Porsche Cayenne

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Der Porsche Cayenne ist ein Modell des deutschen Automobilherstellers Porsche. Mit dem 2002 eingeführten Wagen erweiterte Porsche seine bis dahin nur aus Sportwagen bestehende Modellpalette um ein Sport Utility Vehicle. Der Hauptmarkt des Cayenne sind die USA.

Der Porsche Cayenne (Typ 9PA) wurde von 2002 bis 2010 gebaut, seit 2007 mit Direkteinspritzer-Motoren und einem Facelift. Das Nachfolgemodell Porsche Cayenne (Typ 92A) wird seit 2010 gebaut. Am 29. August 2017 fand die Premiere der dritten Generation (Porsche Cayenne (Typ PO536)) statt;[1] sie wurde auf der IAA September 2017 der Öffentlichkeit gezeigt.[2][3]

Entwicklung und Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Entwicklungs- und Produktionskosten zu sparen, kooperierten Porsche und Volkswagen. Der VW Touareg und der Audi Q7 basieren auf derselben Plattform wie der Cayenne.

Für die Produktion des SUV errichtete Porsche ein Werk in Leipzig, wo der Motor, das Getriebe und alle anderen Bauteile und -gruppen in die Karosserie eingebaut werden. Im Juli 2013 lief dort der 500.000ste Cayenne vom Band.[4] Seit dem 8. Juni 2015 läuft er auch im VW-Werk Osnabrück vom Band; dort sollen zusätzlich 20.000 Stück des Cayenne montiert werden. Dafür wird die Produktion der Modelle Porsche Boxster und Cayman wieder ins Stammwerk Zuffenhausen verlagert.[5]

Die Karosserie des Cayenne wird zusammen mit denen des VW Touareg, Bentley Bentayga und Audi Q7 im VW-Werk Bratislava (Slowakei) produziert.

Abgasskandal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2017 ergaben Recherchen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, dass beim Porsche Cayenne lange nach Aufdeckung der Manipulationen bei VW weiterhin eine Abschalteinrichtung eingebaut worden sei, die erkennt, ob der Wagen auf dem Prüfstand ist.[6] Beim normalen Straßenbetrieb emittiert der Porsche Cayenne laut Tests des TÜV Nord weit mehr als die gesetzlich festgelegten Grenzwerte erlauben. Das Porsche-Management stritt die Vorwürfe ab.[7]

Am 23. Juli 2017 forderte der Porsche-Betriebsratsvorsitzende Uwe Hück im Hinblick auf die Abgas-Affäre die Entlassung von Vorständen bei der VW-Konzernschwester Audi. Er werde „es nicht zulassen, dass Porsche durch Tricksereien von Audi in Gefahr gerät“.[8] Vier Tage später – am 27. Juli 2017 – verhängte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt wegen der illegalen Abgas-Software ein Zulassungsverbot für den Typ Cayenne mit 3,0-Liter-TDI-Motor. Dieser Motor wird von Audi gefertigt und beigestellt. Gleichzeitig ordnete Dobrindt für europaweit 22.000 Fahrzeuge einen Pflichtrückruf an.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Porsche Cayenne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FAZ: Erfolgsmodell gegen den Abgasskandal
  2. www.auto-motor-und-sport.de
  3. Pressemitteilung 29. August 2017
  4. 500.000 Porsche Cayenne aus Leipzig. Autosmotor.de, 5. Juli 2013, abgerufen am 27. Juli 2017.
  5. Alexander Klay: Umbau der Produktion: Volkswagen Osnabrück baut künftig Porsche Cayenne. Neue Osnabrücker Zeitung, 14. Juli 2014, abgerufen am 27. Juli 2017.
  6. Frank Dohmen, Dietmar Hawranek, Gerald Traufetter: Abgasgrenzwerte: Porsches schmutzige Tricks. Der Spiegel 24/2017, 10. Juni 2017, abgerufen am 27. Juli 2017.
  7. Abgas-Manipulation: Wie viel Stickoxid stößt Porsches Diesel wirklich aus? . Manager Magazin, 13. Juni 2017, abgerufen am 27. Juli 2017.
  8. Porsche-Betriebsratschef keilt gegen Audi: „Wir fühlen uns betrogen“. In: Manager Magazin. 23. Juli 2017, abgerufen am 27. Juli 2017.
  9. Porsche Cayenne: Abgasbetrug – Alexander Dobrindt verhängt Zulassungsverbot. Spiegel Online, 27. Juli 2017, abgerufen am 27. Juli 2017.