Oberbolheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Oberbolheim
Gemeinde Nörvenich
Koordinaten: 50° 48′ 39″ N, 6° 39′ 14″ O
Höhe: 120 m ü. NHN
Fläche: 2,9 km²
Einwohner: 226 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 52388
Vorwahl: 02426
Karte
Lage von Oberbolheim in Nörvenich
Das neue Oberbolheim

Oberbolheim ist ein Dorf in der Gemeinde Nörvenich im Kreis Düren, Regierungsbezirk Köln, NRW.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort und der Fliegerhorst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberbolheim ist ein sehr junger, reiner Wohnort. Das in Jahrhunderten entstandene und gewachsene alte Oberbolheim wurde in den Jahren 1968/1969 von seinem alten Standort (50° 49′ N, 6° 38′ O) nordwestlich der St. Antonius-Kapelle umgesiedelt. Durch die unmittelbare Nähe zur Start- und Landebahn des Nörvenicher Fliegerhorstes war der Fluglärm unerträglich geworden, und es drohten Gefahren durch eventuell abstürzende Düsenflugzeuge. Am 25. Januar 1962 stürzte ein Starfighter nach Triebwerksschaden in eine landwirtschaftliche Anlage am Rand des Dorfes.[2] Daraufhin wurde die Umsiedlung vom Bund unterstützt.

Alt-Oberbolheim lag an der Bahnstrecke Benzelrath–Nörvenich und der Bundesstraße 477.

Der umgesiedelte Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das neue Oberbolheim wurde rund zwei Kilometer südöstlich direkt am Nörvenicher Wald auf freiem Feld neu errichtet. Unverzüglich nach dem Auszug der Bewohner wurden ihre Häuser abgebrochen, das Dorf verschwand von der Landkarte. Vom alten Oberbolheim zeugt nur noch die Antonius-Kapelle. Oberbolheim ist damit der einzige Ort in Nordrhein-Westfalen, der wegen Fluglärms umgesiedelt wurde.

Die Antoniuskapelle neben der Fliegerhorstzufahrt

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dürener Ortsnamenforscher Wilhelm Kaspers leitet den Namensteil „bol“ vom Althochdeutschen „bolla“ über „bol“ = „runder Hügel“ ab. Da Oberbolheim nicht auf einem Hügel lag, ist der Erklärungsansatz des Bonner Sprachforschers Heinrich Dittmaier sinnfälliger, der diese Silbe auf den Personennamen „Bolla“ zurückführt. Die auf „-heim“ endenden linksrheinischen Ortsnamen reichen, so Dittmaier, mit ihren Anfängen in die ersten nachrömischen Jahrhunderte zurück.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1969 wurde Oberbolheim nach Nörvenich eingemeindet.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohnerzahl   Jahr Einwohnerzahl   Jahr Einwohnerzahl
1885 247   1905 198   1925 218
1945 194   1955 216   1965 236
1975 187   1985 245   1995 214
2005 194   2010 184   2015 171

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ÖPNV verbindet die AVV-Buslinie 212 des Rurtalbus den Ort mit Nörvenich und Lechenich. Bis zum 31. Dezember 2019 wurde diese Linie von der Dürener Kreisbahn bedient.

Linie Verlauf
212 Nörvenich Alter Bf – Nörvenich Schlosspark – Oberbolheim – Rath – Wissersheim – Pingsheim – Herrig – Lechenich

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.noervenich.de/gemeinde/einwohnerzahlen-monatlich/20200602-Einwohnerzahlen-12-2020.pdf
  2. https://www.youtube.com/watch?v=Wp0V04Vzf7Q 18:37
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 77.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oberbolheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien