Nordrhein-Westfälische Taekwondo Union

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Die Nordrhein-Westfälische Taekwondo Union (NWTU) ist der Landesdachverband für Taekwondo in Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Engelskirchen. Er ist Mitglied im Landessportbund Nordrhein-Westfalen (LSB) und der Deutschen Taekwondo Union.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die NWTU e.V. wurde 1981 gegründet und ist der rechtliche Nachfolger der Sektion Taekwondo des Nordrhein-Westfälischen Judoverbandes (NWJV). Die Rechtsform ist der eingetragene Verein (e.V.). Laut offizieller Stärkemeldung 2012 trainieren 14.591 Aktive verschiedenen Alters in etwa 230 Vereinen. Präsident des Verbandes ist Musa Çiçek.

Erfolgreiche NWTU-Sportler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die NWTU hat im Laufe ihres Bestehens zahlreiche Erfolge auf internationaler Ebene hervorgebracht. Alle bisherigen offiziellen deutschen Weltmeister, sowie zahlreiche EM- und WM-Medaillengewinner im Taekwondo kommen aus NRW:

Weltmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste türkische Taekwondo-Weltmeister Yilmaz Helvacioglu (–68 kg), der den Titel 1983 in Kopenhagen (Dänemark) erringen konnte, hatte in Deutschland mit dem Taekwondo begonnen. Heute lebt und trainiert er in Bielefeld.

CISM-Weltmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Militär-Weltmeisterschaften (CISM) wurden folgende NWTU-Sportler Weltmeister:

Vize-Weltmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WM-Drittplatzierte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europameister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympioniken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympia 1988[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den ersten Olympischen Demonstrationswettbewerben 1988 in Seoul (Südkorea) errangen zwei Sportler der NWTU jeweils eine Bronze-Medaille: der Europameister von 1988 und spätere DTU-Bundestrainer Markus Woznicki, sowie der Weltmeister von 1987 Michael Arndt.

Olympia 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney nahmen seitens der NWTU zwei Sportler erfolgreich teil. Der Weltmeister von 1995 Aziz Acharki aus Bonn belegte nach guten Vorkämpfen den 5. Platz in der Gewichtsklasse bis 68 kg und unterlag nur knapp dem späteren Doppel-Olympiasieger (2000 und 2004) aus USA Steven Lopez. Im olympischen Qualifikationsturnier auf internationaler Ebene hatte Acharki in Poreč in einem Vorkampf Lopez noch besiegen können und errang nach verletzungsbedingter Aufgabe eine Bronzemedaille. Die Bielefelder Europameisterin Fadime Helvacioglu schied bei den Frauen in den Vorkämpfen bis 49 kg vorzeitig aus.

Olympia 2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Sommerspielen 2004 in Athen verpasste der zweifache Weltmeister Erdal Aylanc aus Velbert die Qualifikation nur knapp.

Olympia 2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der dreifache Europameister Levent Tuncat qualifizierte sich 2007 beim Weltqualifikationsturnier in Manchester für die Olympischen Spiele 2008 in Peking in der Gewichtsklasse –58 kg.

Die beiden Athletinnen Pinar Budak (NWTU) und Sümeyye Gülec errangen jeweils eine Bronzemedaille im Januar 2008 in Istanbul. Zusammen mit Daniel Manz waren somit vier Deutsche TKD-Sportler in Peking vertreten. Auf Vorschlag der DTU gab am 15. Juli 2008 der Deutsche Olympischer Sportbund die Teilnahme von Helena Fromm an den Olympischen Sommerspielen bekannt. Daniel Manz errang einen fünften Platz in seiner Gewichtsklasse, die anderen Kämpfer schieden bereits in den Vorkämpfen aus.

Jugend Olympiade 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Singapur fanden 2010 die ersten Olympischen Spiele für Jugendliche statt. Das Deutsche Taekwondo-Team war mit vier Kämpfern vertreten. Norbert Szekely (NWTU) konnte eine Qualifikation für die Gewichtsklasse –48 kg in Mexiko erringen, wurde aber seitens der DTU nicht nominiert. Ibrahim Ahmadsei (NWTU) wurde Jugend Vize-Olympiasieger über 73 kg und Antonia Katheder errang –63 kg ebenfalls eine Silbermedaille.

Olympia 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Testevent für die Olympischen Spiele 2012 wurden von dem DTU-Leistungsausschuss folgende Sportler nominiert: Levent Tuncat (NWTU) in der Gewichtsklasse –68 kg, Alberto Celestrín –80 kg bei den Herren, sowie Katharina Weiss über 67 kg und Sabrina Nölp –49 kg bei den Damen. Beim europäischen Qualifikationsturnier konnte die WM-Dritte Sümeyye Manz in Kasan bis 49 kg das Ticket für Olympia sichern. Levent Tuncat schied in der Gewichtsklasse –58 kg vorzeitig aus.

Auch Helena Fromm reichte ein 2. Platz beim Qualifikationsturnier in Kasan in der Gewichtsklasse –67 kg, um sich für London zu qualifizieren. Alberto Celestrin hingegen schied, wie bereits sein männlicher Kollege, vorzeitig aus.

Sümeyye Manz verlor ihren ersten Olympischen Vorrundenkampf gegen die Kämpferin aus Taiwan und schied damit vorzeitig aus. Helena Fromm erkämpfte sich nach guten Vorrundenkämpfen im Halbfinale schließlich die Bronzemedaille und errang nach 12 Jahren wieder eine Medaille für den Deutschen Taekwondo Sport.

Bezirke und Leistungsstützpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die NWTU organisiert ihren Sportverkehr in vier Bezirken, in denen knapp 230 Vereine gemeldet sind:

Zur Förderung des Leistungssports unterhält die NWTU insgesamt vier vom LSB anerkannte Landesleistungsstützpunkte, sowie jeweils einen Bezirksstützpunkt in denen regelmäßig der Wettkampfnachwuchs trainiert wird:

und zusätzlich einen offiziellen Bundesleistungsstützpunkt in Düsseldorf. Ferner besteht für die Kadersportler am Olympiastützpunkt Köln-Leverkusen-Bonn die Möglichkeit an den OSP-Maßnahmen teilzunehmen. Das erste Taekwondo-Teilzeitinternat in NRW ist 2001 in Witten unter der Leitung von Muhammed Kocer als Verantwortlichem für Taekwondo in der Kombination zwischen den Sportarten Taekwondo, Judo, Ringen und Triathlon gegründet worden. Dieses wurde auch ab 2001 durch die NWTU anerkannt und sportlich vom damaligen Landestrainer und späteren Bundestrainer Markus Wozniacki betreut.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]