Oliver Diggelmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Oliver Diggelmann (* 30. August 1967 in Bern) ist ein Schweizer Rechtswissenschaftler und Professor für Völker- und Staatsrecht an der Universität Zürich. 2017 veröffentlichte er einen Roman („Maiwald“).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oliver Diggelmann wuchs in Zürich auf. Er studierte nach einer altsprachlichen Matura Rechtswissenschaft in Zürich, Bern und Cambridge (Trinity Hall) und promovierte 1999 bei Daniel Thürer mit einer völkerrechtlichen Dissertation über Max Huber und Georges Scelle[1]. 2004 habilitierte er sich an der Universität Zürich mit einer Studie über die Folgen der Globalisierung für Staat und Demokratie[2].

2004 bis 2010 lehrte Diggelmann an der Andrássy Universität in Budapest, wo er von 2008 bis 2010 auch Dekan der Fakultät für Vergleichende Staats- und Rechtswissenschaften war. Die Universität Zürich berief ihn per 2010 an den Lehrstuhl für Völkerrecht, Europarecht, Öffentliches Recht und Staatsphilosophie. Seit 2011 ist er geschäftsführender Leiter des Instituts für Völkerrecht und ausländisches Verfassungsrecht. 2009 hatte er an der Universität St. Gallen und 2013 an der Hebrew University Jerusalem eine Gastprofessur inne. Forschungsaufenthalte führten ihn nach Berlin, Berkeley, Yale und Cambridge.

2006 war er mehrere Monate als persönlicher Mitarbeiter von Luzius Wildhaber in Strassburg tätig, dem damaligen Präsidenten des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.

Oliver Diggelmann schreibt regelmässig in Schweizer Publikumsmedien zu völkerrechtlichen und staatspolitischen Themen.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaftliche Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • International Criminal Tribunals and Reconciliation: Reflections on the Role of Remorse and Apology (in: Journal for International Criminal Justice 2016, S. 1073 ff.)
  • Völkerrechtsphilosophie der Frühaufklärung (hrsg. gemeinsam mit Tilmann Altwicker/Francis Cheneval), Tübingen 2015
  • How is Progress Constructed in International Legal Scholarship? (in: European Journal of International Law 2014, S. 425 ff., gemeinsam mit Tilmann Altwicker)
  • Der liberale Verfassungsstaat und die Internationalisierung der Politik. Veränderungen von Staat und Demokratie in der Schweiz, Bern 2005 (Habilitationsschrift)
  • Anfänge der Völkerrechtssoziologie – Die Völkerrechtskonzeptionen von Max Huber und Georges Scelle im Vergleich, Zürich 2000 (Dissertation)
  • Staatsverbrechen und internationale Justiz. Zur Einlösbarkeit der Erwartungen an internationale Straftribunale (in: Archiv des Völkerrechts 2007, S. 382 ff.)

Roman "Maiwald"[3][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Roman über den rätselhaften Suizid eines renommierten Psychiaters spielt im Medienmilieu der Jahre nach der Jahrtausendwende. Rückblenden führen in die Protest- und Besetzerszenen der späten Sechziger- und Achtzigerjahre. Das Buch wurde vom ehemaligen Chefredaktor der Zürichsee-Zeitung Ulrich E. Gut als „packendes, tiefsinniges Psychodrama und Gesellschaftsbild“ bezeichnet.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oliver Diggelmann: Anfänge der Völkerrechtssoziologie – Die Völkerrechtskonzeptionen von Max Huber und George Scelle im Vergleich. Zürich 2000.
  2. Oliver Diggelmann: Der liberale Verfassungsstaat und die Internationalisierung der Politik. Veränderungen von Staat und Politik in der Schweiz. Bern 2005.
  3. Oliver Diggelmann: Maiwald. Klöpfer & Meyer, Tübingen 2017, ISBN 978-3-86351-448-8.
  4. Ulrich E. Gut: „Maiwald“: Ein Kontrapunkt zur grassierenden Straf-Euphorie. Abgerufen am 18. April 2017.