Orson Bean

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Orson Bean (1965)

Orson Bean (* 22. Juli 1928 in Burlington, Vermont; † 7. Februar 2020 in Venice, Kalifornien; bürgerlich Dallas Frederick Burroughs) war ein US-amerikanischer Film- und Theaterschauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dallas Frederick wurde als einziges Kind von George Burroughs und dessen Ehefrau Marian Pollard geboren. Sein Vater, Polizist von Beruf, wurde später Leiter der Campus-Polizei von Harvard. Dallas war ein Cousin zweiten Grades von Calvin Coolidge, der zur Zeit seiner Geburt Präsident der Vereinigten Staaten war.

Als Kind übte sich Dallas Burroughs als Zauberkünstler und trat auch vor Publikum auf. Nach dem Umzug der Familie nach Cambridge (Massachusetts) schloss er die dortige Latin School ab und hatte auch bereits einen Kurzauftritt im Brattle Theatre der Stadt. Er wurde in der Endphase des Zweiten Weltkriegs zum Militärdienst einberufen, aufgrund seines Alters aber nicht mehr im Kampf eingesetzt, sondern er diente zwischen 1945 und 1947 als Besatzungssoldat in Japan auf einem Artillerie-Stützpunkt. Während seiner zweijährigen Dienstzeit organisierte und leitete er zwei Revuen mit militärischen Darstellern, mit denen er Tourneen zu den amerikanischen Stützpunkten auf verschiedenen Inseln Japans und des ehemaligen pazifischen Kriegsschauplatzes unternahm.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen Künstlernamen wählte Dallas Burroughs in Anspielung auf Orson Welles. Nach seiner Rückkehr vom Pazifik zog Bean nach New York City, wo er zunächst als Unterhaltungsmagier und dann zunehmend als Stand-up-Komiker in Nachtclubs auftrat. Sein Broadway-Debüt erfolgte am 30. April 1954 in Stalag 17, das nur ein Jahr zuvor von Billy Wilder verfilmt und nun als Bühnenstück adaptiert wurde. Sein nächstes Stück Men of Distinction erwies sich jedoch als Flop.

In den frühen 1950er Jahren stand Bean wegen seiner liberalen Ansichten auf der Schwarzen Liste des HCUA und musste auf größere Theater- und Filmrollenangebote verzichten. 1968 wurde Bean ein Befürworter der Politik Richard Nixons und unterstützte ihn im Wahlkampf.

Im Gegensatz zu seinen Erfolgen auf der Bühne, wo er in einer Reihe bekannterer Revues und Musicals wie John Murray Anderson’s Almanac (1953–54), Will Success Spoil Rock Hunter? (1955–56), Subways Are for Sleeping (1961–62), Never Too Late (1962–65) und Illya Darling (1967–68) mitspielte und 1962 unter anderem für einen Tony Award nominiert wurde, war Orson Beans Filmkarriere nur mäßig erfolgreich. 1959 stand er in Anatomie eines Mordes von Otto Preminger in einer Nebenrolle als Psychiater vor der Kamera, einem seiner bekanntesten Filme. Im Jahr 2000 wurde er für seine Rolle in Being John Malkovich als wohlhabender Firmengründer Dr. Lester, der ewig leben will und dafür nicht vor Verbrechen zurückschreckt, für den Screen Actors Guild Award nominiert.

Beans bekannteste Rolle war wohl jene des Ladenbesitzers Loren Bray in der Westernserie Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft, die der Schauspieler zwischen 1993 und 1998 verkörperte. In der Sitcom Two and a Half Men hatte er 2005 in einer Folge einen Gastauftritt. Weitere Gastauftritte hatte er in den Sitcoms How I Met Your Mother und King of Queens. Ab der sechsten Staffel gehörte Bean zum Cast von Desperate Housewives. Er spielte Roy Bender, den Freund von Karen McCluskey (gespielt von Emmy-Preisträgerin Kathryn Joosten). Trotz seines hohen Alters war Bean bis zu seinem Tod regelmäßig als Schauspieler tätig, so 2018 als Holocaust-Überlebender in dem Kinofilm The Equalizer 2 und 2020 in einer Episode der Sitcom Grace and Frankie.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orson Bean engagierte sich in kulturellen und sozialen Angelegenheiten. So war er Gründer einer freien Grundschule in New York nach dem Summerhill-Vorbild und Gründungsmitglied von Sons of the Desert, einer Vereinigung, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Filme und das Andenken von Stan Laurel und Oliver Hardy zu bewahren. Den Suizid seiner Mutter verarbeitete Bean als Patient des Wilhelm-Reich-Schülers Elsworth Baker und verfasste das Buch „Me and the Orgone“, in dem er seine Orgontherapie bei Baker ausführlich schildert.

Bean war dreimal verheiratet. 1956 heiratete er Jacqueline deSibour, mit der er ein Kind bekam. Die Ehe wurde 1962 geschieden. 1965 heiratete er die Gelegenheitsdarstellerin Carolyn Maxwell, mit der er bis 1981 verheiratet war und drei weitere Kinder bekam. Am 18. April 1993 heiratete er Alley Mills, eine durch ihre Hauptrolle in der Comedy-Serie Wunderbare Jahre (1988–1993) bekannt gewordene Schauspielerin, die auch als Gastdarstellerin in elf Episoden von Dr. Quinn zu sehen war.

Orson Bean wurde am 7. Februar 2020 in Venice als Fußgänger von einem Auto erfasst und starb im Alter von 91 Jahren noch am Unfallort.[1]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Orson Bean. In: Frank Cullen: Vaudeville, Old and New. An Encyclopedia of Variety Performers in America. Band 1, Routledge, New York 2007, S. 84f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Orson Bean – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marcel Görmann: Todes-Tragödie: Star aus der Serie „Desperate Housewives“ von Auto überfahren. In: Münchner Merkur. 8. Februar 2020, abgerufen am 8. Februar 2020.