Nord 262

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Nord 262
Nord 262 der französischen Marine
Nord 262 der französischen Marine
Typ: Kurzstrecken-Zubringerflugzeug
Entwurfsland: FrankreichFrankreich Frankreich
Hersteller: Nord Aviation
Erstflug: 24. Dezember 1962
Produktionszeit: 1962 bis 1976
Stückzahl: 110

Die Nord 262 (ab der Serie Nord 262C: „Frégate“) ist ein Kurzstrecken-Zubringerflugzeug des französischen Herstellers Nord Aviation, das seinen Erstflug am 24. Dezember 1962 absolvierte. Seit der Fusion zur Aérospatiale wurde der Flugzeugtyp durch diese weiter produziert.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nord 262 der Cimber Air, 1972
Nord 262 der Tempelhof Airways, Flughafen Tempelhof, 1987

Die Nord 262 stellt eine Weiterentwicklung der Nord 260 „Super Broussard“ dar, ursprünglich entwickelt durch den Hersteller Société des Avions Max Holste, und besitzt im Gegensatz zu dieser eine druckbelüftete Passagierkabine in einem kreisrunden statt kastenförmigen Rumpf. Der Entwurf entstand auf Grund der Bedarfsanfrage von Air France für ein Kurzstreckenflugzeug für ihre Regionalfluggesellschaften. Die Konstruktionsarbeiten für die Nord 262 begannen im Frühjahr 1961.

Der Erstflug fand am 24. Dezember 1962 statt. Während der Prototyp und die ersten drei Vorserienexemplare noch in Châtillon-sous-Bagneux montiert wurden, erfolgte die weitere Serienproduktion in Bourges. Die erste Maschine der endgültigen Serienausführung flog am 8. Juni 1964 und unterschied sich durch eine verlängerte Seitenflosse von den ersten vier Maschinen. Die Zulassung in Frankreich wurde am 16. Juli 1964 erteilt, die der FAA am 15. März 1965.

Die Nord 262 trat den Liniendienst am 24. Juli 1964 bei der Regionalfluggesellschaft Air Inter an, die insgesamt vier Maschinen in ihrer Flotte unterhielt. Nord-Aviation ging 1970 durch Übernahme in die französische Aérospatiale auf. Die Nord 262 kam Anfang der 1970er-Jahre in der verbesserten Version N 262C auf den Markt und wurde dann als Aérospatiale N 262 vermarktet. Insgesamt wurden 110 Stück gebaut. In Deutschland wurde die Nord 262 von der Interregional Fluggesellschaft und von Cimber Air eingesetzt.[2] Auch die Lufthansa untersuchte die – damals noch Max Holste MH.262 genannte – Maschine für einen möglichen Einsatz auf Inlandsstrecken.[3]

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die N 262 ist ein zweimotoriger Schulterdecker. Sie verfügt über zwei Propellerturbinen vom französischen Typ Turbomeca Bastan VII A mit jeweils 1360 WPS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 418 km/h und die Reisegeschwindigkeit bei 400 km/h. Sie hat vollbeladen mit 29 Passagieren und zwei Mann Besatzung eine Reichweite von 1050 Kilometern. Die Überführungsreichweite liegt bei 2400 Kilometern, die Gipfelhöhe bei 8000 Metern. Das Leergewicht beträgt 6934 kg. Das maximale Startgewicht liegt bei 10.800 kg. Sie wurde auch von den französischen Luftstreitkräften als Zubringer und Ambulanz-Transportflugzeug genutzt, ebenso von der französischen Marine.

Militärische Nutzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AngolaAngola Angola
Burkina FasoBurkina Faso Burkina Faso
Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo
FrankreichFrankreich Frankreich
GabunGabun Gabun

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten[4][5]
Besatzung 2
Passagiere 29
Länge 19,28 m
Spannweite 21,90 m
Höhe 6,31 m
Flügelfläche 55,00 m²
Leergewicht 6.654 kg
Max. Startgewicht 10.800 kg
Antrieb 2 × Turboprop Turbomeca Bastan VI C mit je 794 kW
Höchstgeschwindigkeit 385 km/h
Reisegeschwindigkeit 360 km/h
Dienstgipfelhöhe 7.300 m
Reichweite 1.100 km

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John W.R. Taylor: Jane's All The World's Aircraft, 1971–72. Jane's Yearbooks, London 1972, S. 39.
  2. Fotos von Nord 262 zu IFG und Cimber Air (D-CIFG) finden sich bei airliners.net
  3. Flight International, 24. August 1961, S. 269 (englisch), abgerufen am 1. Februar 2016.
  4. Jane's All The World's Aircraft 1965–66
  5. flugzeuginfo.net

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]