Naturpark Lüneburger Heide

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Naturpark Lüneburger Heide

IUCN-Kategorie V − Protected Landscape/Seascape

Heidefläche bei Niederhaverbeck

Heidefläche bei Niederhaverbeck

Lage Niedersachsen, Deutschland f3
Fläche 1077,69 km²
WDPA-ID 64658http://infobox-schutzgebiet.wdpa-id.test/%5Bhttp%3A%2F%2Fwww.protectedplanet.net%2Fsites%2FLuneburger_Heide_Nature_Park%2064658%5D
Geographische Lage 53° 10′ N, 9° 57′ O53.1696989.948628Koordinaten: 53° 10′ 11″ N, 9° 56′ 55″ O
Naturpark Lüneburger Heide (Niedersachsen)
Naturpark Lüneburger Heide
Einrichtungsdatum 1922
Verwaltung Landkreise Lüneburg, Harburg und Heidekreis

Der Naturpark Lüneburger Heide liegt mit einer Fläche von 1070 km² im nördlichen Niedersachsen. Träger des Naturparks ist der Naturparkregion Lüneburger Heide e.V.. Im Naturpark Lüneburger Heide leben 90.000 Menschen.

Naturpark Lüneburger Heide

Lage[Bearbeiten]

Lage des Naturparks Lüneburger Heide

Der Naturpark Lüneburger Heide ist ein Teil der Urlaubsregion Lüneburger Heide und liegt im Städtedreieck Hamburg, Bremen und Hannover. Er erstreckt sich von Buchholz in der Nordheide im Norden bis nach Soltau im Süden und Schneverdingen im Westen bis an die Grenzen der Stadt Lüneburg im Osten. Er umfasst Teile der drei Landkreise Lüneburg, Harburg und Heidekreis. Dem Naturpark Lüneburger Heide gehören 35 Gemeinden an. Im Herzen des Naturparks Lüneburger Heide liegt das etwa 234 km² große Naturschutzgebiet Lüneburger Heide (auch Naturschutzpark Lüneburger Heide genannt). Dieses war bis Februar 2007 mit dem Naturpark Lüneburger Heide identisch und bildete einen der kleinsten Naturparke in Deutschland. Im Februar 2007 wurde der Naturpark um das Vierfache seiner Fläche erweitert und umfasst nun über 1070 km².

Geschichte[Bearbeiten]

Pastor Wilhelm Bode überzeugte den Naturschutzpark e.V. (VNP) 1910 in der Lüneburger Heide aktiv zu werden. Der VNP kaufte Flächen um den Wilseder Berg an. Somit entstand der Naturschutzpark Lüneburger Heide. Diese Fläche wurde von der Preußisches Regierung 1922 zum Naturschutzgebiet erklärt. Alfred Toepfer, der seit 1954 Vorsitzender des VNP ist, setzte die Idee der Naturparke immer mehr in Deutschland durch. Der Naturpark Lüneburger Heide wurde der erste Naturpark in Deutschland. Der VNP übernimmt zunächst die Trägerschaft des Naturparkes. Zu dieser Zeit ist das Gebiet des Naturparkes noch identisch mit dem Gebiet des Naturschutzgebietes. 2006 wird der Verein Naturparkregion Lüneburger Heide e.V. gegründet, um die Trägerschaft zu übernehmen und um eine nachhaltige Regionalentwicklung der Region zu fördern. Ein Jahr später wird das Gebiet des Naturparks Lüneburger Heide um ein Vierfaches erweitert und die Trägerschaft wird von dem Naturparkregion Lüneburger Heide e.V. übernommen. Durch die neue Trägerschaft des Vereins Naturparkregion Lüneburger Heide e.V. ist die touristische Entwicklung, Verbesserung der Lebensqualität und die Vermarktung regionaler Produkte der Region durch aktive Arbeit mit Projekten zur Förderung sichergestellt.

Kulturlandschaft[Bearbeiten]

Die Kulturlandschaft des Naturparks Lüneburger Heide besteht aus Heidelandschaften, Mooren sowie Wäldern. Diese sensiblen Kulturlandschaften stellen einen wichtigen Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere dar. Eine Faustregel besagt, dass die Heide in vielen Gebieten des Naturparks zwischen dem 8. August und dem 9. September des Jahres blüht. Witterungsbedingt kann die Heideblüte aber auch mehr als eine Woche später beginnen.

Besenheide[Bearbeiten]

Besenheide

Die Besenheide (Calluna vulgaris) wird im Volksmund auch Heidekraut genannt. Die Besenheide bestimmt im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide das Bild der Landschaft. Sie ist ein immergrüner Zwergstrauch mit hellvioletten Blüten in bis 15 cm langen, einseitswendigen, dichten Trauben. Die nickenden Blüten sind ca. 4 mm lang.

Glockenheide[Bearbeiten]

Glockenheide (Erica tetralix)

Bevorzugte Lebensräume der Glocken-Heide (Erica tetralix) sind Feuchtheiden, Wiesen, Heidemoore, Gebüsche und Moorwälder. Durch Entwässerung von Gebieten war und ist sie daher immer wieder gefährdet. Wie die Besenheide sucht sich die Glockenheide nährstoffarme Standorte aus. Die Glockenheide ist ein immergrüner Zwergstrauch, der eine Wuchshöhe von 15 bis 50 Zentimeter erreicht. Der Blütenstand ist kopfig-doldig und besteht aus fünf bis fünfzehn Einzelblüten. Die Krone der Blüten ist 6 bis 9 Millimeter lang, rosa und eiförmig zylindrisch.

Wacholder[Bearbeiten]

Wacholder im Naturpark

Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) ist hier häufig zu finden. Für das immergrüne, licht- und wärmebedürftige Gewächs ist die Heidelandschaft ein idealer Lebensraum. Er ist sowohl als schmale, meterhohe Säule als auch strauchförmig oder flach auf dem Boden wachsend anzutreffen. Seine spitzen Nadeln halten Heidschnucken, Wild und Weidevieh ab und schützen somit benachbarte Bäume vor Verbiss. Für Vögel und Insekten bietet er ebenfalls einen Lebensraum. Der Gemeine Wacholder wird von der Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste gefährdeter Arten geführt, aber als nicht gefährdet („Least Concern“) bezeichnet.

Birkhuhn[Bearbeiten]

Durch Bemühungen des Vereins Naturschutzpark u.a. ist das Birkhuhn im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide und im Kern des Naturparks Lüneburger Heide wieder zu finden. Infolge der Abgeschiedenheit und der guten Nahrungs- und Platzbedingungen beherbergt dieser Teil der Lüneburger Heide den größten zusammenhängenden Birkhuhnbestand des mitteleuropäischen Tieflands.[1] Das Birkhuhn ist ein fasanenartiger Brutvogel, der Moor- und Heidelandschaften mit Birken-, Fichtenbewuchs und vielgestaltiger Krautschicht bevorzugt. Durch menschliche Einflüsse sind kaum noch Lebensräume vorhanden. Auch natürliche Feinde wie der Fuchs oder Schwarzwild stellen eine Bedrohung für das Birkhuhn dar. Das Birkhuhn steht in Deutschland auf der Roten Liste mit Gefährdungsstufe 2 (stark gefährdet) [2]

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

In dem Naturpark Lüneburger Heide liegen 20 Naturschutzgebiete.

Naturschutzgebiete mit einer Fläche von mehr als 1 km² sind:

Landschaftsschutzgebiete[Bearbeiten]

In dem Naturpark Lüneburger Heide liegen 56 Landschaftsschutzgebiete. LSG mit einer Fläche von mehr als 5 km² sind:

Schwindebachquelle bei Schwindebeck
Grundlose Kuhle, eine geologische Karstform

Naturdenkmale[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Typische Produkte aus der regionalen Wirtschaft sind zum Beispiel Heidehonig, Heidschnuckenfleisch und die Heide-Kartoffeln.

Heide-Kartoffeln[Bearbeiten]

Seit dem Frühjahr 2011 trägt die Heide-Kartoffel die zusätzliche Bezeichnung g.g.A (Geschützte geographische Angabe). Gleichzeitig wurde die Schutzgemeinschaft "Lüneburger Heidekartoffeln e.V." gegründet, deren Ziel es ist, eine Interessenvertretung für Erzeuger, Verarbeiter und Vermarkter von Lüneburger Heidekartoffeln g.g.A. aufzubauen. Der Verein soll außerdem die Kontrollverfahren für das neue Produkt organisieren, die Lizenzvergabe regeln und neue Absatzmärkte erschließen.

Landschaftsgebundener Tourismus[Bearbeiten]

Der Naturpark Lüneburger Heide hat verschiedene Möglichkeiten der Naherholung zu bieten:

Wandern[Bearbeiten]

Im Naturpark gibt es fünf Themenwanderwege:

  • Heidepuzzle, 55 km
  • Lila Krönung, 46 km
  • Kultur-Findlinge, 88 km
  • Parcours der Augenblicke, 55 km
  • Pastor-Bode-Weg, 44 km

Des Weiteren führen diese Fernwanderwege durch den Naturpark:

Fahrradfahren[Bearbeiten]

Fahrradfahrer haben 3 Themenrouten zur Auswahl, welche Alternativ auch als Rundkurs zu entdecken sind.

Jede Route hat eine eigene Leitplakette, die dem Radfahrer an jeder Gabelung den Weg weist.

Reiten[Bearbeiten]

Für Reiter hat der Naturpark 18 Tagesrouten und 3 Mehrtagesrouten zur Auswahl.

Geocaching[Bearbeiten]

Auch für Freunde der modernen Schatzsuche, des sogenannten "Geocaching", hat der Naturpark, neben den offiziellen Geocaches, in Zusammenarbeit mit Löwenzahn einige Geocaches zu bieten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesamt für Naturschutz (Birkhuhn)
  2. Südbeck et al., Rote Liste und Gesamtarten der Brutvögel (Aves) Deutschlands. Naturschutz und Biologische Vielfalt 70: 159–227.
  3. Bilder der Schwindebachquelle
  4. Foto, Erklärung und Karte der Grundlose Kuhle bei Soltau

Weblinks[Bearbeiten]