Gols

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Gols
Wappen Österreichkarte
Wappen von Gols
Gols (Österreich)
Gols
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Neusiedl am See
Kfz-Kennzeichen: ND
Fläche: 42,19 km²
Koordinaten: 47° 54′ N, 16° 55′ OKoordinaten: 47° 53′ 52″ N, 16° 54′ 32″ O
Höhe: 130 m ü. A.
Einwohner: 3.825 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 91 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7122
Vorwahl: +43 2173
Gemeindekennziffer: 1 07 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Untere Hauptstraße 10
7122 Gols
Website: www.gols.at
Politik
Bürgermeister: Hans Schrammel (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(25 Mitglieder)
13
8
2
2
13 
Insgesamt 25 Sitze
Lage der Marktgemeinde Gols im Bezirk Neusiedl am See
AndauApetlonBruckneudorfDeutsch JahrndorfEdelstalFrauenkirchenGattendorfGolsHalbturnIllmitzJoisKittseeMönchhofNeudorf bei ParndorfNeusiedl am SeeNeusiedl am SeeNickelsdorfPamaPamhagenParndorfPodersdorf am SeePotzneusiedlSankt Andrä am ZickseeTadtenWallern im BurgenlandWeiden am SeeWinden am SeeZurndorfBezirk Neusiedl am SeeLage der Gemeinde Gols im Bezirk Neusiedl am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Vinothek der Weinbaugemeinde Gols
Vinothek der Weinbaugemeinde Gols
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Gols (ungarisch: Gálos) ist eine im Burgenland gelegene Markt- und Weinbaugemeinde mit 3825 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017). Der Ortsname leitet sich entweder vom Oberhaupt der Bissener, Gal oder vom Heiligen Gallus ab, der mit dem Weinbau in Zusammenhang gebracht wird.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gols liegt im Norden des Burgenlandes, im Bezirk Neusiedl am See, östlich des Neusiedler Sees. Es befindet sich an der Grenze der beiden Landschaften Parndorfer Platte und Heideboden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiden am See Zurndorf
Neusiedl am See (mit den Zitzmannsdorfer Wiesen) Nachbargemeinden
Podersdorf am See Mönchhof und Frauenkirchen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gols (Mitte links) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Das Gebiet nordöstlich des Neusiedlersees ist seit der Steinzeit besiedelt. Funde aus dieser Epoche sowie aus Bronzezeit und Hallstattzeit belegen dies. Auch während der römischen Besetzung (3. bis 5. Jahrhundert) wird hier eine dichte Besiedelung angenommen.

Um das 10. Jahrhundert siedelte hier das Geschlecht der Bissener, das von den Magyaren mit der Sicherung der Westgrenze beauftragt war. 1217 wird der Ort Gols erstmals urkundlich erwähnt. 1582 wurde von Rudolf II. das Marktrecht und das Wappen verliehen. Anfang des 17. Jahrhunderts nahmen Mitglieder der Familie Batthyány süddeutsche protestantische Siedler auf.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Gálos verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Am 25. Februar 2012[1] und am 19. Dezember 2017[2] geriet jeweils eine Windkraftanlage des Typs DeWind D6 (Leistung 1.250 kW) der Energie Burgenland in der Turmgondel auf etwa 91,5 m Höhe in Brand. Im ersten Fall wurde der Totalschaden mit 2,5 Millionen € angegeben. Im zweiten ähnlichen Schadensfall wurden zwei darin arbeitende Wartungstechniker schwer verletzt, konnten jedoch im Turm absteigen. Die 2003 errichtete Anlage muss teilweise demontiert werden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2017
 %
60
50
40
30
20
10
0
48,47
(-10,17)
32,82
(+0,91)
11,01
(+1,56)
7,70
(n. k.)

Rathaus in Gols

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 25 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[3] 2012[4] 2007[5] 2002[6] 1997[6]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
SPÖ 1189 48,47 13 1334 58,64 15 1235 55,36 15 1315 57,22 13 1.240 58,68 14
ÖVP 805 32,82 8 726 31,91 8 796 35,68 9 765 33,29 8 568 26,88 6
FPÖ 270 11,01 2 215 9,45 2 142 6,36 1 218 9,49 2 305 14,43 3
Grüne 189 7,70 2 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FBL nicht kandidiert nicht kandidiert 33 1,48 0 nicht kandidiert nicht kandidiert
JÖRG nicht kandidiert nicht kandidiert 25 1,12 0 nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlberechtigte 3304 3218 3070 2959 2760
Wahlbeteiligung 80,39 % 79,93 % 82,44 % 87,12 % 85,65 %

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Bürgermeister Hans Schrammel (SPÖ) und Vizebürgermeister Hans Hackstock (SPÖ) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Helmut Bruckner (ÖVP), Jörg Nussgruber (ÖVP), Gerhard Playl (SPÖ), Friedrich Radlspäck (SPÖ) und Karl Heinz Schuster (ÖVP) dem Gemeindevorstand an.[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Hans Schrammel (SPÖ), der 2006 die Nachfolge von Matthias Achs (SPÖ), der seit 1977 Bürgermeister war. Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2017 konnte er sich klar mit 61,83 % der Stimmen gegen seine beiden Mitbewerber Karl-Heinz Schuster (ÖVP, 32,67 %) und Gerald Kanz (Grüne, 5,50 %) durchsetzen.[3] Im Rahmen der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 25. Oktober 2017 wurde Hans Hackstock (SPÖ) zum Vizebürgermeister gewählt.[7]

Amtsleiter ist Christian Fröhlich.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Gols COA.svg Blasonierung: „Auf einem roten Wappenschild ein silberner Turm mit vier Zinnen, der auf drei grünen Hügeln steht, umrankt von Reben mit fünf Weinblättern und zwei reifen gelben Trauben.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinkeller in Gols
Freibad Gols
Evangelische Pfarrkirche
Katholische Pfarrkirche
Ortsplan von Gols
  • Volksschule
  • Sportmittelschule
  • Volkshochschule
  • Musikschule

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gols

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon im 18. Jahrhundert erwähnen schriftliche Quellen Bläser aus Gols. Um 1900 erfolgte, vermutlich durch Gregor Wurm, eine Wiederbelebung bläserischen Musizierens. Diese Kapelle blieb bis zum Ersten Weltkrieg bestehen. Nach 1922 gab es mehrere kleinere Musikkapellen, die immer wieder als Golser Musikkapelle oder Ortsmusikkapelle Erwähnung finden.

Nach dem politischen Umsturz 1938 entstand eine Großkapelle der Ortskapelle Gols, die Leitung übernahm damals Lorenz Schrammel. Nach dem Krieg war Johann Toth Kapellmeister einer kleineren Musikgruppe. 1970 wurde der Musikverein gegründet.[9]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zehntägige Golser Volksfest findet jedes Jahr im August statt. Das Volksfest hat vier Standbeine: das eigentliche Golser Volksfest (Musikunterhaltung und Vergnügungspark), die Pannonia (eine Wirtschaftsmesse mit über 230 Ausstellern), die Bezirksweinkost und der Golser Kultursommer.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gols ist einer der bedeutendsten Weinorte in Österreich.

Im Ort befinden sich zahlreiche Buschenschänken, Heurige und Weinverkaufsstellen. Zu den Sehenswürdigkeiten von Gols gehören die alten Weinkeller. Rund die Hälfte der Gemeindefläche ist mit Weingärten bedeckt, die etwa 20 % der Bewohner eine Beschäftigung bieten.

Weiters werden in Gols Sekt, Schnäpse, Fruchtweine und ein eigenes Golser Bier hergestellt. Die international bedeutendsten Weinerzeuger der Gemeinde sind die Weingüter Paul Achs, Gernot und Heike Heinrich, Juris Stiegelmar und Anita und Hans Nittnaus.

Durch Gols führt der von Frauenkirchen kommende und bis zur Einbindung in den Jakobsweg Österreich in Haslau-Maria Ellend überwiegend im Burgenland verlaufenden Jakobsweg Burgenland.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Marktgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Marktgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aus der Geschichte des Protestantismus und der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. in Gols. Hrsg. v. Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Gols. Wograndl, Mattersburg 1976.
  • Peter Gräftner: Lautlehre der Ortsmundarten von Apetlon, Gols und Weiden im burgenländischen Seewinkel: vom Leben und Sterben der alten Formen. Dissertation, Universität Wien 1966.
  • Hugo Huber (Red.): Gols: Geschichte einer Marktgemeinde. Marktgemeinde Gols, Gols 2006.
  • Ludwig Volker Toth: Evangelische Kirchen im Burgenland, sichtbar – erlebbar. Salzburg (Edition Tandem) 2011, S. 22–25.
  • Österreichische Kunsttopographie, Band LIX: Die Kunstdenkmäler des Politischen Bezirkes Neusiedl am See (Bearbeitet von Henny Liebhart-Ulm). Horn (Berger) 2012, S. 269–292.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gols – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 2,5 Millionen Euro Schaden nach Windrad-Brand bvz.at, 27. Februar 2012, abgerufen 2. Jänner 2018.
  2. Zwei Techniker bei Windrad-Brand im Burgenland schwer verletzt diepresse.com, 19. Dezember 2017, abgerufen 2. Jänner 2018.
  3. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Gols 2017 (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  4. Land Burgenland: Wahlergebnis Gols 2012 (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  5. Land Burgenland: Wahlergebnis Gols 2007 (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  6. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Gols 2002 (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  7. a b Marktgemeinde Gols: Information des Bürgermeisters, Nr. 35/2017 (pdf-Dokument; abgerufen am 1. Dezember 2017)
  8. Marktgemeinde Gols: Verwaltung (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  9. Blasmusik im Burgenland (Burgenländisches Landesarchiv 1993)