Picknick (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Picknick
Originaltitel Picnic
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1955
Länge 115 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Joshua Logan
Drehbuch Daniel Taradash
Produktion Fred Kohlmar
Musik George Duning
Kamera James Wong Howe
Schnitt William A. Lyon,
Charles Nelson
Besetzung
Synchronisation

Picknick (Originaltitel: Picnic) ist ein US-amerikanisches Filmmelodram mit William Holden und Kim Novak aus dem Jahr 1955. Als literarische Vorlage diente das gleichnamige Bühnenstück von William Inge, das 1953 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden war.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Herumtreiber und ehemalige Football-Star Hal Carter sucht in einer Kleinstadt in Kansas nach Arbeit. Dabei hofft er auf die Unterstützung seines alten Freundes Alan Benson. Als Hal am Labor Day in besagtem Ort eintrifft, sind die Einwohner mit den Vorbereitungen für ihr alljährlich stattfindendes Picknick beschäftigt. Mit seiner ehrlichen Art und seinem maskulinen Aussehen bringt Hal die Gemüter der Frauen schnell in Aufruhr. Selbst die altjungferliche Lehrerin Rosemary ist vom rauen Hal umgehend angetan. Beim gemeinsamen Picknick begegnet Hal Alans Verlobter, der Lokalschönheit Madge. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen, sehr zum Missfallen des eifersüchtigen Alan und von Madges besorgter Mutter Flo. Als sich die Situation zuspitzt und Alan Hal als Tunichtgut beschimpft, verlässt dieser das Picknick. Madge läuft ihm nach und versucht ihn zum Bleiben zu überreden. Dabei kommen sie sich näher.

Nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit Alan und der örtlichen Polizei entschließt sich Hal, die Stadt mit dem Zug in Richtung Tulsa zu verlassen. Er bittet Madge, ihn zu begleiten. Doch sie ist sich nicht sicher, ob sie diesen Schritt wagen soll. Erst als ihre jüngere Schwester Millie sie ermutigt, das Risiko einzugehen, packt Madge ihre Koffer, um mit Hal ein gemeinsames Leben anzufangen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Premiere von William Inges Bühnenstück Picnic fand am 19. Februar 1953 im Music Box Theatre am New Yorker Broadway statt, wo das Drama insgesamt 477 Mal aufgeführt wurde. Regisseur Joshua Logan, der auch für die Theaterinszenierung zuständig war, wechselte einen Großteil der Besetzung für seine Filmversion aus. Lediglich Arthur O’Connell, Reta Shaw und Elizabeth Wilson behielten ihre Rollen. Paul Newman, der auf der Bühne eine Nebenrolle gespielt hatte, wurde durch Cliff Robertson ersetzt.

Die Dreharbeiten erfolgten von Mai bis Juli 1955 an Originalschauplätzen in Kansas, unter anderem in den Städten Halstead, Hutchinson, Nickerson, Salina und Sterling.

Picknick wurde im November 1955 in den Vereinigten Staaten uraufgeführt und kam am 16. Februar 1956 in die US-amerikanischen Kinos. Der Film entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Produktionen des Jahres.[1] In Deutschland wurde der Film erstmals am 16. März 1956 veröffentlicht.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films nannte Picknick „[e]ine intelligente Studie amerikanischer Lebensart und bürgerlicher Lebensformen, die mit ihrer treffsicheren und drastischen Ironie dem Hollywood-Melodram neue Impulse gab“.[2] Der Evangelische Filmbeobachter attestierte dem Melodram „[e]in psychologisch ungemein fein nuanciertes Spiel zwischen komplexbeladenen Menschen in den Wogen eines Volksfestes“. Aufgrund der „sauberen und treffsicheren Darstellung sublimer erotischer Spannungen und seiner filmischen Prägnanz“ sei es „Erwachsenen zu empfehlen“.[3] Cinema bezeichnete den Film schlicht als „Kleinstadtmelodram mit großen Gefühlen“.[4]

Variety zufolge sei Hauptdarsteller William Holden „als Herumtreiber manchmal derb, zum Teil sympathisch und schillernd“, doch habe er durchweg „eine eindringlische Vorstellung“ geliefert. Auch Kim Novak mache ihre Sache „gut“. Innerhalb der Besetzung sei Rosalind Russell jedoch „herausragend“ in der Rolle „der alten Jungfer und Lehrerin, die mit Novaks Familie lebt“.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Oscarverleihung 1956 wurde Picknick in den Kategorien Bestes Szenenbild (William Flannery, Jo Mielziner, Robert Priestley) und Bester Schnitt (Charles Nelson, William A. Lyon) mit dem Oscar ausgezeichnet. Nominiert war das Melodram zudem in den Kategorien Bester Film, Beste Regie (Joshua Logan), Bester Nebendarsteller (Arthur O’Connell) und Beste Filmmusik (George Duning). Joshua Logan erhielt 1956 den Golden Globe in der Kategorie Beste Regie und war außerdem für den Directors Guild of America Award nominiert. Drehbuchautor Daniel Taradash war wiederum für den Writers Guild of America Award nominiert.

Bei der Vergabe der British Academy Film Awards im Jahr 1957 war Picknick in den Kategorien Bester Film, Bester ausländischer Darsteller (William Holden), Beste ausländische Darstellerin (Kim Novak) und Beste Nachwuchsleistung (Susan Strasberg) für den BAFTA nominiert, ging am Ende jedoch leer aus.

Deutsche Fassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronfassung entstand 1956 bei der Ultra Film Synchron GmbH Berlin unter der Synchronregie und nach dem Dialogbuch von Alfred Vohrer.[6]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Hal Carter William Holden Paul Klinger
Marjorie „Madge“ Owens Kim Novak Margot Leonard
Flo Owens Betty Field Tilly Lauenstein
Millie Owens Susan Strasberg Marianne Prenzel
Alan Benson Cliff Robertson Gert Günther Hoffmann
Howard Bevans Arthur O’Connell Hans Nielsen
Helen Potts Verna Felton Agnes Windeck
Irma Kronkite Reta Shaw Erna Haffner
Bomber Nick Adams Wolfgang Gruner
Mr. Benson Raymond Bailey Siegfried Schürenberg
Christine Schoenwalder Elizabeth Wilson Friedel Schuster
Rosemary Sidney Rosalind Russell Edith Schneider

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. allmovie.com
  2. Picknick. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  3. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 214/1956.
  4. vgl. cinema.de
  5. “William Holden is the drifter, sometimes ribald, partly sympathetic and colorful and giving a forceful interpretation all the way. […] Novak does right well. […] Rosalind Russell, the spinster school teacher boarding with Novak’s family, is standout.” Vgl. Review: ‘Picnic’. In: Variety, 1955.
  6. vgl. synchrondatenbank.de