Pierbach

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Pierbach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Pierbach
Pierbach (Österreich)
Pierbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Freistadt
Kfz-Kennzeichen: FR
Fläche: 22,7 km²
Koordinaten: 48° 21′ N, 14° 45′ OKoordinaten: 48° 20′ 50″ N, 14° 45′ 20″ O
Höhe: 494 m ü. A.
Einwohner: 1.019 (1. Jän. 2021)
Postleitzahl: 4282
Vorwahl: 07267
Gemeindekennziffer: 4 06 13
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Dorfstraße 22
4282 Pierbach
Website: www.pierbach.at
Politik
Bürgermeister: Richard Freinschlag (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2015)
(13 Mitglieder)
9
4
Insgesamt 13 Sitze
Lage von Pierbach im Bezirk Freistadt
Bad ZellFreistadtGrünbachGutauHagenberg im MühlkreisHirschbach im MühlkreisKaltenbergKefermarktKönigswiesenLasbergLeopoldschlagLiebenauNeumarkt im MühlkreisPierbachPregartenRainbach im MühlkreisSandlSt. Leonhard bei FreistadtSt. Oswald bei FreistadtSchönau im MühlkreisTragweinUnterweißenbachUnterweitersdorfWaldburgWartberg ob der AistWeitersfeldenWindhaag bei FreistadtOberösterreichLage der Gemeinde Pierbach im Bezirk Freistadt (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortszentrum von Pierbach mit Pfarrkirche
Ortszentrum von Pierbach mit Pfarrkirche
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Pierbach ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Freistadt im Mühlviertel mit 1019 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Perg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die hügelige Landschaft wird durch die Große und die Kleine Naarn entwässert. Die Große Naarn durchfließt das Gemeindegebiet von Nordosten, wo sie auch die Gemeindegrenze bildet, nach Südwesten. Dort nimmt sie die Kleine Naarn auf, diese bildet die Grenze im Westen. Die Mündung liegt 480 Meter über dem Meer, der Ort Pierbach auf 494 Meter. Die höchsten Erhebungen sind der Bodenberg mit 711 Meter, der Bischofsberg mit 801 Meter und die Burgruine Ruttenstein auf 750 Meter. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 5,3 und von West nach Ost 8,6 Kilometer.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 22,8 Quadratkilometer. Davon sind 52 Prozent bewaldet und 41 Prozent sind landwirtschaftliche Nutzfläche.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 13 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[2]):

  • Bergerriedl (54)
  • Hinterhütten (51)
  • Höfnerberg (149)
  • Kleinhöfnerberg (32)
  • Kreuzberg (38)
  • Lindnerberg (24)
  • Meislberg (32)
  • Mühltal (102)
  • Naarntal (35) samt Klaus
  • Niederhofstetten (62) samt Ruttenstein
  • Oberhofstetten (70) samt Höllberg
  • Pierbach (266)
  • Sonnleitn (104)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Hofstetten und Pierbach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönau im Mühlkreis Unterweißenbach
Nachbargemeinden Königswiesen
Bad Zell Rechberg St. Thomas am Blasenstein

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Pierbach ist vermutlich um das Jahr 1000 entstanden. Die erste urkundliche Erwähnung datiert von 1114, wo Rudolf der Jüngere von Perge der Kirche von Pergkirchen ein Gebiet schenkt, begrenzt von Perenkirchen (Pergkirchen), Naerdin (Naarn) und Pirichbach remocior (dem etwas entfernteren Pierbach).[3]

Die Burg Ruttenstein wird mit dem Namen „Rotenstein“ im 12. Jahrhundert als bambergischer Besitz genannt. Sie wurde das Rodungszentrum des Grafen von Clam-Velburg im mittleren Mühlviertel. Erstmals urkundlich erwähnt wird sie 1209. Da Ulrich von Clam-Velburg kinderlos war, als er 1218 im 5. Kreuzzug starb, fiel die Burg an den Herzog Leopold VI., der sie an die Familie von Capellen verpfändete. Diese vergrößerten die Burg um 1300. Nachdem die Familie 1406 ausstarb, wechselten die Besitzer mehrfach bis sie 1556 an Ferdinand Helfrich von Meggau kam. Durch Heirat gelangte sie in den Besitz der Grafen Dietrichstein. Da diese die Burg nicht bewohnten, verfiel diese. In einer Zeichnung von Georg Matthäus Vischer um 1674 ist sie bereits als Ruine dargestellt. Zur Burg gehörten auch große Waldgebiete, die Erträge lieferten. Das Anwesen wechselte wieder den Eigentümer und wurde 1823 von Ernst Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha erworben, dessen Nachfolger noch heute die Ruine und die Waldungen besitzen. Ab 2000 wurden Sanierungsarbeiten durchgeführt, die Pflege der Anlage führt ein Burgverein durch.[4]

Die Gemeinde gehörte bis Ende 2002 zum Gerichtsbezirk Unterweißenbach, von 2003 bis 2013 zum Gerichtsbezirk Pregarten, und wurde per 1. Jänner 2013 dem Gerichtsbezirk Perg zugeteilt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgruine Ruttenstein

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schild des Häferlmuseums in Pierbach
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pierbach
  • Burgruine Ruttenstein[5]
  • Katholische Pfarrkirche Pierbach hl. Quirinus: Urkundlich 1150 erwähnt, wurde Pierbach 1372 zur Pfarre erhoben. Das Patronat über die Pfarre übte seit 1688 der jeweilige Inhaber der Herrschaft Ruttenstein aus. Die Kirche ist eine romanisch/gotische dreischiffige Staffelkirche mit einem gotischen Altarraum, Kirchturm und spätgotischen Seitenschiffen. Im Inneren befinden sich Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert. Der Hochaltar (Kreuzigungsgruppe) aus dem Umkreis des Meinrad Guggenbichler. Die barocken Seitenaltäre stammen aus dem Jahr 1680, die Kanzel aus dem 17./18. Jahrhundert. Die Orgel ist ein Werk Herbert Gollinis aus dem Jahr 1971 (2 Manuale, 10 Register). Verschiedene Einzelfiguren in der Kirche stammen aus der Gotik (um 1500), bzw. aus dem 17. Jahrhundert (Umkreis der Bildhauerfamilie Zürn)
  • Häferlmuseum
  • Bildstock Augenbründl: Eine gerade noch im Gemeindegebiet unterhalb der Zigeunermauern gelegene Quelle, die in der Vergangenheit bei Augenerkrankungen als Heilquelle genutzt wurde. Das ursprünglich sich dort befindliche Holzkreuz wurde 1967 durch einen Bildstock ersetzt. Geographische Lage ~ 48° 20′ 8,2″ N, 14° 45′ 43,2″ O.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen seiner Lage ist Pierbach eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Insgesamt sind 13 Gewerbebetriebe im Gemeindegebiet ansässig.[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Straße:Das Gemeindegebiet von Pierbach wird von der Königswiesener Straße B 124 in ostwestlicher Richtung durchquert.
  • Wege: Das Ortszentrum ist Ausgangspunkt für den überregionalen Wander- und Pilgerweg Johannesweg.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 13 Mandataren.

Partei 2015[6] 2009[7] 2003[8] 1997[9]
Prozent Mandate % Mandate % Mandate % Mandate
ÖVP 69,46 9 63,40 8 60,06 8 71,77 10
SPÖ 30,54 4 36,60 5 39,94 5 28,23 3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1850 waren:[10]

  • 1850–1858 Leopold Kern
  • 1858–1860 Michael Lehner
  • 1860–1867 Simon Gradl
  • 1867–1870 Michael Prinz
  • 1870–1879 Johann Walter
  • 1879–1882 Michael Wansch
  • 1882–1885 Michael Ebner
  • 1885–1894 Michael Wansch
  • 1894–1897 Ignaz Rothmayr
  • 1897–1903 Josef Freynschlag
  • 1903–1924 Mathias Walter
  • 1924–1926 Leopold Haslhofer
  • 1926–1938 Heinrich Koller
  • 1938–1939 Karl Wimmer
  • 1939–1939 Firedrich Schwieger
  • 1939–1944 Alois Haslhofer
  • 1944–1945 Ernst Bayerl
  • 1945–1973 Ludwig Koller
  • 1973–1984 Franz Haslhofer
  • 1984–1996 Heinrich Leitner
  • 1996–2009 Isidor Bauernfeind
  • 2009–2015 Martin Mayringer
  • seit 2015 Richard Freinschlag[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung (Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens): „In Schwarz eine silberne, erniedrigte und eingeschweifte Deichsel, überhöht von einem fünfmal von Rot und Silber im Bogenschnitt schräg geteilten Schild.“
Das rot-silberne Schild stellt das Wappen der Kapeller, den ehemaligen Herren der Ruine Ruttenstein dar. Die Deichsel steht für den Zusammenfluss der kleinen und der großen Naarn.
Die Gemeindefarben sind: Rot-Weiß[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pierbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Pierbach, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 13. Juni 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  3. a b Geschichte. Gemeinde Pierbach, abgerufen am 13. Juni 2021 (österreichisches Deutsch).
  4. Eintrag über Ruttenstein auf Burgen-Austria
  5. Die Ruine. In: ruttenstein.at. Abgerufen am 13. Juni 2021.
  6. Gemeinderatswahlergebnis 2015 OÖ. (XLS) Land Oberösterreich, abgerufen am 13. Juni 2021.
  7. Gemeinderatswahlergebnis 2009 OÖ. (XLS) Land Oberösterreich, abgerufen am 13. Juni 2021.
  8. Gemeinderatswahlergebnis 2003 OÖ. (XLS) Land Oberösterreich, abgerufen am 13. Juni 2021.
  9. Gemeinderatswahlergebnis 1997 OÖ. (XLS) Land Oberösterreich, abgerufen am 13. Juni 2021.
  10. a b Gemeinden, Pierbach. Land Oberösterreich, abgerufen am 13. Juni 2021.
  11. Bürgermeister. Gemeinde Pierbach, abgerufen am 13. Juni 2021 (österreichisches Deutsch).