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Interdisziplinäre Beteiligung der Dermatologie und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie.

Nasale Applikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nase kann auch als Zugangsweg für Genuss- und Suchtmittel (z. B. Schnupftabak, Kokain), Medikamente (Salben, Tropfen, Sprays, Inhalationen usw.) und Narkosemittel dienen.

Transnasale Ernährungssonde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei künstlicher Ernährung kann einem Patienten eine Ernährungssonde durch die Nase (Fachwort transnasal) bis in den Magen gelegt werden, die das Überleitsystem mit einer Sondennahrung verbindet, die dem Patienten zugeführt (appliziert) werden kann.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nasen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Nase – Zitate
 Wiktionary: Nase – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ohren und Nase wachsen ständig
  2. Nasenzyklus – Digitale Dissertation der FU Berlin
  3. [1] – Sand M et al. Cutaneous lesions of the nose, Head & Face Medicine