Oelshausen

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Oelshausen
Koordinaten: 51° 18′ 56″ N, 9° 15′ 43″ O
Höhe: 337 m ü. NHN
Fläche: 9,89 km²[1]
Einwohner: 564 (2018)HNA (Wolfhager Ausgabe) vom 03.01.2019
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 34289
Vorwahl: 05606

Oelshausen ist ein südsüdwestlicher Stadtteil von Zierenberg im nordhessischen Landkreis Kassel mit etwa 560 Einwohnern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haufendorf Oelshausen mit seinen vielen Fachwerkhäusern liegt 16,5 km westlich der Kasseler Innenstadt im Naturpark Habichtswald. Es befindet sich zwischen dem Zierenberger Stadtteil Burghasungen im Nordosten und dem Wolfhagener Stadtteil Istha im Südwesten. Das von der Bundesstraße 251 tangierte Dorf wird vom Oberlauf der Erpe durchflossen und vom Burghasunger Berg (479,7 m ü. NHN) im Nordnordosten, Hundsberg (496 m) im Ostsüdosten, Wattenberg (516,2 m) im Südsüdosten und Isthaberg (523,1 m) im Westen umrahmt. Die Anschlussstelle Zierenberg der Bundesautobahn 44 (Dortmund−Kassel) liegt knapp 2 km nordöstlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1074 wird der Ort als Hosicheshusun erstmals urkundlich erwähnt,[2] als der Ritter Gumbert das Dorf dem in diesem Jahr von Erzbischof Siegfried I. von Mainz gestifteten Kanonikerstift auf dem Hasunger Berg schenkte. Das Schicksal des Ortes blieb in der Folgezeit eng mit dem 1080/81 von einem Stift in ein Benediktinerkloster der Hirsauer Observanz umgewandelten Kloster Hasungen verknüpft, bis dieses nach der Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen 1527 säkularisiert wurde. Die Dorfkirche wurde im Jahr 1241 durch den Mainzer Erzbischof Siegfried III. dem Kloster Hasungen angegliedert. Ab 1585 war die Kirche dann Filial von Ehlen.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf von Truppen des Heerführers Tilly um 1624 geplündert, und während des Siebenjährigen Krieges, in den Jahren 1758/59, kam es wiederholt zu Plünderungen durch französische Truppen, die in den Wäldern um Oelshausen lagen.

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform wurde Oelshausen am 1. Februar 1971 ein Stadtteil von Zierenberg.[3][4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der in Oelshausen mit Hauptwohnsitz gemeldeten Einwohner:[1]

Einwohnerentwicklung von Oelshausen
Jahr Einwohner
1585 32 Haushalte
1747 48 Haushalte
1834 456
1840 451
1846 451
1852 459
1858 405
1864 413
1871 428
1875 427
Jahr Einwohner
1885 419
1895 404
1905 362
1910 357
1925 347
1933 338
1939 364
1946 566
1950 525
1956 462
Jahr Einwohner
1961 428
1967 459
1970 476
1975 495
1980 510
1985 516
1990 511
1995 562
2000 550
2005 559
Jahr Einwohner
2007 547
2015 532
2018 564


Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Oelshausen

Die Oelshäuser Kirche, ein Steinbau mit Fachwerkoberbau, ist eine Saalkirche in der Ortsmitte. Aus dem 11. Jahrhundert stammen eine vermauerte Rechtecktür und ein romanisches Tympanon. Die Tür befindet sich an der Nordwand unter der Turmmitte.

1921 wurde das Ehrenmal neben der Kirche zum Gedenken der im Ersten Weltkrieg Gefallenen errichtet und nach dem Zweiten Weltkrieg mit Gedenktafeln für die Gefallenen aus der Gemeinde ergänzt.

Die evangelische Kirchengemeinde Oelshausen gehört heute zum Kirchspiel Istha.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Vereine prägen das dörfliche Leben. Die DORF-eigen-ART e.V.[5] stellt Kunstwerke in Privatwohnungen der Oelshäuser aus. Im Turnus von vier Jahren wird diese Ausstellung in der ersten Septemberwoche realisiert. Für dieses Engagement wurde Oelshausen bereits ausgezeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorfgemeinschaftshaus mit Bücherei und einer Kegelbahn steht direkt neben dem Sportplatz. Außerdem sind ein Spielplatz, Wanderwege und eine Grillhütte vorhanden. Weiterhin gibt es Gaststätten und Pensionen.

Im Ort gibt es mehrere Betriebe mit insgesamt ca. 120 Arbeitsplätzen.

Öffentliche Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Buslinie 110 Kassel, Bahnhof-Wilhelmshöhe – Wolfhagen, Bahnhof
  • Buslinie 117 Zierenberg, Naturparkzentrum – Oelshausen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Oelshausen, Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 29. Juli 2015). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. In erhaltenen Urkunden wird das Dorf unter mehrfach wechselnden Namen erwähnt: 1074: Hosicheshusun; 1123: Osicheshusen; 1240: Hoshusen; 1241: Oshusen; 1328: Oyshusen; 1368: Oenshusen; 1429: Oelshusen; 1510: Olshusen; 1525: Ulshausen; 1747: Ellshausen. (Oelshausen, im Historischen Ortslexikon Hessen)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411.
  4. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Abs. 2 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  5. DORF-eigen-ART e.V.