Outback

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Kamelfarm im Red Centre
Grasland mit Stachelkopfgräsern in den MacDonnell Ranges Zentral-Australiens

Als Outback werden australische Regionen bezeichnet, die fernab der Zivilisation liegen. Es umfasst beinahe drei Viertel der Fläche Australiens und erstreckt sich hauptsächlich über das Northern Territory und Western Australia sowie Teile von Queensland, New South Wales und South Australia.

Das Outback umfasst die unterschiedlichsten Landschaftsformationen und Klimazonen. Weite Gebiete des extrem trockenen Outbacks Westaustraliens, in denen manchmal jahrelang kein Regen fällt und im Sommer Temperaturen über 50 °C herrschen, sind völlig unzugänglich. Das Outback von Queensland hingegen besteht zum Teil aus unberührtem tropischen Regenwald. Touristisch gut erschlossen sind die Regenwälder des Top End, der Kakadu-Nationalpark und die Wüsten des Red Centre mit dem Uluru–Kata-Tjuta-Nationalpark, in dessen Zentrum sich der berühmte Monolith Uluru, auch Ayers Rock genannt, befindet; bekannt sind auch die Karlu Karlu (Devil’s Marbles).

Geschichte[Bearbeiten]

Man schätzt, dass das Innere Australiens seit etwa 40.000 bis 50.000 Jahren von Aborigines bewohnt ist, die über eine Landbrücke aus Südostasien/Indonesien eingewandert sind. Die geschichtswissenschaftliche Erkundung beginnt mit den ersten Streifzügen europäischer Entdecker durch das Innere des Kontinents:

Infrastrukturelle Charakteristika[Bearbeiten]

  • Wenige asphaltierte Hauptverkehrsstrecken (Highways) durchziehen das Outback; abseits dieser Strecken sind Sandpisten in Wüste und Regenwald nur mit Allradantrieb befahrbar.
  • Einzelne Rinder-Farmen und Versorgungsstationen mit wenigen Häusern. Häufig sind dabei Tankstelle, Supermarkt, Reparaturwerkstatt, Bank, Post, Motel und Kneipe in einem einzigen Haus, dem Roadhouse, untergebracht.
  • Die Kinder erhalten Fernunterricht über Funk (School of the Air) und Internet, im Krankheitsfall wird der Royal Flying Doctor Service (RFDS) gerufen.
  • Kamele wurden 1870 als Wüstentiere aus dem Nahen Osten in den Fünften Kontinent eingeführt. Heute werden sie auf Farmen gehalten und dienen neben der autarken Versorgung auch als Touristenattraktion.
  • Von den etwa 300.000 Aborigines (etwa 1,5 Prozent der Gesamtbevölkerung Australiens) leben etwa 20 Prozent im Outback, davon die meisten in Reservaten (die wenigsten noch traditionell als Nomaden oder Halbnomaden).
  • Kommunikative Veranstaltungen wie das Birdsville-Pferderennen haben lokalen Kult-Status.
  • Road Trains, meist mit einem an der Front montierten Kuhfänger (in Australien oft als „Roo Bar“ – Känguruhfänger bezeichnet), stellen den Überlandstransport sicher.

Begriffsverständnis[Bearbeiten]

Im touristischen Sprachgebrauch außerhalb Australiens hat sich das Verständnis des Red Centre als pars pro toto für das Outback durchgesetzt, weil dieses durch gute infrastrukturelle Erschließung nicht nur für Globetrotter, sondern auch für Pauschaltouristen zugänglich geworden ist. In Australien wurde der Begriff „Outback“ in gedruckter Form zuerst im Jahre 1869 verwendet und bedeutete zu der Zeit „westlich von Wagga Wagga“ im Bundesstaat New South Wales.[1]

Für Australier ist das Outback ein sehr dehnbarer Begriff, dessen Auslegung je nach Wohnort stark variiert. So gehören z. B. für die Einwohner der Metropole Sydneys bereits die Blue Mountains (etwa 60 Kilometer westlich von Sydney), Wollongong (etwa 100 Kilometer südlich von Sydney) und Newcastle (etwa 100 Kilometer nördlich von Sydney) zum Outback (in the bush). Alice Springs gibt sich touristisches Outback-Flair, versteht sich aber unter der einheimischen Bevölkerung nicht als Outback.

Von der Verwendung des Begriffs her lässt sich das Outback mit der argentinischen Pampa, dem südafrikanischen High Veld oder dem neuseeländischen High Country vergleichen. Das echte Outback sind die autarken Gemeinschaften und Selbstversorgungs-Farmen abseits der urbanen Zentren. Sehr oft wird das Wort „Outback“ auch im Rundfunk verwendet, um beim Verkehrsfunk das Umland von größeren Städten zu bezeichnen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sheena M. Coupe (Hrsg.): Frontier Country – Australias Outback Heritage, Bd. 1, Weldon Russell Publishing, Willoughby 1989, ISBN 1-875202-01-3, S. 36 ff.

Weblinks[Bearbeiten]