Polleben

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51.57777777777811.5975167Koordinaten: 51° 34′ 40″ N, 11° 35′ 51″ O

Polleben
Stadt Eisleben
Wappen von Polleben
Höhe: 167 m
Fläche: 17,3 km²
Einwohner: 1079 (30. Jun. 2005)
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Eingemeindung: 1. Januar 2006
Postleitzahl: 06295
Vorwahl: 03475
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Über dieses Bild

Lage vom Stadtteil Polleben in Eisleben

die neue St.Stephanuskirche in Polleben
die Steinmühle nördlich von Polleben an der Schlenze

Polleben ist ein Ortsteil der Lutherstadt Eisleben im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Polleben liegt im Landkreis Mansfeld-Südharz, 7 km nördlich der Lutherstadt Eisleben auf der Mansfelder Platte im Tal der Schlenze , einem im Süden der Ortschaft entspringendem Bach, der nach Nordosten in Richtung Saale abfließt. Nachbarorte sind: (im Uhrzeigersinn und im Norden beginnend) Helmsdorf, Bösenburg, Burgsdorf, Hedersleben, Oberrißdorf, die Lutherstadt Eisleben, Volkstedt, Klostermansfeld, Hübitz und Augsdorf. Nördlich von Polleben liegt der Sehringsberg, an dem ein Fürstengrab aus der Aunjetitzer Kultur freigelegt wurde. Nordwestlich und südwestlich von Polleben liegen drei Spitzkegelhalden mit einer Durchschnittshöhe von über 100 Metern, die sogenannten Pyramiden des Mansfelder Landes.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die L 151 durchquert den Ort von Norden (Richtung Heiligenthal und Gerbstedt) nach Süden (Richtung Eisleben), die L 159 durchquert Polleben von Osten (Burgsdorf und ferner auch Halle (Saale)) nach Westen mit Anschluss an die B 180 und B 242 bei Siersleben.

Am nördlichen Dorfrand lag der Bahnhof Polleben, an dem Züge der Bahnstrecke Halle–Hettstedt hielten. Am 11. März 1968 wurde der Personenverkehr auf dem Abschnitt Schochwitz - Heiligenthal, an dem Polleben lag, eingestellt und die Gleisanlagen zumeist abgebaut.

Energie[Bearbeiten]

Vier Windkraftanlagen vom Typ Enercon E-101 (Nabenhöhe: 135,4 m, Gesamthöhe: 185,9 m)

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wurde Polleben 1150 als Panleve (1162 Ponleve) urkundlich erwähnt und war ein Halberstädter Lehen welches die Grafen von Mansfeld innehatten. Der Ort kam 1573 an Kursachsen, 1579 das Erzbistum Magdeburg und später an Preußen. Ein gleichnamiges Adelsgeschlecht von Polleben ist in dem Ort nachgewiesen. 1654 kaufte Adam von Pfuel den Ort Polleben für vierzehntausend Taler und sechstausend Gulden und wurde in einer Gruft der Stephanus-Kirche beigesetzt.[1]

Polleben ist schon im Mittelalter ein verhältnismäßig großes Dorf gewesen, vor der Reformation hatte es vier Kirchen und zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges lebten im Ort ungefähr 600 Einwohner. Während dieses Krieges wurden jedoch sowohl Polleben als auch das im Süden an der Schlenzequelle liegende Rulsdorf entvölkert und verwüstet, Ruhlsdorf wurde nicht wieder aufgebaut.

Im Rahmen der Bundestagswahl vom 18. September 2005 wurde in Polleben über die Eingemeindung in die Lutherstadt Eisleben abgestimmt. Für die Eingemeindung stimmten 386 Wahlberechtigte. Gegen die Eingemeindung stimmten 272 Bürger. Seit dem 1. Januar 2006 gehört Polleben als Ortsteil zur Lutherstadt Eisleben.[2]

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bockwindmühle Polleben

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Obermühle (Brand zerstört die Mühle am 17. September 2003)
  • Steinmühle, die letzte betriebsfähige Wassermühle von 13 anderen im Schlenzetal
  • St.-Stephanus-Turm, das Wappen von Polleben
  • Bockwindmühle
  • St.-Stephanus-Kirche

Die alten Pollebener Kirchen[Bearbeiten]

Polleben hatte einst vier Kirchen, die um 1400 alle noch intakt waren. Heute sind diese zerfallen und teilweise auch abgetragen.

Alte St.-Stephanus-Kirche[Bearbeiten]

Der Turm von St. Stephanus

Die alte Sankt-Stephanus-Kirche ist die älteste Kirche gewesen. Die heutige Ruine wurde 1898 dem Verfall überlassen, außer dem Schnitzaltar und einem uralten Taufstein sind die Kunstgegenstände der Kirche von der Zeit zerstört worden, so zum Beispiel ein Denkmal für Generalmajor Adam von Pfuel, der in einem Gewölbe unter der Kirche seine letzte Ruhestätte fand. Im Jahre 1902 wurde ein Verkauf vom Denkmalschutz aufgehalten, 1912 wurde das Dach des Turms neu gedeckt. Im Jahre 1933 war der alte Friedhof nur noch verwüstet aufzufinden, die Grabsteine waren zerschlagen worden und Unrat lag auf dem Friedhof. Vom spätgotischen Langhaus sind heute nur noch einige Mauerreste zu finden, der Turm steht jedoch weiterhin mit Dach.

Die St.-Johannes-Kirche[Bearbeiten]

Die Sankt-Johannes-Kirche war die Kirche des Unterdorfes, sie war 1400 noch intakt. Auch sie hatte einen Friedhof, auf dem alle die begraben wurden, die nördlich der Donau, einem Rinnsal im Dorf, wohnten. Der Pastor Christophorus Titius beschrieb das Gotteshaus 1648 als „ganz wüste“'. Im Jahre 1789 hat Pastor Ramdohr den Schuttberg, der einmal die Kirche gewesen war, abtragen lassen. Heutzutage ist an der Stelle eine Wiese.

Die mittlere St.-Pankraz-Kirche[Bearbeiten]

Sankt Pankraz lag mitten im Dorf und war die Kapelle des Amtshofes. Auch sie hat der Pastor Christophorus Titius 1684 am Amtshof noch gesehen, er beschrieb sie aber als „öde“. Der Turm mit seinem alten Uhrwerk war aber noch vorhanden. Er berichtete außerdem, dass nach das Uhrwerk nach der Erntezeit unter großem Protest der Einwohner des Unterdorfes nach der großen Glocke gerichtet wurde. Noch heute steht der Turm von Sankt Pankraz neben einer alten Brennerei.

St. Bartholomäus[Bearbeiten]

Sankt Bartholomäus war die Kirche des Mitteldorfes. Sie lag an der Stelle des heutigen Pfarrhauses und wurde zuletzt zusammen mit St. Pankraz von einem Pfarrer betreut. Zuallerletzt wurde sie schon leicht wüst noch 1684 als Pfarrhaus genutzt, aber heute ist von ihr nichts mehr zu sehen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1342037190449
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2006

Literatur[Bearbeiten]

  • Beschreibende Darstellung der Älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen, Mansfelder Seenkreis, von der Historischen Kommission für die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt, Band 19, Halle (Saale) 1895, S. 315-320
  • Oskar August: Beiträge zur siedlungsgeographischen Erforschung der Dörfer Polleben, Volkstedt und Häbitz und ihrer Fluren im Mansfeldischen, Naturwiss. F., Diss., Wittenberg 1945
  • Erich Neuß: „Wanderungen durch die Grafschaft Mansfeld“ ; Band 2, Saalisches Mansfeld Fliegenkopf Verlag, Halle (Saale), 1999
  • Otto Oehring, Jochen Oehring und Manfred Oehring: Kirchenbücher von Polleben 1601-1874. Kopie des Manuskripts. Leipzig: Deutsche Zentralstelle für Genealogie 1997; 6654 Familien

Weblinks[Bearbeiten]