Polizeiruf 110: Abwärts

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Folge der Reihe Polizeiruf 110
Originaltitel Abwärts
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
Mitteldeutscher Rundfunk
Länge 89 Minuten
Einordnung Folge 343 (Liste)
Erstausstrahlung 6. Juli 2014 auf ARD
Stab
Regie Nils Willbrandt
Drehbuch Nils Willbrandt
Musik Stefan Mertin,
Martin Hornung
Kamera Michael Schreitel
Schnitt Vessela Martschewski
Besetzung

Abwärts ist ein deutscher Kriminalfilm des Regisseurs Nils Willbrandt aus dem Jahr 2014. Es ist die 343. Folge innerhalb der Filmreihe Polizeiruf 110 und der zweite Fall für Hauptkommissarin Doreen Brasch und Hauptkommissar Jochen Drexler. Die beiden haben es mit dem Mord in der Straßenbahn zu tun, einem traumatisierten Ex-Soldaten und Organisierter Kriminalität.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 21-jährige Danilo Rink wird erschlagen in einer Straßenbahn aufgefunden. Da er erst am nächsten Morgen entdeckt wurde, lag er die Nacht über im Straßenbahn-Depot. Drexler sucht den Sozialarbeiter Peter Ruhler auf, mit dem er bereits früher zusammenarbeitete. Dieser war für Rink zuständig. Ruhler gibt an, am Vorabend gefeiert zu haben und ist in einem entsprechenden Zustand. Brasch, die zuvor noch ihren wegen rechtsradikaler Straftaten einsitzenden heranwachsenden Sohn im Gefängnis besucht hatte, sucht Sandra, die Ehefrau des Toten und Mutter des gemeinsamen Kindes auf. Diese gibt an, dass das Verhältnis zwischen ihr und ihrem Freund schon länger zerrüttet gewesen ist. Die Frau zeigt Spuren von Misshandlungen, auf Braschs Frage, ob diese von ihrem Mann stammen, antwortet sie ausweichend. Sie erzählt Brasch, dass Rink am Tatabend mit zwei seiner Freunde unterwegs war. Ruhler kommt ins Präsidium und sagt aus, dass Rink auf einem guten Wege war, er war zuvor Kleinkrimineller und war dabei, aus der Szene rauszukommen. Drexler und Brasch machen die Freunde des Täters, mit denen Danilo seinen Todesabend zusammen verbracht hatte, ausfindig. Diese geben zunächst an, dass Danilo Rink alleine das Bootshaus, in dem sie den Abend verbracht haben, alleine verlassen habe. Später gibt einer von ihnen zu, dass beide zunächst zusammen mit ihm in der Straßenbahn gefahren seien, beide seien allerdings vorher ausgestiegen, weil Danilo einen Jüngeren eingeschüchtert und dessen Laptop geraubt habe. Der 15-jährige Junge, der von Danilo ausgeraubt wurde, sucht den Sozialarbeiter Ruhler auf und fordert ihn auf, ihm zu helfen. Ruhler sagt, er könne nichts für ihn tun. Zudem behauptet einer der beiden jungen Männer, dass Ruhler in der Straßenbahn gewesen sei. Brasch mutmaßt, dass Ruhler dem Jungen zu Hilfe gekommen ist und dabei Danilo Rink erschlagen hat.

Der Junge, Lukas Schenker, sucht Ruhler auf, dieser sagt ihm, dass er nicht geglaubt hat, dass die beiden jungen Männer ihn erkannt haben. Ruhler sagt, dass Rink tot sei. Lukas will mit Ruhler fliehen und fordert ihn auf, ihm zu helfen. Er macht Ruhler Vorwürfe, dass er seinen Laptop Ruhlers wegen am Tatort zurückgelassen habe. Drexler und Brasch treffen in Ruhler Wohnung ein, dieser ist allerdings tatsächlich mit Lukas geflohen. Brasch erstellt die Hypothese, dass Ruhler den Jungen mit nach Hause und als Geisel genommen habe, damit der Junge ihn nicht verrate. Ruhler fordert Lukas auf, seine Schwester anzurufen und sich mit den Auftraggebern von Lukas und ihr zu treffen. Währenddessen entdecken Brasch und Drexler Blut in Ruhlers Wohnung, was es wahrscheinlich macht, dass er mit Rink gekämpft hat und sich dabei verletzt hat. Die Identität von Lukas wird schließlich durch eine Vermisstenanzeige geklärt. Lukas bringt Ruhler zu einer abgelegenen Datsche, in die er und seine Schwester sich gelegentlich zurückziehen.

Brasch sucht den Vater des Jungen auf, dieser ist gut situiert und arbeitet bei einem Autozulieferer. Er gibt an, keine Probleme mit dem Jungen zu haben. Er ist von der Mutter seiner Kinder geschieden, das Sorgerecht hat er bekommen. Seine Tochter Ellen ist von zu Hause ausgezogen, er hat keinen Kontakt mehr zu ihr. Sie ist wegen Körperverletzung vorbestraft. Ruhler wurde von Nachbarn zusammen mit Lukas gesehen, er habe einen blauen Müllsack dabei gehabt. An der Leiche Rinks werden Fingerabdrücke von Ruhler und von Lukas gefunden. Ruhler war früher bei der Bundeswehr und war mit der KFOR im Kosovo, quittierte aber unmittelbar nach seiner Rückkehr den Dienst. Ruhler sucht die Schwester und Lukas, Ellen, und dessen Freund auf. Gemeinsam mit den dreien sucht er die Auftraggeber der Jugendlichen auf. Er erklärt ihnen, dass Lukas keine Schuld am Verlust des Laptops habe, es sei seine Schuld. Die Gangster wollen Lukas töten, Ruhler geht dazwischen und die Jugendlichen können fliehen. Es stellt sich unterdessen heraus, dass der Straßenbahnreiniger, der die Leiche von Rink gefunden hat, den Laptop gestohlen hat. Der Laptop gehörte Lukas Vater, auf diesem waren Sicherungscodes für Luxusautos gespeichert, sodass mithilfe des Laptops teure Luxuskarossen gestohlen werden können. Lukas hat den Laptop seinem Vater gestohlen und wollte diesen an die Gangster verkaufen. Unterdessen alarmiert Ruhler die Polizei und gibt an, dass Ellen angeschossen wurde. Diese ist im Krankenhaus und wird dort von Brasch vernommen. Sie erklärt Brasch, dass es ihre Idee war, den Laptop zu stehlen und die Daten an die Gangster zu verkaufen. Sie erklärt, dass sie Schulden hat. Zudem stellt sich heraus, dass Ellen schwanger ist. Drexler und Brasch suchen noch einmal Ellens und Lukas‘ Vater auf. Dieser sagt aus, dass Lukas sich in letzter Zeit für seine Mutter interessiert hat und diese kennenlernen wollte.

Ruhler trifft sich mit Ellens Freund, er informiert diesen, dass Lukas in der Gewalt der Verbrecher ist, dass es Ellen aber gut geht. Ellens Freund hat eine Waffe, die er Ruhler übergibt. Brasch macht Ellens und Lukas‘ Mutter ausfindig, sie sagt aus, dass sie gerne Kontakt zu ihren Kindern hätte und auch bereits Kontakt mit Ellen hat, dass der Vater der beiden dies allerdings nicht wollte. Drexler sucht einen alten Kameraden von Ruhler auf, der mit ihm im Kosovo war und nun querschnittsgelähmt ist. Ruhler saß am Steuer eines Bundeswehrfahrzeuges. Als ihnen ein LKW auf der eigenen Spur entgegen kam, musste Ruhler ausweichen und der Wagen stürzte einen Abhang herunter. Seither ist der Kamerad gelähmt. Weiterhin kam ein achtjähriger Junge bei dem Unfall ums Leben. Dieses Ereignis war der Grund, dessentwegen Ruhler seinen Dienst quittierte. Drexler und Brasch finden aufgrund des Hinweises von Ellens Mutter dessen Freund. Dieser verrät Brasch, dass die Gangster Lukas in der Gewalt haben und wo diese sich aufhalten. Die Gangster misshandeln Lukas, damit dieser den Laptop wiederbeschaffe. Dieser weiß aber nichts. Ruhler taucht auf, schießt einen der Gangster an und kann Lukas befreien. Drexler und Brasch kommen zu spät, können aber die Gangster festnehmen.

Ruhler und Lukas verstecken sich eine Weile in der Datscha. Als Drexler und Brasch aus Ellen herausbekommen, wo die Datscha ist, sind die beiden allerdings verschwunden. Die beiden finden allerdings den blauen Müllbeutel mit der blutverschmierten Kleidung von Lukas und Ruhler vom Tatabend. Die Ex-Freundin von Ruhler meldet sich bei Drexler und sagt aus, dass sie sich am Abend vor der Tat von ihm getrennt hätte, was für seine Überreaktion mitverantwortlich sein könnte. Ruhler und Lukas suchen Lukas Vater auf und bedrohen diesen, damit dieser die Adresse von Lukas Mutter herausgibt. Ruhler bringt den Jungen zum Bus. Kurz darauf wird er von Drexler und Brasch gestellt. Nachdem er vergeblich versucht hat, einen „Suicide by cop“ zu provozieren und den Totschlag an Rink gesteht, erschießt er sich vor den Augen der Polizisten selbst.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Tristesse, von Anfang bis Ende. Und das bezieht sich nicht nur auf den Inhalt. Dem Film fehlt der eigene Charme, denn der MDR hat nicht nur auf Themen gesetzt, die alle schon mal da waren, sondern auch auf eine schon bekannte Kommissarskonstellation.“

Carolin Gasteiger: Süddeutsche Zeitung[1]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Abwärts am 6. Juli 2014 wurde in Deutschland von 5,99 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 20,0 % für Das Erste.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carolin Gasteiger: Alles ist zerrüttet. Süddeutsche Zeitung, 7. Juli 2014, abgerufen am 8. Juli 2014.
  2. Manuel Weis: Primetime-Check: Sonntag, 6. Juli 2014. Quotenmeter.de, 7. Juli 2014, abgerufen am 8. Juli 2014.