Pferdskopf

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Berg in der hessischen Rhön. Für eine Beschreibung des gleichnamigen Bergs im Hochtaunus siehe Pferdskopf (Taunus).
Pferdskopf
Blick von der L 3307 zwischen Poppenhausen undTränkhof ostsüdostwärts zum Pferdskopf

Blick von der L 3307 zwischen Poppenhausen und
Tränkhof ostsüdostwärts zum Pferdskopf

Höhe 874,9 m ü. NHN [1]
Lage nahe Poppenhausen; Landkreis Fulda, Hessen (Deutschland)
Gebirge Rhön
Dominanz 0,4 kmfd1
Schartenhöhe 20 mfd2
Koordinaten 50° 29′ 29″ N, 9° 55′ 16″ OKoordinaten: 50° 29′ 29″ N, 9° 55′ 16″ O
Pferdskopf (Hessen)
Pferdskopf
Gestein Basalt i. w. S.
pd2
pd4
Blick von Südwesten zum Pferdskopf – mit Häusern der Poppenhausener Weiler Schwarzerden und Kohlstöcken
Von Verwitterung gezeichnetes, anstehendes basaltisches Gestein unterhalb des Gipfels

Der Pferdskopf ist ein 874,9 m ü. NHN[1] hoher Südwestausläufer der Wasserkuppe (950 m) in der Rhön. Er liegt nahe Poppenhausen im hessischen Landkreis Fulda und ist vulkanischen Ursprungs.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pferdskopf liegt im Naturpark Hessische Rhön und im Biosphärenreservat Rhön. Sein Gipfel befindet sich 1,9 km südlich von Abtsroda, 2,1 km nordwestlich von Obernhausen, 4,5 km nördlich von Gersfeld, 2,9 km nördlich von Schachen, 3,1 km nordnordöstlich von Maiersbach, 3,8 km ostnordöstlich von Poppenhausen und 2,1 km südöstlich von Tränkhof (jeweils Luftlinie); unmittelbar südwestlich liegen die Poppenhausener Weiler Schwarzerden und Kohlstöcken. Zu den Nachbarbergen gehören die Wasserkuppe (950 m) mit der Abtsrodaer Kuppe (905 m) im Nordosten und der Eubeberg (Eube; ca. 820 m) im Süden.

Auf dem Bereich zwischen dem Pferdskopf und dem östlich davon verlaufenden Bergrücken, der die Wasserkuppe im Norden mit dem Eubeberg im Süden verbindet, liegt die Quelle des Fulda-Zuflusses Lütter; diese durchfließt den am Südfuß des Pferdskopfs liegenden Guckaisee. Auf der Nordflanke entspringen zwei kleine Zuflüsse des Lütter-Zuflusses Haardt.

Von der unbewaldeten Gipfelregion des Pferdskopfs bietet sich weite Aussicht nach Westen, und nach Nordosten fällt der Blick zur nahen Wasserkuppe. Südwestlich vorbei führt der Hochrhönring.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pferdskopf gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Osthessisches Bergland (Nr. 35) zur Haupteinheit Hohe Rhön (354), Untereinheit Hochrhön (354.1), Naturraum Wasserkuppenrhön (354.10). Die Landschaft fällt nach Westen in den Naturraum Milseburger Kuppenrhön (353.21) ab, der in der Haupteinheit Vorder- und Kuppenrhön (353) zur Untereinheit Kuppenrhön (353.2) zählt.

Karfreitagsstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordöstlich des Pferdskopfgipfels befindet sich als Rest eines Basaltschlotes der 863 m hohe Karfreitagsstein, der neben Lerchenküppel und Steinküppel[2] aufgrund einer vor Ort liegenden Wüstung (→ Abschnitt Geschichte) laut einer volkskundlichen Überlieferung auch Würtenstein oder Wurtenstein heißt. Den Namen Karfreitagsstein erhielt er der Überlieferung nach, weil sich die Felsformation dreimal um die eigene Achse dreht, wenn am Karfreitag das Geläut von Kirchenglocken hier herauftönt.[3]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursächlich für das Vorhandensein des Berges sind basaltoide Gesteine vulkanischer Gänge, die sich senkrecht durch eine Schichtstufenlandschaft aus terrestrischen Sand-, Silt- und Tonsteinen des Mittleren Buntsandstein ziehen. Wanderer können sich über die Gesteine der Gegend und deren Entstehung auf dem geologischen Lehrpfad informieren, der vom Pferdskopf zur nordöstlich benachbarten Wasserkuppe führt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der frühere Name des Pferdskopfes war Pferdsberg. Nahe dem Karfreitagsstein, in einem „unwirtlichen Gelände“ befindet sich die Wüstung Wirrtenstein (auch „Wörthenstein“). Hier standen 1625 fünf „würklich bewohnte“ Gehöfte, als Lehen im Besitz der Herren von Steinau genannt Steinrück und zur Pfarrei Poppenhausen gehörig. Diese Höhensiedlung, ursprünglich zur Grenzsicherung der Fürstabtei Fulda gegründet, war 1714 nur noch zur Hälfte bewohnt. Sie war „wegen des schlimmen und bösen ohnsituierten orths […] nicht länger hin zu bewohnen“ und wurde im selben Jahr schließlich ganz aufgegeben.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Pferdskopf liegen Teile des Landschaftsschutzgebiets Hessische Rhön (CDDA-Nr. 378477; 1967 ausgewiesen; 410,1096 km² groß), des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Hochrhön (FFH-Nr. 5525-351; 48,09 km²) und des Vogelschutzgebiets Hessische Rhön (VSG-Nr. 5425-401; 360,8013 km²).[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Mott: Kreuz mit Geschichte – In zwei Tagen feiert das Holzkreuz auf dem Pferdskopf seinen 75. Geburtstag, Mahnmal für Gefallene war im Dritten Reich verpönt. In: Fuldaer Zeitung, 4. Juli 1991, S. 12.
  • Michael Mott: Leben am Fuße von Pferdskopf und Eube – Heimatbuch der Rhöngemeinde Rodholz: Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe). Selbstverlag, Fulda 2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pferdskopf (Rhön) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Hessischer Geotop des Jahres 2014 – Der Lerchenküppel, abgerufen am 21. September 2015, auf hlug,de, (PDF; 1,23 MB)
  3. Karfreitagsstein, im Rhönlexikon, abgerufen am 21. September 2015, auf rhoen.info