Weiden am See

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Marktgemeinde
Weiden am See
Wappen Österreichkarte
Wappen von Weiden am See
Weiden am See (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Neusiedl am See
Kfz-Kennzeichen: ND
Fläche: 32,51 km²
Koordinaten: 47° 56′ N, 16° 52′ OKoordinaten: 47° 55′ 40″ N, 16° 52′ 0″ O
Höhe: 127 m ü. A.
Einwohner: 2.555 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 79 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 7100, 7121
Vorwahl: 02167
Gemeindekennziffer: 1 07 22
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Raiffeisenplatz 5
7121 Weiden am See
Website: www.weiden-see.at
Politik
Bürgermeister: Wilhelm Schwartz (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2017)
(23 Mitglieder)
11
7
3
2
11 
Insgesamt 23 Sitze
  • ÖVP: 11
  • SPÖ: 7
  • GUW: 3
  • UPW: 2
Lage von Weiden am See im Bezirk Neusiedl am See
AndauApetlonBruckneudorfDeutsch JahrndorfEdelstalFrauenkirchenGattendorfGolsHalbturnIllmitzJoisKittseeMönchhofNeudorf bei ParndorfNeusiedl am SeeNeusiedl am SeeNickelsdorfPamaPamhagenParndorfPodersdorf am SeePotzneusiedlSankt Andrä am ZickseeTadtenWallern im BurgenlandWeiden am SeeWinden am SeeZurndorfBezirk Neusiedl am SeeLage der Gemeinde Weiden am See im Bezirk Neusiedl am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Weiden am See (ungarisch: Védeny) ist eine Marktgemeinde mit 2555 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See in Österreich.

Weiden am See

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weinbaugemeinde am Nordostufer des Neusiedler Sees befindet sich etwa zwei Kilometer südöstlich von der Bezirkshauptstadt Neusiedl am See. Einzige Ortschaft ist Weiden am See, Ortsteile der Ortschaft sind die Feriensiedlung, die Siedlung Grenzgasse, der Seepark und die Strandbadsiedlung.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 32,51 Quadratkilometer. Davon entfallen mehr als vierzig Prozent auf den Neusiedler See, 38 Prozent sind landwirtschaftliche Nutzfläche, elf Prozent Weingärten.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde im Bereich der Grenzgasse zeigen, dass das Gebiet schon in der Jungsteinzeit besiedelt war. Aus der Bronzezeit wurden zwei Gräber mit Gefäßen als Grabbeigaben gefunden. Aus der Zeit der römischen Besatzung wurde ein Grab mit einem Steinsarkophag aus dem 2. bis 3. Jahrhundert nach Christus entdeckt.[2]

Weiden wurde erstmals urkundlich 1338 als Weyden erwähnt und kam nach 1413 in den Besitz des Raaber (Győr) Domkapitels. 1588 wurde dem Ort das Marktrecht verliehen.[2] Schwere Schäden erlitt der Ort im Zuge der Türkenkriege 1529 und 1683 sowie im Kuruzzenkrieg 1704 bis 1709. 1606 verwüstete ein Großbrand den Ort.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (sog. „Deutsch-Westungarn“). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Védeny verwendet werden.[3]

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen der überwiegende Teil des deutschsprachigen Westungarns in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Marktgemeinde ist Weiden am See seit 1588 (durch Marktrechtsverleihung Rudolf II.).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Weiden am See
Weiden (Mitte links) und Umgebung am damals ausgetrockneten Neusiedler See, um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1999 bis 2010 nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 250 auf 131 ab. Von diesen waren 77 Haupterwerbsbauern, die mehr als zwei Drittel der Flächen bewirtschafteten. Im Produktionssektor arbeiteten 36 Erwerbstätige in der Bauwirtschaft und 25 im Bereich Herstellung von Waren. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale undöffentliche Dienste (111) und der Handel (104 Mitarbeiter).[4][5][6]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 131 250 98 119
Produktion 21 14 61 50
Dienstleistung 149 54 343 205

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 lebten 1141 Erwerbstätige in Weiden am See. Davon arbeiteten 292 in der Gemeinde, beinahe zwei Drittel pendelten aus.[7]

Bahnhof Weiden am See

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat insgesamt 23 Sitze.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 1997 Wilhelm Schwartz (ÖVP)
Wahl 2017

In der Marktgemeinde Weiden am See konnte der bislang amtierende ÖVP-Bürgermeister Wilhelm Schwarz sein Amt bei der Stichwahl verteidigen. Er setzte sich gegen den SPÖ-Kandidaten Heinrich Hareter mit 951 zu 872 Stimmen durch. Die ÖVP verlor jedoch die absolute Mehrheit im Gemeinderat und fiel auf 45,80 % zurück (11 statt 13 Mandate). Die SPÖ legte um 0,8 Prozentpunkte zu und kam auf 29,85 %, womit sie ihre sieben Mandate weiterhin behalten konnte. Auf 12,78 % und erneut auf 3 Mandate kam die Liste Die Grünen und Unabhängigen Weiden am See. Auf 8,8 % (2 Mandate) kam die erstmals kandidierende Unabhängige Partei Weiden (UPW).[13][14]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Ein roter Schild, der in der Mitte von einem natürlichen Fluss gequert wird und die lateinische Bezeichnung ‚Lacus Fertö‘ in sich trägt. Aus einem sich aus dem Wappenboden erhebenden grünen Dreiberg wachsen zwei sich kreuzende grüne Reben mit zwei roten Trauben empor. Im oberen Teil rechts und links zwei goldene Sterne, in der Mitte ein großes silbernes W, die Initiale des Ortsnamens.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abschnitt „Die Partnergemeinden“ in „TÜPL Bruckneudorf – 150 Jahre Brucker Lager“ von Petra Weiß, Hrsg. Stadtgemeinde Bruck an der Leitha, April 2017, S. 462/463

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weiden am See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Weiden am See – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Weiden am See, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. August 2021.
  2. a b Geschichte. Gemeinde Weiden am See, 13. Februar 2019, abgerufen am 20. August 2021.
  3. Dehio-Handbuch – Die Kunstdenkmäler Österreichs – Burgenland. Bearbeitet von Adelheid Schmeller-Kitt mit Beiträgen von Friedrich Berg, Clara Prickler-Wassitzky und Hannsjörg Ubl: Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Verlag Anton Schroll, Wien 1976, ISBN 3-7031-0401-5.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Weiden am See, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. August 2021.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Weiden am See, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. August 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Weiden am See, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. August 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Weiden am See, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. August 2021.
  8. ÖBB. Abgerufen am 20. August 2021.
  9. Neusiedler See Radweg. bergfex, abgerufen am 20. August 2021.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2007 in Weiden am See. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2007, abgerufen am 17. Januar 2020.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2012 in Weiden am See. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 4. November 2012, abgerufen am 17. Januar 2020.
  12. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2017 in Weiden am See. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 29. Oktober 2017, abgerufen am 17. Januar 2020.
  13. Land Burgenland: Wahlergebnisse, (abgerufen am 8. November 2017)
  14. Überraschung in Weiden am See blieb aus in: BVZ.at vom 29. Oktober 2017 (abgerufen am 8. November 2017)
  15. Daten & Fakten. Gemeinde Weiden am See, 13. Februar 2019, abgerufen am 20. August 2021.