Oelshausen

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Oelshausen
Koordinaten: 51° 18′ 56″ N, 9° 15′ 43″ O
Höhe: 337 m ü. NHN
Fläche: 9,89 km²[1]
Einwohner: 532 (2015)[2].
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 34289
Vorwahl: 05606

Oelshausen ist ein südsüdwestlicher Stadtteil von Zierenberg im nordhessischen Landkreis Kassel mit etwa 520 Einwohnern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haufendorf Oelshausen mit seinen vielen Fachwerkhäusern liegt 16,5 km westlich der Kasseler Innenstadt im Naturpark Habichtswald. Es befindet sich zwischen dem Zierenberger Stadtteil Burghasungen im Nordosten und dem Wolfhagener Stadtteil Istha im Südwesten. Das von der Bundesstraße 251 tangierte Dorf wird vom Oberlauf der Erpe durchflossen und vom Burghasunger Berg (479,7 m ü. NHN) im Nordnordosten, Hundsberg (496 m) im Ostsüdosten, Wattenberg (516,2 m) im Südsüdosten und Isthaberg (523,1 m) im Westen umrahmt. Die Anschlussstelle Zierenberg der Bundesautobahn 44 (DortmundKassel) liegt knapp 2 km nordöstlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1074 wird der Ort als Hosicheshusun erstmals urkundlich erwähnt, als der Ritter Gumbert das Dorf dem Kloster Hasungen schenkte. Im Jahr 1241 gliederte der Mainzer Erzbischof Siegfried III. von Eppstein die Kirche an das Kloster Hasungen an.

Als Nachweis einer frühen Besiedlung wird die zugemauerte Rechtecktür mit Tympanon (im Kirchenbau des Mittelalters das Bogenfeld über dem Türsturz) an der Nordwand der Kirche angesehen. Gleichzeitig war es die Zeit des Auftretens des heiligen Heimerad und noch vor der eigentlichen Gründung des Klosters Hasungen.

Im 15. Jahrhundert war das Dorf wüst. Das Schicksal des Ortes war eng mit dem Kloster Hasungen verknüpft, welche mit der Säkularisation während der Reformation ca. 1540 endete. Ab 1585 war die Kirche Filial von Ehlen.

Im Dreißigjährigen Krieg, insbesondere unter den Truppen des Heerführers Tilly, wurde das Dorf Oelshausen um 1624 geplündert. Während des Siebenjährigen Krieges, in den Jahren 1758/59 kam es wiederholt zu Plünderungen durch französische Truppen, die in den Wäldern um Oelshausen lagen.

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform wurde Oelshausen am 1. Februar 1971 ein Stadtteil von Zierenberg.[3]

Historische Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Oelshausen unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]

  • Hosicheshusun (1074)
  • Osicheshusen (1123)
  • Hoshusen (1240)
  • Oshusen (1241)
  • Oyshusen (1328)
  • Oenshusen (1368), jeweils in den Güterregistern des Klosters Hasungen.
  • Oelshusen (1429), als Familienname in einer Hasunger Urkunde.
  • Olshusen (1510), Hasunger Güterregister.
  • Ulshausen (1525), Urkundenarchiv Hasungen.
  • Ellshausen (1747)

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der in Oelshausen mit Hauptwohnsitz gemeldeten Einwohner

Einwohnerentwicklung von Oelshausen
Jahr Einwohner
1585 32 Haushalte
1747 48 Haushalte
1834 456
1840 451
1846 451
Jahr Einwohner
1852 459
1858 405
1864 413
1871 428
1875 427
Jahr Einwohner
1885 419
1895 404
1905 362
1910 357
1925 347
Jahr Einwohner
1933 338
1939 364
1946 566
1950 525
1956 462
Jahr Einwohner
1961 428
1967 459
1970 476
1975 495
1980 510
Jahr Einwohner
1985 516
1990 511
1995 562
2000 550
2005 559
Jahr Einwohner
2007 547
2015 532


Quelle: [1][2]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Oelshausen

Die Oelshäuser Kirche befindet sich in der Ortsmitte. Der Steinbau mit Fachwerkoberbau ist eine Saalkirche. Aus dem 11. Jahrhundert stammt eine vermauerte Rechtecktür und romanischen Tympanon. Die Tür befindet sich an der Nordwand unter der Turmmitte.

1921 wurde das Ehrenmal neben der Kirche, zum Gedenken der im Ersten Weltkrieg gefallenen, errichtet und nach dem Zweiten Weltkrieg mit Gedenktafeln für die zahlreich Gefallenen aus der Gemeinde ergänzt.

Die evangelische Kirchengemeinde Oelshausen gehört heute zum Kirchspiel Istha.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorfgemeinschaftshaus mit Bücherei und einer Kegelbahn ist direkt neben dem Sportplatz angesiedelt. Außerdem sind ein Spielplatz, Wanderwege und eine Grillhütte vorhanden. Weiterhin gibt es Gaststätten und Pensionen.

Betriebe und Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort sind mehrere Betriebe, mit zusammen ca. 120 Arbeitsplätzen zu finden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Buslinie 100 Kassel, Bhf-Wilhelmshöhe - Wolfhagen, Bhf
  • Buslinie 110 Kassel, Hbf - Wolfhagen, Bhf
  • Buslinie 117 Zierenberg, Naturparkzentrum - Oelshausen

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Vereine prägen das dörfliche Leben. Die DORF-eigen-ART e.V. [4] stellt Kunstwerke in Privatwohnungen der Oelshäuser aus. Im Turnus von 4 Jahren wird diese einzigartige Ausstellung in der ersten Septemberwoche realisiert. Für dieses Engagement wurde Oelshausen bereits ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Reimer: „Historisches Ortslexikon für Kurhessen“, 1926, S. 359
  • Carl Wilhelm Hermann Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche im Regierungsbezirk Cassel, S. 245

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c „Oelshausen, Landkreis Kassel“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 29. Juli 2015)
  2. a b Stadt Zierenberg: Einwohnerzahlen der Stadtteile, abgerufen im Februar 2016
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411.
  4. DORF-eigen-ART e.V.