Hanstedt (Nordheide)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hanstedt
Hanstedt (Nordheide)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hanstedt hervorgehoben
53.258110.019145Koordinaten: 53° 15′ N, 10° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Harburg
Samtgemeinde: Hanstedt
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 59,3 km²
Einwohner: 5275 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21271
Vorwahl: 04184
Kfz-Kennzeichen: WL
Gemeindeschlüssel: 03 3 53 016
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstr. 1
21271 Hanstedt
Bürgermeister: Gerhard Schierhorn ([UNS])
Lage der Gemeinde Hanstedt im Landkreis Harburg
Königsmoor Otter Welle Tostedt Wistedt Tostedt Handeloh Undeloh Dohren Heidenau Dohren Kakenstorf Drestedt Wenzendorf Halvesbostel Regesbostel Moisburg Hollenstedt Appel Neu Wulmstorf Rosengarten Buchholz in der Nordheide Egestorf Hanstedt Jesteburg Asendorf Marxen Harmstorf Bendestorf Brackel Seevetal Landkreis Harburg Niedersachsen Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Heidekreis Landkreis Lüneburg Landkreis Stade Freie und Hansestadt Hamburg Schleswig-Holstein Gödenstorf Eyendorf Vierhöfen Garlstorf Salzhausen Toppenstedt Wulfsen Garstedt Stelle Tespe Marschacht Drage WinsenKarte
Über dieses Bild

Hanstedt ist eine Gemeinde im Landkreis Harburg in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hanstedt liegt am Ostrand des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide. Hanstedt ist gleichzeitig Verwaltungssitz der Samtgemeinde Hanstedt mit den zugehörigen Gemeinden Asendorf, Brackel, Egestorf, Hanstedt, Marxen und Undeloh.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Ortsteile der Gemeinde Hanstedt sind:

  • Hanstedt
  • Nindorf a. W.
  • Ollsen
  • Quarrendorf
  • Schierhorn
  • Weihe

Geschichte[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Nindorf, Ollsen, Quarrendorf und Schierhorn eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Aufgrund der Einwohnerzahl ist der Gemeinderat Hanstedt nach dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz mit 17 Ratssitzen ausgestattet. Gleichwohl startete der Gemeinderat Hanstedt 2011 nur mit 15 Ratsmitgliedern, weil sowohl bei der SPD als auch bei den Grünen Ratsmandate aus der Liste nicht besetzt werden konnten. Kurz nach Beginn der Ratsperiode verstarb dann noch unerwartet der Einzelbewerber Riebesehl, so dass im Jahr 2013ff nur noch 14 Ratsmitglieder die Geschicke der Gemeinde lenken.

Der Gemeinderat, der sich am 14. November 2011 konstituiert hat, setzt sich wie folgt zusammen:

  • CDU 5 Sitze
  • FDP 1 Sitz
  • Einzelbewerber Riebesehl 1 Sitz
  • Grüne 1 Sitz
  • SPD 2 Sitze
  • UNS 5 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Schild in Silber und Grün gespalten über rotem Schildfuß. Oben rechts eine rote Windmühle, links ein silberner halber Mann mit Bart, der auf der linken Seite einen Stein in beiden Händen hält. Im Schildfuß ein silberner Wellenbach.

Die alte Mühle existiert heute so nicht mehr, sie geriet zu Beginn des letzten Jahrhunderts in Brand und wurde später zum Wohnhaus umgebaut.

Bei dem dargestellten Mann handelt es sich um den Riesen Bruns, der gemäß der gleichnamigen Sage aus Wut über den Verlust seiner Tochter an die Kirche einen riesigen Felsbrocken auf das erste Hanstedter Gotteshaus geworfen haben soll. Reins knüpft in seiner Monographie Das Undeloher Dorfbuch die bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts lebendige Sage vom Riesen „Brunse“[3] an ein 1910 zerstörtes Ganggrab, das sich am Nordhang des Nindorfer Brunsberges befunden habe. Dieses stamme von den östlich der Schmalen Aue in der Jungsteinzeit angesiedelten Großsteingräberleuten.[3] „Auf einen Riesen schloss das Volk aus der Größe des Grabmals. Die Gemeinde Hanstedt hat das Gedenken an Brunse, der vermutlich letzter Führer der Großsteingrabmänner war, durch ein Bildnis in ihrem Gemeindewappen wachgehalten.“[3]

Bei dem dargestellten Wellenbach handelt es sich um die Schmale Aue, einen kleinen Flusslauf, der in die Seeve mündet.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnergemeinde von Hanstedt ist die ungarische Gemeinde Zomba. Die Partnerschaft besteht seit 2004.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hanstedt wird geprägt von vielen mittelständischen Betrieben in den Bereichen Handwerk, Tourismus, Gastronomie und Dienstleistungen. Das Gewerbegebiet Auepark ist Sitz des örtlichen Bauhofes wie auch eines Recyclinghofes des Landkreises Harburg und einiger weiterer Gewerbebetriebe. Im Unterschied zu anderen Gewerbegebieten im Landkreis Harburg gibt es hier auch einen eigenen Bereich für Wohnen und Arbeiten, wo Unternehmensgründer im eigenen Haus Ihren Betrieb aufbauen und entwickeln können.

Naherholung spielt eine große Rolle in Hanstedt mit den Heideflächen am Töps oder den Mischwäldern rund um den Ort. Ein Waldbad und viele natur- und reiterbezogene Aktivitäten prägen den Charakter des Dorfes.

Ein besonderer Anziehungspunkt ist der Wildpark Lüneburger Heide, der jährlich mehr als 200.000 Besucher in die Region führt. Der inhabergeführte Tierpark zeigt eine große Bandbreite heimischer Tierarten in ihrem natürlichen Lebensraum und beinhaltet auch eine Falknerei sowie ein Schäferdorf mit verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Zur Autobahn A 7 sind es etwa sieben Kilometer.

Hanstedt ist gut mit Bus und Bahn erreichbar. Ab Hamburg-Hauptbahnhof fährt der Metronom (RE 4, RB 41) nach Buchholz in ca. 20 Min., von dort die Buslinie 4207 ab Bahnhof-Vorplatz in ca. 25 Min. nach Hanstedt-Kirche. Der Anschluss zwischen Bahn und Bus ist gut abgestimmt.

Lüneburg ist 2 bis 3 mal täglich mit der Linie 5200 des Hamburger Verkehrsverbundes direkt erreichbar. In den Sommermonaten sind viele Ausflüge mit dem kostenlosen Heideshuttle möglich.

Seit Dezember 2014 gibt es in der Samtgemeinde Hanstedt ein Anruf-Sammel-Taxi (AST). Es ergänzt den regionalen Busverkehr und kann nach einem festen Fahrplan bestellt werden. Die Linie 4207 über Hanstedt fährt stündlich zum Bahnhof Buchholz.

Die Samtgemeinde Hanstedt liegt vollständig im Bereich des Hamburger Verkehrsverbundes.

In den Sommermonaten verkehrt regelmäßig ein sogenannter Heideshuttle (BUS mit Fahrradanhänger), der Naturliebhaber samt Fahrräder kostenfrei zu den interessanten Punkten rund um Hanstedt bringt.

Hanstedt verfügt nicht über einen Eisenbahnanschluss. Nach Stilllegung der Strecke Buchholz–Lüneburg und des damit für Hanstedt nahegelegenen Haltepunkts Brackel (b Lüneburg) (sieben Kilometer) im Jahre 1981, ist nun Büsenbachtal (elf Kilometer) an der sogenannten „Heidebahn“ der nächstgelegene Haltepunkt. Viele Hanstedter fahren aber zum Bahnhof Buchholz (Nordheide) (15 km), da dort das Zugangebot insbesondere Richtung Hamburg deutlich besser ist. Bahnreisende, die mit dem Bus nach Hanstedt fahren, nutzen gewöhnlich den Bahnhof Hamburg-Harburg.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Ortskern Hanstedts – vis-a-vis der St.-Jakobi-Kirche – hat die „Bökerstuv“ ihren Sitz; die von der örtlichen Bürgerstiftung neu eröffnete Bücherei im Ort. Hier kann in einem ruhigen Ambiente gelesen werden und natürlich können Bücher entliehen werden. Hin und wieder werden Lesungen angeboten.

Die „Bökerstuv“ ist im gemeindeeigenen „Küsterhaus“ untergebracht. Das Küsterhaus bietet darüber hinaus Platz für private und öffentliche Veranstaltungen, den Fremdenverkehrsverein und eine Außenstelle der Volkshochschule.

Die Dorfmitte wird durch den „Alten Geidenhof“ komplettiert. Hier ist die Musikschule der Samtgemeinde Hanstedt wie auch ein Kindergarten zuhause. Für größere Veranstaltungen im kulturellen Bereich und für Ratssitzungen steht ein Saal zur Verfügung.

Das Rathaus der Samtgemeinde ist Anlaufpunkt für alle behördenbezogenen Angelegenheiten, wobei einige Angelegenheiten (z. B. Kfz-Anmeldungen) in den nächstgrößeren Mittelzentren Winsen, Buchholz und Hittfeld erledigt werden müssen.

Bildung[Bearbeiten]

Hanstedt hat ein Schulzentrum mit einer Grundschule und gleich benachbart eine weiterführende Oberschule (früher Haupt- und Realschule) für die Klassen 6–10. Das DRK Hanstedt betreibt im Kernort Hanstedt zwei Krippen und zwei Kindergärten, so dass Kinder von 1 bis 6 Jahren immer eine gute Anlaufstelle im Ort finden.

In der Grundschule und in der Oberschule Hanstedt ist die Nachmittagsbetreuung eingerichtet – eine offene Ganztagsschule ist in Vorbereitung.

Die Musikschule Hanstedt unterrichtet mit z.Zt. etwa 20 Lehrern fast 600 Schüler in allen Orten der Samtgemeinde.

Das Kunsthaus Seelenmeyer in der Ollsener Straße in Hanstedt bildet junge (und alte) Künstler aus.

Kunst und Literatur[Bearbeiten]

Der Maler Henry Gundlach, 1884 in Südafrika geboren, lebte von 1939 bis zu seinem Tod im Jahre 1964 in Hanstedt und wurde als Heidemaler bekannt. Einiger seiner Werke sind in Privatbesitz (z.B. im Hotel Sellhorn und im Restaurant Heidepeter) in Hanstedt zu sehen. Der Weg zur Töpsheide wurde nach ihm benannt.

Der Maler und Bildhauer Max Schegulla aus dem benachbarten Dierkshausen ist an vielen Stellen des Dorfes präsent. Er hat sowohl den Riesen Bruns in der Dorfmitte, die Ziege für die Grundschule wie auch den Widder vor dem Rathaus geschaffen. In der Hanstedter St.-Jakobi-Kirche ist ein Holzrelief mit der Taufe Jesu von ihm zu besichtigen.

Der zeitgenössische Buchautor Claus-Peter Lieckfeld ist in Hanstedt geboren und hat hier noch heute einen Zweitwohnsitz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hanstedt (Nordheide) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 229.
  3. a b c  Ehrich Reins: Das Undeloher Dorfbuch. Mit einem Beitrag von Arnold Diesselhorst. Verein Naturschutzpark e. V., Hamburg 1967, S. 8.