Swjahel

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Swjahel
Звягель
Wappen von Swjahel
Swjahel (Ukraine)
Swjahel
Basisdaten
Oblast: Oblast Schytomyr
Rajon: Rajon Swjahel
Höhe: 218 m
Fläche: 27,00 km²
Einwohner: 56.555 (2004)
Bevölkerungsdichte: 2.095 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 11700–11709
Vorwahl: +380 4141
Geographische Lage: 50° 35′ N, 27° 38′ OKoordinaten: 50° 35′ 0″ N, 27° 38′ 0″ O
KATOTTH: UA18080150010017476
KOATUU: 1824000000
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt, 14 Dörfer
Adresse: вул. Шевченка 16
11708 м. Звягель
Website: http://novograd.com.ua/
Statistische Informationen
Swjahel (Oblast Schytomyr)
Swjahel
i1

Swjahel (ukrainisch Звягель, russisch Звягель Swjagel, polnisch Zwiahel; bis 2022 Nowohrad-Wolynskyj, ukrainisch Новоград-Волинський, russisch Новоград-Волынский, polnisch Nowogród Wołyński) ist das Zentrum des gleichnamigen Rajons in der Oblast Schytomyr in der Ukraine mit 56.000 Einwohnern (1. Januar 2005), am Fluss Slutsch gelegen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt wurde zum ersten Mal im Jahre 1256 unter dem Namen Woswjagel erwähnt. Ein Jahr später wurde sie vom galizischen Fürsten Daniel Romanowitsch von Galizien niedergebrannt. Später hieß die Stadt Swjagel. Bei der Zweiten Teilung Polens 1793 kam die Stadt unter russische Hoheit und wurde 1795 in Nowohrad-Wolynskyj umbenannt. Nach dem Polnisch-Sowjetischen Krieg und dem folgenden Frieden von Riga 1921 wurde sie Teil der Ukrainischen Sowjetrepublik der Sowjetunion. Die Grenze zu Polen verlief nur wenige Kilometer westlich. Die Stadt hatte eine erhebliche militärische Bedeutung, da sie an der nach Polen führenden Autostraße Kiew – Riwne – Luzk – Kowel – Lublin lag. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion wurde sie 1941 von der Wehrmacht eingenommen und blieb bis Anfang 1944 unter deutscher Besatzung.

In Nowohrad-Wolynskyj bestand zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine namhafte jüdische Gemeinde. In der Stadt lebten etwa 10.000 Juden, das waren etwa 50 % ihrer Einwohnerschaft.[1] Bei den Pogromen von 1919 wurden etwa 1.000 Juden durch die Truppen Symon Petljuras ermordet.[2] Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges lebten nur noch etwa 6.840 Juden in Nowohrad-Wolynskyj; etwa 30 % der Bevölkerung. Im Jahr 1941 wurden mehrere hundert Juden bei Massenexekutionen durch deutsche Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD ermordet. Die Mehrzahl der zunächst überlebenden Juden wurde ghettoisiert und dann im November 1942 ebenfalls ermordet.[3] Die Große Synagoge wurde bei den Pogromen 1919 schwer beschädigt und danach wieder aufgebaut. Im Zweiten Weltkrieg (oder kurz danach) wurde sie endgültig abgerissen.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt wie alle 1943/44 von der Roten Armee im Kampf zurückeroberten Städte erhebliche Kriegsschäden. Seit dem Zerfall der Sowjetunion gehört die Stadt zur unabhängigen Ukraine.

Am 16. November 2022 wurde der Stadtname unter dem Eindruck des Ukrainekrieges und der damit einhergehenden Derussifizierung auf die historische Form Swjahel zurück geändert.[4]

Lessja-Ukrajinka-Denkmal

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. November 2018 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Nowohrad-Wolynskyj (ukrainisch Новоград-Волинська міська громада/Nowohrad-Wolynska miska hromada), zu dieser zählten die 3 Dörfer Majstriw, Majstrowa Wolja und Makowyzi[5], bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Nowohrad-Wolynskyj (Новоград-Волинська міська рада/Nowohrad-Wolynska miska rada) im Zentrum des Rajons Nowohrad-Wolynskyj.

Am 12. Juni 2020 kamen noch die 11 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer zum Gemeindegebiet[6].

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Swjahel Teil der Gemeinde:

Name
ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch
Aneta Анета Анета
Bahate Багате Богатое (Bogatoje)
Boryssiwka Борисівка Борисовка (Borissowka)
Didowytschi Дідовичі Дедовичи (Dedowitschi)
Horodyschtsche Городище Городище (Gorodischtsche)
Hrud Груд Груд (Grud)
Majstriw Майстрів Майстров (Maistrow)
Majstrowa Wolja Майстрова Воля Майстрова Воля (Maistrowa Wolja)
Makowyzi Маковиці Маковицы (Makowizy)
Nataliwka Наталівка Наталовка (Natalowka)
Oleksandriwka Олександрівка Александровка (Aleksandrowka)
Pylypowytschi Пилиповичі Пилиповичи (Pilipowitschi)
Stepowe Степове Степовое (Stepowoje)
Welykyj Molodkiw Великий Молодьків Великий Молодьков (Weliki Molodkow)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Swjahel und die deutsche Stadt Ludwigshafen am Rhein schlossen Ende 2022 eine Städtepartnerschaft.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Haus der Offiziere liegt das 1995 eröffnete Denkmal für die Kriegsopfer des Künstlers Josef Tabachnyk.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Novograd-Volynskiy, in: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Jerusalem : Yad Vashem, 2009 ISBN 978-965-308-345-5, S. 523

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Swjahel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://kehilalinks.jewishgen.org/Novohrad_Volynskyy/
  2. http://kehilalinks.jewishgen.org/Novohrad_Volynskyy/links.asp
  3. http://www.yadvashem.org/yv/he/research/ghettos_encyclopedia/ghetto_details.asp?cid=650
  4. Верховна Рада України; Постанова від 16.11.2022 № 2779-IX Про перейменування міста Новоград-Волинський Новоград-Волинського району Житомирської області
  5. Відповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Житомирській області на територіях Новоград-Волинського району та Новоград-Волинської міської ради Майстрівська сільська рада Новоград-Волинського району рішенням від 31 жовтня 2018 року
  6. Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 711-р " Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Житомирської області"
  7. Ludwigshafen: Partnerschaft mit ukrainischer Stadt Swjahel, 14. Dezember 2022.