Halbturn

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Halbturn
Wappen Österreichkarte
Wappen von Halbturn
Halbturn (Österreich)
Halbturn
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Neusiedl am See
Kfz-Kennzeichen: ND
Fläche: 55,15 km²
Koordinaten: 47° 52′ N, 16° 58′ OKoordinaten: 47° 52′ 16″ N, 16° 58′ 28″ O
Einwohner: 1.889 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 34 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7131
Gemeindekennziffer: 1 07 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wiener Straße 3
7131 Halbturn
Website: www.halbturn.at
Politik
Bürgermeister: Markus Ulram (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(21 Mitglieder)
11
8
2
11 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Halbturn im Bezirk Neusiedl am See
Andau Apetlon Bruckneudorf Deutsch Jahrndorf Edelstal Frauenkirchen Gattendorf Gols Halbturn Illmitz Jois Kittsee Mönchhof Neudorf bei Parndorf Neusiedl am See Neusiedl am See Nickelsdorf Pama Pamhagen Parndorf Podersdorf am See Potzneusiedl Sankt Andrä am Zicksee Tadten Wallern im Burgenland Weiden am See Winden am See Zurndorf Bezirk Neusiedl am SeeLage der Gemeinde Halbturn im Bezirk Neusiedl am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Halbturn ist eine Gemeinde mit 1889 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Féltorony.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halbturn (burgenländisch „Hoibtuan“) liegt nahe der ungarischen Grenze.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbarorte in Österreich sind Frauenkirchen, Mönchhof, Nickelsdorf, St. Andrä am Zicksee und Andau, in Ungarn Albertkázmérpuszta, Hegyeshalom und Mosonszolnok.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Halbturn war bereits in römischer Zeit besiedelt. Bei archäologischen Grabungen wurden ein Gräberfeld aus der Kaiserzeit sowie eine römische Villa gefunden.[1]

Die erste urkundliche Erwähnung Halbturns war im Jahre 1466, eine Urkunde berichtet über einen langjährigen Grenzstreit zwischen dem Konvent des Stiftes Heiligenkreuz, Grundherr in Mönchhof, und den Grafen von Bazin, den Besitzern von Halbturn, die eine Vergrößerung ihres Besitzes anstrebten. König Matthias Corvinus wurde gebeten, als oberster Richter zu fungieren. Am Feste des Hl. Georg trafen sich die streitenden Parteien. Ein Kommissär des Königs sprach an Ort und Stelle die Grundstücke und Weingärten dem Stift Heiligenkreuz zu.

In der genannten Urkunde von 1466 wird Halbturn zwar erstmals namentlich erwähnt, doch wurde der Ort vermutlich früher gegründet. Vom „alten, ersten Halbturn“ ist bis heute über Aussehen, Größe, Bewohner, etc. nichts bekannt.

Weitere urkundliche Erwähnungen sind 1487/88 „villa Felthorom, Felthoron“ und 1493 „poss. Holbenthurm“.[2]

Namensdeutung

Halbturn leitet sich wahrscheinlich von einem halbverfallenen Turm eines alten Kastells ab. Dieser halbe Turm ist im „Mönchhofer Hotterbüchl“ abgebildet. Ob der Zeichner nur zur besseren Erklärung des Gebietes diesen Turm gezeichnet hat, oder er tatsächlich bestanden hat, konnte bisher nicht geklärt werden. Der Turm könnte jedoch zur Verteidigung der wichtigen Straßenkreuzung von Neusiedl nach Altenburg (Magyaróvár) und von Ödenburg (Sopron) nach Preßburg (Bratislava) gedient haben. Der Standort dieses Turmes könnte im Bereich des Schlosses gewesen sein und auch die Grundrissform des dritten Schlosshofes entspräche der eines Turmes. Bildliche oder schriftliche Beweise dafür gibt es jedoch nicht.[2]

Der "Halbe Turm" auf einem Plan aus dem Jahre 1650. Im Norden (E) ist Mönchhof und im Südosten (O) Frauenkirchen eingezeichnet.
Herrschaft und Besitzer

Halbturn gehörte zur Herrschaft Ungarisch-Altenburg (Magyaróvár), die damals im Besitz der Grafen von Bösing (Bazin) und St. Georgen (bei Preßburg) war und zum Königreich Ungarn gehörte. 1516 nach dem Aussterben der Familie kam die Herrschaft wieder an die ungarische Krone zurück als unmittelbares ungarisches Krongut. Der ungarische König Ludwig II. schenkte die Herrschaft seiner Gemahlin Maria (1505–1558), der Schwester des Habsburgers Ferdinand I., als Witwengut. 1526, nach dem Tode Ludwigs II., übernahm Maria ihren Witwensitz und hielt sich bis 1528 im Komitat auf. Auf dem Gelände des zerstörten Halbturn fand nach der Eroberung Budapests durch die Türken im Jahre 1540 das Gestüt der ungarischen Königinwitwe Maria eine neue Heimstätte. König Ferdinand I. gestattete hierbei seinem Höfling Eizinger die Errichtung eines Gestüts auf dem Halbturner Gelände. Nach dem Ableben Marias kam der Besitz wieder in die direkte Verwaltung der Habsburger zurück, da durch das Aussterben der ungarischen Könige die Habsburger deren Stellung übernahmen.[3]

Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Féltorony verwendet werden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.

Bürgermeister

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Halbturn sowie der Nachbargemeinde Andau wird derzeit der Windpark Andau/Halbturn errichtet. Nachdem die Baugenehmigung 2010 erteilt wurde, befindet sich der Windpark mit insgesamt 79 Windkraftanlagen seit Mai 2012 in Bau.[4]

Durch Halbturn führt der von Frauenkirchen kommende und bis zur Einbindung in den Jakobsweg Österreich in Haslau-Maria Ellend überwiegend im Burgenland verlaufenden Jakobsweg Burgenland. Der Jakobsweg Ungarn knüpft in einer Variante in Halbturn an den Jakobsweg Burgenland an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das westseitige Portal und der Hauptbau des Schlosses Halbturn
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Halbturn
Regelmäßige Veranstaltungen
  • Die Halbturner Schlosskonzerte finden seit 1973 jährlich an den Samstagen in den Monaten Juli und August statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Landkarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Brettl: Halbturn im Wandel der Zeiten. Gemeinde Halbturn, Halbturn 1999
  • Marietheres Waldbott: Halbturn. Roetzer, Eisenstadt 1975

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Halbturn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Falko Daim, Nives Doneus (Hrsg.): Halbturn: Das kaiserzeitliche Gräberfeld und die Villa von Halbturn, Burgenland: Naturräumliche Voraussetzungen, Prospektion und Vorbericht (Monographien zur Frühgeschichte und Mittelalterarchäologie 10). Innsbruck 2004. ISBN 3-7030-0391-X
  2. a b Herbert Brettl: Halbturn im Wandel der Zeiten. Gemeinde Halbturn, Halbturn 1999
  3. Harald Prickler: Das kaiserliche Gestüt in Mönchhof. In: Burgenländisches Leben, 1977, 1/2
  4. Halbturn & Andau: 79 neue Windräder. In: ORF, 4. Mai 2012. Abgerufen am 5. Mai 2012.