Natalie Cole

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Natalie Cole (2013)

Natalie Maria Cole (* 6. Februar 1950 in Los Angeles, Kalifornien; † 31. Dezember 2015 ebenda) war eine US-amerikanische Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin. Sie war die Tochter der Jazzsänger Nat King Cole und Marie Ellington. In ihrer mehr als 40 Jahre währenden Karriere wurden allein in den Vereinigten Staaten 13,5 Millionen Alben[1] verkauft, womit sie zu den erfolgreichsten Sängerinnen in den Genres R&B, Soul und Jazz gehörte. Für ihre Leistungen als Sängerin wurde sie mit neun Grammys ausgezeichnet.[2]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr erstes Album, Inseparable, erschien 1975; im darauf folgenden Jahr erhielt Cole einen Grammy in der Kategorie „Best New Artist“.

Sie nahm unter anderem Alben in den Bereichen Soul, Jazz, Pop und Dance auf. Zu ihren größten Hits zählen This Will Be (1975), I’ve Got Love on My Mind (1977), Our Love (1978), Someone That I Used to Love (1980), Jump Start und I Live for Your Love (1987), Pink Cadillac (1988), Miss You Like Crazy (1989) und Unforgettable (1991, ein nachträglich zusammengesetztes Duett mit ihrem verstorbenen Vater). Das dazugehörige Album Unforgettable – With Love verkaufte sich allein in den Vereinigten Staaten über sieben Millionen Mal und erhielt zahlreiche Grammy-Auszeichnungen.

Cole war dreimal verheiratet. Alle drei Ehen wurden nach wenigen Jahren wieder geschieden. Aus ihrer ersten Ehe mit Marvin Yancy, Koproduzent und Koautor ihrer ersten Alben, stammt ihr einziger Sohn Robert Yancy.

Im Jahr 2000 veröffentlichte Cole ihre Autobiografie Angel on My Shoulder, in der sie auch von ihrer schweren Drogenabhängigkeit berichtet. Laut eigenen Angaben nahm sie LSD, Heroin und Crack, konnte aber ihre jahrelange Drogen- und Alkoholabhängigkeit nach mehreren erfolglosen Entziehungskuren schließlich durch kalten Entzug überwinden.[3]

2008 wurde bei Cole Hepatitis C diagnostiziert.[3] Sie selbst führte die Erkrankung auf den Gebrauch verunreinigter Spritzen während ihrer Heroinsucht zurück.[3] Nach der Behandlung versagten ihre Nieren und sie musste sich deswegen mehrmals wöchentlich einer Dialyse unterziehen.[3] Im Mai 2009 erhielt sie eine Spenderniere.[4] 2010 erschien ihre zweite Autobiografie Love Brought Me Back – A Journey of Loss and Gain, in der sie ihre Erlebnisse im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung, der Behandlung und der Organtransplantation verarbeitete.[5]

Trotz ihrer gesundheitlichen Probleme veröffentlichte sie 2008 eine CD mit Standards des Great American Songbooks, die im folgenden Jahr mit dem Grammy ausgezeichnet wurde.[2]

Im Dezember 2015 musste Cole wegen ihrer Erkrankung mehrere geplante Auftritte absagen. Sie starb am Abend des 31. Dezember 2015 im Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles an Herzversagen.[6]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Natalie Cole/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[7][8][9][10] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1975 Inseparable 18
(56 Wo.)
1
(50 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. Mai 1975
US: Gold
Produzenten: Chuck Jackson, Marvin Yancy
1976 Natalie 13
(30 Wo.)
3
(32 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. April 1976
US: Gold
Produzenten: Chuck Jackson, Gene Barge,
Marvin Yancy, Richard Evans
1977 Unpredictable 8
(28 Wo.)
1
(29 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1977
US: Platin
Produzenten: Chuck Jackson, Marvin Yancy
1977 Thankful 16
(39 Wo.)
5
(37 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. November 1977
US: Platin
Produzenten: Chuck Jackson, Marvin Yancy
1979 I Love You So 52
(15 Wo.)
11
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. März 1979
US: Gold
Produzenten: Chuck Jackson, Marvin Yancy, Gene Barge
1979 We’re the Best of Friends 44
(19 Wo.)
7
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1979
mit Peabo Bryson
Produzenten: Peabo Bryson, Johnny Pate,
Mark Davis, Marvin Yancy
1980 Don’t Look Back 77
(22 Wo.)
17
(22 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. Mai 1980
Produzenten: Marvin Yancy, Gene Barge, Michael Masser
1981 Happy Love 132
(4 Wo.)
37
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1981
Produzenten: George Tobin, Mike Piccirillo
1983 I’m Ready 182
(3 Wo.)
54
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1983
Produzenten: Marvin Yancy, Chuck Jackson,
Stanley Clarke, Chuck Bynum
1985 Dangerous 140
(9 Wo.)
48
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1985
Produzenten: Gary Skardina, Marti Sharron,
Harold Beatty, Eddie Cole, Natalie Cole
1987 Everlasting 62
(4 Wo.)
42
(58 Wo.)
8
(65 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Juni 1987
UK: Silber, US: Gold
Produzenten: Aaron Zigman, Jerry Knight,
Reggie Calloway, Vincent Calloway, Dennis Lambert,
Burt Bacharach, Carole Bayer Sager, Eddie Cole,
Andy Goldmark, Bruce Roberts
1989 Good to Be Back 57
(12 Wo.)
10
(12 Wo.)
59
(23 Wo.)
21
(28 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. April 1989
UK: Gold
Produzenten: Dennis Lambert, André Fisher,
Don Boyette, Michael Masser, Narada Michael Walden,
Roman Johnson, Lee Curreri, Ric Wake, Eddie Cole
1991 Unforgettable … with Love 32
(25 Wo.)
15
(10 Wo.)
11
(29 Wo.)
1
(110 Wo.)
5
(79 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. Juni 1991
CH, UK: Gold, US: 7-fach-Platin
Produzenten: André Fischer, David Foster,
Tommy LiPuma, Natalie Cole
Grammy (Album des Jahres + Traditional Pop)
1993 Take a Look 90
(4 Wo.)
16
(4 Wo.)
26
(19 Wo.)
14
(23 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. Juni 1993
US: Gold, German Jazz Award: Gold
Produzenten: André Fischer, Tommy LiPuma, Natalie Cole
Grammy (Jazz)
1994 Holly & Ivy 36
(8 Wo.)
20
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 1994
US: Gold
Produzenten: Natalie Cole, Tommy LiPuma,
André Fisher, Michael Masser
1996 Stardust 20
(21 Wo.)
11
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. September 1996
US: Platin
Produzenten: John Clayton, Phil Ramone, Natalie Cole
1999 Snowfall on the Sahara 163
(3 Wo.)
64
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Juni 1999
Produzent: Phil Ramone
1999 The Magic of Christmas 157
(4 Wo.)
84
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. September 1999
mit London Symphony Orchestra
Produzent: Fred Salem
2002 Ask a Woman Who Knows 67
(6 Wo.)
26
(6 Wo.)
52
(5 Wo.)
63
(5 Wo.)
32
(9 Wo.)
24
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. September 2002
UK: Silber
Produzenten: Tommy LiPuma, Natalie Cole
2006 Leavin’ 92
(1 Wo.)
76
(2 Wo.)
97
(2 Wo.)
16
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. September 2006
Produzenten: Dallas Austin, Natalie Cole
2008 Still Unforgettable 59
(1 Wo.)
19
(9 Wo.)
8
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. September 2008
Produzenten: Natalie Cole, Gail Deadrick, Tena Clark
2013 Natalie Cole en Español 91
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. Juni 2013
Produzent: Rudy Perez

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspielerin

  • 1956–1957: The Nat King Cole Show (Fernsehserie, zwei Folgen)
  • 1987: Marblehead Manor (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1993: I’ll Fly Away (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1993: Out All Night (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1994: Lily in Winter (Fernsehfilm)
  • 1995: Ein Hauch von Himmel (Touched By An Angel, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1996: Kleine Jessica – Ein Vaterherz in Not (Abducted: A Father’s Love, Fernsehfilm)
  • 1997: Danny, der Kater – Vier Pfoten erobern Hollywood (Cats Don’t Dance, Singstimme von Sawyer)
  • 1998: Mit dem Rücken an der Wand (Always Outnumbered, Fernsehfilm)
  • 1999: Willkommen in Freak City (Freak City, Fernsehfilm)
  • 2004: De-Lovely – Die Cole Porter Story (De-Lovely)
  • 2006: Grey’s Anatomy (Fernsehserie, eine Folge)
  • 2006: Law & Order: Special Victims Unit (Fernsehserie, eine Folge)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Irwin Stambler: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3. überarbeitete Auflage, St. Martin’s Press, New York City 1989, ISBN 0-312-02573-4, S. 138–141.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Natalie Cole – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Top Selling Artists (Albums). In: riaa.com. Recording Industry Association of America, abgerufen am 11. März 2014 (englisch).
  2. a b GRAMMY.com, Past Winners Search, Natalie Cole. The Recording Academy, abgerufen am 16. Juni 2011 (englisch).
  3. a b c d Pete Smith: US-Star sucht Lebendspender für Niere. Ärzte Zeitung Verlags-GmbH, 7. April 2009, abgerufen am 16. Juni 2011.
  4. Natalie Cole erhält Spenderniere. In: focus.de. Focus, 21. Mai 2009, abgerufen am 27. Januar 2016.
  5. Black Expression, Love Brought Me Back by Natalie Cole. Bookspan, abgerufen am 3. September 2011 (englisch).
  6. Sandy Cohen, Mesfin Fekadu: Natalie Cole, Grammy winning singer, has died. In: ap.org. Associated Press, 1. Januar 2016, abgerufen am 1. Januar 2016 (englisch).
  7. Chartquellen: Singles Alben UK US1 US2
  8. The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7
  9. Gold-/Platin-Datenbanken: DE AT CH UK US
  10. Joel Whitburn: Top R&B Albums 1965–1998, ISBN 0-89820-134-9