Neusiedler Seebahn

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Neusiedler Seebahn
Kursbuchstrecke (ÖBB):700 (Wien – Pamhagen)
731 (Wien – Fertőszentmiklós)
Streckenlänge:49 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D3
Stromsystem:25 kV 50 Hz ~
Maximale Neigung: 10 
Minimaler Radius:300 m
Höchstgeschwindigkeit:120 km/h
Strecke – geradeaus
Pannoniabahn von Parndorf
Bahnhof, Station
102,600 Neusiedl am See 130 m ü. A.
   
Pannoniabahn nach Wulkaprodersdorf
   
Eigentumsgrenze NSB/ÖBB
Bahnhof, Station
98,554 Bad Neusiedl am See 118 m ü. A.
   
ehem. Anschl. Kleinbahn Neusiedl am See
Haltepunkt, Haltestelle
96,174 Weiden am See 117 m ü. A.
Bahnhof, Station
91,230 Gols 124 m ü. A.
   
88,617 Mönchhof Haltestelle (bis 4. August 2014) 126 m ü. A.
Bahnhof, Station
87,208 Mönchhof-Halbturn 125 m ü. A.
   
82,140 Ladegleis
Bahnhof, Station
82,443 Frauenkirchen 124 m ü. A.
Bahnhof, Station
75,874 St. Andrä/Zicksee 122 m ü. A.
Bahnhof, Station
70,976 Wallern im Bgld 121 m ü. A.
Bahnhof, Station
66,491 Pamhagen 118 m ü. A.
   
64,165 Staatsgrenze Österreich / Ungarn 115 m ü. A.
   
63,080 Fertőújlak 114 m
   
57,900 Sarród 118 m
Haltepunkt, Haltestelle
55,900 Fertőszéplak-Fertőd 121 m
   
53,000 von Sopron
Bahnhof, Station
53,400 Fertőszentmiklós 119 m
   
nach Győr
   
abgebaut
   
53,000 von Székesfehérvár
Bahnhof, Station
0,000 Celldömölk
   
nach Tapolca
Strecke – geradeaus
nach Szombathely

Die Neusiedler Seebahn[Anm. 1] verbindet seit dem 19. Dezember 1897 Neusiedl am See eingleisig auf Normalspur über Pamhagen mit der Station Fertőszentmiklós der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn an der ungarischen Bahnstrecke Győr (Raab) – Sopron (Oedenburg). Bis zum 26. Mai 1979 führte die Bahn noch 56 Kilometer weiter bis Celldömölk. Zur Zeit des Baues lag die Gesamtstrecke von 109 Kilometern Länge[Anm. 1] auf ungarischem Gebiet[1]. Am 25. Jänner 1921 kamen dann 45 Kilometer mit dem Burgenland zu Österreich.

Eigentümer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentümer ist seit dem 29. Juni 2010 die Neusiedler Seebahn GmbH, die mehrheitlich dem Burgenland gehört, im Übrigen der Republik Österreich. Ihre Vorgängerin war die Neusiedler Seebahn AG (NSB AG) – ungarisch Fertővidéki Helyiérdekű Vasút (Fhév) –, die seit 1997 folgende Eigentümer hatte:

  • Republik Österreich    48,259 Prozent
  • Republik Ungarn         26,306 Prozent
  • Land Burgenland         25,435 Prozent

Den Betrieb führt die Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG (GySEV/Raaberbahn).

Unternehmenszweck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

War die Strecke früher eher für den landwirtschaftlichen Gütertransport genutzt, ist sie heute vorwiegend für den Personenverkehr von Bedeutung. Durch diese Linie ist das Nordburgenland östlich des Neusiedlersees (Seewinkel) an das nationale und internationale Schienennetz angeschlossen, das vor allem von Pendlern nach Wien genutzt wird.

Modernisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elektrifizierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Elektrifizierung wurde im Jahr 2003 begonnen und abschnittsweise bis Mitte April 2004 vollzogen. Die Strecke wurde in diesen Jahren mit dem in Ungarn üblichen Bahnstromsystem 25 kV 50 Hz elektrifiziert, wobei sich die Systemtrennstelle auf freier Strecke zwischen den Bahnhöfen Bad Neusiedl und Neusiedl/See befindet[2]. Neben Triebwagen der ROeEE kommen ÖBB-Mehrsystemlokomotiven der Reihe 1116 mit Wendezügen sowie mehrsystemfähige Triebwagengarnituren der ÖBB-Reihe 4124 und 4746 zum Einsatz.

Gleisausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Streckenverlauf Neusiedler Seebahn

Durch die zuletzt erfolgte Erneuerung des Oberbaus und den Einbau stärkerer Schienen konnte eine Erhöhung der Maximalgeschwindigkeit auf der Strecke von 80 km/h auf 120 km/h und damit eine wesentliche Verkürzung der Fahrzeiten erreicht werden.

Zugkreuzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zugkreuzungen finden in St. Andrä überwiegend vier Minuten vor der sonst üblichen Symmetriezeit statt.

Bahnhöfe und Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Erneuerung der Sicherheitstechnik können jetzt mehr Züge die Strecke nutzen. Die Bahnhöfe und Haltestellen wurden modernisiert, um den Fahrgästen mehr Komfort zu bieten. Da viele Straßenkreuzungen der Bahnlinie nicht durch Schranken, sondern lediglich durch Lichtsignale oder Verkehrszeichen geregelt sind, kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen mit Straßenfahrzeugen. Der Forderung nach mehr Bahnschranken wurde aus finanziellen Gründen jedoch noch nicht nachgegeben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1873: erster Eisenbahnplan in der Region Neusiedlersee
  • 1896: Ausstellung von zwei Bahn-Konzessionen:eine Strecke westlich des Sees, eine östlich des Sees
  • 19. Dezember 1897: Inbetriebnahme der Neusiedlerseebahn
  • in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Bahn das Transportmittel für die landwirtschaftlichen Güter der umliegenden Landgüter, welche eine Reihe von pferdebetriebenen Schleppbahnen zu den Bahnhöfen der Neusiedler Seebahn betrieben.[3]
  • bis 1945: Schäden im Zweiten Weltkrieg
  • 9. April 1945: Erster sowjetischer Militärzug auf der Strecke Celldömölk – Eszterháza – Ödenburg, instandgesetzt durch die anrückenden sowjet. Truppen
  • 4. Juni 1946: Personenzug befährt erstmals wieder die Strecke Neusiedl am See – Pamhagen
  • Frühjahr 1947: Instandsetzung der gesprengten Brücke über den Einser Kanal, danach Wiederaufnahme des Bahnverkehrs zwischen Österreich und Ungarn
  • xx danach „Puszta-Express“ von Eszterháza über Neusiedl am See bis Wien Ostbahnhof
  • 20. Mai 1951: Raaberbahn AG führt die Züge nur mehr bis Neusiedl am See (nicht mehr bis Wien)
  • 22. Mai 1955: grenzüberschreitender Personenverkehr über den Grenzübergang Pamhagen musste eingestellt werden
  • 1950er und Anfang 1960er: Güterverkehr (vornehmlich Rübe) wuchs, doch Personenbeförderung ging stark zurück
  • xx stetige Verlagerung von Personenverkehr von der Schiene auf die Straße
  • 26. Mai 1979: die ungarische Regierung stellt den gesamten Bahnverkehrs im Abschnitt Celldömölk – Fertöszentmiklós ein
  • xx Weiterführung der Schnellbahn von Wien bis Neusiedl am See – wichtiger Anschluss
  • 1980–1994: Ausbau im österr. Abschnitt durch die Neusiedler Seebahn: Stärkere Gleise, höhere Geschwindigkeit, Sicherung von Kreuzungen, Lautsprecher in allen Bahnhöfen (Ansteuerung zentral von Pamhagen aus). Hoffnung auf ein verstärktes Güteraufkommen von den entlang der Strecke angesiedelten Lagerhäusern.
  • 1. September 1988: Einbeziehung der Strecke in den Verkehrsverbund Ost-Region
  • 27. Mai 1990: Öffnung der Grenzen zu Ungarn, daher Wiederaufnahme des öffentlichen Personenverkehrs über den Grenzübergang Pamhagen (zuvor waren nur Fahrten mit (Pendler-)Visa erlaubt)
  • 5. April 1991 (Allgemein, Straße): Abkommens zwischen der Österreichischen Bundesregierung und der Regierung der Republik Ungarn über die Errichtung neuer Grenzübergänge an der gemeinsamen Staatsgrenze
  • xx Straße: Öffnung für Fuß- und Fahrradverkehr
  • 1. Oktober 1995 (Straße): Ausweitung des Benützungsumfang auch auf den grenzüberschreitenden land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverkehr
  • xx Straße: Öffnung für Kraftfahrzeugverkehr
  • 2003: Eigentümerwechsel von 70 Prozent (ungarische) Raaberbahn AG auf neu 25 Prozent Republik Österreich und (Mehrheit) Land Burgenland
  • 24. April 2004: Inbetriebnahme der nun insgesamt elektrifizierten Strecke Neusiedl am See über Pamhagen bis Fertőszentmiklós (25 kV, 50 Hz)
  • 30. April 2004 (Straße): Grenzöffnung für allgemeinen Straßenverkehr
  • 2003–2008: Modernisierung der Strecke: Bahnsteige, abschnittsweiser Umbau für 120 km/h, Fahrgastinformationssystem (2008)
  • Ende 2007: Beitritt Ungarns zum Schengensystem wird wirksam, alle Grenzkontrollen an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich entfallen
  • 29. Juni 2010: Firmenbucheintragung der Neusiedler Seebahn GmbH (Burgenland (Mehrheitseigentümer) + Republik Österreich) als Nachfolgerin der Neusiedler Seebahn AG
  • geplant bis 2014: Sicherungsanlagen auf Kreuzungen, Streckenkabel, weitere Umbauten[4]
  • 4. August 2014: Auflassung der Station "Mönchhof Haltestelle" wegen zu geringer Auslastung

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Zwickl, GySEV – die Raaberbahn, Betriebsgeschichte der österreichischen Linien, bahnmedien.at, 2011, ISBN 978-3-9502648-5-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neusiedler Seebahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eröffnet als 109 Kilometer lange Lokalbahn Kis-CzellPandorf, die in der Station Parndorf an die ungarische Staatseisenbahn-Gesellschaft anschloss. – Siehe: Volkswirtschaftliche Mittheilungen. (…) Eine Localbahn. In: Linzer Volksblatt, Nr. 292/1897, 22. Dezember 1897, S. 5, Mitte unten. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/lvb.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Entstehung. In: neusiedlerseebahn.at, abgerufen am 1. Dezember 2012.
  2. Eisenbahnatlas Österreich, Schweers + Wall, 2010, S. 37
  3. Johann Witz: Die Landwirtschaftsbahnen im Seewinkel (Pferdebahn Albrechtsfeld). In: Eisenbahn. ISSN 0013-2756 ZDB-ID 162227-4. Jahrgang 1968, Heft 12, S. 220–221 (circa zwölf Kilometer, von St. Andrä bei Frauenkirchen bis zur heutigen Albertkazmerpuszta in Ungarn, erbaut nach dem 1. Weltkrieg, eingestellt 1956).
    Johann Witz: Die Feldbahn in Wallern. In: Eisenbahn. Jahrgang 1969, Heft 6, S. 95–96 (ca. 1916 bis 1945).
    Hans Witz: Die Landwirtschaftsbahn Frauenkirchen. In: Eisenbahn. Jahrgang 1972, Heft 1, S. 6 (nach 1. Weltkrieg bis ca. 1956).
    Johann Witz: Die Feldbahn in Pamhagen. In: Eisenbahn. Jahrgang 1971, Heft 7, S. 101 (1912 bis ca. 1945, 60 cm Spurweite, Pferde- und Dieselbetrieb, ca. 6-8 km bis zum Apetloner Meierhof).
  4. http://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR12065329 Grenzübergang Pamhagen-Fertöd – Ausweitung des Benützungsumfanges, www.ris.bka.gv.at, abgerufen am 22. April 2014