Patrizia Ciofi

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Patrizia Ciofi und Sébastien Guèze in Jules Massenets Manon.

Patrizia Ciofi (* 7. Juni 1967 in Casole d’Elsa) ist eine italienische lyrische Koloratursopranistin. Der Schwerpunkt ihres Repertoires reicht vom Spätbarock (Vivaldi, Händel) über die Opern Mozarts bis zum italienischen Belcanto von Donizetti, Bellini, Rossini und Verdi. Die Stimme der Ciofi hat ein individuelles, unverkennbares Timbre, das für einen Sopran dieser Höhenlage etwas dunkel gefärbt ist und leicht verschleiert klingt.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Patrizia Ciofi studierte bei Anastasia Tomasewska-Schepis an der Accademia Chigiana in Siena und am Istituto Musicale Pietro Mascagni in Livorno. Daneben besuchte sie Meisterkurse bei Shirley Verrett, Carlo Bergonzi, Alberto Zedda, und Giorgio Gualerzi. Sie ist Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe.[1]

Ihr Debüt machte sie in Gino Negris Giovanni Sebastiano am Teatro Comunale in Florenz. Es folgten Auftritte als Donna Anna in Mozarts Don Giovanni an verschiedenen italienischen und ausländischen Bühnen, und von 1991 bis 1993 ein Engagement am Teatro Verdi in Pisa in verschiedenen Verdi-Opern.

1996 sang Patrizia Ciofi in Savona zum ersten Mal ihre Paraderolle der Lucia in Donizettis Lucia di Lammermoor, die sie 1998 in der französischen Originalversion für Dynamics aufnahm, mit internationalem Erfolg [1]. Ihr Debüt an der Scala hatte sie 1997 als Violetta in La traviata unter Riccardo Muti; am gleichen Haus trat sie außerdem in Donizettis L’elisir d’amore auf (1997 und 2001).[1]

Seither sang die Ciofi an den meisten Opernhäusern Italiens, beim Maggio Musicale in Florenz, beim Rossini Festival in Pesaro und beim Festival von Martina Franca. Sie hatte Auftritte an vielen internationalen Bühnen, wie der Opéra Bastille in Paris, dem Royal Opera House Covent Garden in London, in Berlin, Amsterdam, Bilbao, Madrid und Chicago (2003). Ciofis Debüt an der Wiener Staatsoper erfolgte erst 2008, als Amina in Vincenzo Bellinis La sonnambula.[1]

Zu Ciofis Glanzpartien gehören neben Donizettis Lucia di Lammermoor in der italienischen und in der französischen Originalversion (von 1839), Adina in Donizettis L’elisir d’amore und Norina in Don Pasquale, Marie in La fille du régiment, sowie die Titelrollen in Maria Stuarda und Pia de’ Tolomei; außerdem die Hauptrollen in Opern von Bellini (Amina in La sonnambula, Giulietta in I Capuleti e i Montecchi, La straniera, Elvira in I puritani), von Rossini (Amenaide in Tancredi, Desdemona in Otello, die Titelrolle in Zelmira), von Verdi (Violetta in La traviata, Gilda in Rigoletto), und von Mozart (Susanna in Le nozze di Figaro, Donna Anna in Don Giovanni, Elettra in Idomeneo). Sie sang auch in Opern von Puccini (Mimi in La Bohème) und Massenet (Manon).[2]

Im Dezember 2012 sprang sie kurzfristig für Jennifer Rowley ein als Isabelle in Giacomo Meyerbeers selten gespielter Oper Robert le diable am Royal Opera House, London.

Im Oktober und November 2017 sang Patrizia Ciofi an der Opéra Royal de Wallonie in Liège (Lüttich) die Titelpartie in Bellinis Norma.[2]

Die Ciofi hat viele CD-Aufnahmen gemacht, aus denen auch einige seltene Werke von Vivaldi, Domenico Scarlatti, Händel, Traetta, Piccinni, Donizetti, Bellini, Meyerbeer u. a. hervorstechen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Patrizia Ciofi bei Allmusic (englisch), abgerufen am 2. Dezember 2017
  2. a b Patrizia Ciofi bei Operabase (Engagements und Termine), abgerufen am 2. Dezember 2017