Branitzer Park

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Schloss Branitz: ehemaliger Wohnsitz von Hermann von Pückler-Muskau, 2009
Schloss Branitz, 2015

Der Fürst-Pückler-Park Branitz ist ein von Fürst Hermann von Pückler-Muskau gestalteter Landschaftspark bei Branitz und die bedeutendste der Cottbuser Parkanlagen. Im Zentrum des zonierten Landschaftsgartens befindet sich Schloss Branitz, Alterssitz Fürst Pücklers. Das Wahrzeichen des Parks sind die beiden Erdpyramiden - die Landpyramide sowie die Seepyramide, auch Tumulus genannt, welche Fürst Pückler als seine letzte Ruhestätte inszenierte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sichtachse vom Hermannsberg mit Blick auf die Schlangenseebrücke und die Landpyramide, 2008

Die Herrschaft Branitz gelangte 1696 in den Besitz der Grafenfamilie Pückler. 1785 zog die Familie nach Muskau, Branitz wurde verpachtet. Die Gestaltung des Branitzer Parks begann 1845, als Hermann von Pückler-Muskau seinen damaligen Wohnsitz Schloss Muskau und den dortigen Park aufgrund finanzieller Probleme verkaufte und nach Branitz zog. Im Alter von 60 Jahren begann er, diesen Landschaftspark nach englischem Vorbild hier anzulegen. Bis in die 1850er Jahre wurden zunächst der Pleasureground und der Innenpark um das Schloss herum gestaltet, im Anschluss entstand die Pyramidenebene mit den beiden Erdpyramiden. Unter dem Nachfolger des Fürsten Pückler, dessen Stiefcousin Heinrich Graf von Pückler, erfolgten im Park weitere Um- und Ausgestaltungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie von Pückler enteignet und Park und Schloss Branitz in Volkseigentum überführt. Durch die Bodenreform wurden anschließend Teile der Ländereien vor allem im Außenpark sowie die Gutsökonomie und die Schlossgärtnerei in Privateigentum bzw. volkseigene Güter überführt. Seit 1995 wird der Innenpark mit Pleasureground und Schloss von der kommunalen Stiftung Fürst-Pückler-Museum, Park und Schloss Branitz verwaltet und gepflegt. Nach und nach wurden Teile der ehemaligen Gutsökonomie sowie die Schlossgärtnerei saniert.

Durch seine Parkschöpfungen, insbesondere in Muskau und Branitz, zählt Hermann Fürst von Pückler-Muskau neben Peter Joseph Lenné und Friedrich Ludwig Sckell zu den bedeutendsten deutschen Gartenkünstlern des 19. Jahrhunderts.

Der Branitzer Park steht als Gartendenkmal auf der Denkmalliste des Landes Brandenburg. Darüber hinaus gibt es Bestrebungen, die Anlage in das UNESCO-Weltkulturerbe aufnehmen zu lassen.[1][2]

Der Fürst-Pückler-Park Branitz ist Mitglied im Europäischen Parkverbund Lausitz Von Graf Brühl bis Fürst Pückler. Weitere Mitglieder sind der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, der Ostdeutsche Rosengarten Forst und der Schlosspark Brody/Pförten.

Für 2012 wurden rund 200.000 Besucher der Parkanlagen und 63.000 Besucher der Museen und sonstigen Veranstaltungen ermittelt.[1] Ende August 2015 wurde die Restaurierung des Tumulus, der Grabpyramide von Fürst Pückler, abgeschlossen.[3]

Gliederung und Gestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pyramidensee mit Blick auf die Seepyramide, Begräbnisstätte Fürst Pücklers und seiner Frau Lucie, 2017
Wasserlandschaft innerhalb des Landschaftsgartens, 2017

Fürst Pückler ließ den Branitzer Park nach Vorbildern Humphry Reptons als einen zonierten Landschaftsgarten anlegen. Dabei steigert sich die gestalterische wie auch die pflegerische Intensität der Anlage von außen nach innen, mit dem Schloss im Zentrum der Anlage. Um das Schloss herum legte der Fürst einen mit Blumenbeeten, Plastiken und Ziergehölzen ausgestatteten Pleasureground an. Wie er in seinem Fachbuch Andeutungen über Landschaftsgärtnerei schreibt, wurde dieser mit mehreren Sondergärten als Fortsetzung der Räume des Schlosses unter freiem Himmel gestaltet.[4] Er war dem Fürsten, seiner Familie und seinen Gästen vorbehalten, während der anschließende Innenpark von Anfang an der Öffentlichkeit zugänglich war. Den Pleasureground umgab eine vielgestaltige Einfriedung, um ihn vom Innenpark zu trennen. Diese ist heute nicht mehr vorhanden, soll aber wiederhergestellt werden.

Der sogenannte Innenpark stellt im Gegensatz zum reich ausgeschmückten Pleasureground eine „zusammengezogne idealisirte Natur“ dar.[4] Pückler ließ dazu Seen und Kanäle ausheben und aus dem Aushub Hügel modellieren, sodass aus der ursprünglich flachen Ebene ein natürlich anmutendes Relief entstand. Der Innenpark erstreckt sich von der Parkschmiede und der Gutsökonomie im Osten zum Branitzer Torhaus im Süden und dem Cottbuser Torhaus im Norden bis an die Kiekebuscher Straße bzw. Pyramidenstraße im Westen. Im westlichen Innenpark befindet sich die ab den 1850er Jahren angelegte Pyramidenebene. Hier ließ Fürst Pückler 1856 die Seepyramide, von ihm Tumulus genannt, als seine Grabstätte anlegen. Der Tumulus ist mit drei Arten Weinreben bepflanzt, welche sich im Herbst überwiegend leuchtend rot färben. Nach Fürst Pücklers Tod am 4. Februar 1871 wurden seine sterblichen Überreste gemäß seinem Wunsch mit Chemikalien übergossen und anschließend am 9. Februar 1871 in der Seepyramide beigesetzt. Etwas südlich davon befindet sich die 1860–1863 auf einem künstlichen Hügel errichtete und ursprünglich zwölfstufige Landpyramide. Sie sollte ursprünglich als Grabstätte für Pücklers Frau Lucie von Pückler-Muskau dienen. Da Lucie aber bereits 1854 starb und sich auf dem alten Branitzer Dorffriedhof beisetzen ließ, wurde die Landpyramide nie zum Grab. Die sterblichen Überreste der Fürstin Lucie wurden 1884 unter Graf Heinrich Pückler in den Tumulus umgebettet.

Der Innenpark mit Pleasureground und Schloss umfasst eine Fläche von etwa 112 Hektar. Auch die umliegenden landwirtschaftlichen Flächen des Gutes Branitz bezog Fürst Pückler in sein Konzept mit ein. Diesen sogenannten Außenpark gestaltete er als Ornamental Farm, eine ausgeschmückte Landwirtschaft. Insgesamt umfasste die gestaltete Branitzer Parklandschaft ein Areal von ca. 622 Hektar.

Heute ist ein Teil des Außenparks überformt bzw. umgenutzt, beispielsweise durch die Branitzer Siedlung, das Stadion der Freundschaft, den Eliaspark, den Spreeauenpark und den Tierpark Cottbus. Weitere Flächen werden land- und forstwirtschaftlich genutzt.

Schloss Branitz, Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Fürst Pückler-Muskaus am Kavaliershaus
Besucherzentrum auf dem ehemaligen Gutshof, 2017

Im Zentrum des Parks liegt das von 1770 bis 1772 im Barockstil erbaute und um 1850 umgebaute Schloss. Es zeigt in zahlreichen historisch ausgestalteten restaurierten Räumen die Wohnwelt des Fürsten Pückler. Außerdem wird eine Gemäldesammlung von Werken des in Cottbus geborenen Landschaftsmalers Carl Blechen präsentiert.

Ausstellungen zum Leben und Werk von Hermann Fürst von Pückler-Muskau, die Ausstellung Auf der Suche nach dem versteinerten Prinzen sowie regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen werden im Besucherzentrum auf dem Gutshof sowie im Marstall gezeigt. So war im Jahre 2017 die Ausstellung Augusta von Preußen – die Königin zu Gast in Branitz zu sehen.[5]

Veranstaltungen in Park und Schloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schloss Branitz und im Besucherzentrum finden regelmäßig Konzerte, Vorträge, Lesungen, Tagungen und weitere Veranstaltungen statt. Auf dem Gelände der Schlossgärtnerei wird jeweils im Mai das Gartenfestival veranstaltet, auf dem Gelände der Gutsökonomie im Dezember der Adventsmarkt. Alljährlich findet am letzten Sonntag im August die Vorstellung des neuen Spielplans des Staatstheaters Cottbus im Branitzer Park statt.

Panoramablick vom Branitzer Schloss auf den Pergolagarten, 2006

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach Autoren alphabetisch geordnet

  • Berthold Ettrich, Stiftung Fürst-Pückler-Museum, Park und Schloss Branitz (Hrsg.): Entdeckungen im Park zu Branitz, ein idealer Spaziergang des Fürsten Pückler. Ein „Pfadfinder“ mit zwei Übersichtskarten. Maxroi Graphics, Görlitz 2004.
  • Thomas Kläber, Matthias Körner, Gisela Tobianke: Park und Schloss Branitz, auf den Spuren Fürst Pücklers. Regia, Cottbus 2001, ISBN 3-936092-32-X
  • Axel Klausmeier (Hrsg.): Kulturlandschaft Fürst-Pückler-Park, der Branitzer Außenpark im Brennpunkt widerstreitender Interessen. Westkreuz, Berlin/ Bonn 2005, ISBN 3-929592-89-4.
  • Arielle Kohlschmidt, René Beder, Jürgen Heinrich (Hrsg.): Branitz. Park & Schloss, ein Wegbegleiter durch Pücklers Meisterwerk. CGA, Cottbus 2006, ISBN 3-937503-14-5.
  • Andreas Pahl: Der Branitzer Außenpark – Unverzichtbarer Bestandteil der Pücklerschen Parkschöpfung. In: Die Gartenkunst 16 (1/2004), S. 85–92.
  • Rolf Schneider: Fürst Pückler in Branitz. be.bra verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86124-641-1.
  • Stiftung Fürst Pückler Museum, Park und Schloß Branitz (Hrsg.): Im Spiegel der Erinnerung – der Branitzer Park – Gartenparadies des Fürsten Pückler. 21 Beiträge von 1804 bis 1939. Edition Branitz, Band 2. Fürst-Pückler-Museum, Branitz 1997, ohne ISBN.
  • Stiftung Fürst-Pückler-Museum, Park und Schloss Branitz (Hrsg.): 150 Jahre Branitzer Park. Garten-Kunst-Werk, Wandel und Bewahrung. Kolloquium der Stiftung Fürst-Pückler-Museum, Park und Schloß Branitz. Cottbus/Branitz, 10. - 12. Oktober 1996. Edition Branitz, Band 3. Cottbus 1998.
  • Stiftung Fürst-Pückler-Museum, Park und Schloss Branitz (Hrsg.): Fürstliche Bilder. Pücklers Park und Schloß Branitz in Fotografien aus drei Jahrhunderten. Alfa, Cottbus 2004, ISBN 3-935513-12-7.
  • Stiftung Fürst-Pückler-Museum, Park und Schloss Branitz (Hrsg.): Fürst-Pückler-Park Branitz – Park- und Schlossführer. Cottbus 2013, ISBN 978-3-910061-22-4.
  • Claudius Wecke: »...mein Tumulus wird bleiben, solange die Erde steht.« Die Seepyramide im Fürst-Pückler-Park Branitz: Geschichte und Restaurierung. be.bra verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-95410-070-5.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pracht von Babelsberg. Pücklers Paradies an der Havel. Dokumentarfilm, Deutschland, 2017, 44:20Min., Buch und Regie: Grit Lederer, Produktion: rbb, Erstsendung: 30. Mai 2017 bei rbb Fernsehen, Inhaltsangabe von rbb, mit online-Video, aufrufbar bis zum 29. August 2018.
  • Die Pyramide des grünen Fürsten. Pücklers Grab in Branitz. Dokumentarfilm, Deutschland, 2015, 28:54 Min., Buch und Regie: Wolfgang Albus und Donald Saischowa, Produktion: rbb, Erstsendung: 24. Mai 2015 bei rbb Fernsehen, Inhaltsangabe von ARD, online-Video.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Branitzer Park – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Branitzer Park mit 200.000 Besuchern in 2012. In: Niederlausitz aktuell, 16. Dezember 2012.
  2. Christian Taubert: Branitzer Park kämpft ums Weltkulturerbe. In: Lausitzer Rundschau, 29. Dezember 2012.
  3. Anna Ringle: Letzte Ruhestätte als Wahrzeichen: Pückler-Pyramide ist restauriert. In: Sächsische Zeitung, 26. August 2015.
  4. a b Hermann Fürst von Pückler-Muskau: Andeutungen über Landschaftsgärtnerei, verbunden mit der Beschreibung ihrer praktischen Anwendung in Muskau. Stuttgart 1834, S. 52 f.
  5. Ausstellung: Augusta von Preußen. Die Königin zu Gast in Branitz. In: Stiftung Fürst-Pückler-Museum, 14. Mai 2017 bis 31. Oktober 2017 im Schloss Branitz, aufgerufen am 29. September 2017.

Koordinaten: 51° 44′ 34″ N, 14° 21′ 48″ O